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Dienstag, 29. Oktober 2013

[Rezi] Alessia Gazzola - Herzversagen

Klappentext:
Ein neuer Fall für die charmante Rechtsmedizinerin Alice Allevi: Ein alter, renommierter Schriftsteller soll von seinen Söhnen entmündigt werden. Kurz darauf ist er tot, ein rätselhafter Abschiedsbrief liegt vor. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass es kein Selbstmord war. Alice Allevi nimmt sich die Familiengeschichte und die Werke des Schriftstellers vor und entdeckt Ungereimtheiten, die sie an die Polizei weiterleitet. Auch in Alices Privatleben geht es turbulent zu: Die Beziehung zum Reisejournalisten Arthur scheint ohne Zukunft zu sein; dagegen beginnt ausgerechnet ihr Kollege Claudio Conforti einen heftigen Flirt mit ihr, und sie weiß nicht, wie sie damit umgehen soll. Und nicht zuletzt beschließt auch noch ihre geliebte Mitbewohnerin Yukino ganz plötzlich, zurück nach Japan zu gehen.

Verlag: carl's books | Preis: 14,99 | Seiten: 432 | Spielt in: Italien, Rom | Genre: Krimi, ChickLit | Originaltitel: Un segreto non è per sempre | Erscheinungsdatum: September 2013 | ISBN: 978-3570585146

Erster Satz: 
"Das Institu für Rechtsmedizin, an dem ich arbeite, ist wie ein eifersüchtiger Liebhaber, der lieber nimmt als gibt."


Worum geht es:
Alice ist mal wieder mitten drin, statt nur dabei - sehr zum Leidwesen ihrer Kollegen in der Gerichtsmedizin. Denn ein Mann, der von seiner Familie für unmündig erklärt werden sollte um ihn um seinen letzten Wunsch in seinen Testament zu bringen, stirbt. Ohne jegliche Anhaltspunkte wieso und woran. Der alte Mann hatte ein äußerst gespaltenes Verhältnis zu seiner Familie, sprach kaum noch mit seinen 4 Kindern, nur seine jugendliche Enkelin stand ihm noch wirklich nah. Doch ausgerechnet sie findet den Toten - und kann sich an nichts mehr erinnern. So beginnt Alice zu ermitteln, und hat dabei mal wieder viel zu engen Kontakt zu den Beteiligten, als für sie angebracht wäre...

Meine Meinung:
Letztes Jahr im Sommer erschien Alessia Gazzolas Debutroman "Mit Skalpell und Lippenstift", den ich nur kurz nach Erscheinen gelesen habe und super klasse fand. Mir gefiel die Mischung aus ChickLit und Krimi, das mit den bisherigen "Ladythrillern" die ich gelesen habe zu tun hatte. Es war witzig und lockerleicht mit einer sympathischen Protagonistin und zudem noch einen spannenden Fall. Deshalb habe ich mich natürlich schon sehr auf ihr neues, dieses, Buch gefreut und habe dem Erscheinungstermin entgegengefiebert. Zwar gefällt mir das Cover aaaabsolut nicht - es ist ja beinahe schon peinlich dieses pinke Monstrum in der Bahn aus der Tasche zu holen :D, aber eine gute Story hätte das allemal wett gemacht.
Leider aber muss ich sagen, dass dieser zweite Band mit dem ersten nicht wirklich mithalten kann. Die Geschichte kommt während des gesamten Buches nicht wirklich in Fahrt, ist einfach nicht spannend und legt so viele falsche Fährten, die von Anfang an auch als solche "enttarnt" werden. Jedes Familienmitglied war zu 100% einmal der oder die Verdächtige, und immer entpuppten sich die Indizien nach wenigen Seiten als irreführend. Dementsprechend "langweilig" und wenig überraschend war daher das Ende der Geschichte.
Auch fehlte dem Buch der Witz des Vorgängers. Der Charme von Alice aus Teil eins blieb irgendwie auch der Strecke und ihr Privatleben rückte völlig in den Hintergrund.
Dennoch ist es keineswegs ein schlechtes Buch, nur eben nicht das was ich erwartet habe. Es ist ein solider, durchschnittlicher Krimi mit dem einen oder anderen Schmunzel- Moment, aber für mich nicht unbedingt ein Anreiz die Gazzola-Reihe weiter zu verfolgen.



Dienstag, 3. September 2013

[Rezension] Mathias Malzieu - Metamorphose am Rande des Himmels

Klappentext:
Ein phantastisches Märchen über die Überwindung des Todes durch die Verwandlungskraft der Liebe.
Tom Cloudman, Hobby - Stuntman mit Leidenschaft fürs Fliegen, ist unheilbar erkrankt. Doch den Traum vom Fliegen gibt er nicht auf. Nachts schleicht er sich aufs Krankenhausdach und begegnet dort Endorphina, einer geheimnisvollen Frau, die Federn trägt und fliegen kann. Sie macht Tom einen einzigartigen Vorschlag um ihn von seiner tödlichen Krankheit zu befreien...

Verlag: carl's books | Seiten: 142 | Preis: 12,99€ | Genre: Fantasy, Liebe, Schicksal | Spielt in: nicht genau gesagt | Originaltitel: Metamorphose en bord du ciel | Erscheinungsdatum: August 2013 | ISBN: 978-3570585207

Erster Satz:
"Vögel werden im Himmel beerdigt."



Worum geht es: 
Viel mehr als der Klappentext bereits verät möchte auch ich nicht sagen, da jedes Wort dieser nur 140 Seiten langen Geschichte zu viel vorne weg nehmen könnte, aber nur so viel: Tom Cloudman liebt es im Rampenlicht zu stehen und braucht den Applaus der Menschen wie die Luft zum Atmen. So stürzt er sich von hohen Dächern, fährt auf Rollen unfahrbare Strecken und zieht sich einen Knochenbruch nach dem nächsten zu. Schon bald darauf erwacht er im Krankenhaus. Doch nicht etwa wegen einer gebrochenen Rippe, sondern wegen einer tödlichen Krankeheit: Krebs. Doch im Gegensatz zu seinen Mitpatienten - ausgenommen der kleine Victor - findet sich Tom damit nicht ab.

Meine Meinung:
Dieses kleine Buch gibt einem so viel: Nicht nur eine kleine unterhaltsame Geschichte, die vom Leben und übers Leben erzählt, sondern auch eine Geschichte die davon erzählt wie wichtig es ist eine Träume nicht aufzugeben, wie wiedrig die Umstände auch sein möchten, die betont wie wichtig es ist zu hoffen, zu leben und sich nicht aufzugeben. Alles spricht eigentlich gegen Tom, und doch schafft er es durch Fantasie, durch Lebensfreude und die Kraft der Hoffnung sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. 
Was dabei wie immer besonders positiv heraussticht ist die Sprache dieser Geschichte. Schon bei "Die Mechanik des Herzens" zeigt Mathias Malzieu das und wie er mit Worten umgehen kann, und auch hier vermisst man diesen poetischen, kraftvoll und bildererzeugenden Schreibstil nicht. Allein der Sprache wegen lohnt es sich schon diese Geschichte zu lesen, die natürlich nicht ganz realitätsnah ist, sonder gesprenkelt mit einem Hauch Fantasie und Träumen. 

Donnerstag, 4. Juli 2013

[Rezension] Ann Brashares - So nah und doch so fern

Klappentext:
Die Geschichte einer großen Liebe jenseits von Zeit und Raum
Nur ganz wenige Menschen verfügen über die Gabe, sich an ihre früheren Leben zu erinnern. Daniel ist einer von ihnen. Sein Gedächtnis reicht viele Jahrhunderte, viele Leben zurück – und er erinnert sich an eine junge Frau, die er einst unglücklich geliebt hat. Nach jeder Rückkehr in eine neue Existenz begibt er sich auf die Suche nach ihr, bis er im heutigen Virginia auf Lucy trifft. In ihr erkennt er seine schicksalhafte Liebe wieder. Für Lucy aber ist Daniel ein völlig Fremder, auch wenn sie sich auf unheimliche Weise zu ihm hingezogen fühlt. Und beide ahnen nicht, dass ein dunkler Schatten aus der Vergangenheit ihre gemeinsame Zukunft bedroht. Ergreifend erzählt Ann Brashares die Geschichte einer magischen Liebe, die alle Zeit und Widerstände überdauert, und eröffnet dabei einen ganz eigenen, faszinierenden Blick auf Tod und Wiedergeburt.

Verlag: carl's books | Seiten: 368 | Preis: 14,99€ | Genre: Liebe, Schicksal, Zeitreisen | Spielt in: hptsl. USA, Virginia, Charlottesville | Erscheinungsdatum: Juni 2013 | Originaltitel: My Name Is Memory | ISBN: 978-3570585177

Erster Satz:
"Ich lebe seit mehr als tausend Jahren."

 

Worum gehts:

Daniel ist 1000 Jahre alt. Ungefähr. Denn Daniel lebt schon lange. Nicht im selben Körper, aber seine Seele, die immer wieder neugeboren wird, bis sie irgendwann einmal ihren letzten Aufenthalt auf der Erde haben wird. Doch im Unterschied zu den "normalen" Menschen, deren Seelen ebenfalls wiedergeboren werden, kann Daniel sich erinnern: Er erinnert sich an seine Leben, an alle, und vor allem aber erinnert er sich an eine ganz bestimmte Frau, deren Seele ihn durch alle Leben hindurch begleitet hat. Sophia. Allerdings steckt Sophias Seele jetzt im Körper von Lucy, die nur ein normales Gedächtnis hat, und von Daniels offensiver Art sehr erschreckt wird.
Beide ziehen sich nach diesem Zwischenfall zurück und Leben ein Leben ohne den anderen, ohne einander - natürlich - nicht vergessen zu können.
Denn ihre Liebe ist stärker und besteht seit Ewigkeiten... 

Meine Meinung:

Nicht nur dass das Buchcover von diesem Roman unglaublich schön ist, auch die Geschichte ist ein ganz besonderer Schatz, der von allem abweicht das ich bisher gelesen habe. Denn es geht um Wiedergeburt, und damit um ein Thema das mich schon lange beschäftigt. Ich bin nicht wirklich spirituell, aber ich glaube daran dass - genau wie in dem Buch auch beschrieben - unsere Seelen wiedergeboren werden, und neue Leben leben dürfen, nachdem die menschliche Hülle gestorben ist.
Nur kann ich mich an meine vorherigen Leben nicht erinnern, oder vielleicht bin ich auch eine ganz neue Seele, aber Daniel hat dieses Gedächtnis und lebt damit. Jedoch nicht unbedingt glücklich, denn die Kraft dieser Liebe, die er nie richtig greifen konnte und die ihm einfach nicht gegönnt zu sein scheint, ist zu stark für ihn, um sie in Gänze fassen zu können.
Es ist einfach eine ganz besondere Geschichte, mit einer Botschaft die so kraftvoll und voller Hoffnung ist, dass ich nicht verstehen kann, wie man das Buch nicht mögen könnte. Denn auch der Schreibstil der Autorin ist einfach nur schön. Mir fällt gar kein anderes Wort ein, denn "schön" und so voller Gefühle und sprachlicher Stärke, sind die wenigsten Liebesgeschichten. Für mich ist das Buch eine wahre Entdeckung und eines der Bücher das ich vermutlich immer und immer wieder weiter empfehlen werde.
Warum ich trotzdem "nur" 4 Sterne gegeben habe liegt an den Charakteren selbst. Denn so schön die Geschichte, und auch so tragisch, der beiden auch sein mag, sind sie selbst - Lucy im Jetzt und Daniel die ganze Zeit über - einfach anstrengende Personen, die im Selbstmitleid zerfließen, die jammern und zweifeln, die sich selbst alles schlecht reden und die keinen positiven Bezug zum Leben haben. Sie sind schwach, und schwache Menschen sind selten Menschen mit denen ich gut umgehen könnte, fiktiv und real. Hinzukommt Daniels penetrante Art. Er ist davon überzeugt, dass sie Sophie - Lucy - die Liebe seines Lebens ist, und ist dafür bereit sie - Lucy - ein Stück weit zu opfern. Er ist gefangen in alten Mustern und weigert sich anzuerkennen, dass es zwar Sophias Seele ist, nicht aber Sophia. Diese ignorante und wirklich verletzend einnehmende Art gegenüber Lucy hat mich das ganze Buch über gestört.

Ansonsten ist das Buch wie gesagt ein absoluter Tipp von mir! Wundervoll geschrieben, mit einer wundervollen Geschichte, voller Gefühle und Kraft und einem unglaublich spannendem Ende. 



Mittwoch, 9. Januar 2013

[Rezension] Vina Jackson - 80 Days, Die Farbe der Lust (Bd. 1)

Klappentext:
Frustriert von einer unbefriedigenden Beziehung findet die leidenschaftliche Violinistin Summer Erfüllung in der Musik. Sie spielt nachmittags in der Londoner U-Bahn auf ihrer ramponierten Violine Vivaldi. Als ihre Geige sich nicht mehr reparieren lässt, bekommt sie von Dominik, einem Uniprofessor mit ausschweifenden Fantasien, ein erstaunliches Angebot: Er möchte ihr eine wertvolle Violine schenken, wenn sie ihm ein privates Konzert gibt. Also spielt sie für ihn in der Krypta einer Kirche – doch muss sie dabei nackt sein, während Dominik den anderen Musikern die Augen verbunden hat. Summer spürt, wie sehr Dominik sie anzieht und in ihr bisher unbekannte Saiten zum Schwingen bringt: Sie beginnt eine intensive erotische Liaison mit ihm, in der sie ihre lange verleugnete dunkle Seite ausleben kann. Doch hat eine alles verschlingende Beziehung ohne Tabus Bestand?

Verlag: carl's books | Seiten: 400 | Preis: 12,99€ | Format: Broschur | Genre: Erotikroman | Erscheinungsdatum: Oktober 2012 | Originaltitel: Eighty Days Yellow | Spielt in: hpsl. Großbritannien, tw. USA | ISBN: 978-3570585221
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen.

Erster Satz:
"Schuld war Vivaldi."



Worum geht es:
Als bei einer Schlägerei in der Londoner U-Bahn die Geige von Summer zerstört wird, zerbricht ihre Welt ein Stück weit. Nicht nur, dass das Instrument sie bereits auf ihrer weiten Reise von Neuseeland nach London begleitet hat und ein Geschenk ihres Vaters war, sie ist zudem auch ihre Möglichkeit vor der Welt zu flüchten und sich ganz und gar in der Musik zu verlieren. Etwas das sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt gut gebrauchen konnte, so kurz nach der Trennung von ihrem spießigen Freund und den allgegenwärtigen Geldproblemen. 
Doch als ein Unbekannter mit ihr Kontakt aufnimmt und ihr ein unmoralisches Angebot macht - Nackt für ihn Geige zu spielen - wird Summer's Leben komplett auf den Kopf gestellt, und sie taucht ein in eine Welt der Erotik die sie bisher immer angezogen hat, der sie aber nie nachging.


Meine Meinung:
Im Prinzip ist das der erste Erotikroman den ich auch wirklich zu Ende gelesen habe. Auch Shades of Grey wollte ich damals lesen (oder viel eher wissen, warum dieses Buch SO ein Verkaufsschlager wurde) und musste sehr schnell feststellen, dass das offensichtlich nicht wirklich etwas für mich ist. Abgeschreckt vom Schreibstil bei SoG habe ich erst einmal die Finger von solchen Büchern gelassen, und mich erst jetzt wieder "heran getraut". 

Doch ich muss leider sagen, dass das Genre offensichtlich wirklich nichts für mich ist, und ich mich mit der Geschichte absolut nicht anfreunden konnte. Da ich aber nur persönlich keinen Gefallen daran gefunden habe, das Buch als solches jedoch nicht schlecht ist, werde ich mal versuchen meine Eindrücke relativ objektiv darzustellen.

Was natürlich als erstes auffällt, ist der Schreibstil, der sich um Längen von dem katastrophalen Stil von E.L. James abhebt und dem Buch damit mehr Klasse gibt, und es von dieser reinen "Pornoschiene" wegbringt. Was ich allerdings nicht unterstützen möchte, ist die Aussage vieler anderer, die das Buch rezensiert haben, und sagte dass das Buch mehr Niveau habe, weil es darin um klassische Musik geht. Das ist so ein riesiges Vorurteil, dass man genauso sagen könnte, dass das alles Sadisten in dem Buch sind, die auf SM stehen. Ist mit Sicherheit genauso wenig der Fall. Dennoch ist das Sprachniveau sehr hoch, es liest sich flüssig und schön.

Die Charaktere sind mir persönlich aber irgendwie nicht sonderlich angenehm. Mag daran liegen, dass ich einfach dieses "Herr und Hörige"- Ding nicht wirklich nachvollziehen kann (aber jedem ist natürlich frei gestellt, was ihn anmacht oder wie er sein Leben gestaltet ;) ) und deshalb immer nur dachte "okaaaay, Summer, du kennst den Typ nicht, und spielst nackt vor ihm in er Krypta? Läuft bei dir eigentlich noch alles rund?" Von späteren Ausfällen mit Fremden ganz zu schweigen. Aber dies ist ein Buch, dass genau in dieser Szene spielt und kann daher nicht als Kritik gelten.
Mich störte eben viel eher dieser spontane Lebenswandel von ihr- vorher hatte sie kaum Erfahrungen in dieser Szene gesammelt, und auf einmal geht sie soweit (innerhalb von wenigen Wochen wohlgemerkt), dass sie zum Ende des Buches beinahe die Grenze überschreitet.

Die Sexszenen des Buches waren schon sehr bildlich beschrieben ;) ,dennoch wirkten sie zu Beginn und noch bis zu ca. 3/4 des Buches nicht plump oder obzön - wenn auch die Sprache nicht gerade prüde war - sondern eben erotisch. Zum Ende hin, bei ihren Erfahrungen in New York, stießen mich die Szenen geradezu ab, da es nicht mehr war als demütigender Sex, den sie ja offensichtlich auch nicht wirklich toll fand, und sich fragte was da schief gelaufen sei.

Fazit:
Ich gebe dem Buch 3 Sterne, weil es mir persönlich eben nicht so gefallen hat und es ja nun mal um meine eigene Meinung geht. Dennoch möchte ich das Buch nicht verteufeln, und kann mir vorstellen dass es für Freunde von Erotikromanen ein tolles Buch ist.

 

Sonntag, 15. Juli 2012

[Rezension] Alessia Gazzola - Mit Skalpell und Lippenstift

Klappentext:
Ein Mord in Roms Oberschicht: Giulia, Jurastudentin aus bester Familie, wird tot aufgefunden. Wer war der Liebhaber, den sie kurz vor ihrem Tod empfangen hat? Und wer hat ihr die tödliche Dosis Medizin verabreicht? Alice Allevi, Assistenzärztin der Rechtsmedizin, löst den fast perfekten Mord mit Witz, Intelligenz und Hartnäckigkeit. Dabei hat sie es nicht leicht: An ihrem Institut scheinen eigentlich alle gegen sie zu sein, ihre Versetzung ins nächste Assistenzjahr ist gefährdet, und dann kommt ihr auch noch eine Leiche abhanden. Auch ihr Privatleben steht unter einem schwierigen Stern – ausgerechnet dem egozentrischen Arthur, dem Sohn ihres Chefs, fliegt ihr Herz zu. Ein spannender, humorvoller Pathologie-Krimi mit einer Heldin, die in ihrem Charme Bridget Jones in nichts nachsteht.

Verlag: carl's book | Seiten: 400 | Preis: 14,99€ | Format: Broschur | Genre: Krimi, ChickLit, Frauen | ISBN: 978-3570585047
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen. 



Worum geht es:

Wenn Alice nichts ändert muss sie das Jahr wiederholen und wirklich nichts erscheint ihr erniedrigender als eine der wenigen zu sein, die das Assistenzjahr in der Gerichtsmedizin nicht schafft. Dabei mangelt es ihr nicht an Interesse oder Passion, sonder eher am Ehergeiz. Doch als sie an den Tatort der jungen Guila gerufen wird, schäumt sie beinahe über vor Tatendrang. Erst vor wenigen Stunden hat sie mir der schönen Toten in einer Boutique geplaudert, sie bewundert und nun liegt die junge Frau vor ihr, gestorben vermutlich bei einem tragischen Unfall. Doch diese Theorie bezweifelt Alice, und begibt sich auf Glatteis, um den Fall lösen zu können. 


Meine Meinung:

Selbst gekauft hätte ich mir das Buch nie, denn das Cover alleine verspricht ein absolu typischer, vorhersehbarer und klischeehafter Frauenroman zu werden, mit einer Protagonisten die eben so schön wie begabt ist. Doch nach nur wenigen Seiten war ich komplett vom Gegenteil überzeugt, denn allein schon die Kulisse der Geschichte ist toll. Alice arbeitet in der Gerichtsmedizin, in der die Mitarbeiter einfach nur herrlich normal und teilweise sehr hassenswert sind, in der im Prinzip für sie nichts so läuft wie es soll und wo der Alltag definitiv nichts mit CSI-Folgen zu tun hat. Ich habe Alice in ihrer etwas naiven und seeehr tollpatschigen, herrlich natürlichen Art sofort ins Herz geschlossen und würde sie gerne einmal kennen lernen, denn dass sie bei jeder Kleinigkeit unsagbar in Tränen ausbricht fand ich super sympathisch. 

Es ist wirklich erfrischend geschrieben, beinhaltet sehr sehr schöne Sätze - ich hab mir einige Zitate raus geschrieben - und ist manchmal so komisch, dass ich mich bemühen musste nicht laut aufzulachen und komische Blicke der anderen Bahnfahrer riskiere. Was mir zudem sehr gut gefiel, war die Nähe zur Realität. Nichts mag ich weniger in Büchern, als wenn alles glatt läuft, sich am Ende doch alles zum positiven dreht oder ähnliches. 

Jedoch ist es lange nicht so viel Krimi wie der Klappentext verspricht. Der Mordfall steht zwar irgendwie schon im Fokus, aber es geht weniger um die Aufdeckung des Täters oder die Klärung der Umstände, sondern eher um den Hintergrund der Tat. Wer sich also polizeiliche Arbeit erhofft, wird enttäuscht werden, denn schlussendlich ist es doch mehr Chick-Lit als Krimi :) 


Freitag, 8. Juni 2012

[Rezension] Mathias Malzieu - Die Mechanik des Herzens

Klappentext:
Ein Märchen für Erwachsene – über die Liebe
Am 16. April 1874 hat eine unnatürliche Kälte Edinburgh fest im Griff. Es ist der Tag, an dem ich auf die Welt komme. Das Erste, was ich sehe, ist Doktor Madeleine – eine Hebamme mit einer besonderen Leidenschaft: Sie repariert Leute. Sie tastet meine winzige Brust ab und wirkt beunruhigt: »Sein Herz ist hart, ich fürchte, es ist gefroren.« Sie stöbert auf einem Regal herum und nimmt verschiedene Uhren zur Hand. Mit einem Ohr lauscht sie meinem defekten Herzen, mit dem anderen dem Ticken der Uhren. »Diese hier!«, ruft sie plötzlich freudig und streicht zärtlich über eine alte Kuckucksuhr. Madeleine setzt mir die Uhr vorsichtig ein und zieht sie auf. »Tick, tack«, macht die Uhr. »Bubumm«, antwortet mein Herz. Ticktack. Bubumm. Ticktack. Bubumm. Jeden Morgen muss jetzt meine Uhr aufgezogen werden, sonst hat endgültig mein letztes Stündlein geschlagen. Und noch etwas muss ich bedenken: ich darf mich niemals verlieben, sonst könnte mein Uhrwerk verrückt spielen. 

Verlag: carl's books | Format: Broschur | Preis: 12,99€ | Seiten: 192 | ISBN: 978-3570585085
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Worum geht es:
Jack wird in der kältesten Nacht des Jahres geboren. So kalt, dass die Alten sterben, so kalt dass man auf der Stelle erfriert, so kalt, dass man noch lange davon sprechen wird. Seine Mutter wird Jack nie wieder sehen, denn als sie sah, dass sein Herz nicht schlägt, als ihm die alte Madelaine eine Kuckucksuhr als Herzen einsetzt und als sie hört dass sein Herzschlag "Tick Tack Bubumm" macht, verlässt sie ihn.
Sein Herz aus einer Uhr macht ihm zu etwas besonderen und erschwert doch sein Leben jeden Tag. Denn wenn er sich verliebt, wird sein Herz nicht mehr mithalten können. Jede Nacht flüstert ihm die alte Madelaine dieses Mantra ins Ohr, doch als er die kleine Sängerin, zerbrechlich wie ein Vögelchen, sieht beschließt er, seine Uhr aufs Spiel zu setzen.

Meine Meinung:
Das Buch ist ein absoluter Schatz, und kaum zu vergleichen mit anderen Büchern meines Regales. Es hat was von Tim Burton, von Kunst, von Magie, aber vor allem sprüht es vor literarischer Höchstleistung. Der Ausdruck, die Sprache, die Metaphern, alles in diesem Buch hat mich umgehauen, beeindruckt, gefesselt. Es liest sich weg. Es ist wunderschön. Eine Hommage an die Liebe, das Streben nach Glück und an den festen Glauben, dass alles gut werden kann.

Ich finde der eigentliche Inhalt sollte nicht so tief betrachtet werden, als dass man sich z.B. am Alter der beiden Kinder aufhängt, auch nicht an deren Handlung, sondern sich fallen lassen, in dieses Meisterwerk der Literatur!