Sonntag, 11. Dezember 2011

Roman Marchel - Kickboxen mit Lu

Klappentext:
Also, kein Sex, kein Gott, keine Träume , sonst redet Lu über alles. Den Eltern erzählt sie, sie fahre in ein Trainingscamp, zwei Wochen Kickboxen. Stattdessen nimmt sie sich eine Auszeit, mietet sich ein in der Pension Zur schönen Gegenwart . Lu ist 16, Geschichte hat sie noch keine, keine richtige, aber reden kann sie, wie andere atmen. In der Pension trifft sie auf Tulpe Valentin, eine alte Schriftstellerin, acht Romane hat sie geschrieben, der letzte ist lange her. Sie glaubt, sie hätte ihr Leben hinter sich und auch das Schreiben. Die Auszeit,  die sie und ihr kranker Pensionsnachbar sich nehmen, ist ein Warten auf den richtigen Moment aufzugeben. Ein Treffer, den man kommen sieht, tut weniger weh. Aber dann kommt Lu und redet, und Tulpe Valentin hört zu und schreibt auf, ihren letzten Roman, weil sie erkennt, dass sie hier das Leben vor sich hat ein anderes Leben, das weitergeht.  

Das Buch ist im Residenz-Verlag erschienen, hat 222 Seiten und kostet 19,90€
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen

 

Worum geht es:
Eigentlich sollte Lu gerade im Kickbox- Lager sein. Ist sie aber nicht. Stattdessen verbringt sie ihre Nachmittage wahlweise im Pfauengarten in der Pension zur schönen Gegenwart, in der örtlichen Bibliothek oder gedanklich irgendwo zwischen gestern und vorgestern. In dieser Pension trifft sie auch auf die stark gealterte Autorin Tulpe Valentin, die ihre erfolgreichen Tage auch schon etwas hinter sich hat, und erzählt ihr dabei, fast alles, aus ihrem 16jährigen Leben. Zumindest das, woran sie sich noch erinnern kann und will, um damit Tulpe Valentins letztes Buch zu füllen.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat zwei Gesichter, und ich weiß nicht für welches ich mich entscheiden soll. Pädagogisch wäre es wohl, mit dem negativem zu beginnen, um das Gute im Gedächtnis zu behalten ;)

Wenn man das Buch betrachtet wie es ist, dann ist es eigentlich nichts anderes als die völlig belangloses Aneinanderreihung von Fakten aus dem Leben einer völlig normalen sechzehnjährigen. Keine besonderen Erlebnisse, keine Besonderheiten im Allgemeinen. Das ist dann in etwa so, als würde mir meine Stiefschwester erzählen, was sie so die letzten Jahre erlebt hat: "Und dann hat die gesagt, dass der gesagt hat, weil, und daaaan. Und der Lehrer Sowieso, den mag ich auch nicht, weil der hat das und das. Und dann hab ich mich mit der und der gestritten wegen dem und dem". Gääääähn. Es hat einfach Null Handlung das Buch. Außerdem gibt es in dem kompletten Buch keinerlei Anführungsstriche, und das obwohl das Buch hauptsächlich aus Dialogen besteht. Ich fand es unheimlich schwierig mich da überhaupt reinzulesen. 

Andererseits, wenn man das vorher gelesen mal weg denken würden, ist es ein wirklich reizendes Buch, nicht sehr langlebig, aber süß. Es gibt eine Vielzahl von schönen Denkanstößen, Sätzen und Theorien über das Leben, aus der Sicht eines "Kindes" und nicht aus der von Politik, Geld und Macht beeinflussten Erwachsenen. Sie spricht einfach frei von der Leber weg, was sie worüber denkt, und obwohl mir Lu im gesamten Buch nicht sympathisch war, ist das was sie sagt doch schön.

Ich bin froh das Buch gelesen zu haben, aber wenn man nur was lesen möchte um unterhalten zu werden, und nicht nachdenken zu müssen, sollte man es vielleicht nicht lesen.


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