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Donnerstag, 8. Mai 2014

Brigitte Riebe - Feuer und Glas, Die Verschwörung #2

Klappentext:
Schöner, magischer und gefährlicher kann die erste Liebe nicht sein!
Konstantinopel im Jahr 1509: Milla, das Mädchen, das über die Kräfte des Feuers gebietet, und Luca, der Junge, dessen Familie zu den Wasserleuten gehört, suchen in der sagenumwobenen Stadt am Bosporus Millas Vater Leandro. Doch als sie ihn endlich finden, kann er sich an nichts erinnern. Nicht an sein früheres Leben und nicht an Milla. Milla ahnt, dass sie selbst und ihre Liebe zu Luca in höchster Gefahr sind, wenn es ihr nicht gelingt, das dunkle Geheimnis um Leandro zu lüften…

Verlag: Heyne | Seiten: 384 | Preis: 16,99€ | Format: Harcover | Genre: Fantasy, Historischer Roman, Jugendbuch | Spielt in: Konstantinopel (heutiges Istanbul) | Erscheinungsdatum: April 2014 | ISBN: 978-3453267398



Worum geht es:
Noch immer konnten Milla, Luca und Co. nicht heraus finden, wo sich Leandro Cessi - der Feuerkopf von Murano und Millas Vater - befindet, und folgen nun ihrer heißesten Spur: Von Venedig nach Konstantinopel. Der Padishah soll ihn in seinem Palast gefangen halten, um ihm das Geheimnis der gläsernen Gondel der Wahrheit zu entlocken. Schon bald gelingt es Milla und Luca mit Hilfe von einheimischen Verbündeten in die Mauern des Palastes einzudringen - doch Leandro ist nicht mehr so, wie Milla ihn in ihrer Erinnerung hatte. Und auch das verbotene Zusammenspiel von ihren Feuer- und Lucas Wasserkräften scheint immer mehr aus dem Gleichgewicht zu geraten...

Meine Meinung:
Da ich von Band 1 nicht noch wahnsinnig stark überzeugt war, war ich nun umso gespannter auf das Erscheinen des zweiten Bandes. Denn schon oft habe ich es erlebt, dass Trilogien oder Reihen relativ mühselig beginnen, sich aber zu immer spannenderen Geschichten entwickeln.
Leider war mir die Geschichte des ersten Bandes nicht mehr vollkommen präsent, immerhin sind mittlerweile ZWEI Jahre verstrichen, seit der erste Teil erschien. In meinen Augen schon einmal ein völliges No-Go. Wenn sich Autoren schon dazu entschließen eine Geschichte so zu beenden, dass man den zweiten Teil lesen muss, und ihre Geschichten generell - des großen neuen Hypes wegen - aufteilen, dann erwarte ich als Leser einfach, nicht jahrelang auf eine Fortsetzung warten zu müssen. 
Und trotz dieser vergangenen Zeit, gab es im zweiten Buch nun auch keine weiteren Rückblenden. Ich hatte den Storyverlauf nicht mehr komplett im Kopf, und musste mir dann selbst aus Rezensionen zusammenstückeln, worum es noch einmal ganz genau ging. Sehr schade.
Leider konnte mich die Geschichte aber auch sonst nicht überzeugen: Sie bleibt fortlaufend absolut flach, langweilig und ohne Spannung, plätschert also nur vor sich hin, und spätestens ab Seite 20 kann man genau sagen, wie das Buch ausgehen wird.
Der fehlende Spannungsbogen mag zum einen daran liegen, dass in der Geschichte IMMER auf jede Aktion sofort eine Reaktion folgt, die furchtbar simpel und unglaubwürdig ist. Für jedes Problem wird innerhalb weniger Seiten eine Lösung gefunden, und natürlich kommen alle Beteiligten IMMER nahezu unversehrt aus der Sache raus. Mich hat das einfach nur extrem gestört und mir jegliche Lust am Lesen genommen.
Viel schlimmer habe ich aber noch die Sprache empfunden: Der Ausdruck und die Satzkonstruktionen erinnern mehr an eine Geschichte, die für 11-jährige geschrieben wurde, als an ein richtiges Jugendbuch. Genau wie die Handlung, ist auch die Sprache und der Ausdruck absolut flach und simpel.

Für mich ist das Buch leider eine totale Enttäuschung, auf die ich gut hätte verzichten können. Ich hab mich sehr auf diese Fortsetzung gefreut, aber überzeugt hat sie mich absolut nicht. Wer allerdings ein Buch für jüngere Jugendliche sucht, die gerne mal historische Orte "bereisen" möchten, sollte dem Buch eine Chance geben. 




Montag, 23. Dezember 2013

Zoe Beck - Brixton Hill

Klappentext:
London, in einem der Luxushochhäuser von Canary Wharf: Erst fällt die Klimaanlage aus, dann der Strom. Sämtliche Ausgänge sind verriegelt, und Rauch strömt aus den Belüftungsschächten. Em muss hilflos zusehen, wie ihre Freundin im 15. Stock panisch ein Fenster zertrümmert und hinausspringt. Kurz darauf wird Em verhaftet. Sie soll sich in die Computer des Gebäudes gehackt und die Freundin dadurch in den Tod getrieben haben. Jemand spielt ein falsches Spiel. Und macht Jagd auf Em …

Verlag: Heyne | Preis: 8,99€ | Seiten: 384 | Genre: Krimi | Spielt in: Großbritannien, London | Erscheinungsdatum: Dezember 2013 | ISBN: 978-3453410428

Erster Satz:
"Es ist nicht der Aufprall an den man sich später erinnert."



Worum geht es:
Em, Enkelin der Chefin einer der größten Banken Englands und erfolgreiche Eventmanagerin, muss erleben, was stark an einen Terroranschlag erinnert: Mit einem Mal dringt Rauch durch die Lüftungschächte in dem Luxushochhaus in Canary Wharf in dem sie arbeitet - und die Notausgänge sind versperrt. Doch als wäre dieses Erlebnis nicht traumatisch genug, stürzt sich auch noch ihre Freundin in Panik aus dem 15. Stock des Gebäudes. Obwohl selbst Opfer, fällt der Verdacht der Polizei schnell auf Em. Sie wird verdächtigt in den Anschlag verwickelt zu sein.
Doch Em hat einen ganz anderen Verdacht: Seit Wochen wird sie von einem Stalker, Adam, belästigt. Der junge Mann ist krankhaft in Em verliebt und bombardiert sie mit Anrufen, Mails und Nachrichten in sämtlichen Social Networks. Aber die Polizei hört nicht auf Em's Einwände, und so begibt sie sich auf eigene Faust auf die Suche nach dem Attentäter, nach Brixton Hill...

Meine Meinung:
Obwohl ich ja nicht der größte Fan von Krimis bin, da sie mich einfach selten fesseln können, hat mich der Klappentext des Buches angesprochen und so hab ich mich entschlossen, erneut einem Krimi eine Chance zu geben und das Buch zu lesen. 
Die Story geht auch ganz vielversprechend los, denn auf den ersten Seiten passiert eine ganze Menge, was auf eine spannende Geschichte hoffen lässt: Ein vermeintlicher Terroranschlag auf einer des Hochhäuser in Canary Wharf in London, ein Selbstmord, eine verdächtige Protagonisten und ein fanatischer Stalker. Als dann auch noch ein weiterer Charakter in dem Buch ums Leben kommt, scheint die Geschichte gut zu werden. Doch weit gefehlt. Offensichtlicht verschießt die Autorin ihr gesamtes Spannungspulver bereits auf den ersten 100 Seiten, denn ab diesem Zeitpunkt beginnt das Buch zunehmend öde zu werden. Spannung die aufgebaut wird, kann nicht gehalten werden, die Handlung geht drunter und drüber und nicht einmal hatte ich nach dem Zuklappen des Buches das Gefühl ganz bald unbedingt weiter lesen zu müssen. 
Es ist einfach viel zu offensichtlich, wer nicht der Täter sein kann, was nicht passiert ist, und so gibt es auch keine einzige Szene, die mich hat zweifeln lassen, ob "mein Verdächtiger" der richtige ist, oder nicht. Zwar muss ich zugeben, dass ich mit den schlussendlichen Täter auch nicht gerechnet habe, aber das liegt daran dass das Ende sooo sehr konstruiert und an den Haaren herbei gezogen war, dass wohl kaum einer darauf kommen würde. Es wirkt fast so, als wolle die Autorin schnell ihr Buch beenden und sucht nun nach der Person, die bisher am wenigsten verdächtigt wurde, spritzt der Person ein bisschen böses Blut und schwupps haben wir das große Tadadam- Finale á la Actionfilm. Gähn! 
Ich würde dem Buch 2,5 Sterne geben, da das aber nicht geht runde ich auf auf 3 Sterne. Die sind nicht unbedingt verdient, aber 2 erschienen mir doch zu wenig, und immerhin die Idee hinter der Story ist ganz nett und der Auftakt auch nicht zu verübeln.





Dienstag, 29. Oktober 2013

Jason F. Wright - Das Weihnachtsglas

Klappentext:
Ausgerechnet an Heiligabend räumen Diebe Hope Jensens Wohnung aus. Die junge Journalistin ist ohnehin am Boden zerstört, weil erst vor Kurzem ihre Adoptivmutter gestorben ist. Doch dann erhält sie ein geheimnisvolles anonymes Geschenk. Sie ist wild entschlossen, den edlen Spender ausfindig zu machen. Dabei erfährt sie von einer wunderbaren Weihnachtstradition – und löst unverhofft das Geheimnis ihrer Herkunft.

Verlag: Heyne | Seiten: 144 | Preis: 8,00€ | Genre: Weihnachten, Schicksal | Originaltitel: Christmas Jars | Spielt in: USA, Oakleigh Hill | Erscheinungsdatum: Oktober 2009 | ISBN: 978-3453407442

Erster Satz:
"Louise Jensen saß im Chuck's Chicken 'n' Biscuits am U.S. Highway 4 allein vor ihrem halben Hähnchen und leckte sich gerade das Fett von den Fingern, als sie plötzlich vom Tisch nebenan ein leises Wimmern hörte."





Worum geht es:

Hope Jensen hat ihren Vornamen nicht von ungefähr. An Heiligabend vor vielen Jahren tauchte sie in einer Raststätte auf, ein kleiner warm eingewickelter Säugling, zurückgelassen von der leiblichen Mutter um den Kind eine bessere Zukunft zu ermöglichen, und fiel so ihrer Ziehmutter in die Arme, die dem Baby den Namen Hope gab. Doch ein Schicksalsschlag trennt die beiden Jahre später. Und obwohl Hope ein Mensch ist, der sich durchbeißt um seine Träume zu verwirklichen, ist auch sie von weiteren Schicksalsschlägen nicht befreit. Ausgerechnet als Weihnachten bricht jemand in ihre Wohnung ein, und raubt ihr nicht nur materielle Dinge sondern auch das Gefühl von Sicherheit - doch auch ein anderer Unbekannter hat an diesem Abend seine Finger im Spiel. Plötzlich taucht vor Hopes Tür ein Glas voller Münzen auf, ein Weihnachtsglas und Hope beginnt dem Geheimnis auf die Spur zu gehen.

Meine Meinung:

Von diesem Buch habe ich schon so so viel gutes gehört. Wann immer ich den Wunsch geäußert habe, mal wieder ein Weihnachtsbuch zu lesen, wurde dieses mir nahegelegt und dieses Jahr habe ich es dann endlich gekauft. Und nun muss ich zugeben: Es war eine Schande so lange mit dem Lesen gewartet zu haben. Ab sofort werde auch ich jedem der fragt, dieses Buch ans Herz legen, denn schon jetzt zählt es zu meinen absoluten Favoriten unter den Weihnachtsbüchern. Denn zum einen zeigt einen das Buch eine wundervolle Tradition und zum anderen hat es diesen richtigen, herzerwärmenden Zauber, den ich bei einem Weihnachtsbuch einfach erwarte. Es geht ans Herz, ist gefühlvoll und trotzdem kein "auf- die- Tränendrüse- Drücker" mit einer tollen Moral am Ende der Geschichte.
Die Personen in dem Buch sind vielleicht nicht alle die uuuuunbedingt realistischsten, denn es gibt quasi NUR gute Menschen in diesem Buch, aber das wird beim Lesen ganz und gar nebensächlich.
Viel mehr möchte ich gar nicht zu dem Buch schreiben, aus Angst der Geschichte zu viel vorweg zu nehmen. Aber ich kann definitiv sagen, dass sich jede Minute des Lesens bei diesem Buch lohnt, und man es ganz sicher nicht so schnell vergessen wird :)


Freitag, 28. Juni 2013

[Rezension] Julie Kagawa - Unsterblich, Tor der Dämmerung (Bd. 1)

Klappentext:
 Nur sie kann die Menschheit retten
Unsere Welt ist in Dunkelheit getaucht. Die Menschen sind zu Gefangenen geworden. Nur wer sich an die Regeln hält, hat eine Chance zu überleben. Doch die junge Allison will sich nicht mehr an diese Regeln halten. Sie fordert das Schicksal heraus und lehnt sich gegen ihre Unterdrücker auf – mit ungeahnten Folgen.
Grenzen, Mauern und Verbote gehören zum Alltag der 17-jährigen Allison, seit sie denken kann. Denn sie wächst in einer Stadt auf, in der die Menschen von den Vampiren regiert werden, grausamen Fürsten der Nacht. Sie haben sich eine Luxuscity errichtet und lassen ihre Gefangenen, die ihnen regelmäßig Blutzoll schulden, für sich schuften. Jeder kleinste Verstoß gegen die Regeln wird geahndet, und Allison erfährt schon früh, dass ihr Leben nicht viel wert ist. Als sie vor die Wahl gestellt wird, zu sterben oder ihren Unterdrückern gleich zu werden, entscheidet sie sich für den Weg der Unsterblichkeit – und hofft, nun endlich unangreifbar zu sein. Doch vor den Toren der festungsartig abgeriegelten Stadt lauert etwas, vor dem sich sogar die Vampire fürchten …

Verlag: Heyne | Seiten: 608 | Preis: 16,99€ | Genre: Fantasy, Jugendbuch, Vampire | Spielt in: USA, Convington | Originaltitel: Blood Of Eden, Book 1: The Immortal Rules | Erscheinungstermin: Juni 2013 | ISBN: 978-3453268579

Erster Satz:
"Sie hängten die Unregistrierten in der alten Speicherstadt, es war eine öffentliche Hinrichtung, die sich jeder ansehen konnte."

 

Worum geht es:

Allison wächst in einer Stadt auf, die von Vampiren regiert wird, und in der man eigentlich nur verlieren kann als Mensch: Entweder man lässt sich registrieren, und dient den Vampiren als nichts anderes als billige Nahrung und lässt sich Blut abzapfen, unabhängig vom Alter oder gesundheitlichen Zustand, oder aber man gehört zu den Unregistrierten und entzieht sich damit jeglichem "sozialen Zuspruch", hungert und ist auf der ständigen Flucht vor der Obrigkeit. Allison entschied sich für letzteres und lebt nun das armselige Leben eines Straßenkindes, das ihr Schicksal mit vielen anderen teilt. 
Auf einem ihrer Streifzüge nach Nahrung, außerhalb der schützenden Mauern der Stadt in den verwahrlosten Ruinen ehemaliger Wohngebiete, die jetzt nur noch von den Verseuchten - vampirartige Zombies - beherrscht werden, läuft jedoch alles schief und Allison steht vor der schweren Entscheidung: Sterben oder selbst zum Vampir werden. Sie entscheidet sich, entgegen aller ihrer Wertvorstellung für das Überleben als Vampir und verachtet sich selbst dafür. Sie ist nun, wegen ihrer niederen Instinkte und ob sie es will oder nicht gezwungen, sich über lang oder kurz von menschlichem Blut zu ernähren. 
Das einzige Problem: Schon bald schließt sie sich einer Gruppe von Menschen an, die von ihrem wahren Wesen nichts wissen, und die ihr schnell ans Herz wachsen. Doch das Blut pulsiert unter ihrer Haut...

Meine Meinung:

Wer meine Rezension zu Plötzlich Fee gelesen hat, weiß ja dass ich nicht der größte Fan von Julie Kagawa bin. In diesem anderen Buch klaut sie sich quasi alle Ideen des Buches zusammen, um damit eine Geschichte zu schreiben die an alles erinnert, nur nicht an etwas eigenes von der Autorin selbst. Umso vorbelasteter bin ich an das Buch heran gegangen, mit gewissen Vorurteilen gegenüber ihrer Copy und Paste - Strategie, aber ohne großes Vorwissen über Vampirromane. Es kann also durchaus sein, dass auch dieses Buch wieder angelehnt ist an andere Geschichten, aber wenn dann weiß ich es nicht. Gott sei Dank kann man wohl sagen, denn so hat mir das Buch unfassbar gut gefallen.
Die Autorin schafft es eine wahnsinnig tolle, düstere und bedrohliche Atmosphäre zu schaffen, und eine Welt die man fast schon selbst sehen, riechen und fühlen kann, so ausgearbeitet sind die Details und Eindrücke. 
Und auch Spannung vermisst man beim Lesen nicht. Noch am Anfang und bis zum ca. 1/4 hat man keine Ahnung in welche Richtung die Geschichte verlaufen wird, und wird immer und immer wieder von neuem überrascht. Dabei ist die Geschichte an sich nicht unbedingt innovativ und ganz neu, erinnert sogar sehr stark an die Serie "The Walking Dead", bewahrt aber trotzdem ihren eigenen Charme.
Außerdem hat mir die Ausarbeitung der Charaktere wirklich zugesagt. Allison ist, wenn auch nicht immer sympathisch, doch eine sehr plastische und echte Person, die man sich auch gut im nicht-fiktiven Leben vorstellen könnte (von den vampirischen Eigenschaften mal abgesehen :D ).
 Was mich allerdings doch schon sehr gestört hat war, dass das das Buch nicht wirklich gut durchdacht war. Am Anfang wird lang und breit erklärt, dass Vampire sich ihren Instinkten nicht entziehen können und das es sie früher oder später überkommt. Aber Allison scheint davor geschützt: Allein durch ihren guten und starken Willen, und ihrem Willen ein netter Vampir zu sein, gelingt ihr das, was eigentlich unmöglich ist: Sie hat ihre Reflexe und Instinkte unter Kontrolle. Ähm. Ja klar.

Ansonsten aber ist das Buch sehr empfehlenswert, vor allem auch für Vampireinsteiger, wie mich, wenn man darüber hinwegsehen kann, dass sich Julie Kagawa auch in diesem Buch nicht unbedingt was ganz eigenes hat einfallen lassen. Dennoch hat mich die Geschichte überzeugt, seeehr gut unterhalten und hat mir total gefallen.

 

Samstag, 8. Juni 2013

[Rezension] Mohsin Hamid - Der Fundamentalist der keiner sein wollte

Klappentext:
Lahore. In einem Café sitzen sich ein mitteilsamer Pakistani und ein zurückhaltender Amerikaner gegenüber. Als langsam die Nacht über die Stadt hereinbricht, enthüllt der Pakistani immer mehr Details seiner Lebensgeschichte, und allmählich ahnt man das Drama, das sich zwischen den beiden Männern anbahnt.

Verlag: Heyne | Seiten: 192 | Preis: 8,95€ | Genre: Drama, Schicksal | Spielt in: Pakistan, Lahore | Erscheinungsdatum: August 2008 | Originaltitel: The Reluctant Fundamentalist | ISBN: 978-3453405721

Erster Satz:
"Entschuldigen Sie, Sir, kann ich Ihnen behilflich sein?"


Worum geht es:
Changez hat das geschafft, wo von heute viele junge Menschen träumen: Durch Intelligenz und Fleiß konnte er eines der begehrten Stipendien für Auslandsstudenten an der Princeton University, einer der Top Eliteuniversitäten Amerikas, ergattern und lebt nun seinen amerikanischen Traum. Dank hervorrangender Noten steht ihm die Welt offen und schon bald kann er einen Job an Land ziehen, der wie auf ihn zugeschnitten zu sein scheint und ihm ein weitgehend sorgenfreies Leben ermöglicht. Und auch die junge Frau, Erica, die er kennen lernt trägt einen großen Teil zu seinem scheinbar so perfekten Leben in den USA bei.
Doch der 11.09.2011 verändert Changez' Leben. 
Der American Way Of Life gerät ins Wanken. Er beginnt nachzudenken über sein Leben hier und das was er verlassen hat - und wie die Zukunft für ihn weitergehen soll, in einem Land das Menschen wie ihm nun so feindlich gegenüber steht.

Meine Meinung: 
Der 11. September ist ein Datum, der sich vermutlich jedem von uns ins Gedächtnis gebrannt hat, und der auch unsere Einstellung in mancherlei Hinsicht -obwohl Deutschland als Land nicht direkt betroffen war - geändert hat. Wie fair die jetzigen Ansichten sind, lässt sich an anderer Stelle diskutieren, aber ich lege großen Wert darauf, Konfliktpotential diesen Ausmaßes für mich auch immer von 2 Seiten zu beleuchten.
Was ich bei dieser Geschichte ganz besonders fand, auch ganz besonders wichtig, ist dass sie eben nicht aus der Sicht eines direkt Betroffenen geschildert wird, sondern von dem Blickwinkel eines jungen Mannes, der in Amerika sein Glück gefunden zu haben scheint, und dessen Leben so stark durch das Attentat beeinflusst wird, nur aus dem Grund dass er der jetzt verhassten Ethnie angehört. 
Dabei unterstütze ich natürlich nicht alle Aussagen die er trifft, aber das Buch ist mit einer so speziellen Stärke geschrieben, dass ich wenige Bücher kennen die mich so beeindruckt haben - ohne großes auf die Tränendrüse drücken. 
Auch die ungewöhnlich tragische Liebesgeschichte zwischen Erica und Changez finde ich nicht unpassend. Sie gibt dem Buch eine persönliche Note, und gibt tiefe Einblicke in das Leben von dem jungen Mann.
Wie viel eigene Erfahrungen des Autors in dem Buch stecken ist reine Spekulation, viele Lebensabschnitte überlagern sich, und dennoch - fiktiv hin oder her - ist es eine ebenso wichtige wie gute Geschichte, die man gelesen haben sollte, sofern man sich für dieses Thema interessieren kann.



Montag, 3. Juni 2013

[Rezension] Robert Harris - Pompeji

Klappentext:
Pompeji, 79 n. Chr., reichste Stadt der römischen Weltmacht, Oase der Schönen und Mächtigen: Der junge Wasserbaumeister Attilius kommt einer skrupellosen Verschwörung auf die Spur, doch seine Nachforschungen werden überschattet von den unheimlichen Vorzeichen einer drohenden Apokalypse.  

Verlag: Heyne | Seiten: 384 | Preis: 8,95€ | Genre: Historischer Roman | Spielt in: Italien, Pompeji | Erscheinungstermin: März 2009 | Originaltitel: Pompeii | ISBN: 978-3453406957

Erster Satz:
"Sie verließen den Aquädukt zwei Stunden vor Sonnenaufgang und erklommen bei Mondschein die Berge oberhalb des Hafens - sechs Männer, einer hinter dem anderen, mit dem Wasserbaumeister an der Spitze."

 

Worum geht es:

Nach dem überraschenden und mysteriösen Verschwinden des letzten Aquarius von Misenum im Jahr 79 n.Chr. wird der junge Attilius, Sohne eines Aquarius, in die kleine Stadt nahe Pompeji gerufen. Die Menschen vor Ort trauen dem jungen Mann jedoch nicht über den Weg, und tagtäglich werden ihm Zweifel an seinem Können entgegen gebracht. 
Die Situation verschlechtert sich für ihn, als das Unfassbare geschieht: Das Wasser bleibt aus. Der Aquädukt bleibt trocken, und um die wenigen verbleibenden Wassermengen entstehen "Straßenkämpfe" unter den Bürgern. Attilius ist ratlos, und macht sich auf den Weg nach Pompeji, um den Aquädukt entlang den Vesuv hoch zu folgen: Die Erkenntnis trifft ihn wie ein Schlag. Kann es sein, dass der Vulkan tatsächlich kurz vorm Ausbruch steht und das Wasserproblem das kleinere Übel ist?!

Meine Meinung:

Da ich selber Geschichte studiere, interessiert mich dieses Thema natürlich sehr. Der Ausbruch des Vesuvs hat so viele bahnbrechende Erkenntnisse über das Leben der Antike geliefert, hat Einblicke in das alltägliche Leben der Bewohner von Pompeji ermöglicht, dass es eigentlich fast schon verwerflich ist, wie wenig man doch darüber liest und hört. 
Umso begeisterter war ich von der Idee, dieses Naturereignis in einem historischen Roman festzuhalten. 
Die handelnden Personen gefallen mir auch wirklich gut. Sie sind schön ausgearbeitet, vielschichtig und fügen sich gut in die Handlung der Geschichte ein - über die historische Wirklichkeit lässt sich allerdings streiten. 
Besonders gefallen hat mir einfach, wie die Katastrophe langsam näher rückt, ohne dass sich die Bewohner beeindrucken lassen. Wir als Leser wissen natürlich von Anfang an um das Ende, doch die Bewohner sind ahnungslos und verharren in ihrem Glauben an die Götter, dass es schon gut gehen wird. 
Die Geschichte bleibt dabei auch kontinuierlich spannend, hat die eine oder andere ungeahnte Wendung und verarbeitet die Tatsachen auf sehr sehr anschauliche Weise. Allerdings verliert sich diese Spannung im letzten Viertel des Buches total, und zieht sich wie Kaugummi bis zum Finale. 

Alles in allem hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Dennoch denke ich, dass es einfach nicht "Massentauglich" ist. Zu wenig Nebenhandlung die dem Buch das gewisse Etwas geben würde, und eine große Leserschaft ansprechen könnte. Trotzdem, für alle Interessierten an der Antike, ist das eine absolut empfehlendwerte Geschichte.

 

Sonntag, 12. Mai 2013

[Rezension] Markus Heitz - Collector, Operation Vade Retro (Bd. 2)

Klappentext:

Die Zukunft – unsere Zukunft. Wir schreiben das Jahr 3043, das Weltall ist erobert, die Galaxis erforscht, aber nun ist die Menschheit einem unheimlichen Feind zum Opfer gefallen: den Collectors. Außerirdische, die scheinbar durch nichts zu bezwingen sind. Nachdem bereits zahlreiche Planeten von den feindlichen Collectors in ihre Obhut genommen wurden, fassen die interstellaren Staaten und Konzerne endlich den Mut und greifen an.Drei Menschengeraten in den Strudel der Ereignisse. Fredinald Zumi, eine Geisel der Collectors, wird nun nach jahrelanger Gefangenschaft in die Freiheit entlassen – bis er begreift, dass auch seine Flucht nur ein weitere Schachzug der Invasoren war. Nuntius Civer Black ist der Kirche treu ergeben, doch mit der Moral nimmt er es nicht so genau – als er jedoch zurück zum Hauptplaneten der Kirche beordert wird, setzt er alles daran, die Wahrheit herauszufinden. Und schließlich Clarissa Fairbanks, ehemalige Raumpiratin und Pilotin, die einen äußerst verdächtigen Spezialauftrag erhält. Alle drei müssen feststellen, dass die ihnen so fremde wie unheimliche Zivilisation der Collectors in sich gespalten ist. Gemeinsam finden sie auf abenteuerlichen Wegen zu der Lösung, eine Geheimoperation namens Vade Retro.

Verlagsgruppe: Heyne | Seiten: 584 | Preis: 16,99€ | Format: Taschenbuch | Genre: Science Fiction | Erscheinungsdatum: März 2013 | ISBN: 978-3453526518

Erster Satz:
"Wenn es einen Ort gab, den Fredinald Zumi kannte und der sich trotz der vielen vergangenen Jahre fest in seinen Verstand eingebrannt hatte, dann war es diese weiße Halle, die intensiv nach klinischer Sauberkeit roch und durch die irritierende Reinheit beängstigend wirkte."

via Randomhouse Heyne

Worum gehts:
Im zweiten Teil der Collectors Reihe geht es um den Kampf gegen die Collectors, die die Menschheit in ihre "Obhut" nehmen, was so viel heißt, dass sie ihnen als Nahrungsquelle dienen. Die Menschheit hat diesen Invasoren nichts entgegenzusetzen und ist dabei den Kampf zu verlieren. Mitten in diesem Kampf befinden sich die drei Hauptfiguren, die bewusst und unbewusst den Kampf gegen die Collectors aufnehmen.
Es ist eine Reise durch die Galaxis bei der die Helden von Markus Heitz zahlreiche Abenteuer bestehen,  Gefahren trotzen und sich gegen machtgierige Konzerne wehren müssen, wobei sie plötzlich Hilfe von einer bis dahin unbekannten Rasse, den Ancients, erhalten. Von da an überschlagen sich die Ereignisse, denn ein Sieg über die Collectors ist in Sicht aber es wird auch zu einer Prüfung des Glaubens.

Meine Meinung:
Markus Heitz versteht es gekonnt seine Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, in Szene zu setzen und schafft es von der ersten bis zur letzten Seite eine spannende Geschichte zu erzählen. Wer Markus Heitz bisher nur als einen der besten Fantasie Autoren in Deutschland kennt, sollte sich, bei etwas Interesse für Science Fiction, das Collectors Epos auf keinen Fall entgehen lassen. Auch wenn man zum Anfang etwas das Gefühl hat, dass da zu viele unterschiedliche Handlungsstränge geschaffen werden und Bedenken aufkommen den Überblick zu verlieren, so gelingt es Markus Heitz geschickt und spannend die einzelnen Fäden zu einem großen fantastischen Ganzem zu vereinen.
Ich gebe dem Buch 5 Sterne, weil Markus Heitz jetzt in meinen Augen auch zu einem der besten Science Fiction Autoren überhaupt gehört. Möge die Macht mit dir sein und ich freue mich schon jetzt darauf auch in Zukunft in Galaxien vorzudringen, die nie eine Mensch zuvor gesehen hat ;) .

Donnerstag, 4. April 2013

[Rezension] Caragh O'Brien - Der Weg der gefallenen Sterne (Bd. 3)

Klappentext:
Die junge Gaia Stone ist Hebamme. Doch in einer zerstörten Welt kann auch sie den verlorenen Kindern nicht mehr helfen, und so trifft Gaia eine schwere Entscheidung. Gemeinsam mit einer Gruppe junger Siedler verlässt sie das Ödland, um zur Stadt hinter der Mauer zurückzukehren und um Hilfe zu bitten. Werden sie die gefährliche Reise überstehen? Und wird sich Gaias Hoffnung auf eine bessere Zukunft endlich erfüllen?

Verlag: Heyne | Format: Hardcover | Seiten: 352 | Preis: 16,99€ | Genre: Dystopie, Jugendbuch | Spielt in: Fantasieland | Erscheinungsdatum: April 2013 | Originaltitel: Promised - Birthmarked 3 | ISBN: 978-3453267435

Erster Satz:
"Gaia legte einen Pfeil ein und spannte den Bogen."




Worum geht es:
Die Reise von Sylum zurück zur Enklave ist lang und beschwerlich. Keiner dachte, dass die große Gruppe von Menschen, die auf ein besseres Leben fernab von zu Hause hofft, so unbeschadet den langen, gefährlichen Weg schaffen würde, doch plötzlich taucht es vor ihnen auf: Der Trockensee, vor den Mauern der Enklave, angrenzend an das ärmliche Dorf Wharfton. 
Doch der Protektor hat nicht vergessen unter welchen Umständen Gaia und Leon fliehen konnten. Und Verzeihen gehört nicht zu seinen Stärken. 
Schnell entbrennt der Kampf ums Wasser, das nur von der Enklave bereit gestellt werden kann. Doch die Verhandlungen gestalten sich schwierig, und Gaia muss Entscheidungen treffen, um über das Leben der Bewohner von Neu Sylum zu zukunftsweisend zu bestimmen. 

Meine Meinung:
Ich sag es mal so: Das Buch war für mich, als riesiger Fan der ersten beiden Bände, eine herbe Enttäuschung. Seit Monaten habe ich auf das Erscheinen des dritten und letzten Bandes hingefiebert, und war mir sicher dass auch dieses Buch mich wieder absolut vom Hocker reißen wird. 
Doch das Finale dieser eigentlich so großartigen Geschichte war schlichtweg enttäuschend. 

Es begann schon damit, dass viele Informationen, die in den vorherigen Bänden vielleicht nur nebensächlich thematisiert wurden, in diesem Buch auch als klar gegeben und selbstverständlich hingestellt wurden. Das ist vielleicht problemlos wenn man die Bücher in kurzen Zeitabständen liest, doch zwischen Band 2 und 3 lagen bei mir eben die 12 Monate des neuen Erscheinungstermins, und vieles konnte ich einfach nicht mehr einordnen oder musste es umständlich im Internet nachlesen. 

Andererseits werden aber Problematiken aus den vorherigen Büchern gar nicht aufgegriffen, und es entsteht eine ganz eigene, neue Geschichte, mit wenig Bezug zum vorherigen Verlauf, aber mit den gleichen Protagonisten. Mir hat dieses Problem, die Gefahr dieses letzten Bandes am wenigsten gefallen. Zwar ist das Wasserproblem elementar für das Überleben der Bewohner von Neu Sylum, aber die Verhandlungen und das Hin&Her zwischen Gaia und dem Protektor ziehen sich wie Kaugummi, obwohl der Leser bereits von vornherein weiß, wie das Buch ausgehen wird. Unerwartete Wendungen bleiben komplett aus.

Bis auf natürlich den "Vorschlag" den Gaia von der Enklave im Austausch für das Wasser enthält. Ich werde nicht spoilern, aber mit dieser dramatischen Wendung hätten wohl die wenigsten gerechnet. Es gibt dem Buch etwas erwachseneres, bedrohliches und hält die Spannung, die sonst eher schwerlich zu finden war. 

Auch gefällt mir die Ausarbeitung einiger Charaktere ganz besonders. Gaia zählt nicht dazu, aber gerade Leon, der Protektor oder auch die vielen Helfer in dem Buch haben einen tollen Beitrag zum Buch geleistet.

Im Endeffekt bewerte ich das Buch mit 3 Sternen. Mich hat das Finale überhaupt nicht zufrieden gestellt, sogar noch eher enttäuscht und ist in meinen Augen leider kein würdiges Ende für diese ansonsten bisher so tolle Trilogie. 
Dennoch ist es kein schlechtes Buch, das trotz einiger Hänger ganz nett ist, und zumindest das Buch auf keine 0/8/15-Art beendet.




Sonntag, 23. Dezember 2012

[Rezension] Orson Scott Card - Enders Spiel + VIDEO

Klappentext:
Der junge Ender Wiggin ist ein taktisches und strategisches Genie. Also wir der an die Militärakademie berufen - denn die Menschheit steht vor ihrer Vernichtung durch einen übermächtigen Feind, und Ender soll das verhindern. Aber Enders Ausbildung verläuft anders, als die Militärs es geplant haben. Ganz anders. 

Verlag: Heyne | Format: Taschenbuch | Seiten: 464 | Preis: 8,99€ | Erscheinungsdatum: Dezember 2012 | Originaltitel: Ender's Game | Genre: Sci-Fi, Jugendbuch | Spielt in: USA, Weltall | ISBN: 978-3453314207
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen.

Erster Satz:
" 'Ich habe durch seine Augen gesehen.' "



Worum geht es:

Die Zukunft der Erde und der Menschheit hängt am seidenen Faden, denn nach zwei bereits gerade nocheinmal vereitelten Invasionen droht wieder akute Gefahr durch die Krabbler- ameisenartige Außerirdische, die den Planeten Erde unter ihre Kontrolle bringen wollen. Einzig ein Genie in Sachen Kriegstaktik und Kommandantenverständnis kann noch helfen. Dieses Genie ist der hochbegabte, sechsjährige Ender. Nachdem seine beiden älteren Geschwister als ungeeignet befunden wurden, wird er nun zur Ausbildung auf eine Militärbasis ins Internet geschickt um dort in den kommenden Jahren auf seine Rolle als Führer im Kampf ums Überleben der Welt vorbereitet werden. Und tatsächlich scheint er der perfekte Kriegsheld zu sein.


Meine Meinung:

Es war für mich wirklich schwierig, mich auf die Geschichte einzulassen. Und um ehrlich zu sein, ist mir das bis zum Schluss nicht gelungen. Denn anhand des Klappentextes habe ich eine komplett andere Geschichte erwartet, und nicht gedacht dass es sich hierbei um ein Sci-Fi- Roman handeln würde, sondern mich auf einen dystopischen Jugendroman gefreut. Doch das ist er definitiv nicht, sondern wirklich zu 100% ein Science Fiction Buch für Jugendliche, die wahrscheinlich auch Star Wars, Star Trek und all die anderen Serien und Filme gerne mögen, und sich von Ameisen-Außerirdischen und Raumfähren nicht abschrecken lassen.

Mit all dem hätte ich mich vielleicht noch arrangieren können, wenn ich auch kein großer Fan geworden wäre, aber was mich an diesem Buch einfach absolut und allumfassend gestört hat, war Enders Alter. Er ist sechs Jahre alt! Ein sechsjähriges Genie, das so unglaublich clever und reif ist, dass es für ihn ein leichtes ist, die Welt mit links zu retten, der jeden Kampf ohne große Verluste gewinnt und der sich auf so einem hohen Niveau mit den Erwachsenen und Führenden des Buches unterhält, wie es wahrscheinlich die meisten erwachsenen Akademiker nicht könnten. Sechs Jahre! Stellt euch bitte einfach mal einen sechs Jahre alten Jungen aus euren Bekanntenkreis vor, und überlegt dann, ob es tatsächlich möglich ist, so ein kleines Kind die Zukunft der Erde in die Hände zu legen, nur weil er gut im Computerspielen ist.

Nein halt, so stimmt das nicht, denn Ender ist in ALLEM gut. Liegt vermutlich in der Familie, denn natürlich sind auch seine Geschwister hochbegabt, und versuchen ebenfalls die Weltherrschaft zu erlangen, indem sie Texte und Parolen schreiben, die in großen Politikforen diskutiert werden, und für das Werk von Aufrührerischen gehalten wird. Die beiden sind 8 und 10 Jahre alt...

Dennoch denke ich, unabhängig von meinem eigenen Geschmack, dass Liebhaber von Sci-Fi-Literatur auf ihre Kosten kommen und gefallen an dem Buch finden werden. Deshalb gebe ich dem Buch 3 Sterne.


 


Donnerstag, 6. Dezember 2012

[Rezension] Jack Ketchum - Evil

Klappentext:
Die USA in den 50er-Jahren. Nach außen hin eine heile Welt, doch inmitten der amerikanischen Vorstadtidylle wird ein Junge mit unvorstellbaren Grausamkeiten konfrontiert. Jack Ketchum zeigt in seinem beunruhigenden, grenzüberschreitenden Horrorthriller die Abgründe der menschlichen Seele auf. 

Verlag: Heyne Hardcore | Preis: 8,95€ | Seiten: 336 | Genre: Thriller, Hardcore, Horror | Erscheinungsdatum: Januar 2006 (Erstausgabe 1989) | Spielt in: USA | Originaltitel: The Girl Next Door | ISBN: 978-3453675025
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Erster Satz:
Ihr glaubt, ihr wisst, was Schmerz ist?



Worum geht es:

Als die Eltern von Meg und Susan bei einem Autounfall ums Leben kommen, werden die beiden Mädchen zu ihrer Tante Ruth und deren 3 Söhnen geschickt. Sie sollen ein besseres Leben haben, und nicht im Waisenhaus enden müssen. Doch was die Mädchen erfahren, ist unter keinen Umständen in einem Atemzug mit "einem besserem Leben" nennbar- das was die beiden, vor allem Meg, erleben, ist ein Albtraum sondergleichen. Meg wird misshandelt, gequält, gedemütigt und schwer verletzt, und das "nicht nur" von Ruth sondern auch von ihren Söhnen und den Kindern der Nachbarschaft. Es ist eine Spirale der Gewalt die sich unermüdlich weiter dreht, und niemand hilft Meg aus ihrer Lage- bis zum Schluss.


Meine Meinung:

Ich habe lange mit mir gehadert dieses Buch zu rezensieren, weil ich einfach nicht weiß, wie ich das dort Geschriebene in meine eigenen Worte fassen soll. Denn dieses Buch ist ein wahrer Albtraum, etwas das mich nicht mehr loslässt und mich so tief erschüttert hat, dass ich manchmal einfach das Buch weinend weglegen musste, nur um die Grausamkeiten für den Moment nicht weiter ertragen zu müssen.

Die Geschichte ist eine fiktive Aufarbeitung von Jack Ketchum über den Mordfall Sylvia Likens, die 1965 von ihrer Ziehmutter und mit Hilfe der Nachbarskinder zu Tode gefoltert wurde. Viele Elemente dieses tatsächlichen Verbrechens finden sich in dem Buch wieder, und machen es damit nur noch schlimmer, denn man weiß dass das tatsächlich einem jungen, hilflosen Mädchen passiert ist. 

Meg wird gefoltert, und für jeden der schon keine durchschnittlichen Thriller ertragen kann, ist dieses Buch absolut ungeeignet. Ich habe kein Problem mit blutigen Szenen in Thrillern, aber selbst für mich als "erprobte" Leserin waren Seiten teilweise so unerträglich dass ich sie einfach überflogen habe, um den Schrecken nicht ganz so nah an mich heran zu lassen. Es ist einfach unvorstellbar schrecklich, gerade auch wenn man bedenkt dass viele der Täter noch keine 14 Jahre alt sind, und aus reinem Spaß an der Qual Anderer sich an dem Verbrechen beteiligen. 
 Besonders berührt hat mich übrigens Susan, die kleine Schwester von Meg. Wenn sie im Buch auftauchte, habe ich immer den Atem angehalten angesichts dieser namenlosen Angst eines kleinen Mädchens, die schlicht unfähig war etwas zu tun und zum Zusehen und gelegentlichen "Gastauftritten" in der perversen Welt von Ruth war. Ganz im Gegensatz zu David, dem Jungen aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Denn er ist ebenfalls Teil der Qualen. Zwar quält er nicht eigenhändig, aber er verpasst auch keine Details ihrer Folter, ist dabei, schaut zu, und greift nicht ein. Fühlt sich sogar mächtig und stark angesichts dessen was Meg angetan wird. Ich kann nur sagen, ich war wirklich angewiedert von diesem Jungen.

Was ich noch sagen möchte ist, wer wirklich überlegt das Buch zu lesen, sollte auf das Vorwort von Steven King verzichten. Lest es nicht. Ich habe es getan, und auf ca. 8 Seiten fasst er zusammen, was allen in dem Buch passiert, inklusive dem Ende. Ich wusste also von Anfang an, was ihr alles passieren wird  und wie es ausgeht, und war total verärgert darüber, dass so ein Vorwort abgedruckt wird. Außerdem zweifel ich stark an dem Urteilsvermögen von Herrn King. In seinem Vorwort schreibt er "Der Erzähler David ist die einzige menschliche anständige Figur des Romans [...].". Wenn so etwas in Kings Meinung anständig ist, möchte ich nicht erfahren, was für ihn einen schlechten Menschen ausmacht. Zuzusehen, sich daran "aufzugeilen" und nicht zu handeln, nicht einmal als die Schmerzen lebensbedrohlich werden, ist für mich einfach nur verabscheuungswert.

Fazit: Ich gebe dem Buch 5 Sterne. Nicht weil der Inhalt so toll ist, nicht weil es so spannend war, sondern einfach weil es ein Buch ist, das einen packt trotzdessen dass einen der Inhalt abstößt und verstört. 

          

Dienstag, 21. August 2012

[Rezension] Nora Roberts - Rückkehr nach River's End

Klappentext:
Sie mußte in die Vergangenheit eintauchen, um die Zukunft zu sehen.
Eines Nachts wird die kleine Livvy Zeugin eines blutigen Mordes und verliert auf grausame weise ihre Eltern. Erst in der friedlichen Abgeschiedenheit von River's End, weit entfernt vom Ort des Verbrechens, verlieren die Bilder über die Jahre ihre bedrohliche Kraft. Aber Livvy muß sich der Vergangenheit stellen, denn dem Mann, der hinter dem Verbrechen steht, kann sie nicht entrinnen.

Verlag: Heyne | Format: Taschenbuch | Preis: 8,99€ | Seiten: 512 | Genre: Liebe, Schicksal Romantic Suspense | ISBN: 978-3453408500
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Worum gehts: 

Livvy ist vier Jahre alt, als sie mit ansehen muss wie ihr eigener Vater ihre Mutter mit einer Schere tötet. Nur weil sie sich im Schrank versteckt, findet ihr mit Drogen vollgepumpter Vater das kleine Mädchen nicht und lässt sie am Leben. Ihr einziger Halt zu dieser Zeit, ist ihre Familie. Und obwohl ihre Tante Jamie das Kind gerne in L.A. behalten würde, nehmen ihre Großeltern sie mit nach Hause, in das abgeschottete und ruhige River's End. Denn Livvys Eltern waren Hollywoodstars, und Livvy soll in Frieden aufwachsen können.
Doch Jahre später wird die inzwischen Erwachsene Frau mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, denn ihr Vater wird aus der Haft entlassen und will seine Geschichte zu Papier bringen.


Meine Meinung:

Nora Roberts wurde mir als Autorin von vielen Seiten aus ans Herz gelegt. Romantic Suspense war das Stichwort, mit dem jeder um sich warf, und der mir bisher noch nichts sagte: Eine romantische Geschichte verstrickt mit einem Krimi und Spannung, so dass es nicht zum Schmachtroman wird. Als begeisterte Thriller- und Krimileserin war ich also gespannt, wie mir das ganze gefallen wird. 

Die Story geht auch wirklich sehr spannend los, auch wenn ich nach sage und schreibe 30 (von ca. 500) Seiten wusste, wer der wirkliche Mörder ist, und wieso er tötete. Dennoch sind die Gefühle der kleinen Oliva so berührend, dass man einfach weiter lesen muss um zu erfahren, wieso dieser Mord geschehen musste, wieso die kleine Livvy das ertragen muss. Die Dialoge mit diesem kleinen vierjährigen Mädchens gingen mir unheimlich nah.

Danach lernt man Livvy im Alter von 12 Jahren kennen. Sie lebt inzwischen seit 8 Jahren bei ihren Großeltern in River's End, und hat die Ereignisse dieser Nach weitesgehend verdrängt. Doch der Ermittler in diesem Fall, und seine Familie, machen Ferien im Gästehaus ihrer Großeltern und treffen dort natürlich auf Livvy. Die gesamte Szenerie ist derart wunderschön beschrieben- herrlich. Man hört förmlich das Knacken des Geäst und riecht die "grüne Luft" des Waldes.

Bis hier gefiel mir das Buch wahnsinnig gut, doch mit den nächsten Seiten beginnt ein neues Kapitel in Livvys Leben, mit dem ich einfach nicht mithalten konnte. Olivia wird zu so einer unsympathischen, geradezu nervtötend launisch und zickig, dass ich ehrlich nicht verstehen kann, warum sich jemand in sie verliebt. Erst fällt sie ihm um den Hals, lässt sich von ihm mitreißen und ist hin und weg und ihm, nur um ihn im nächsten Moment super sauer und energisch von sich zu stoßen und anzuschreien. Seeeehr anstrengend die gute Frau. 

Alles in allem ist es mal eine nette Abwechslung zu nur Thrillern und Krimis oder reinen Liebesgeschichten. Doch zumindest dieses Buch aus dem Genre Romatic Suspense ist definitiv mehr Romantic als Suspense- eigentlich gar keine Suspense :D
Dennoch war es ein schönes, kurzweiliges Buch, in dem man vor allem so wundervolle Landschaften kennenlernt, wie ich es lange nicht mehr erlebt habe in Büchern.




Freitag, 25. Mai 2012

[Rezension] Brigitte Riebe - Feuer und Glas, der Pakt

Klappentext:
Venedig im Jahr 1509: Ein machtvolles Glasartefakt und die letzte Erinnerung an einen verschwundenen Vater … Eine uralte Fehde zweier verfeindeter Völker … Und ein Mädchen, das nicht ahnt, dass es den Schlüssel zur Rettung Venedigs in seinen Händen hält …
  
Verlag: Heyne | Format: Hardcover | Preis: 16,99€ | Seiten: 384 | Genre: Jugendbuch, Fantasy, Historischer Roman | empfohlenes Alter: 14-15 | ISBN: 978-3453267381
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Worum geht es:
Wasser- und Feuerleute befinden sich im Konflikt, doch nur das Zusammenspiel beider kann das bedrohte Venedig retten. Als Milla, das Feuermädchen, die Ratschläge ihrer Tante in den Wind schlägt, sich nicht mit den Wasserleuten, besonders nicht mit Luca, einzulassen, begeht sie einen großen Fehler. Doch auch die Feuerleute sind nicht alle das, was sie vorgeben zu sein. Un plötzlich befindet sich Milla zwischen den Fronten, zwischen Familie und erster Liebe, zwischen Feuer und Wasser, zwischen der Suche nach ihrem Vater und der Suche aller anderen nach ihrem Vater. Nur eines verbindet sie alle: Die Suche nach der gläsernen Gondel.

Meine Meinung:
Ich muss vorher sagen, dass ich das Buch ganz offensichtlich nicht verstanden habe, und daraus folgend gebe ich meine Rezension ab. Mein riesen großes Problem von Anfang an, war nämlich dass ich einfach nicht wusste in was für einer Geschichte ich mich befinde. In einem Fantasyroman, in dem Feuer- und Wasserleute auserwählte Menschen sind, die besondere Gaben besitzen oder in einem historischen Roman, in der sich die Leute eben nur Wasser- und Feuer zugehörig fühlen, orientiert an ihrer Berufswahl etc.? Ich konnte diese Frage bis zuletzt nicht beantworten, und mir war schlicht und einfach nicht klar, ob und wie sehr sich Milla dieser ihrer Gabe bewusst ist?
 Das hat mich schon ziemlich beim Lesen gestört und mir auch definitiv einiges an Interesse genommen. Vielleicht habe ich es nur überlesen, aber ohne diese Gewissheit hat es mir schlicht und einfach keinen Spaß gemacht.

Unabhängig davon finde ich das Buch für Jugendliche auch wirklich schön. Jedoch ist es meiner Meinung nach wirklich eher ein Buch für Jüngere (wozu ich mich jetzt mit 21 Jahren einfach auch nochmal zähle), und ist eine schöne Mischung als historischem Roman, irgendwie Fantasy und natürlich wieder viel Liebe auf den ersten Blick, ersten Küssen und ganz viel Verwirrung.

Die Szenerie Venedigs wird unheimlich schön beschrieben, und das Buch hat mich sehr neugierig gemacht, mir irgendwann die Stadt selbst anzusehen. Auch die Charaktere waren gut ausgearbeitet, nicht zu eindimensional und vorhersehbar und doch recht realistisch geschrieben. 
Milla hingegen finde ich eher flach, und Luca ist mir einfach viel zu unsympathisch beschrieben, als dass ich die Liebesgeschichte nachvollziehen könnte.

Was mir persönlich jetzt noch aufgefallen ist, bei sowas bin ich allerdings auch überempfindlich, ist der Ausdruck. Es werden meiner Meinung nach viel zu viele unhistorische Begriffe benutzt, Lebensumstände historisch schlecht dargestellt (beispielsweise war es Menschen der ärmeren Schichten, wie sie Milla und ihre Familie einfach sind, kaum möglich sich Wohnungen mit mehreren Zimmern zu leisten, in denen Kinder eigene Zimmer, geschweige denn Betten hatten- dieses Streben nach Privatsphäre war im Mittelalter noch gar nicht so intensiv vorhanden), bedingt ist das aber wahrscheinlich dadurch, dass es sich um ein Jugendbuch hält. Die Sprache ist schön flüssig, aber generell auch eher einfach.