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Donnerstag, 8. Mai 2014

Brigitte Riebe - Feuer und Glas, Die Verschwörung #2

Klappentext:
Schöner, magischer und gefährlicher kann die erste Liebe nicht sein!
Konstantinopel im Jahr 1509: Milla, das Mädchen, das über die Kräfte des Feuers gebietet, und Luca, der Junge, dessen Familie zu den Wasserleuten gehört, suchen in der sagenumwobenen Stadt am Bosporus Millas Vater Leandro. Doch als sie ihn endlich finden, kann er sich an nichts erinnern. Nicht an sein früheres Leben und nicht an Milla. Milla ahnt, dass sie selbst und ihre Liebe zu Luca in höchster Gefahr sind, wenn es ihr nicht gelingt, das dunkle Geheimnis um Leandro zu lüften…

Verlag: Heyne | Seiten: 384 | Preis: 16,99€ | Format: Harcover | Genre: Fantasy, Historischer Roman, Jugendbuch | Spielt in: Konstantinopel (heutiges Istanbul) | Erscheinungsdatum: April 2014 | ISBN: 978-3453267398



Worum geht es:
Noch immer konnten Milla, Luca und Co. nicht heraus finden, wo sich Leandro Cessi - der Feuerkopf von Murano und Millas Vater - befindet, und folgen nun ihrer heißesten Spur: Von Venedig nach Konstantinopel. Der Padishah soll ihn in seinem Palast gefangen halten, um ihm das Geheimnis der gläsernen Gondel der Wahrheit zu entlocken. Schon bald gelingt es Milla und Luca mit Hilfe von einheimischen Verbündeten in die Mauern des Palastes einzudringen - doch Leandro ist nicht mehr so, wie Milla ihn in ihrer Erinnerung hatte. Und auch das verbotene Zusammenspiel von ihren Feuer- und Lucas Wasserkräften scheint immer mehr aus dem Gleichgewicht zu geraten...

Meine Meinung:
Da ich von Band 1 nicht noch wahnsinnig stark überzeugt war, war ich nun umso gespannter auf das Erscheinen des zweiten Bandes. Denn schon oft habe ich es erlebt, dass Trilogien oder Reihen relativ mühselig beginnen, sich aber zu immer spannenderen Geschichten entwickeln.
Leider war mir die Geschichte des ersten Bandes nicht mehr vollkommen präsent, immerhin sind mittlerweile ZWEI Jahre verstrichen, seit der erste Teil erschien. In meinen Augen schon einmal ein völliges No-Go. Wenn sich Autoren schon dazu entschließen eine Geschichte so zu beenden, dass man den zweiten Teil lesen muss, und ihre Geschichten generell - des großen neuen Hypes wegen - aufteilen, dann erwarte ich als Leser einfach, nicht jahrelang auf eine Fortsetzung warten zu müssen. 
Und trotz dieser vergangenen Zeit, gab es im zweiten Buch nun auch keine weiteren Rückblenden. Ich hatte den Storyverlauf nicht mehr komplett im Kopf, und musste mir dann selbst aus Rezensionen zusammenstückeln, worum es noch einmal ganz genau ging. Sehr schade.
Leider konnte mich die Geschichte aber auch sonst nicht überzeugen: Sie bleibt fortlaufend absolut flach, langweilig und ohne Spannung, plätschert also nur vor sich hin, und spätestens ab Seite 20 kann man genau sagen, wie das Buch ausgehen wird.
Der fehlende Spannungsbogen mag zum einen daran liegen, dass in der Geschichte IMMER auf jede Aktion sofort eine Reaktion folgt, die furchtbar simpel und unglaubwürdig ist. Für jedes Problem wird innerhalb weniger Seiten eine Lösung gefunden, und natürlich kommen alle Beteiligten IMMER nahezu unversehrt aus der Sache raus. Mich hat das einfach nur extrem gestört und mir jegliche Lust am Lesen genommen.
Viel schlimmer habe ich aber noch die Sprache empfunden: Der Ausdruck und die Satzkonstruktionen erinnern mehr an eine Geschichte, die für 11-jährige geschrieben wurde, als an ein richtiges Jugendbuch. Genau wie die Handlung, ist auch die Sprache und der Ausdruck absolut flach und simpel.

Für mich ist das Buch leider eine totale Enttäuschung, auf die ich gut hätte verzichten können. Ich hab mich sehr auf diese Fortsetzung gefreut, aber überzeugt hat sie mich absolut nicht. Wer allerdings ein Buch für jüngere Jugendliche sucht, die gerne mal historische Orte "bereisen" möchten, sollte dem Buch eine Chance geben. 




Montag, 27. Januar 2014

Simon Beckett - Tiere

Klappentext:
Der tut nichts. Der will nur quälen.
Nigel ist sicherlich nicht der Hellste. Aber er ist ganz glücklich. Im Büro gibt es immer etwas zu kopieren, und außerdem sind da Cheryl und Karen. Auch im ehemaligen Pub, den früher seine Eltern führten und den Nigel jetzt bewohnt, fühlt er sich wohl. Es gibt hier zwar kein Bier und keine Zigaretten mehr, aber Nigel mag ohnehin viel lieber fernsehen und Comics. Und dann ist da noch der Keller. Hier hält Nigel seine "Mitbewohner". Dass die nicht freiwillig da unten wohnen, stört Nigel kaum.

Verlag: Axel Springer | Seiten: 205 | Preis: 6,66€ | Genre: Thriller | Spielt in: Großbritannien | Originaltitel: Animals | Erscheinzngsdatum: April 2012 | ISBN: 978-3942656184

Erster Satz:
Ich hasse es, wenn Karen mit mir flirtet.



 





Freitag, 6. September 2013

[Rezension] Liz Jensen - Die da kommen

Klappentext:
Ein siebenjähriges Mädchen tötet seine Großmutter auf brutale Weise. Ein tragischer Einzelfall, sagen die Experten. Doch sie täuschen sich. Überall auf der Welt kommt es zu grausamen Gewalttaten, die Kinder gegen ihre Familien verüben. Der Anthropologe Hesketh Lock hat zunächst ein ganz anderes Rätsel aufzuklären. Hesketh ist ein »Troubleshooter«: weltweit wird er zur Aufklärung interner Skandale in globalen Unternehmen eingesetzt. Sein aktueller Fall führt ihn nach Taiwan. Hesketh entdeckt als Erster ein Muster in den sich häufenden Fällen von schwerer Industriesabotage und den Attacken von Kindern gegen Erwachsene, die wie zwei Epidemien den ganzen Erdball erfassen. Wer sind die geheimnisvollen »sie«, von denen immer wieder die Rede ist? Sind »sie« die treibende Kraft hinter den dramatischen Ereignissen?

Verlag: dtv premium | Seiten: 320 | Preis: 14,90€ | Genre: Apokalypse, Endzeit | Spielt in: Großbritannien, London | Originaltitel: The Uninvited | Erscheinungstermin: Juni 2013 | ISBN: 978-3423249607

Erster Satz:
"Die genaue Ursache für einen Ausbruch von Massenhysterie lässt sich selten genau ermitteln, doch das Datum, an das ich mich besonders lebhaft erinnere, ist der 16. September - ein Sonntag, an dem ein kleines Mädchen in einem Pyjama mit Schmetterlingen seine Großmutter abschlachtete, indem es einen Druckluftnagler auf ihren Hals abfeuerte." 



Worum geht es:
Hesketh Lock steckt tief in den Ermittlungen: Er arbeitet in Firmen auf der ganzen Welt, um Saboteuren das Handwerk zu legen, und momentan ist sein Terminkalender zum bersten gefüllt. Denn weltweit häufen sich die Fälle von Menschen, die zu Saboteuren ihrer eigenen Firma werden, ohne vorher jemals negativ aufgefallen zu sein. Und noch etwas verbindet diese Menschen. Sie alle sterben kurz nachdem sie ihrer Firma geschadet haben. Man munkelt, sie hätten vor ihrem Tod von Kindern und kleinen Fabelwesen geredet, die sie dazu trieben.
Zeitgleich kommt es zu einer "Pandemie". Von heute auf morgen beginnen Kinder im Grundschulalter, teilweise noch jünger, ihre Familien und Bekannte zu attakieren, erstechen Großmütter, köpfen Väter etc. Und die Regierung steht dem hilflos gegenüber...

Meine Meinung:
Oh mein Gott! Dieses Buch ist für mich mit Abstand der größte Flop des Jahres! Ich habe selten, vielleicht sogar noch nie, ein Buch gelesen das so sehr von dem abweicht, was in der Kurzbeschreibung bzw. auf dem Klappentext steht und so sehr verspricht etwas anderes zu werden.
Liest man den Rückentext, so wie ich es vor dem Kauf getan habe, erwartet man einen spannenden Thriller, der eine Nische beleuchtet, die zu grausam ist um sie häufiger in Thrillern zu thematisieren: Kinder die zu Mördern werden. Also habe ich das Buch mitgenommen, und natürlich schon angefangen zu spekulieren, wieso diese Kinder das tun: Manipulation durch Hörspiele? Gehirnwäsche im Kinderfernsehen? Auflehnen von Kindern die misshandelt wurden und sich im Internet zusammgeschlossen haben? Irgendetwas in diese Richtung habe ich erwartet.
Doch schon mit dem Lesen der ersten Seiten wird man ernüchtert. Denn anders als hinten beschrieben geht es nur nebenbei um die Morde der Kinder, sondern viel eher um die (Selbst-)Morde der Angestellten großer Firmen und um einen Mann, mit dem Asperger-Syndrom,  der versucht die Fälle zu klären.
Je weiter man jedoch liest, um so mehr driftet die Geschichte in eine Richtung ab, die man weder erwartet noch will (zumindest ich). Auf einmal wird es extrem lächerlich, mit Kindern [!!! ACHTUNG SPOILER !!!] die aus der Zukunft stammen, kleinen Monstern mit veränderten Organen und dem Wunsch die Welt zu beenden, wie sie jetzt ist. Einfach nur mies! [ SPOILER ENDE]

Fazit: Das Buch hat mich nicht nur enttäuscht, es hat mich aufgeregt. Man erwartet als Leser eine vollkommen andere Story, einen guten Thriller, doch stattdessen bekommt man eine völlig absurde Mischung aus Sci-Fi und Fantasy, die absolut nichts mehr mit dem Klappentext gemein hatm zudem noch schlecht geschrieben ist und sich in etwa so fließend liest wie ein zähert Kaugummi. 2 Sterne sind beinah noch zu viel für das Buch.




Donnerstag, 5. September 2013

[Rezension] Lisa Jackson - Der Skorpion

Klappentext:
Winter in Montana. Ein Psychopath fesselt seine weiblichen Opfer an einen Baum, um sie bei eisiger Kälte erfrieren zu lassen. Seine Nachricht an die Polizei: die Initialen der Toten und ein Stern. Es fehlen noch Buchstaben, um die Botschaft zu entschlüsseln. Als Detective Regan Pescoli verschwindet, ist deren Kollegin Selena Alvarez in höchster Alarmbereitschaft. Immer noch ist der "Unglücks-stern-Mörder" nicht gefasst und nun vermutet sie ihre Partnerin in den Fängen des Killers.

Verlag: Knaur | Seiten: 533 | Preis: 9,99€ | Genre: Thriller | Spielt in: USA, Montana | Erschinungsdatum: September 2011 | Originaltitel: Left to die | ISBN: 978-3426503492

Erster Satz:
"Er wird dich umbringen." 



Worum geht es:
Montana ist in größter Aufregung, denn in der sonst so verschlafenen Gegend, in der es bis auf ein paar Diebstähle und Prügelein unter Jugendlichen kaum nennenswerte Verbrechen gibt, geht ein Serienmörder um. Dieser hat es auf Frauen jeden Altern und Ethnie abgesehen, so dass die Ermittler nicht wissen, mit wem sie es zu tun haben: Er lauert den Frauen in abgelegen Gebieten auf, beschießt das Fahrzeug mit dem sie unterwegs sind, so dass die Frauen in dem gebirgigen Gebiet unausweichlich verunfallen, birgt die schwerverletzten Frauen nur um sie dann zunächst wieder gesund zu pflegen um sie anschließend nackt an einem Baum gefesselt zum Sterben zurück zu lassen. Über ihren Köpfen hinterlässt er merkwürdige  Botschaften: Einen Stern und die Initialen der Opfer. Doch was sollen die Buchstaben aneinandergereiht bedeuten? 

Meine Meinung:
Ohje, ohje, dieser Thriller zählt für mich leider in die Kategorie "sterbenslangweilig". Dabei ist die Idee der Geschichte wirklich gut, und gibt Stoff für einen eigentlich spannenden Thriller - auch wenn ich persönlich eher ein Anhänger der blutigen Thriller bin, so ist es doch eine ziemlich gruselige Vorstellung. Denn der Täter gewinnt erst das Vertrauen der Frauen, nur um sie dann dem Tod durch Erfrieren zu überlassen, um seinen perfiden Plan umzusetzen. Allerdings kommt während des ganzen Buches absolut keine Spannung auf. Man liest die Seiten so dahin, oder wirklich tief in die Geschichte einzutauchen und ohne eine Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen. 

Dabei steckt Potential in der Geschichte. Denn die Autorin versteht es absolut falsche Fährten zu legen. Als Jillian in die Fänge des Mörders gerät, rätselt man über Seiten hinweg mit, wieso er es tut, ob er der Täter ist, und was sein Motiv hinter der Sache ist. Ständig lässt man sich verunsichern und aus dem Konzept, bis man gegen Ende des Buches aufgeklärt wird, wieso, wer und was. Zeitgleich entwickelt sich aber zwischen Jillian und ihrem Entführer eine Liebesgeschichte, die absolut unpassend und unnötig für einen Thriller ist, und nur zu deutlich zeigt, wie sehr sich die Autorin bemüht, noch einmal weitere 100 Seiten zu füllen.
Doch man muss nicht annehmen, dass es nach den über 500 Seiten des Buches einen Abschluss gibt- nein, Frau Jackson macht daraus einfach einen Zweiteiler. Während andere Autorin es schaffen, auf 300 Seiten einen spitzenmäßigen Thriller zu schreiben, der einen nachts nicht mehr alleine auf Toilette gehen lässt, schafft es Lisa Jackson nach 500 Seiten noch immer nicht, die Geschichte zu Ende zu führen, ohne dabei nie mehr als 5 Seiten hintereinander mit einem Ansatz von Spannung zu füllen.
Hätte ich gewusst, dass es sich bei dem Buch um einen Zweiteiler handelt, hätte ich es mir nicht gekauft - und werde mir auch nicht den 2. Teil dazu kaufen, dafür ist ihr Stil einfach nicht ansprechend genug. 

Wer jedoch wirkliches Interesse an dem Buch hat, sollte es vermeiden sowohl die Kurzbeschreibung als auch den Klappentext zu lesen. Beide spoilern extrem und zwar 2 verschiedene Begegebenheiten, so dass mn sich danach das Lesen eigentlich auch ganz sparen kann.



Mittwoch, 24. Juli 2013

[Rezension] Julica Jungehülsing - Ein Jahr in Australien

Klappentext:
Von diesem Moment hatte ich geträumt, seit Monaten, wahrscheinlich seit Jahren. Ich griff mein Brett, zog die Tür hinter mir zu, steckte den Schlüssel in den Klettverschluss und lief die Treppe runter. Dann ging ich barfuß mit dem Board die Straße entlang zum Strand. Ganz normal. Wie alle anderen Menschen in Bondi Beach auch.

Verlag: Herder | Seiten: 190 | Preis: 12,95€ | Genre: Biographie, Reisen, Sachbuch | Spielt in: Australien, hauptsächlich Bondi Beach | Erscheinungsdatum: März 2007 | ISBN: 978-3451058189

Erster Satz:
"Was genau machte ich eigentlich hier?"


Worum geht es:
Julica Jungehülsing erfüllt sich ihren Traum, den sie seit einem Surferurlaub auf den Kanaren hegt: Sie will dort leben wo andere Urlaub machen, und wie selbst verständlich sich morgens ihr Surfbrett schnappen und zu Fuß die paar Meter, mit dem Brett unterm Arm, zum Strand laufen, um noch die ersten Wellen auskosten zu können. Da sie freiberufliche Journalistin ist, wagt sie den Schritt und geht nach Bondi Beach um dort ihr neues Leben auf der Sonnenseite zu starten.

Meine Meinung:
Oh, oh, oh, das Buch war leider wirklich mit Abstand das schlechteste Buch aus der "Ein Jahr in..." - Reihe das ich bisher gelesen habe. Der Titel des Buches ist auch irgendwie komplett falsch gewählt, denn anstatt das Buch "Ein Jahr in Australien" zu nennen, hätte man es lieber "Ein Jahr in Bondi Beach, mit kurzen Abstechern nach Sydney, aber eigentlich hat mich der Rest Australiens, abseits von meinem tollen Bondi Beach, nicht interessier" nennen sollen.  Es hat einfach so gut wie gar nichts mit dem großen Kontinent Australien zu tun, der so viel zu bieten hat und von dem sie so wenig sieht - wodurch wir als Leser natürlich auch nicht in den Genuss kommen, andere Ecken Australiens zu entdecken. 
Im Prinzip verbringt sie ihre Tage ausschließlich zwischen Beachbar und Meer, und lässt nicht selten unerwähnt wie uuuuuuuunheimlich cool sie jetzt ist, und wie uuuuuuuunheimlich nervig diese Touris an ihrem Strand sind.
Und auch von Sydney, obwohl in unmittelbarer Nähe, erleben wir nichts. Aha, gut wir wissen jetzt wie man in Australien Bus fährt, aber es gibt keine Tipps zu tollen Parks, Aktivitäten, kleine Geheimtipps. Nichts. 
Und auch die Wüste wird nur kurz, in weniger als 5 Seiten angerissen. Hat sie gemacht. Fertig - zurück an Strand.
Man erfährt nichts über andere Städte wie Perth oder Canberry, liest nichts über Tasmania oder das Great Barrier Reef. Nichts.

Alles in allem sollte man sich das Geld für dieses Buch absolut sparen, und sich vielleicht einen richtigen Reiseführer kaufen.


Mittwoch, 20. März 2013

[Rezension] Sandra Melli - Stolz der Kriegerin (Bd. 2) -abgebrochen-

Klappentext:
Unheil braut sich über den Dämmerlanden zusammen. Die Feindschaft zwischen den Anhängern der verschiedenen Farben sind stärker als je zuvor und werden von rücksichtslosen Intriganten immer weiter aufgestachelt. In dieser aufgeheizten Situation erhält das Katzenmädchen Laisa den Auftrag, eine Prinzessin sicher auf die verfeindete Seite zu bringen. Doch ihre Gegner lassen nichts unversucht, um Laisa und ihren Trupp zu stoppen, und so muss das Katzenmädchen über sich hinauswachsen, um die Dämmerlande vor einem Krieg zu bewahren, der den Untergang bedeuten würde …

Verlag: Knaur | Format: Taschenbuch | Seiten: 480 | Preis: 14,99€ | Spielt in: Fantasieland (Dämmerlande) | ISBN: 978-3426504178
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Erster Satz:
"Sie waren alle gekommen."


Worum geht es:

Eigentlich sollte Laisa, ihrer Meinung nach, nach dem erfolgreichen Retten der Dämmerlande nun Ruhm und Ehre gebühren. Doch stattdessen sitzt sie fest, um auf Wunsch der Obersten ihre magischen Fähigkeiten auszubauen. Das ist allerdings weit unter ihrem Niveau, und auch der Auftrag, den sie von ihrem Lehrmeister erhält, stellt sie nicht zufrieden: Sie soll die Prinzessin eskotieren, die als Pfand für ihren gefangenen Vater in die feindlichen Gebiete verheiratet werden soll. Doch nicht jeder ist mit dieser Hochzeit einverstanden, und so muss die Reisegruppe um die Prinzessin und Laisa vorsichtiger denn je sein.
Zur gleichen Zeit gerät der augenscheinlich magisch unbegabte Prinz eines anderen Reiches in Gefahr: Als Körperspender missbraucht, wird er hinters Licht gefühlt um eine gefallene aber noch komatöse Göttin wiederzuerwecken.


Meine Meinung:

Ich sage es gleich von Anfang: Nach 285 Seiten habe ich das Buch komplett entnervt abgebrochen, weil ich nach der Hälfte des Buches, noch immer keinen Zugang zur Geschichte gefunden hatte. Und wer kein wirklich riesig großer Fan von High-Fantasy-Geschichten ist, sollte sich die Zeit und das Geld für dieses Buch absolut sparen.
Der Punkt, der mich am meisten gestört hat, war die Vielzahl an Personen, Orten, magischen Zugehörigkeiten etc., die alle dermaßen unaussprechliche und nicht merkbare Namen hatten, dass ich nach einer Lesepause, die mehr als eine Stunde gedauert hat, erst immer einmal wieder alle Personen im Glossar nachschlagen musste.

Dabei könnte die Geschichte an sich sehr spannend sein. Sie hat großes Potential eine tolle und fantastische Story zu sein, aber nicht nur die Begriffe behindern einen ordentlichen Lesefluss, sondern auch die leider unglaublich unsympathischen und einseitigen Charaktere. Ich frage mich ernsthaft, wie man eine Person wie Laisa zur Protagonistin machen kann. Bis Seite 285 hat sie kein einzigen netten oder ansatzweise freundlichen Satz von sich gegeben, war ausschließlich auf Krawall gebürstet und hielt so große Stücke von sich, dass ich ihre Kapitel teilweise einfach nur noch überflogen habe.

Abschließend kann ich sagen, dass man dieses Buch wirklich nur dann lesen sollte, wenn man auch schon waaahnsinnig vom ersten Teil begeistert war. Alle die diesen aber nur solala fanden, werden dieses Buch vermutlich nicht viel besser finden als ich. 



Donnerstag, 21. Februar 2013

[Rezension] Ally Condie - Cassia & Ky, Die Ankunft (Bd. 3)

Klappentext:
Wenn jemand stirbt, den du liebst – würdest du den retten, der ihn getötet hat?
Stell dir vor, du konntest fliehen – vor dem System, das dir befohlen hat, wie du leben und wen du lieben sollst. Unter Lebensgefahr hast du deine Liebe wiedergefunden – eine Liebe, die das System töten wollte.
Jetzt willst du das System besiegen, doch dafür musst du zurück. Zurück in dein altes Leben. Zurück zu einem Geheimnis, das tief in dir verborgen ist.
Es wird alles verändern. Dein Leben. Deine Liebe.

Verlag: Fischer FJB | Format: Hardcover | Preis: 16,99€ | Seiten: 600 | Genre: Dystopie, Jugendbuch | Erscheinungsdatum: Januar 2013 | Spielt in: Fantasieland | Originaltitel: Reached | ISBN: 978-3841421517
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Erster Satz:
"Jeden Morgen geht die Sonne auf, färbt die Erde rot, und ich denke: Dies könnte der Tag sein, an dem sich alles ändert."

 

Worum geht es:
Cassia, Ky und Xander wurden getrennt und müssen ihr Leben nun, gedeckt und gestüzt durch die Erhebung, unabhängig von einander bestreiten. Kontakt ist ihnen wegen der sich immer verschlimmernden Lebensunstände der Menschen in den Provinzen nur selten möglich und auch der Preis dafür ist hoch. Cassia wird nach wie vor als Sortiererin eingesetzt, Ky arbeitet als Pilot der Erhebung und Xander ist als Medic im Krankenhaus tätig. Das ist auch bitter nötig, denn die von der Gesellschaft entwickelte und verbreitete Seuche greift immer stärker um sich, und trotz des vorhandenen Heilmittels haben die Ärzte alle Hände voll zu tun, die Erkrankten zu behandeln... Bis das Virus mutiert, und es keine Heilung mehr für die Kranken gibt. Der neue Virus rafft die Menschen dahin, versetzt sie in einen Komaartigen Zustand und macht vor niemanden Halt. Auch nicht vor Ky. 

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mir leider wirklich den letzten Nerv geraubt. Nach einem ganz gutem ersten Band und einem schwächeren aber auch noch guten zweiten Teil, war ich sehr auf das Ende der Trilogie gespannt. Voller Vorfreude habe ich mich vor über einem Monat ans Lesen gemacht, und wurde sehr sehr schnell ernüchtert. Normalerweise lese ich gute 8-9 Bücher im Monat, aber für dieses eine, 600 Seiten lange Buch habe ich jetzt sage und schreibe 5 Wochen gebraucht. Noch nie hatte ich so eine "Leseflaute", ausgelöst durch ein einziges Buch.

Der Grund dafür war der, dass es so so viele Punkte gab, die mich störten, dass ich einfach überhaupt kein Interesse am Weiterlesen hatte. Zum einen ist da der Punkt, dass bis ca. Seite 250 absolut überhaupt keine Spannung aufkommt, und die Geschichte vor sich hindümpelt ohne dass der Leser eine Ahnung hat, wohin die Reise führt. Aber das könnte ich noch verkraften, viele Bücher mit so hoher Seitenzahl haben manchmal etwas langatmige Anlaufphasen. Jedoch ist da ja noch der Schreibstil, und der ist leider unterirdisch. 
Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt, aber selten habe ich so ein schlecht geschriebenes Buch gelesen. Die Sätze sind hauptsächlich sehr einfach, bestehen aus vielen vielen Hauptsätzen mit immer den gleichen Floskeln. Viel schlimmer ist aber die wechselnde Zeitform, die mich einfach irre gemacht hat. 
Teilweise innerhalb von einer Seite wechselt die Erzählzeit von Präteritum zu Präsens und wieder zurück. Beispielsweise "Ky sagte:..." Nächster Satz: "Ich setze mich zu ihm, sehe ihn an". Nächster Satz "Er stand auf, und ging davon." Einfach furchtbar.

Außerdem nicht gefallen hat mir, wie sich die Geschichte entwickelt hat. Wendungen kamen völlig aus der Luft gegriffen, passten nicht zum vorherigen oder späteren Verlauf, waren völlig konstruiert oder aber so einfach, dass es fast schon lächerlich war, wie leicht sich schwerwiegende Probleme der Menschenheit lösen lassen. 

Viel positives kann ich leider nicht sagen. Mir gefiel, wie die Geschichte zum Schluss wirklich beendet war und kaum Fragen offen ließ. Selbst unbeantwortete Fragen aus dem 2. Band wurden aufgelöst, und mehr oder weniger kommt alles zu einem Happy End. 

Lesen muss man es aber definitiv nicht. Es ist absolut kein gutes Buch. 



Samstag, 15. Dezember 2012

[Rezension] Veronica Roth - Insurgent (Bd. 2)

Deutscher Klappentext:
Der Aufstand hat begonnen ...In einer ungewissen Zukunft, in der die Fraktionen zerfallen, gibt es keine Sicherheiten mehr. Außer der einen: Wo auch immer ich hingehe – ich gehe dorthin, weil ich es will…
Drei Tage ist es her, seit die Ken mithilfe der ferngesteuerten Ferox-Soldaten unzählige Altruan umgebracht haben. Drei Tage, seit Tris' Eltern starben. Drei Tage, seit sie selbst ihren Freund Will erschossen hat – und aus Scham und Entsetzen darüber schweigt. Mit den überlebenden Altruan haben Tris und Tobias sich zu den Amite geflüchtet – doch dort sind sie nicht sicher, denn der Krieg zwischen den Fraktionen hat gerade erst begonnen. Wieder einmal muss Tris entscheiden, wo sie hingehört – selbst wenn es bedeutet, sich gegen die zu stellen, die sie am meisten liebt. Und wieder einmal kann es nur Tris in ihrer Rolle als Unbestimmte gelingen, die Katastrophe abzuwenden...

Verlag: Harpercollins | Seiten: 529 | Format: Paperback | Preis: 6,99£ (8,10€) | Genre: Dystopie, Jugendbuch | Erscheinungsdatum: Mai 2012 | Spielt in: USA | deutscher Titel: Die Bestimmung, Tödliche Wahrheit | Fortsetzung? Band 2, der Divergent Trilogie | ISBN: 978-0007442928
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Erster Satz:
"I wake with his name in my mouth."

 

Worum geht es: 

Nach dem Angriff der Erudite (dt. Ken) auf die Abnegation (dt. Altruan) ist die Welt wie sie einst war ein einziges Chaos. Wem kann man noch trauen, wer ist Freund und wer Feind? Die Grenzen zwischen Gut und Böse verwischen immer mehr, und mitten drin ist Tris, getrieben von dem Wunsch nach Gerechtigkeit und auch Rache, nach dem Tod ihrer Eltern. Das Fraktionensystem beginnt zu bröseln, und wo immer Tris und Tobias Unterschlupf suchen, können sie sich nicht sicher sein, auf welche Seite sich die gerade noch Schutzgebenden schlagen werden, und wann es auch dort wieder zu gefährlich wird.
Zeitgleich machen zwischenmenschliche Probleme das Leben von Tris nicht gerade leichter. Totgeglaubte Personen aus der Vergangenheit tauchen auf, die Beziehung mit Tobias verläuft nicht so wie sie sollte, und Christina wendet sich von ihr ab... Das Leben könnte härter nicht sein!



Meine Meinung:

Nach dem meiner Meinung nach doch recht langweiligem ersten Band mit einem allerdings sehr vielversprechenden Ende, habe ich mich gespannt auf den zweiten Teil gestürzt- und wurde jäh enttäuscht. Ich habe mich jetzt wirklich tagelang durch dieses Buch gequält und finde es einfach nur grauenhaft. Viele werden jetzt vermutlich erregt aufschreien, und meine Meinung verteufeln, aber ich kann den Hype um diese Geschichte ganz ehrlich absolut nicht verstehen.

Mein Hauptgrund ist Tris: OH MEIN GOTT, ist dieses Mädchen ätzend?! Es reicht ja offensichtlich nicht aus, sie unerträglich unsympathisch zu machen, nein, sie ist auch launisch, zu 100% Ich-bezogen (auch wenn sie sich ja gerne einredet, es nur im Wohle aller zu machen), großkotzig, falsch und absolut respektlos. Am liebsten hätte ich sie aus der Geschichte heraus geholt, und sie gefragt ob bei ihr eigentlich noch alles rund läuft. Umso unverständlicher ist für mich die Liebe von Tobias zu ihr. Über das ganze Buch hinweg gab es keine Hand voll Momente, in denen sie nett oder gar liebevoll zu ihm gewesen wäre, während er nur damit beschäftigt ist ihr zu verzeihen oder ihre Handlungen überhaupt nachvollziehen zu wollen.

Die Handlung des Buches ist auch nicht gerade abwechslungsreich. Zu 90% besteht das Buch aus "Sie erschießt ihn. Er erschießt sie. Sie stürmen das Haus und erschießen alle. Sie steigt über die Leichen der sowieso. Sie machen Pläne um irgendwo einzudringen und jeden zu eliminieren der nicht ihrer Meinung ist." Krieg, Gewalt und Brutalität bestimmen das Buch, und machen es weder zu einem Buch für Jugendliche (also eben auch 13jährige), noch zu einem Buch, das man lesen muss. 

  Einige Wendungen fand ich aber doch ganz interessant und hätte ich so nicht erwartet. Zum Beispiel Calebs Meinung zu der Situation, das Ende auf jeden Fall und auch so das eine oder andere Detail während der Geschichte.

Fazit: Alles in allem hätte ich mir das Geld und die Zeit sparen können. Mich persönlich hat es sehr entäuscht und sogar zeitweise so genervt, dass ich lieber zeitiger ins Bett gegangen bin, als mich mit Tris blutrünstigem und kaltblütigem Wesen auseinander setzen zu müssen.



Freitag, 30. November 2012

[Rezension] Michael Hübner - Stigma

Klappentext:
13 Jahre sind vergangen, seit Tom Kessler einem Kindermörder über Stunden hilflos ausgeliefert war, bevor er gerettet wurde. Noch immer leidet Tom unter Panikattacken, kann sich aber an nichts erinnern. Dann wird ein kleines Mädchen ermordet. Neben der Leiche findet man einen Zettel, der nur von dem damaligen Täter stammen kann. Er droht damit, Toms Trauma zu wiederholen. Auf Anraten seiner Ärztin beginnt Tom eine Hypnosetherapie, die ihn in die Vergangenheit versetzt. Doch die Erinnerungen an jenen Tag sind so grausam, dass die Rückführung außer Kontrolle gerät …
  

Verlag: Goldmann | Format: Taschenbuch | Preis: 8,99€ | Seiten: 448 | Genre: Thriller | Spielt in: Deutschland (Koblenz) | Erscheinungsdatum: April 2011 | ISBN: 978-3442474172
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Erster Satz:
"Es war Dienstag, der dreiundzwanzigste Juli, an dem Tom Kesslers Kindheit endete."

 

Worum geht es:

Mit 13 Jahren endete für Tom das Leben das er bisher geführt hatte. Bis zu diesem einen Tag war er ein intelligenter Junge, der viel Fantasie besaß und sein Leben in vollen Zügen auskostete. Doch als er über den Zaun eines Grundstückes klettert, um den dort gelandeten Fußball zurück zu holen, guckt er geradewegs in die Hölle. Denn der Mann der auf dem Grundstück wohnt, verschleppt Tom in seinen Keller und foltert den Jungen physisch und psychisch.
13 Jahre später kann sich Tom kaum noch an seine Jugend erinnern- das meiste liegt in Dunkelheit, und Tom selbst schottet sich komplett von dem Leben seiner Mitmenschen ab. Nur Fanta, sein bester Freund, seine Frau und sein kleiner Sohn und seine Psychiaterin können ihm näher kommen, ohne dass ihn die Panikattacken überraschen - und von denen gibt es in letzter Zeit viele, die ihn einen Blick auf seine längst verdrängten Qualen geben. 


Meine Meinung:

Michael Hübner wurde mit dem Erscheinen seines Debütromans ja als DIE neue deutsche Entdeckung im Thriller- Genre gefeiert. Da ich auch super gerne deutsche Autoren lese, stand es für mich schon lange fest, dass ich dieses Buch bald lesen will, und hab es mir nun endlich gekauft. Die meist positiven Bewertungen sprachen ja für das Buch, und auch der Hype der damals um das Buch herrschte, hat mich neugierig gemacht.

Jetzt habe ich das Buch zu Ende gelesen, und bin schockiert, dass das die Thriller-Neuentdeckung gewesen sein soll. Denn mir hat das Buch absolut gar nicht gefallen, und ich verstehe auch wirklich nicht, wieso das Buch als "Thriller" deklariert wird. Es ist nämlich sterbenslangweilig. 
Die Handlung kommt absolut nicht in Fahrt, an keiner einzigen Stelle dachte ich "Ich kann jetzt noch nicht aufhören, es ist gerade soooo so spannend!" Stattdessen war ich fast schon froh über die unverschämt langen Kapitel (so durchschnittlich 50 Seiten), so dass ich mittendrin aufhören konnte. 
Weitergelesen habe ich nur, weil alle versprochen haben, dass das Ende so super klasse werden soll.

Bis es aber soweit war, schlägt man sich erst einmal mit völlig gestellten und sinnfreien Dialogen rum, die zur Handlung des Buches nichts beitragen. Man lernt einen Protagonisten kennen, Tom, der nicht nur super unsympathisch ist, sondern sich auch offensichtlich ziemlich wohl fühlt mit seinen ganzen Ängsten und Anwandlungen, und eigentlich alle anderen für sein schlechtes Leben verantwortlich macht (ach und der mit 26 nicht in der Lage ist, selbst zu kochen, und seine Frau wie eine Hausangestellte behandelt, von der er sich 100 Mal zum Abendessen bitten lässt). Und man ist dabei, wenn er seine Anfälle bekommt, die natürlich gut für den Verlauf des Buches sind, aber eigentlich einfach total nicht passend.

Liest man das Buch zu Ende, kann man einige Stellen des Buches besser nachvollziehen, wie eben seine perfekt getimeten Anfälle etc. Aber das Ende macht das Buch nicht besser, sondern verleiht ihm er einen Charakter von "Neee- das ist jetzt nicht sein Ernst,oder?!" Sowas aus der Luft gegriffenes hab ich auch schon lange nicht mehr gelesen. In einer anderen Rezi stand "Wahrscheinlich wusste der Autor selbst nicht mehr, wie er so eine Geschichte zu Ende bringen soll, und musst es einfach so machen". Ja wahrscheinlich ist das so- und ich finde es wirklich lächerlich.

Fazit: 
Für mich war dieses Buch wirklich eines der schlechtesten Bücher des Jahres, aber ganz sicher einer der schlechtesten "Thriller" überhaupt. Die Handlung ist konstruiert, Spannung sucht man vergeblich und das Ende ist an Absurdität kaum noch zu übertreffen.


Montag, 8. Oktober 2012

[Rezension] Susanne Jarosch - Der Blutschwur

Klappentext:
in Dorf nach dem anderen wird von fremdländischen Eindringlingen überfallen. Als auch König Onno stirbt, übernimmt Heerführer Hagen die Geschicke des Landes. Er erinnert sich an die Prophezeiungen einer alten Frau, die des Königs Tod schon vor vielen Jahren vorhergesagt hatte. Zwei Kinder, die kurz vor König Onnos Ableben geboren werden, würden dem Volk helfen und es von der Tyrannei befreien. Die Worte der alten Frau geraten in Vergessenheit, eines Tages aber machen sich zwei junge Männer zur Festung jenseits der Berge auf. Ihr Dorf ist von den Überfällen der Fremden verschont geblieben, und die beiden seelenverwandten Freunde haben geschworen, gegen die Tyrannen zu kämpfen. Aber wird es gelingen, aus dem Hitzkopf Ragnar einen Krieger zu machen, der das unterdrückte Volk erlösen kann?

Verlag: Frieling | Format: Taschenbuch | Preis: 13,95€ | Seiten: 224 | Genre: Fantasy, Historischer Roman | ISBN: 978-3828027541
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen oder unter http://www.frieling.de/

Der erste Satz:
"Wer seid ihr?"

 

Worum geht es:

Im ganzen Land herrscht große Not, seit vor 19 Jahren König Onno im Kampf fiel. Seitdem ist das Land nicht nur ohne Thronfolger, sondern wird zudem auch von dem bösen Herrscher Harm bedroht, dessen Versteck bis jetzt nicht gefunden werden konnte. Doch weiterhin überfallen seine Krieger Dörfer und töten deren Bewohner oder versklaven sie. 
Die einzige Rettung die noch bestehen könnte, ist nur einem einzigen Menschen bekannt: Hagen. Der einstige engste Vertraute des Königs erinnert sich an die Prophezeiung einer Hexe, die besagt dass in der Nacht des Todes von König Onno zwei Kinder geboren werden würden, die besondere Fähigkeiten haben, und als einzige dem Land den Frieden zurück geben können.


Meine Meinung:

Nachdem ich auf Amazon bisher nur äußerst positive Rezensionen gelesen hatte war ich sehr gespannt auf dieses kleine Büchlein. Denn manchmal habe ich einfach das Bedürfnis auch Abseits des Mainstreams zu lesen, und bisher unbekanntere Autoren zu entdecken. Die Geschichte von Susanne Jarosch erschien mir viel versprechend, denn ich lese ja unheimlich gerne historische Romane und habe dabei auch nichts gegen fantastische Elemente einzuwenden.

Jedoch war mir schon nach wenigen Seiten klar, dass das Buch und ich keine besonders engen Freunde werden würden. Der Schreibstil ist, mild ausgedrückt, nicht zu ertragen. Ich weiß nicht einmal mehr, wann ich das letzte Mal einen Roman gelesen habe, indem ich mich so sehr an der Sprache gestört habe. Ich hatte nicht das Gefühl einen Roman zu lesen, der nach seiner Rohfassung noch einmal gelesen wurde um ihn sprachlich und stylistisch etwas aufzupeppen. Stattdessen kam es mir eher vor wie ein Schulaufsatz. Es fehlen einfach jegliche sprachliche Mittel, außer Wiederholungen, die findet man erschreckend oft. Die Wortwahl ist plump und so unansprechend, dass ich mich regelrecht dazu zwingen musste, weiterzulesen. 
An manch einer Stelle, die mich sonst wahrscheinlich zu Tränen gerührt hätte, bin ich völlig teilnahmslos geblieben, weil es lächerlich beschrieben war.

Dabei möchte ich anmerken, dass mir dir Idee, wenn auch nichts neues, prinzipiell sehr gut gefiel. In ihr steckt viel Potenzial, die Umsetzung ist meiner Meinung nach aber völlig gegen den Baum gelaufen. 
Die Handlung ist schon gerade zu absurd unrealistisch und nimmt jeder Situation ihre Spannung. Denn natürlich besiegt jedes noch so kleine Herr ein Übermächtiges. Natürlich wird dabei auch quasi niemand verletzt, und die die doch verletzt werden, genesen wie durch Zauberhand. Jeder hat jeden lieb, jede Situation wird sofort entschärft ehe sie brenzlig werden könnte, und alles nimmt ein Happy Ende. Dass die Charaktere dabei auch noch unausstehlich höflich zu einander sind, super realistisch auch für die Zeit des Mittelalters, trägt der Sache nicht gerade gutes bei.

Fazit: Aus der Geschichte hätte so viel mehr gemacht werden können, aber die Sprache und vor allem die Konsequenzen der Handlungen der Charaktere ruinieren die Idee hinter dem Buch völlig. 



Mittwoch, 15. August 2012

[Rezension] Hanna Winter - Die Spur der Kinder

Klappentext:
Eine junge Frau irrt verzweifelt durch den Wald. In einer abgelegenen Hütte findet sie Zuflucht. Zur gleichen Zeit erhält die Schriftstellerin Fiona Seeberg in Berlin eine schreckliche Nachricht. Zwei Jahre nach dem Verschwinden ihrer Tochter werden erneut Kinder entführt. Die Spur führt Fiona und Kommissar Piet Karstens zu einer einsamen Hütte im Spreewald. Offenbar wurden die Kinder dort einem grausamen Ritual unterzogen. Und jede Hilfe scheint zu spät …

Verlag: Ullstein | Format: Taschenbuch | Preis: 8,95€ | Seiten: 352 | Genre: Thriller | ISBN: 978-3548282558
Ihr könnt das Buch z.B. *hier* bei Amazon kaufen 


Worum geht es:

Fionas Tochter Sophie ist nun seit 2 Jahren verschwunden, entführt von einer Person die sich offenbar nicht damit begnügt die Kinder den Familien zu entreißen, sondern den Eltern auch noch eine Botschaft in Form einer Blume schickt, um zu zeigen wer das Kind hat. In diesen 2 Jahren lief in Fionas Leben vieles schief, doch es scheint als ginge es immer noch tiefer. Denn die Kinder verschwinden weiterhin ohne das ein Täter gefasst wird, und neuste Ermittlungen zeigen, dass ihr eigener Freund Adrian in die ganze Sache involviert zu sein scheint. Und auch Theresa, Fionas neue Bekannte, scheint irgendetwas zu wissen..

Meine Meinung:

Was mir als erstes aufgefallen ist, ist das das Buch eine ganz schöne Mogelpackung ist. Auf den ersten Blick sieht das Buch schön dick aus, und die etwa 350 Seiten versprechen einige Stunden Lesespaß. Aber der Schein trügt, und ich kann mich an kein Buch erinnern, das kein Jugendbuch ist, das SO groß geschrieben ist, so große Zeilenabstände hat und so viele weiße Seiten enthält. Da wollte die Autorin offensichtlich mit mehr werben als eigentlich dahinter steckt.

Aber auch mit dem Inhalt den ich dann hatte war ich nicht zufrieden, denn die Handlung ist absolut platt, total konstruiert und trieft nur so vor "Wie-schreibe-ich-einen-Thriller-"Klischees. Ganz oft hatte ich den Eindruck, dass bestimmt Szenen nur deshalb entstanden sind, weil sie jetzt nochmal etwas gaaanz besonders cleveres und verwirrendes einbauen wollte. Leider missglückt, denn zumindest mir ging es so, aber ich wusste schon bei der ersten Erwähnung des letztendlichen Täters, das diese Person es sein wird. 

Was mich aber noch ein wenig mehr gestört hat als die unsympathischen, konstruierten Charaktere war der Schlag mit dem Stereotypenhammer. Denn Lübbenau, die Stadt im Spreewald in der das Buch teilweise spielt, wird als kleines, unfähiges Dorf beschrieben, in dem mehr oder weniger unfähige Dorfburschen ermitteln, ist tatsächlich eine Stadt mit beinahe 20.000 Einwohnern, die sicherlich nicht die Polizei eines anderen Bundeslandes, Berlin, zu Hilfe rufen, wenn eine Leiche auftaucht. 



Sonntag, 29. Juli 2012

[Rezension] Ally Condie - Cassia & Ky, Die Flucht (Bd. 2)

Klappentext:
Wie durch ein Wunder gelingt Cassia die Flucht in die Äußeren Provinzen. Sie will nach Ky suchen, ihrer großen Liebe.
Dort kämpft Ky als Soldat für die Gesellschaft und ist ununterbrochen brutalen Angriffen ausgesetzt. Als Cassia endlich auf eine Spur von Ky stößt, ist er bereits entkommen und auf dem Weg in die wilden Canyons in den Grenzgebieten.
Verzweifelt macht sich Cassia auf den lebensgefährlichen Weg.  Was wird sie am Ende der ihr bekannten Welt finden? Zwischen steinigen Schluchten und staubigen Pfaden sucht Cassia nicht nur nach Ky  –  sondern auch nach sich selbst.

Verlag: FJB | Preis: 16,99€ | Format: Gebunden | Seiten: 464 | Genre: Jugendbuch, Dystopie | empfohlenes Alter: 14-17 | ISBN: 978-3841421449
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen.

 

Worum geht es:

[Achtung, Spoileralarm über den ersten Teil] Nachdem Ky vor Cassias Augen abtransportiert wurde, beschließt sie ihn, koste es was es wolle, zu finden. Und so begibt sie sich auf eine gefährliche Reise in die äußeren Provinzen, zusammen mit den Abbration und Anomalien, um Ky aufzuspüren. Die Leute die dort in den Provinzen gegen den Feind kämpfen sollen werden immer jünger und ihre Überlebenszeit dort zunehmend geringer. Doch davon weiß Cassia im Gegensatz zu Ky noch nichts. Um diesem Schicksal zu entgehen, flieht Ky in einer Nacht und Nebelaktion zusammen mit seinem neuen Freund Vick und dem kleinen Eli. Und so verpassen sich Cassia und Ky nur um kurze Zeit, doch Cassia beschließt Ky in die Canyons zu folgen..


Meine Meinung:

Nachdem mich auch das erste Buch schon nicht wirklich so sehr begeistern konnte, wie es von anderen Dystopien gewohnt war, bin ich an dieses hier von vornherein schon etwas skeptischer heran gegangen. Leider wurden meine Bedenken auch bestätigt, denn ich finde nicht dass dies eine gelungene Fortsetzung, noch ein besonders gutes Buch ist. 
Mein großes Problem ist eigentlich nicht was passiert, sondern wie es passiert. Alles läuft unfassbar glatt, wenn Probleme auftreten finden sie in kürzester Zeit eine Lösung, und alles wirkt auf mich mehr wie ein Spaziergang durch ein paar Felsen, als eine Lebensbedrohliche Tortur durch die menschenleeren und -feindlichen Canyoyns. Es geht ja schon damit los, dass Ky und seine Freunde gut einen Tag Vorsprung haben, gestärkte und fitte junge Männer sind, und trotzdem nach nur wenigen Tagen nach ihrem Aufbruch von der sehr zierlichen, geschwächten Cassia und ihrer Begeleiterin eingeholt werden, die sich natüüürlich instinktiv für die richtige Spalte beim richtigen Eingang und den richtigen Weg in den Bergen entschieden. Das ist einfach nur unglaubwürdig, und nimmt der Szenerie die eigentlichen bedrohlich wirken soll, es geht immerhin ums Überleben, ihre Wirkung.

Weiterhin passiert mir viel zu wenig Handlung für 400 Seiten. Beinahe 3/4 des Buches halten sie sich in den Bergen auf, und wandern und überlegen. Ihre Überlegungen und Pläne, selbst die Gespräche drehen sich dabei stetig im Kreis, so dass ich zeitweise absolut das Interesse am weiterlesen verloren habe, und auch gut 20 Seiten hätte überspringen können ohne das etwas passiert. 

Die Entwicklung der Charaktere, und Vick als Charakter im Speziellen hat mir allerdings gut gefallen. Alle trafen ganz individuelle Entscheidungen, auf Grund ihrer gemachten Erfahrungen und entwickelten sich in unterschiedliche Richtungen. Zwar bin ich auch manchen Entscheidungen bis zum Schluss nicht schlau geworden, aber dennoch war das schon wesentlich authentischer.

Den dritten Teil werde ich wohl trotzdem lesen, alleine schon um zu erfahren wie die Geschichte ausgeht. Wer aber mit der Reihe um Cassia und Ky noch nicht begonnen hat, muss es auch nicht unbedingt machen.




Dienstag, 17. Juli 2012

[Rezension] Peter Temple - Tage des Bösen

Klappentext:
Constantine Niemand arbeitete für einen Sicherheitsdienst in Johannesburg. Er ist auf der Flucht, seit er einen Videofilm in seinen Besitz gebracht hat, der international Politikern und Waffenlobbyisten gefährlich werden kann. Es scheint aber kein sicheres Versteck für ihn zu geben – auch in London nicht, wo er versucht, den Film an eine Enthüllungsjournalistin zu verkaufen. Immer wieder spüren ihn die Killer auf. Wie kompromittierend, wie brisant ist die Information, die ihm in die Hände gefallen ist? 

Verlag: C.Bertelsmann | Seiten: 432 | Format: Broschur | Preis: 14,99€ | Genre: (Polit-) Thriller | ISBN: 978-3570009994
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen

 

Worum geht es:
Als während eines Auftrages die Auftraggeber ums Leben kommen, gelangt Constantin Niemand an eine Videokassette, deren Aufnahme ebenso brisant wie gefährlich sind. Unter falschem Namen reist er nach Großbritannien und versucht die Aufnahmen zu Geld zu machen. Doch dabei legt er sich mit den falschen Leuten an, und kann den auf ihn angesetzten Auftragskillern nur knapp entkommen.
Und auch Anselm, Veteran aus Beiruht, scheint irgendwie in die Sache verwickelt zu sein, auch wenn er sich wegen seiner posttraumatischen Störung nicht an den Grund der Verwicklung erinnern kann.

Meine Meinung:
Der Klappentext hat mich total angesprochen! Ich bin ja ohnehin ein totaler Thrillerfan, und habe in den letzten Monaten einen Hang zu politischen Themen diesbezüglich entwickelt. Nichts ist heutzutage wichtiger, aber auch zerstörender als die Kraft der Medien. Deshalb hab ich mich auch wahnsinnig auf das Buch gefreut, schon auch deshalb weil sowohl der Spiegel als auch die Times, das Buch in höchsten Tönen loben.

Die Realität, bzw. die Umsetzung, des Buches ist aber alles andere als berauschend. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal einen so mieses Thriller gelesen habe. Die Geschichte plätschert nur vor sich hin, es kommt absolut keine Spannung auf, die Charaktere sind unübersichtlich, ungenügend beschrieben, unsympathisch und ehe man einigermaßen begreift, wer wie in welchem Zusammenhang zu den anderen steht, sind schon über 3/4 des Buches vergangen. Andere mögen das als taktisch klug bezeichnen, mir nimmt es einfach das Interesse, wenn ich mich auch nach 300 Seiten noch frage, wer Person XY jetzt nochmal war. Außerdem hat es mich extrem (!) genervt, dass der Autor einen der Protagonisten "Niemand" nennt und die Sätze dann auch folgendermaßen beginnt: Niemand achtete auf die Zeitung am Nachbartisch. Niemand ging voran. Niemand mochte die Gewalt. Das war nicht nur verwirrend sondern Kapitelweise auch sehr störend.

Das Thema wäre ein tolles gewesen, weil nicht nur besprochen wird welche Sprengkraft Bildmaterial haben kann, sondern auch das auf dem Video gezeigte Material sehr spannend und interessant ist. Jedoch ist die Umsetzung meiner Meinung nach vollkommen misslungen, und der einzige Grund warum ich noch 2 Sterne gebe, ist der dass mir die Idee gefällt.



Donnerstag, 5. Juli 2012

[Rezension] Julianna Baggott - Memento, Die Überlebenden

Klappentext:
Eine amerikanische Stadt, neun Jahre, nachdem die Bomben fielen. Majestätisch thront die Kuppel des Kapitols über den Trümmern - in ihr leben die Reinen, die Makellosen. Sie wurden auserwählt, eine neue, bessere Menschheit zu begründen. Unten in der Stadt kämpfen alle Übrigen ums Überleben. Auch die 16-jährige Pressia hat es schwer, sich und ihren Großvater durchzubringen. Und dann soll sie auch noch eingezogen werden, um für das grausame Militärregime zu arbeiten, das Angst und Schrecken in der Stadt verbreitet. Als sie den Verschwörungstheoretiker Bradwell kennenlernt, scheint das zunächst ihre Rettung zu sein. Er kennt den Untergrund und hilft ihr, unterzutauchen. Doch dann wird sie erwischt ...

Verlag: Baumhaus / Bastei Lübbe | Preis: 16,99€ | Format: Hardcover | Seiten: 464 | Genre: Dystopie, Jugendbuch | empfohlenes Alter: 14-17 | ISBN: 978-3833901133
Ihr könnt das Buch z.B. *hier* bei Amazon kaufen.

 

Worum geht es: 
Pressia ist 16, das gefährlichste Alter in dieser Zeit. Denn ab ihrem 16. Geburtstag wird wie vom OSR, einer fanatischen Militärorganisation, gejagt um entweder an der Waffe ausgebildet zu werden oder als Kanonenfutter zu dienen. Doch so einfach gibt sie sich nicht geschlagen und flüchtet.
Zur gleichen Zeit im Kapitol, dem geschützten Gebiet in dieser ausgebombten Welt, beschließt Partridge den Tod seiner Mutter aufzuklären. Die für seinen Vater so wichtige Codierung schlägt bei ihm nicht an, und der Verdacht erhärtet sich, dass seine Mutter den Bombenangriff vor 9 Jahren damals überlebt haben könnte. Und so beschließt auch Partridge zu fliehen- doch wer einmal das Kapitol verlässt, kann nie wieder zurückkehren.

Meine Meinung: 
Ich habe meine Rezenesion jetzt bereits schon vier Mal geschrieben, und vier Mal wieder gelöscht. Es fällt mir einfach sehr schwer, mich auf eine einzige Bewertung festzulegen, da ich das Buch gerne gesplittet betrachten möchte. 

Ich beginne mal mit den positiven Seiten des Buches. Das Thema was in diesem Buch vorherrschend ist, ist natürlich ein ganz brisantes. Es geht um Atombomben, um deren Auswirkungen, um Macht, um das Streben nach einer neuen Superspezies. Und die Idee, die hinter dieser Geschichte steckt fasziniert mich ungemein. Auch hat es die Autorin geschafft, mich mit ihrem Schreibstil zu fesseln, so dass ich immer das Bedürfnis hatte so bald wie möglich weiter zu lesen, um zu erfahren was als nächstes geschieht. Dabei hat mir der eigentliche Stil an sich gar nicht so sehr gefallen, für ein Jugendbuch ist er auch relativ kompliziert. Manchmal erschloss sich mir der Sinn beim ersten Lesen einfach nicht, so dass ich ganze Passagen mehrfach lesen musste (zum Beispiel die Stelle mit der Melodie des Weihnachtsliedes), und teilweise nur schleppend voran kam. Dennoch war der Spannungsbogen so geschickt gespannt, dass man nicht mehr aufhören konnte.

Aber. Alles in allem hat mir das Buch nicht gefallen. Es ist unfassbar brutal, grausam, kalt, unvorstellbar und schwer nachvollziehbar. Ich kenne mich nicht tiefgehend mit Atom- und Nanotechnik aus, und auch nicht mit dadurch hervorgerufenen Prozessen, aber die Szenerie die die Autorin hier herstellt ist für mich so abstrus dass es das Lesevergnügen mindert. Ich denke ich greife nicht zu weit vor, wenn ich beschreibe wie die Menschen außerhalb des Kapitols leben: Jede Person die nach dem Bombenangriff noch lebt, ist verschmolzen. Manche sind mit Gegenständen, wie Puppenköpfen, Metallsplittert und Glasscherben verschmolzen, andere mit Lebewesen, ihren Kindern oder Tieren - die selbstverständlich auch noch leben, wie die am Schnabel in Bradwells Rücken eingeschmolzenen Vögel, oder gar - und da hat für mich dann einfach das Buch aufgehört in irgendeiner Weise real dystopisch zu sein - mit Staub und Asche. Diese Menschen, "Dusts", sind nur noch Kreaturen, halb Erdboden halb Lebewesen, die andere Lebewesen unter die Erde ziehen und auffressen. Alles klar. 

Auch der Handlungsverlauf war wenig innovativ. Von Anfang an war eigentlich klar, wer zu wem da wie in Beziehung steht, und die "überaschenden Wendungen" ließen sich weit vorraussehen. Generell haben aber für mich einige Handlungspunkte im Buch wenig Sinn gemacht, da sie anschließend quasi ignoriert wurden. Ein weiterer Punkt der mich auch noch irritiert hat war das Verhältnis von Pressia zu ihrer Mutter. Ich habe bis zu letzt nicht verstanden (oder überlesen), wieso sich Pressia nicht an ihre 7 Lebensjahre vor der Explosion erinnern konnte, an nichts, und alles nur aus Erzählungen kannte.

Kommen wir noch zum letzten Punkt, der mich gestört hat, und zwar erheblich. Das Buch war durchzogen von Logikfehlern in einer Masse, die ich so vergleichbar noch nie in einem Buch erlebt habe. Um mal einige Beispiele zu nennen: Es ist tiefe Nacht, sie befinden sich in einem Raum unter der Erde, können kaum was erkennen, doch als er etwas hervorholt, fällt das Licht darauf und sie können es super erkennen; Welches Licht? Es gibt weder Strom, noch Kerzen, noch Tageslicht? Oder ein anderes Beispiel: Ihm waren die Hände auf dem Rücken gefesselt, ungefähr so stark, dass sich seine Ellenbogen berührten. Und eine Seite weiter, beginnt er langsam sein Hemd aufzuknöpfen; Mit den Zähnen? Durch reine Willenskraft? 

Fazit: Alles in allem steckt hinter dem Buch eine gute Idee, die für mich nicht gut umgesetzt wurde, bzw. mit der es einfach zu gut gemeint war. Die Charaktere sind sehr eindimensional, die Handlung und Nebenschauplätze zu extrem, Ereignisse vorhersehbar und meinem Empfinden nach, ist dies auch kein Buch für 14 Jährige. Das Ende habe ich auch nicht wirklich verstanden, bzw. den Epilog, aber wahrscheinlich klärt sich das in den folgeden zwei Bänden.



Mittwoch, 23. Mai 2012

[Rezension] Michael Koglin - Blutengel

Klappentext:
Geheimnisvolle Botschaften, in die Haut der Opfer geritzt, ein perverser Serienmörder, Kommissar Mangold steht vor einem Rätsel
Die 35-jährige Tanja Binkel wurde in ihrer Berliner Wohnung mit einem Fuß an der Decke aufgehängt. In ihren Oberschenkel wurde ein lateinischer Spruch geritzt: „Semper aliquid haeret.“– „Es bleibt immer etwas hängen.“ An der Ostsee wird eine weitere Leiche mit einem eingeritzten Satz entdeckt. Dann ein Opfer in München und ein grausam hingerichteter Priester in Florenz. Der Hamburger Kommissar Mangold und seine Sonderkommission, zu der auch die Profilerin Kaja Winterstein gehört, arbeiten mit Hochdruck. Aber der Täter treibt ein perverses Katz-und-Maus-Spiel … und die Tatorte werden immer bizarrer.

Verlag: Goldmann | Format: Taschenbuch | Preis: 8,99€ | Seiten: 416 | Genre: Thriller/ Krimi | ISBN: 978-3442474110

Ihr könnt das Buch z.B. *hier* bei Amazon kaufen

 

Worum geht es: 
Das erste Opfer taucht in Berlin auf. Eine junge Frau, die verkehrt herum von der Decke aufgehangen wurde, mit einem eingeritzten lateinischen Spruch im Oberschenkel. Auch das 2. Opfer, ein älterer Herr, wurde auf brutalste Weise hingerichtet, indem man ihn auf einer Sexschaukel ausbluten ließ- immer schön im Kreis schwingend. Und auch dieser Mann wurde mit einem Oberschenkelspruch gebrandmarkt. 
Die Mordserie schlägt immer größere Wellen, und schon bald hinterlässt der von der Presse getaufte "Shakespear- Mörder" Spuren auch außerhalb Deutschlands.
Mangold und sein eher unkonventionelles Team beginnt zu ermitteln, und steckt bald in einem Strudel aus Misshandlungen und Gewalt. 

Meine Meinung:
Also gleich am Anfang muss ich meckern! Dieses Buch ist der 2. Teil einer Reihe, und nirgendwo im Klappentext wird davon gesprochen. Ich habe das Buch geschenkt bekommen, und auch ihr ist es nicht aufgefallen. An sich steht das Buch als Geschichte zwar für sich alleine, aber andauern wird zurück gegriffen auf den vorherigen Fall. Fast kam es mir schon vor, als war der Autor so hin und weg von seinem ersten Roman, dass er ihn auch im zweiten nicht missen wollte. 
 Da hat die Protagonistin Kaja dann andauernd Angst vor einem gewissen Travenhorst, mit dem ich als Nicht-Leserin des ersten Bandes überhaupt nichts anfangen kann, Beziehungen sind mir unklar und ganze Handlungsstränge, zum Beispiel die Computerrecherche und das Genie von dem Autisten Peter bauen auf Teil 1 auf. Das hat mich beim Lesen extrem genervt..

Generell hat mich das Buch nicht überzeugen können. Frei nach dem Motto "Suuuper Idee, gut inszenierte Morde, aber schlecht umgesetzt." Ich verstehe nicht (wahrscheinlich wurde das auch in Koglins ersten Buch erklärt) wieso es der Polizei offensichtlich nicht möglich ist, als eigene Institution zu handeln. Das Team besteht nämlich gerade mal aus 3 Polizisten, von denen einer im Prinzip kurz vor dem Rauswurf steht, weil er Interna verletzt, und sonst 3 außenstehenden, die aber sooo supi sind, dass sie ermitteln könne. Ahja. 

Die Geschichte war dann eher holprig. Es geschieht zu viel gleichzeitig, als das man es alles verfolgen könnte geschweige denn nachvollziehen könnte. Das ganze ist unheimlich temporeich, dass zwar Spannung aufbaut aber nicht gerade zum Verständnis beiträgt. Auch jetzt nach dem Beenden des Buches, ist mir eigentlich nicht so ganz genau klar, wie der Fall nun aufgeklärt werden konnte. Jemand hatte immer irgendeinen Einfall, der dann natürlich stimmte, und schwups mit etwas Glück hatte man den Täter.