Mittwoch, 9. Januar 2013

[Rezension] Vina Jackson - 80 Days, Die Farbe der Lust (Bd. 1)

Klappentext:
Frustriert von einer unbefriedigenden Beziehung findet die leidenschaftliche Violinistin Summer Erfüllung in der Musik. Sie spielt nachmittags in der Londoner U-Bahn auf ihrer ramponierten Violine Vivaldi. Als ihre Geige sich nicht mehr reparieren lässt, bekommt sie von Dominik, einem Uniprofessor mit ausschweifenden Fantasien, ein erstaunliches Angebot: Er möchte ihr eine wertvolle Violine schenken, wenn sie ihm ein privates Konzert gibt. Also spielt sie für ihn in der Krypta einer Kirche – doch muss sie dabei nackt sein, während Dominik den anderen Musikern die Augen verbunden hat. Summer spürt, wie sehr Dominik sie anzieht und in ihr bisher unbekannte Saiten zum Schwingen bringt: Sie beginnt eine intensive erotische Liaison mit ihm, in der sie ihre lange verleugnete dunkle Seite ausleben kann. Doch hat eine alles verschlingende Beziehung ohne Tabus Bestand?

Verlag: carl's books | Seiten: 400 | Preis: 12,99€ | Format: Broschur | Genre: Erotikroman | Erscheinungsdatum: Oktober 2012 | Originaltitel: Eighty Days Yellow | Spielt in: hpsl. Großbritannien, tw. USA | ISBN: 978-3570585221
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Erster Satz:
"Schuld war Vivaldi."



Worum geht es:
Als bei einer Schlägerei in der Londoner U-Bahn die Geige von Summer zerstört wird, zerbricht ihre Welt ein Stück weit. Nicht nur, dass das Instrument sie bereits auf ihrer weiten Reise von Neuseeland nach London begleitet hat und ein Geschenk ihres Vaters war, sie ist zudem auch ihre Möglichkeit vor der Welt zu flüchten und sich ganz und gar in der Musik zu verlieren. Etwas das sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt gut gebrauchen konnte, so kurz nach der Trennung von ihrem spießigen Freund und den allgegenwärtigen Geldproblemen. 
Doch als ein Unbekannter mit ihr Kontakt aufnimmt und ihr ein unmoralisches Angebot macht - Nackt für ihn Geige zu spielen - wird Summer's Leben komplett auf den Kopf gestellt, und sie taucht ein in eine Welt der Erotik die sie bisher immer angezogen hat, der sie aber nie nachging.


Meine Meinung:
Im Prinzip ist das der erste Erotikroman den ich auch wirklich zu Ende gelesen habe. Auch Shades of Grey wollte ich damals lesen (oder viel eher wissen, warum dieses Buch SO ein Verkaufsschlager wurde) und musste sehr schnell feststellen, dass das offensichtlich nicht wirklich etwas für mich ist. Abgeschreckt vom Schreibstil bei SoG habe ich erst einmal die Finger von solchen Büchern gelassen, und mich erst jetzt wieder "heran getraut". 

Doch ich muss leider sagen, dass das Genre offensichtlich wirklich nichts für mich ist, und ich mich mit der Geschichte absolut nicht anfreunden konnte. Da ich aber nur persönlich keinen Gefallen daran gefunden habe, das Buch als solches jedoch nicht schlecht ist, werde ich mal versuchen meine Eindrücke relativ objektiv darzustellen.

Was natürlich als erstes auffällt, ist der Schreibstil, der sich um Längen von dem katastrophalen Stil von E.L. James abhebt und dem Buch damit mehr Klasse gibt, und es von dieser reinen "Pornoschiene" wegbringt. Was ich allerdings nicht unterstützen möchte, ist die Aussage vieler anderer, die das Buch rezensiert haben, und sagte dass das Buch mehr Niveau habe, weil es darin um klassische Musik geht. Das ist so ein riesiges Vorurteil, dass man genauso sagen könnte, dass das alles Sadisten in dem Buch sind, die auf SM stehen. Ist mit Sicherheit genauso wenig der Fall. Dennoch ist das Sprachniveau sehr hoch, es liest sich flüssig und schön.

Die Charaktere sind mir persönlich aber irgendwie nicht sonderlich angenehm. Mag daran liegen, dass ich einfach dieses "Herr und Hörige"- Ding nicht wirklich nachvollziehen kann (aber jedem ist natürlich frei gestellt, was ihn anmacht oder wie er sein Leben gestaltet ;) ) und deshalb immer nur dachte "okaaaay, Summer, du kennst den Typ nicht, und spielst nackt vor ihm in er Krypta? Läuft bei dir eigentlich noch alles rund?" Von späteren Ausfällen mit Fremden ganz zu schweigen. Aber dies ist ein Buch, dass genau in dieser Szene spielt und kann daher nicht als Kritik gelten.
Mich störte eben viel eher dieser spontane Lebenswandel von ihr- vorher hatte sie kaum Erfahrungen in dieser Szene gesammelt, und auf einmal geht sie soweit (innerhalb von wenigen Wochen wohlgemerkt), dass sie zum Ende des Buches beinahe die Grenze überschreitet.

Die Sexszenen des Buches waren schon sehr bildlich beschrieben ;) ,dennoch wirkten sie zu Beginn und noch bis zu ca. 3/4 des Buches nicht plump oder obzön - wenn auch die Sprache nicht gerade prüde war - sondern eben erotisch. Zum Ende hin, bei ihren Erfahrungen in New York, stießen mich die Szenen geradezu ab, da es nicht mehr war als demütigender Sex, den sie ja offensichtlich auch nicht wirklich toll fand, und sich fragte was da schief gelaufen sei.

Fazit:
Ich gebe dem Buch 3 Sterne, weil es mir persönlich eben nicht so gefallen hat und es ja nun mal um meine eigene Meinung geht. Dennoch möchte ich das Buch nicht verteufeln, und kann mir vorstellen dass es für Freunde von Erotikromanen ein tolles Buch ist.

 

1 Kommentar:

  1. Jetzt weiß ich nichtmehr ob ich mir das Buch kaufen soll oder nicht....
    LG Lisa

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