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Montag, 27. Januar 2014

Linda Castillo - Blutige Stille

Klappentext:
Sie töteten alle Mitglieder der Familie Plank. Die Leichen des Vaters und der beiden Söhne fand man im Wohnhaus, die der Mutter und des Babys auf dem Weg zur Scheune. Doch niemand war auf das vorbereitet, was sie in der Scheune fanden. Die beiden Mädchen, gefoltert und misshandelt. Die Familie gehörte zur amischen Gemeinde in Painters Mill, Ohio, sie lebten getreu ihren Glaubensgrundsätzen von Schlichtheit und Bescheidenheit, waren gottesfürchtige Leute. Fernab von den Verführungen der Zivilisation. Oder enthüllt das Tagebuch der ältesten Tochter eine andere Wahrheit?Spannungsgeladen und aufregend: Auch der zweite Thriller mit Polizeichefin Kate Burkholder ist Nervenkitzel pur.

Verlag: Fischer | Preis: 8,99€ | Seiten: 393 | Genre: Krimi | Spielt in: USA, Ohio, Painters Mill | Originaltitel: Pray for silence | Erscheinungsdatum: Juni 2011 | ISBN: 978-3596184514

Erster Satz:
"Die letzte Tasse Kaffee hätte Officer Chuck "Skid" Skidmore sich besser sparen sollen."


Worum geht es:
In der Kleinstadt Painters Mill in Ohio geschieht ein unglaublich grausames Verbrechen: Eine komplette Familie der Amishen wird ausgelöscht: Vater, Mutter und die fünf Kinder werden tot und teilweise brutalst gefoltert in ihrem Haus aufgefunden, und niemand weiß wer und warum diese Tat begangen wurde. Alles deutet zunächst auf den Vater als Täter hin, doch so wirklich ergeben diese Vermutungen keinen Sinn, und so beginnt Chief Kate Burkholder, selbst ehemalige Amishe, zu ermitteln. Und schnell wird sich herausstellen, dass die so brave Fassade der Amishen- Familie rissig war, und nicht jedes Mitglied der Familie den Regeln der Gemeinde treu...

Meine Meinung:
Ich finde diese ganze Thematik der Amishen in Amerika unglaublich spannend und liebe Thriller - eine bessere Kombination kann es gar nicht geben. Nachdem es schon ein paar Monate her ist, seitdem ich den ersten Band dieser Thriller - Reihe gelesen habe, habe ich mich nun wieder mit großem, neugeweckten Interesse ans Lesen gemacht, und wurde nicht enttäuscht. Das Leben der Amishen wird super interessant beschrieben, ohne dabei zu weit auszuholen und das Buch versehentlich in ein Sachbuch über das Gemeindeleben abrutschen zu lassen. Der Thrillercharakter ist die ganze Zeit präsent, und der Fall ebenso spannend wie grausam. Schaurige Details und Brutalität werden nur häppchenweise eingesetzt, so dass man sich nicht mit nur mit purem Gemetzel, aber eben auch nicht nur mit der Ermittlungsarbeit auseinandersetzen muss. 
Zwar ist das Buch nicht durchgehend super spannend, es hat durchaus seine Längen beim Lesen, aber summa summarum hält es doch das Interesse des Lesers aufrecht. Das Ende schwächelt dann wieder ein wenig, bei mir blieben auf jeden Fall die eine oder andere Frage unbeantwortet.



Montag, 11. November 2013

Mary Kay Andrews - Weihnachtsglitzern

Klappentext:
Eloise Foley liebt Weihnachten. Für sie ist es eine Zeit der Wunder und Träume, die schönsten Tage des Jahres. Sie freut sich auf gemütliche Abende im Kreise der Familie und mit ihrem Freund Daniel. Der sieht Weihnachten allerdings in einem ganz andern Licht, denn Daniel besitzt ein Restaurant und hat im Dezember kaum Zeit für Eloise. Nun bleibt ihr umso mehr Zeit bleibt, sich um ihr kleines Antiquitätengeschäft zu kümmern. Ganz besonders freut sich Eloise auf den alljährlichen Wettbewerb um die schönste Weihnachtsdekoration in den Läden von Savannah, und sie dekoriert liebevoll ihr Antiquitätengeschäft. In einer alten Kiste findet sie eine blaue, glitzernde Brosche in Form eines Weihnachtsbaums. Davon inspiriert erschafft sie die Weihnachtswunderwelt »Blue Christmas«, passend zum berühmten Elvis-Presley-Song. Doch an einem chaotischen Verkaufstag verschwindet die Brosche – und eine geheimnisvolle Fremde hinterlässt Eloise Geschenke an den seltsamsten Orten. Purer Zufall oder wahre Weihnachtsmagie?

Verlag: Fischer | Seiten: 240 | Preis: 8,99€ | Genre: Weihnachten | Spielt in: USA, Savannah / Georgia | Originaltitel: Blue Christmas | Erscheinungstermin: Oktober 2013 | ISBN: 978-3596198078

Erster Satz:
"Ich befestigte gerade die letzten aufgefädelten Popcorns und Cranberrys mit der Heißklebepistole am zweiten den eineinhalb Meter hohen, kunstvoll beschnittenen Weihnachtsbäume, als meine beste Freundin ins Maisie's Daisy gestürmt kam."


Worum geht es:
Eloise fiebert wie jedes Jahr dem lokalen Wettbewerb um die schönste Weihnachtsdekoration entgegen. Und dieses Jahr hat sie sich auch ganz besonders ins Zeug gelegt und weder Kosten noch Mühen gescheut: Ihr gesamter Laden wird geziert von Obst und Popcorn, alles schön natürlich und lokal und somit für den Wettbewerb sehr vielersprechend. Doch irgendwelche Vandalen scheinen ihr diesen Sieg nicht gönnen zu wollen, und vernichten von einen Abend auf den nächsten ihre so mühevoll gestaltete Dekoration. Eloise fällt aus allen Wolken, doch ein nicht ganz so ernst gemeinter Spruch ihrer besten Freundin bringt sie auf eine neue Idee: Dieses Jahr wird es bei ihr blue christmas geben, mit allem was dazu gehört. 
Und auch privat gibt es einiges zu tun. Ihr Freund, der Grinch in Menschenform, hat offenbar wiedermal an Weihnachten keine Zeit für sie, dabei hat sich Eloise so eine tolle Überraschung für ihn überlegt...

Meine Meinung:
Ich liebe Weihnachtsbücher über alles, und decke mich jedes Jahr aufs Neue mit tollen Weihnachtsgeschichten ein. Aber so einen Hype wie um dieses Buch habe ich bisher noch nicht erlebt: Jeder hat es, inklusive mir. Dabei finde ich das Cover nicht einmal sonderlich ansprechend, mal ganz abgesehen davon dass es mit dem eigentlichen Thema des Buches "blue christmas" herzlich wenig zu tun hat. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass viele gerade dieses Cover wunderschön finden werden.
Der Inhalt ist dagegen schon eher mein Geschmack. Es ist eine super süße kleine Geschichte, die einen Dank der ganzen Lieder aus ausschmückenden Sprache direkt in Weihnachtsstimmung versetzt. Hinten sind dann sogar noch einmal die Lieder aufgelistet die Eloise während der Geschichte hört, so dass man sich - wenn man möchte - nebenher eine schöne Playlist anhören kann, um die Weihnachtsatmospähre noch zu unterstützen. All die Bilder die die Autorin malt, dienen auf jeden Fall dazu sich richtig auf das schönste Fest des Jahres zu freuen.
Was mir allerdings eher negativ aufgestoßen ist -allerdings macht es die Weihnachtsstimmung wett - ist der Inhalt der Geschichte, besser gesagt die Masse des Inhalts in dieser doch recht kurzen Geschichte. Es passiert viel zu viel auf diesen 220 Seiten. Es gibt eben nicht nur eine Haupthandlung, sondern etliche Nebenstränge, die meiner Meinung absolut überflüssig sind und der Story an sich auch nicht zuträglich, so dass ich als Leser denke "Okay, und was bringen uns die missgünstigen, schwulen Nachbarn jetzt". Es wirkt zu überladen, zu gewollt dadurch und hätte mich fast dazu verleitet dem Buch nur 3 Sterne zu geben.
Alles in allem ist es aber doch ein schönes kleines Buch für die Weihnachtszeit.



Samstag, 5. Oktober 2013

[Rezension] Khaled Hosseini - Traumsammler

Klappentext:
Endlich ist der Autor der internationalen Bestseller »Drachenläufer« und »Tausend strahlende Sonnen« wieder da. Millionen Leser haben auf seinen neuen Roman gewartet: In »Traumsammler« erzählt Khaled Hosseini die bewegende Geschichte zweier Geschwister aus einem kleinen afghanischen Dorf. Pari ist drei Jahre alt, ihr Bruder Abdullah zehn, als der Vater sie auf einem Fußmarsch quer durch die Wüste nach Kabul bringt. Doch am Ende der Reise wartet nicht das Paradies, sondern die herzzerreißende Trennung der beiden Geschwister, die ihr Leben für immer verändern wird.Ein großer Roman, der uns einmal um die ganze Welt führt und in seiner emotionalen Intensität und Erzählkunst neue Maßstäbe setzt. Fesselnder, reicher, persönlicher als je zuvor.

Verlag: Fischer | Preis: 19,99€ | Seiten: 448 | Genre: Schicksal | Spielt in: Afghanistan | Originaltitel: And the mountains echoed | Erscheinungsdatum: September 2013 | ISBN: 978-3100329103

Erster Satz:
"Ihr wollt eine Geschichte hören?"




Worum geht es:
Abdullah liebt seine kleine Schwester Pari über alles, dieses kleine Mädchen das ihre Mutter nie kennenlernen konnte und das nichts mehr auf der Welt liebt als ihren Bruder und sich so für Federn begeistern kann, die Abdullah ihr immer wieder besorgt.
Doch Abdullahs und Paris Vater ist arm, sehr arm, und so geht er mit dem Bruder seiner neuen Frau einen Handel ein: Eben dieser Schwager ist Diener im Hause reicher, weltoffener Afghanen in Kabul und weiß um den größten Wunsch seiner Herrin: Ein eigenes Kind. Ein Mädchen.
Für Pari ist das die Chance auf ein Leben in Wohlstand und Bildung, doch für die Geschwister bedeutet dies das Ende ihrer so innigen Beziehung.
Das Leben aller Beteiligten geht weiter, muss weiter gehen, und so erzählt Khaled Hosseini jedes Schicksal der Involvierten, ihre täglichen Dramen und die Schicksale die sie erleiden müssen, ehe sich Jahre später das Blatt zu wenden scheint. 

 Meine Meinung:
Seit Monaten habe ich mich schon auf dieses Buch gefreut und konnte es kaum noch abwarten. Beinahe wollte ich mir schon die englische Ausgabe kaufen, aber obwohl mein Englisch nach dem Auslandsaufenthalt natürlich sehr gut ist, habe ich befürchtet Kleinigkeiten seines wundervollen Ausdrucks zu verpassen und habe so brav auf den deutschen Erscheinungstermin gewartet. 
Als es dann endlich bei mir ankam, musste ich es sofort lesen, denn seine beiden bisherigen Bücher haben mich schlicht weg einfach vom Hocker gerissen. Ich liebe es, wie Khaled Hosseini ein Afghanistan zeichnet, dass so wunderschön und so real und eben teilweise auch sehr schrecklich zur gleichen Zeit ist. Man hat beim Lesen das Gefühl, das "wahre" Afghanistan kennen zu lernen.
Doch in diesem Buch ist dies leider nicht wirklich der Fall. Große Teile der Geschichte spielen nicht in Afghanistan, tangieren es nicht einmal, sondern handeln in Amerika, Frankreich oder Griechenland. Natürlich auch schön, aber nicht das was ich erwartet habe. 
Es wird die Geschichte jedes Einzelnen erzählt, der im Leben von Abdullah und Pari eine mehr oder minder wichtige Rolle spielte - eine gute Idee an sich, aber mir persönlich hat dieses Konzept leider überhaupt nicht zugesagt. Mich interessiert es ganz einfach nicht, wie der Arzt seine Kindheit in Griechenland verbringt, oder wie Paris Ziehmutter in Frankreich immer mehr "abstürzt". Klar, es trägt zur Handlung bei, ermüdet aber auch, bis sich am Ende des Buches dann erst alle Fäden irgendwann wieder zu einer Kordel zusammen spinnen. 
Mir ging es dabei leider  viel zu wenig um Abdullah und Pari an sich. 
Dennoch ist die Geschichte, wie man es von Khaled Hosseini gewöhnt ist, traumhaft schön und reißt einen mit, ob man nun will oder nicht. Das liegt an seinem wundervollen Schreibstil und an der Kraft der Worte, die er benutzt. 
Alles in allem ist es bestimmt nicht sein stärkstes Buch, aber ein sehr sehr lesenswertes allemal.



Donnerstag, 21. Februar 2013

[Rezension] Ally Condie - Cassia & Ky, Die Ankunft (Bd. 3)

Klappentext:
Wenn jemand stirbt, den du liebst – würdest du den retten, der ihn getötet hat?
Stell dir vor, du konntest fliehen – vor dem System, das dir befohlen hat, wie du leben und wen du lieben sollst. Unter Lebensgefahr hast du deine Liebe wiedergefunden – eine Liebe, die das System töten wollte.
Jetzt willst du das System besiegen, doch dafür musst du zurück. Zurück in dein altes Leben. Zurück zu einem Geheimnis, das tief in dir verborgen ist.
Es wird alles verändern. Dein Leben. Deine Liebe.

Verlag: Fischer FJB | Format: Hardcover | Preis: 16,99€ | Seiten: 600 | Genre: Dystopie, Jugendbuch | Erscheinungsdatum: Januar 2013 | Spielt in: Fantasieland | Originaltitel: Reached | ISBN: 978-3841421517
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen. 

Erster Satz:
"Jeden Morgen geht die Sonne auf, färbt die Erde rot, und ich denke: Dies könnte der Tag sein, an dem sich alles ändert."

 

Worum geht es:
Cassia, Ky und Xander wurden getrennt und müssen ihr Leben nun, gedeckt und gestüzt durch die Erhebung, unabhängig von einander bestreiten. Kontakt ist ihnen wegen der sich immer verschlimmernden Lebensunstände der Menschen in den Provinzen nur selten möglich und auch der Preis dafür ist hoch. Cassia wird nach wie vor als Sortiererin eingesetzt, Ky arbeitet als Pilot der Erhebung und Xander ist als Medic im Krankenhaus tätig. Das ist auch bitter nötig, denn die von der Gesellschaft entwickelte und verbreitete Seuche greift immer stärker um sich, und trotz des vorhandenen Heilmittels haben die Ärzte alle Hände voll zu tun, die Erkrankten zu behandeln... Bis das Virus mutiert, und es keine Heilung mehr für die Kranken gibt. Der neue Virus rafft die Menschen dahin, versetzt sie in einen Komaartigen Zustand und macht vor niemanden Halt. Auch nicht vor Ky. 

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mir leider wirklich den letzten Nerv geraubt. Nach einem ganz gutem ersten Band und einem schwächeren aber auch noch guten zweiten Teil, war ich sehr auf das Ende der Trilogie gespannt. Voller Vorfreude habe ich mich vor über einem Monat ans Lesen gemacht, und wurde sehr sehr schnell ernüchtert. Normalerweise lese ich gute 8-9 Bücher im Monat, aber für dieses eine, 600 Seiten lange Buch habe ich jetzt sage und schreibe 5 Wochen gebraucht. Noch nie hatte ich so eine "Leseflaute", ausgelöst durch ein einziges Buch.

Der Grund dafür war der, dass es so so viele Punkte gab, die mich störten, dass ich einfach überhaupt kein Interesse am Weiterlesen hatte. Zum einen ist da der Punkt, dass bis ca. Seite 250 absolut überhaupt keine Spannung aufkommt, und die Geschichte vor sich hindümpelt ohne dass der Leser eine Ahnung hat, wohin die Reise führt. Aber das könnte ich noch verkraften, viele Bücher mit so hoher Seitenzahl haben manchmal etwas langatmige Anlaufphasen. Jedoch ist da ja noch der Schreibstil, und der ist leider unterirdisch. 
Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt, aber selten habe ich so ein schlecht geschriebenes Buch gelesen. Die Sätze sind hauptsächlich sehr einfach, bestehen aus vielen vielen Hauptsätzen mit immer den gleichen Floskeln. Viel schlimmer ist aber die wechselnde Zeitform, die mich einfach irre gemacht hat. 
Teilweise innerhalb von einer Seite wechselt die Erzählzeit von Präteritum zu Präsens und wieder zurück. Beispielsweise "Ky sagte:..." Nächster Satz: "Ich setze mich zu ihm, sehe ihn an". Nächster Satz "Er stand auf, und ging davon." Einfach furchtbar.

Außerdem nicht gefallen hat mir, wie sich die Geschichte entwickelt hat. Wendungen kamen völlig aus der Luft gegriffen, passten nicht zum vorherigen oder späteren Verlauf, waren völlig konstruiert oder aber so einfach, dass es fast schon lächerlich war, wie leicht sich schwerwiegende Probleme der Menschenheit lösen lassen. 

Viel positives kann ich leider nicht sagen. Mir gefiel, wie die Geschichte zum Schluss wirklich beendet war und kaum Fragen offen ließ. Selbst unbeantwortete Fragen aus dem 2. Band wurden aufgelöst, und mehr oder weniger kommt alles zu einem Happy End. 

Lesen muss man es aber definitiv nicht. Es ist absolut kein gutes Buch. 



Dienstag, 30. Oktober 2012

[Rezension] Julia Franck - Die Mittagsfrau

Klappentext:
Eine idyllische Kindheit in der Lausitz am Vorabend des ersten Weltkriegs, das Berlin der goldenen Zwanziger, die große Liebe: So könnte das Glück klingen, denkt Helene. Aber steht ihr die Welt wirklich offen? Helene glaubt unerschütterlich daran, folgt ihren Träumen und lebt ihre Gefühle - auch gegen die Konventionen einer zunehmend unerbittlichen Zeit. Dann folgt der zweite große Krieg, Hoffnungen, Einsamkeit - und die Erkenntnis, dass alles verloren gehen kann. Julia Franck erzählt in ihrem großen neuen Roman ein Leben, das in die Mühlen eines furchtbaren Jahrhunderts gerät, und die Geschichte einer faszinierenden Frau.

Verlag: Fischer | Seiten: 432 | Format: Hardcover | Preis: 19,95€ | Genre: Historischer Roman, Drama | ISBN: 978-3100226006

Erster Satz: 
"Auf dem Fensterbrett stand eine Möwe, sie schrie, es klang, als habe sie die Ostsee im Hals, hoch, die Schaumkronen ihrer Wellen, spitz, die Farbe des Himmels, ihr Ruf verhallte über dem Königsplatz, still war es da, wo jetzt das Theater in Trümmern lag."

 

Worum geht es:

Einen Zug von Stettin nach Berlin zu erwischen, ist schwer, fast unmöglich. Doch nach Wochen des erfolglosen Hoffens, gelingt es Alice sich und ihren Sohn in den Zug zu bringen. Umgestiegen werden muss nach einiger Zeit, an einem Bahnhof, doch an eben diesem verschwindet Alice, und Peter bleibt alleine zurück.
30 Jahre zuvor wachsen in einem kleinen Haus in Bautzen die Schwestern Helene und Martha auf. Der Vater ist im Krieg, die Mutter psychisch krank und eigentlich nur eine Belastung für die jungen Mädchen. Doch als sie von ihrer bis dato unbekannten Tante Fanny eingeladen werden, ihr Leben in Berlin fortzuführen, in einem eleganten, großen Haus, mit der Möglichkeit als Krankenschwestern zu arbeiten, besteigen sie den nächsten Zug, und lassen Bautzen hinter sich.


Meine Meinung:

Über die Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg findet man ja Bücher wie Sand am Meer. Dies sind meistens die Opfer, seltener die Täter, die die Protagonisten in den Romanen sind, oft mit einem schier unvorstellbaren Schicksal, oder Erfahrungen die wir uns gar nicht vorstellen können.
Davon weicht dieser Roman auf jeden Fall ab. Helene und Alice leben ein Leben, wie es wohl viele zu dieser Zeit gabe, zwischen Zuversicht, Hoffnung und dem puren Kampf ums Überleben. Eben ein "ganz normales Schicksal". In vielen Rezensionen wurde aber genau dies dem Buch vorgeworfen, dass es eben nur ein ziemlich geläufiges Leben schildere. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich sehr erschüttert bin, über Aussagen wie diese. 

Mal davon abgesehen, dass das Buch fiktional ist, finde ich es einfach unverschämt so sagen, ein Leben dass nicht von Grausamkeiten sondergleichen geprägt ist, sei nicht erzählenswert, oder gar langweilig. Dabei möchte ich aber zustimmen, dass es zeitweise eine Aneinanderreihung von Belanglosigkeiten ist, die der Spannung und dem Lesefluss nicht wirklich zuträglich sind. Dennoch hat es mich gefesselt, zu erfahren wie die Alice und Helene ihr Leben meistern, wie ihnen immer wieder Steine in den Weg gelegt werden, wie sie handeln.

Was mich jedoch viel mehr gestört hat, war das quasi nicht Vorhandensein von Emotionen in diesem Buch. Einzig bei Peter hatte ich das Gefühl, dass er überhaupt etwas fühlen kann. Helene, Martha und Leontine sind so unsympathische Personen, so rational und kalt, dass es nicht mehr nach Abwehrmechanismus aussieht, diese Zeit zu überstehen, sondern einfach von der Autorin konstruiert wirkt.

Auch der Schreibstil ist nicht wirklich gängig. Alleine wenn man sich den ersten Satz durchliest, erkennt man, dass es Frau Franck offensichtlich gefällt, einen Satz so zu verschachteln, dass man am Ende des Satzes, nicht mehr weiß, wie er begonnen hat. Anführungszeichen bei wörtlicher Rede sucht man eben so vergebens, wie manch grammtikalische Regeln. 

Fazit: Es ist ein Buch, das spaltet, dass zeigt ob man tatsächlich nur an Gräueltaten interessiert ist, oder sich auch mit den alltäglichen Sorgen dieser Zeit befassen kann und will. Es ist kein spannungsgeladenes Buch, aber definitiv faszinierend.




Dienstag, 14. August 2012

[Rezension] Linda Castillo - Die Zahlen der Toten

Klappentext:
Die verstümmelte Leiche der jungen Frau liegt auf einem schneebedeckten Feld. Ihr Mörder hat sie regelrecht abgeschlachtet und ihr eine römische Zahl in den Bauch geritzt. Fassungslos steht Kate Burkholder, die neue Polizeichefin im verschlafenen Painters Mill, Ohio, vor der grausig anmutenden Szenerie. Kann es wahr sein? Ist der, den sie damals den Schlächter nannten, und der vor 16 Jahren mehrere junge Frauen auf bestialische Weise tötete, wieder zurück?
Für Kate steht jetzt alles auf dem Spiel: Sie muss den Mörder so schnell wie möglich finden. Doch dann muss sie auch ein Geheimnis preisgeben, das sie ihre Familie und ihren Job kosten könnte.

Verlag: Fischer | Format: Taschenbuch | Seiten: 432 | Preis: 8,95€ | Genre: Thriller | ISBN: 978-3596184408
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Worum geht es:
Kate, die erste Polizeichefin im beschaulichen Painters Mill und ehemalige Amische, wird in ihrem ersten richtigen Mordfall direkt in ein Verbrechen katapultiert, dass selbst hartgesottene Polizeibeamte nicht kalt lässt. Auf einem Acker, auf dem Hof eines Amischen, wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Ihr wurde die Kehle aufgeschlitzt, man ließ sie ausbluten und ihr wurden die die Zahlen XXIII in den Bauch geritzt. Doch diese Morde sind nicht neu für die kleine Gemeinde. Vor 16 Jahren tötete ein Verbrecher in eben dieser Art Frauen in der Gegend, nur waren die Zahlen damals noch unter 10. 

Meine Meinung: 
Ich kann nicht genau sagen, woran es ganz genau lag, aber so wirklich warm geworden bin ich mit diesem Thriller nicht. Dabei hatte ich mich sehr auf das Buch gefreut, schon allein deshalb weil mich die Religion und das Leben der Amischen sehr interessiert und fasziniert. Doch obwohl auch das Thema der Morde wirklich spannend und gut gewählt war, konnte mich das Buch nicht fesseln. Wenn ich einen Thriller lese, will ich beim Weglegen des Buches das Gefühl haben, dass ich eigentlich sofort weiterlesen MUSS, aber dieses Verlangen blieb beim Lesen aus. Ich kam nicht vorran beim Lesen.
Ich denke, dass das vor allem am Schreibstil lag, der meiner Meinung nach eher stockend und teilweise einfach schlecht war. Jedoch liegt das definitiv an der Übersetzung, denn manches Mal habe ich mich wirklich gefragt, was da falsch läuft. Nicht nur Schreibfehler, sondern gravierende grammatikalische Fehler zieren das Buch. Eine weitere eher störende Angelegenheit war auch das ständige Andeuten in der ersten Hälfte des Buches der Geschehnisse der Vergangenheit "...doch Kate wusste wie es damals war;.. dann erinnerte sich Kate an.. ; Kate dachte an die grausame Sache vor 16 Jahren." Ich hatte auch schon nach zweilmaliger Erwähnung verstanden, dass damals etwas schlimmes geschah- das muss man mir nicht über 200 Seiten fortwährend unter die Nase reiben ehe man es dann endlich aufklärt.

Die Charaktere waren wirklich nett ausgearbeitet, konnten mich aber nicht für sich gewinnen. Kate ist mir so unglaublich unsympathisch, und vor allem die Beziehung zu John Tomasetti ist für mich in keinster Weise nachvollziehbar, noch seine plötzliche Wandlung vom saufenden Wrack zum toll ermittelnden Helden. Seit dem ersten Zusammentreffen der beiden weiß man, wie das ganze ausgehen wird, und leider war die Handlung dann auch genauso platt, wie angenommen.



Sonntag, 29. Juli 2012

[Rezension] Ally Condie - Cassia & Ky, Die Flucht (Bd. 2)

Klappentext:
Wie durch ein Wunder gelingt Cassia die Flucht in die Äußeren Provinzen. Sie will nach Ky suchen, ihrer großen Liebe.
Dort kämpft Ky als Soldat für die Gesellschaft und ist ununterbrochen brutalen Angriffen ausgesetzt. Als Cassia endlich auf eine Spur von Ky stößt, ist er bereits entkommen und auf dem Weg in die wilden Canyons in den Grenzgebieten.
Verzweifelt macht sich Cassia auf den lebensgefährlichen Weg.  Was wird sie am Ende der ihr bekannten Welt finden? Zwischen steinigen Schluchten und staubigen Pfaden sucht Cassia nicht nur nach Ky  –  sondern auch nach sich selbst.

Verlag: FJB | Preis: 16,99€ | Format: Gebunden | Seiten: 464 | Genre: Jugendbuch, Dystopie | empfohlenes Alter: 14-17 | ISBN: 978-3841421449
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Worum geht es:

[Achtung, Spoileralarm über den ersten Teil] Nachdem Ky vor Cassias Augen abtransportiert wurde, beschließt sie ihn, koste es was es wolle, zu finden. Und so begibt sie sich auf eine gefährliche Reise in die äußeren Provinzen, zusammen mit den Abbration und Anomalien, um Ky aufzuspüren. Die Leute die dort in den Provinzen gegen den Feind kämpfen sollen werden immer jünger und ihre Überlebenszeit dort zunehmend geringer. Doch davon weiß Cassia im Gegensatz zu Ky noch nichts. Um diesem Schicksal zu entgehen, flieht Ky in einer Nacht und Nebelaktion zusammen mit seinem neuen Freund Vick und dem kleinen Eli. Und so verpassen sich Cassia und Ky nur um kurze Zeit, doch Cassia beschließt Ky in die Canyons zu folgen..


Meine Meinung:

Nachdem mich auch das erste Buch schon nicht wirklich so sehr begeistern konnte, wie es von anderen Dystopien gewohnt war, bin ich an dieses hier von vornherein schon etwas skeptischer heran gegangen. Leider wurden meine Bedenken auch bestätigt, denn ich finde nicht dass dies eine gelungene Fortsetzung, noch ein besonders gutes Buch ist. 
Mein großes Problem ist eigentlich nicht was passiert, sondern wie es passiert. Alles läuft unfassbar glatt, wenn Probleme auftreten finden sie in kürzester Zeit eine Lösung, und alles wirkt auf mich mehr wie ein Spaziergang durch ein paar Felsen, als eine Lebensbedrohliche Tortur durch die menschenleeren und -feindlichen Canyoyns. Es geht ja schon damit los, dass Ky und seine Freunde gut einen Tag Vorsprung haben, gestärkte und fitte junge Männer sind, und trotzdem nach nur wenigen Tagen nach ihrem Aufbruch von der sehr zierlichen, geschwächten Cassia und ihrer Begeleiterin eingeholt werden, die sich natüüürlich instinktiv für die richtige Spalte beim richtigen Eingang und den richtigen Weg in den Bergen entschieden. Das ist einfach nur unglaubwürdig, und nimmt der Szenerie die eigentlichen bedrohlich wirken soll, es geht immerhin ums Überleben, ihre Wirkung.

Weiterhin passiert mir viel zu wenig Handlung für 400 Seiten. Beinahe 3/4 des Buches halten sie sich in den Bergen auf, und wandern und überlegen. Ihre Überlegungen und Pläne, selbst die Gespräche drehen sich dabei stetig im Kreis, so dass ich zeitweise absolut das Interesse am weiterlesen verloren habe, und auch gut 20 Seiten hätte überspringen können ohne das etwas passiert. 

Die Entwicklung der Charaktere, und Vick als Charakter im Speziellen hat mir allerdings gut gefallen. Alle trafen ganz individuelle Entscheidungen, auf Grund ihrer gemachten Erfahrungen und entwickelten sich in unterschiedliche Richtungen. Zwar bin ich auch manchen Entscheidungen bis zum Schluss nicht schlau geworden, aber dennoch war das schon wesentlich authentischer.

Den dritten Teil werde ich wohl trotzdem lesen, alleine schon um zu erfahren wie die Geschichte ausgeht. Wer aber mit der Reihe um Cassia und Ky noch nicht begonnen hat, muss es auch nicht unbedingt machen.




Dienstag, 8. Mai 2012

[Rezension] Ally Condie - Cassia & Ky: Die Auswahl

Klappentext:
Das System sagt, wen du lieben sollst - aber was sagt dein Herz?
Stell dir vor, du lebst in einer Welt, die ein absolut sicheres Leben garantiert. Doch dafür musst du dich den Gesetzen des Systems beugen: den Menschen lieben, der für dich bestimmt wird. Was würdest du tun? Für die wahre Liebe dein Leben riskieren? Für die 17-jährige Cassia ist heute der wichtigste Tag ihres Leben: Sie erfährt, wen sie mit 21 heiraten wird. Doch das Ergebnis überrascht alle: Xander, Cassias bester Freund, ist als ihr Partner vom System ausgewählt worden. Als jedoch, offenbar wegen eines technischen Defekts, das Bild eines anderen Jungen auf dem feierlich überreichten Microchip auftaucht, wird Cassia misstrauisch. Kann das System wirklich entscheiden, wen sie lieben soll?
Verlag: FJB | Format: Hardcover | Preis: 16,95€ | Seiten: 452 | Genre: Jugendbuch, Dystopie | ISBN: 978-3841421197
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Worum geht es: 
Jahrelang hat Cassia auf ihren großen Tag gewartet, auf den Tag des Paarungsbanketts. Denn in ihren Zeiten, in Zeiten der Perfektion und der Sicherheit von gutem Genmaterial und der Verhinderung von Mutationen, wird der ideale Partner fürs Leben von der Regierung ermittelt. Die Mädchen ziehen dann fort von zu Hause, in die Heimat ihrer Partner, denn die Wahrscheinlichkeit dass der ideale Partner in der eigenen Provinz lebt, ist im Prinzip gleich Null. Doch dann geschieht das Unfassbare: Cassias idealer Partner ist ihr bester Freund Xander, der in der gleichen Straße wohnt wie sie.
Als sie sich zu Hause jedoch den Chip mit Infos über Xander ansehen will, taucht vor ihren Augen jemand auf, der nicht Xander ist, und trotzdem kein Unbekannter. Ky, eine Aberration, der sich eigentlich gar nicht im Pool der Paarungsfähigen befinden dürfte. Und plötzlich wird Ky für sie interessanter. Interessanter noch als Xander; und das ist gegen das Gesetz.

Meine Meinung:
Ich kenne glaube ich keine weitere Dystopie, die so die Gemüter spaltet. Entweder man liebt oder man hasst die Geschichte, aber neutrale Meinungen habe ich bisher kaum gehört. Müsste ich mich entscheiden, würde ich aber ganz klar zum Pol der Befürworter übersiedeln, denn allen negativen Rezensionen zum Trotz hat es mir sehr gut gefallen.
Die Geschichte, bzw. die Dystopie würde ich zwar als sehr klassisch, fast schon ausgelutscht, beschreiben, aber da es immer darauf ankommt, ob man so einen Plot schon mal gelesen hat, oder es jetzt die erste Dystopie ist, werde ich das in meine Bewertung nicht mit einfließen lassen. 

Ich mag die Charaktere des Buches wirklich gerne, wobei ich nicht ganz verstehen kann, was Cassia an Ky so toll findet. Aber das ist meistens mein Problem bei Liebesgeschichten in Jugendbüchern, dass es für mich nicht nachvollziehbar ist, wie man sich plötzlich in jemanden verlieben kann, ohne ihn zu kennen, und für diesen jemand dann alles auf Spiel zu setzen.
Ich jedenfalls wäre bei Xander geblieben, scheint nen netter Kerl zu sein ;) 

Weshalb ich aber einen Stern abziehen möchte, sind die Logikfehler im Buch und fehlende Erklärungen dazu, wie es zu dieser Welt kommen konnte. Wieso zum Beispiel kennt keiner mehr einen Kompass oder eine Puderdose? Das erscheint mir doch schon sehr abstrakt, wird aber nicht erklärt. Also entweder spielt es wirklich hunderte Jahre in der Zukunft, oder aber die Autorin hat sich keine ausgereiften Gedanken gemacht. 

Alles in allem hat es mir aber schon sehr gut gefallen, und ich freu mich wirklich, dass ich den zweiten Teil bereits zu Hause habe :) 




Freitag, 4. Mai 2012

Rezension: Steffi von Wolff - Glitzerbarbie

Klappentext:
Caro macht mit ihrem Freund Marius Urlaub in der Karibik. Der leider mit einem Schiffbruch und dem Aufenthalt auf einer einsamen Insel endet. Die beiden ernähren sich zwangsweise von Bananen und Kokosnüssen und hoffen auf Rettung. Diese naht, allerdings für Caro mit einer Überraschung: dem Angebot für eine eigene Talkshow. Caro überwindet Schlager singende Guerillakommandos, Säure spritzende Psycho-Frauen - und wird berühmt. doch ihre Freunde sind genervt und in ihre Beziehung schlägt der Blitz ein. Caro schlägt zurück...

Verlag: Fischer | Preis: 7,99€ | Format: Taschenbuch | Seitenanzahl: 285 | Genre: Humor; Frauen | ISBN: 978-3596160778
 Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen

 

Worum geht es: 

Caro, das Chaos in Person, bekommt das Geschenk von ihrem Freund Marius, von dem alle Frauen träumen, eine Kreuzfahrt durch die Karibik (fragt sich nur, ob das auch die Frauen auf der Titanic dachten, und die die nicht schwimmen können, und die die seekrank werden, und die die Platzangst bekommen in den engen Kabinen, und überhaupt alle, die keine Kreuzfahrten mögen?!). Doch dann passiert genau das, das eigentlich unmöglich ist. Sie und Marius stranden nach einem Schiffbruch auf einer einsamen Insel und harren ihr Schicksal aus. Glücklicherweise kommt aber schon bald Rettung: Roland Dunkel, der schrecklichste Mann der Welt, und ein Filmproduzent, der Caro anbietet in Zukunft eine Talkshow zu moderieren.. Ohje. 


Meine Meinung

Mjaaaaa, najaaaa. Ich mach aber auch immer wieder dieselben Fehler, und greife zu Büchern eines Genres, von dem ich weiß, dass es mich selten vom Hocker haut. Aber der Titel des Buches hat mich so angesprochen, und auch der Klappentext klang super lustig.
Die Umsetzung ist jedoch eher schwach. Beziehungsweise viel too much- die Geschichte ist sowas von übertrieben und unrealistisch, dass Stellen an denen ich wohl einfach lachen sollte, ich sie so bescheurt fand, dass ich nicht mal innerlich schmunzeln musste. Klar, auf sowas bauen humoristische Bücher auf, aber das Maß der Übertreibung ist zu viel. 

Generell hat die Geschichte für mich keine wirklich "Handlung". Es kommt mir eher so vor, als hätte die Autorin viele gute Ideen gehabt, und diese dann einfach auf Teufel komm raus zusammengesetzt.Da ergeben Szenen keinen Sinn im nachhinein, oder wurden quasi einfach fallen gelassen.




Dienstag, 7. Februar 2012

Els Beerten - Als gäbe es einen Himmel

Klappentext:
Jef träumt davon, ein Held zu werden, am liebsten gemeinsam mit seinem besten Freund Ward. Seine Schwester Renée braucht keine Helden. Sie liebt Ward, sein betörendes Spiel auf dem Saxophon und seinen samtenen Blick. Aber es ist 1943. Mitten im Krieg. An der Ostfront wird ein knallharter Krieg gegen die Russen geführt. Die Deutschen erleiden große Verluste und brauchen dringend tapfere junge Männer, um ihnen zu helfen.
Für die Jungen eine Traumchance, ein Held zu werden. Für Volk und Vaterland. Für eine bessere Welt. Ward zieht lieber heute als morgen los. Aber nicht alle denken so.
Eine ergreifende Geschichte über Krieg in Zeiten der Liebe, und über die zerstörerischen Entscheidungen, zu dem ein Krieg die Menschen zwingt. 

Das Buch ist im Fischer FJB Verlag erschienen, hat 640 Seiten und kostet als Hardcover 19,95€ 
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen 

 

Worum geht es:

1947. Ward ist zurück gekehrt, doch alle im Dorf wissen. Das hätte er nicht tun sollen. Denn jetzt wird man ihm sicherlich die Todesstrafe geben. Hoffentlich werden sie das tun, denn Ward ist ein Verräter, ein schwarzer Soldat, der die Deutschen im Krieg unterstütze und Belgien verraten hat. Aber Ward hat sich selbst angezeigt. 

Jef hingegen ist der Held des Dorfes. Vor einigen Jahren wurde ihm eine Medaille verliehen, die das auch bestätigen kann: Für Tapferkeit und Mut sich gegen den Feind und für Belgien ggf. zu opfern. Das ganze Dorf verehrt Jef,ganz besonders aber sein kleiner Bruder Remi. Wie sollte er es auch anders wissen- noch ist er zu klein um die Wahrheit zu erfahren, zumindest sagen ihm das alle schon seit langen. Und wieso er nicht mehr Wards bester Freund sein darf, obwohl seine Schwester Renee ihn doch auch mochte, weiß er auch nicht so richtig. Eines weiß Remi allerdings: Er kann Wunder vollbringen. 


Meine Meinung: 

Wow!
Ich habe wirklich schon viel Kriegsliteratur gelesen, meistens nicht fiktive Romane oder eben auch Biographien, aber Els Beertens Roman steht diesen in nichts nach. Es schildert die Sicht auf den Krieg aus der Sicht 4 belgischer Kinder bzw. Jugendlicher, die versuchen Helden zu werden, die versuchen Helden zu bleiben, und die versuchen sich ihr Leben vom Krieg nicht kaputt machen zu lassen. Ganz besonders toll fand ich allerdings Remi- soo ein tolles Kind, ich wünschte ich hätte so einen kleinen Bruder. Es sickern nach und nach immer mehr Informationen hervor, die der Geschichte jedes Mal eine neue Wendung geben. Dachte man bisher noch, jetzt geht es aber so und so weiter, gibt es eine Rückblende und plötzlich sieht alles ganz anders aus. 
Generell hat mir dieses Prinzip der Rückblenden sehr gut gefallen. Man wechselt immer zwischen den Jahren 1943- 1947 und der Autorin ist es gelungen, die Charaktere auch in dieser Zeit entsprechend weiter zu entwickeln. 

Einzig ein Wehrmutstropfen bleibt, deren Sinn ich ehrlich gesagt nicht ganz verstehe. Der Prolog des Buches ist das Jahr 1967, als sich alle auf einer Beerdigung befinden. Dadurch dass man nun aber von Anfang an weiß, wie es quasi ausgehen wird, ist das Ende ziemlich klar. Hätte ich das nicht gewusst, ich hätte gewettet das das Buch anders ausgehen würde.



Vielen Dank an den Fischer Verlag
für dieses Rezensionsexemplar :)

Samstag, 7. Januar 2012

Rachel Klein - The Moth Diaries, Die Sehnsucht der Falter

Klappentext:

Wenn das Unerklärliche geschieht, wem kannst du glauben? Als in Rebeccas Internat eine Schülerin vom Dach in den Tod stürzt, breitet sich die Angst aus. Ihre Freundin Lucy zieht sich immer mehr aus der Wirklichkeit zurück. Hat die rätselhafte Ernessa mit alldem zu tun, die neu auf die Schule gekommen ist und um die sich dunkle Gerüchte ranken? Rebecca wird immer verstörter. Realität und Phantasie verschwimmen, und eine schreckliche Wahrheit kommt ans Licht – steht sie in ihrem Tagebuch?

Das Buch ist im FJB Fischer Jugendbuch Verlag erschienen, hat 312 Seiten und kostet 14,95€
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen 

 

Worum geht es:
Rebecca ist 16 Jahre alt, und inzwischen schon das dritte Jahr an ihrer Schule als Internatsschülerin. Sie liebt die Atmosphäre dort, lenkt sie sie doch von dem Selbstmord ihres Vaters ab. Das Leben könnte dieses Jahr besonders schön werden, hat sie doch endlich ein Zimmer neben Lucy ihrer besten Freundin, bekommen. Aber die neue Schülerin Ernessa benimmt sich sehr merkwürdig, und nimmt immer mehr Besitz von Lucy.

Meine Meinung:

Anfangs fand ich das Buch wirklich klasse. Die Atmosphäre der Schule hat mir unglaublich gut gefallen und auch die Probleme von Rebecca waren sehr authentisch. Sie tat mir unheimlich Leid wie sie nach und nach feststellen musste, dass sich ihre Freunde von ihr abwenden, und keiner außer ihr Ernessa merkwürdig findet. Alles in ihr sträubt sich die Situation zu akzeptieren, aber es ist einfach nicht möglich dagegen anzukommen. 
Doch dann fing das Buch an nach und nach skurril und völlig abgedreht zu werden. Sie wurde völlig paranoid und ich als Leser konnte nicht mehr unterscheiden was denn nun Realität und was ihrer Phantasie entsprungen ist.  Das hat mich mit zunehmender Länge des Buchs immer mehr genervt.

Ich kann jetzt nicht einmal sagen, ob es ein Buch über die Psychose eines Mädchens, ein Fantasybuch (wer es gelesen hat, weiß was ich meine) oder ein Drama ist. Außerdem wurde bis auf den Klappentext nicht einmal ihr Name erwähnt, und auch andere Charaktereigenschaften werden geklärt. Rebecca kommt also nur als das eifersüchtige, paranoide Mädchen rüber.

Auch das Ende ist nicht wirklich befriedigend. Da hilft auch das fiktive Nach- und Vorwort nicht bei der Klärung der noch offenen Fragen.



Vielen Dank an den Fischer Verlag
für dieses Rezensionsexemplar

Freitag, 23. Dezember 2011

Moira Young - Dust Lands

Klappentext:
Die 18-jährige Saba lebt sehr abgeschieden mit ihrem Vater, ihrem Zwillingsbruder Lugh und ihrer kleinen Schwester Emmi in einer extrem kargen Einöde am Silverlake bis eines Tages vier bewaffnete Reiter auftauchen, um den Bruder zu entführen. Saba schwört, Lugh zu finden und zu befreien. Dazu muss sie ihr Zuhause verlassen, eine Wüste durchqueren und viele Gefahren überstehen. Sie wird gefangen genommen und verwundet. Auf ihrem abenteuerlichen Weg lernt sie die Welt jenseits des Silverlake kennen: Ein wüstes Land, in dem es keine Zivilisation mehr gibt, keine Bücher mehr, keine normalen Verkehrsmittel. Es wird von einem verrückten König und seinen Soldaten beherrscht, die die Bevölkerung mit einer Droge in Schach halten. In Hopetown muss Saba in der Arena kämpfen, aber sie trifft dort auch auf einen Mann, der sie liebt, und eine Truppe von Rebellinnen, die sie unterstützen. Doch kann sie ihnen wirklich trauen? 

Das Buch ist im Fischer FJB Verlag erschienen, hat 449 Seiten uns kostet 16,99€.
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen 

 

Worum geht es:
Saba lebt mit ihrem Zwillingsbruder Lugh, ihrer kleinen Schwester Emmi und ihrem Vater sehr abgeschieden. Seit dem Tod ihrer Mutter ist alles anders, doch trotzdem machen die 4 aus ihrem Leben das beste. Zumindest so lange bis plötzlich und unerwartet einige Männer, die Tontons, bei ihnen aufkreuzen und Lugh entführen und Sabas Vater umbringen. Von da an kocht die Wut in ihr, und sie macht sich auf den Weg ihren Bruder zu retten. Der Weg ist lang und beschwerlich und außerdem hat sie zu allem Überfluss auch noch die 9jährige Emmi dabei, die sich weigert in Sicherheit zu bleiben. 

Meine Meinung:
Mmmmmh. Ich weiß nicht so richtig wie ich über das Buch denke. Es ist schon so, dass ich das Buch unfassbar schnell gelesen habe, was dafür spricht, aber ich habe bis jetzt nicht vor mir den 2. Teil der Triologie zu kaufen. Aber vielleicht sollte man ein Buch nicht an der Fortsetzung messen, und deshalb ist das Buch wohl doch nicht so schlecht gewesen :D
Was mir aber sehr negativ aufgefallen ist, ganz unabhängig vom Inhalt, sind zum einen die mangelnde Anführungsstriche (die nunmal einfach dazu gehören!), aber darüber kann man nach einigen Seiten hinweg sehen. Zum anderen aber hat mich die Sprache soo extrem genervt, denn die Endungen der Verben wurden einfach schlicht weggelassen: "Ich sterb.", "Ich renn los." oder auch " Das Blut rauscht in mein Ohren". Schreeeecklich dieser Schreistil. Der hat mich das eine oder andere mal aus dem Lesewahn gerissen.

Ansonsten fand ich das Buch ziiiemlich spannend, wenn auch eher unrealistisch. Es spielt halt in der Zukunft aber die Leute leben wie vor 200 Jahren. Haben die Leute Elektrizität, Technik und Fortschritt einfach vergessen? Dafür finde ich aber die natürlichen Gegebenheiten klasse. Alles ist ausgedörrt, verbraucht etc. (Ich sag nur Klimaerwärmung ;) ). 
Ist man erst einmal richtig in die Handlung reingekommen, will man gar nicht mehr aufhören. Es ist furchtbar spannend, liegt bestimmt auch an den Pageturnern ;) , aber die Handlung hat es echt in sich: Kämpfe, Flucht, etc. Zwar ist die Handlung auch recht gewalttätig für einen Jugendroman, aber wer die letzten Harry Potter Bücher oder den letzten Panem- Teil gelesen hat, ist sowas ja gewohnt ;) Saba ist wirklich nicht gerade zimperlich im Umgang mit ihren Waffen, aber wäre es anders geschrieben würde das Buch ziemlich an Spannung verlieren. 

Spannende Dystopie :) 




Ich habe das Buch von BloggdeinBuch.de erhalten.




Sonntag, 11. Dezember 2011

Das wird ein Fest

Einen Klappentext gibts hier nicht, sind eben 24 Kurzgeschichten, von 24 verschiedenen Autoren, aber folgende Autoren haben hier eine Geschichte geschrieben:
Sabine Alt, Ralf Husmann, Kate Saunders, Barbara Wood, Oliver Bottini, Claudia Rusch, Sabine Weigand, Thomas Hermanns, Jörg Maurer, Kristín Marja Baldursdóttir, Nina Schmidt, Daniela Larcher, Peter James, Martina Brandl, Klaus-Peter Wolf, Michael Gantenberg, Theresa Bäuerlein, Yrsa Sigurðardóttir, Thomas Mielke, Steffi von Wolff, Tine Wittler, Elke Versper, Oliver Uschmann & Sylvia Witt, Cecelia Ahern 

Die auf die ich mich am meisten freue hab ich dick gemacht :) 

Das Buch ist im Fischer Verlag erschienen, hat 350 Seiten, und kostet 10,00€
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen

 

Meine Meinung:
Die Handlung kann ich ja weg lassen. Bisher habe ich 8 Geschichten mit 8 verschiedenen Themen gelesen und einige davon fand ich echt toll. 
Es ist irgendwie wirklich schön, sich Abends vor dem zu Bett gehen, noch einmal einzukuscheln und das Buch zu lesen, aber an 2 Tagen habe ich mich auch doch schon geärgert, dass ich mir die Zeit genommen habe. 2 der Geschichten waren nämlich einfach nur unnötig, und kein bisschen weihnachtlich. Das erwarte ich aber. 
Es gab aber auch 2 Geschichten, die ich ganz toll fand. Die eine handelte von einem Weihnachtsfest Anfang des 20. Jahrhunderts, und die Stimmung war einfach so hinreißend beschrieben; und die andere die mir wirklich sehr sehr gut gefallen hat, thematisierte ein Weihnachtswunder am Barbaratag (den ich übrigens erst seit der Werbung kenne :D).

Alles in allem, kann ich das Buch aber weiter empfehlen. Das Lesen geht recht schnell (nach 7 Tagen hatte man 100 Seiten gelesen) und die Geschichten sind zum Großteil echt süß :)


Cecelia Ahern - Zeit deines Lebens

Klappentext: 
Lou Suffern ist ein "BWM", ein Beschäftigter Wichtiger Mann. So wichtig und beschäftigt, dass er den 70. Geburtstag seines Vaters vergisst, seine Frau leichthin betrügt und seinem kleinen Sohn noch nicht ein einziges Mal die Windeln gewechselt hat.
Eines Tages verwickelt ihn ein Obdachloser namens Gabriel in ein Gespräch. Lou fühlt sich dem Unbekannten seltsam verbunden und verschafft ihm kurzerhand einen Job was nun wirklich nicht seine Art ist. Doch auch Gabriel hat ein Geschenk für Lou: ein rätselhaftes Mittel, durch das Lou ein anderer wird. 

Das Buch ist im Fischer Verlag erschienen, hat 384 Seiten und kostet 9,99€ als Taschenbuch. 
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen

 

Worum geht es:
Lou ist Mitte 30 und hat in seinem Leben das erreicht, was er immer haben wollte. Obwohl, nein, eigentlich ist nach oben immer Luft, und so arbeitet er jeden Tag wie ein Besessener, ohne dabei an seine Familie zu denken. Das ist aber auch völlig in Ordnung für ihn, schließlich verdient er einen sechsstelligen Jahresbetrag, und dafür kann seine Frau ihm dankbar, und seine Familie stolz auf ihn sein- findet er. Als er aber Gabe, einem Obdachlosen der ihm verdammt ähnlich sieht, zu einem Job verhilft, ändert sich sein ganzes Leben. Gabe fängt an sich in sein Leben einzumischen, erteilt ihm Ratschläge, und führt im Dinge vor Augen, die er eigentlich nicht sehen wollte.

Meine Meinung:
Dies ist wohl die wahrste Geschichte, die ich seit langem gelesen habe. Gerade heutzutage ist doch jeder nur noch auf Profit aus, und vergisst dabei oft was um ihn herum passiert und ob man seine Lieben nicht verletzt. Lou ist genau so ein Mann, der alles hat, und doch irgendwie ein armer Tropf ist. Es ist im Prinzip gar nicht mal  sowas neues oder innovatives was Cecelia Ahern da geschrieben hat, sondern einfach nur unsere Gesellschaft anhand eines Mannes. 
Gabe, der gute Gabe, ist mir ehrlich gesagt aber furchtbar unsympathisch. Er ist es, der versucht Lou die Augen zu öffnen, um zu erkennen, dass es noch mehr geben muss als Arbeit, aber mir geht er dabei sowas von auf die Nerven, dass ich Lou total verstehen konnte- teilweise. 

Man ahnt ja auch von Anfang an, wer dieser Gabe sein könnte, und was er von Lou will, aber ich bin einfach nicht drauf gekommen, obwohl ich ihm so ziemlich alles unterstellt habe zu sein :D
Der Schluss ist dann ganz furchtbar traurig, und irgendwie war es das ganze Buch auch unterschwellig schon.

Eine sehr berührende und so wahre Geschichte zur Weihnachtszeit.


Cornelia Funke - Hinter verzauberten Fenstern

Klappentext:
Warum hat mein blöder kleiner Bruder Olli den schönen Schokoladenadventskalender bekommen und ich nur diesen doofen Papieradventskalender, ärgert sich Julia. Doch das auf ihrem Kalender abgebildete Haus glitzert so silbrig und geheimnisvoll, dass Julia der Versuchung nicht widerstehen kann und das erste Fenster ihres Kalenderhauses öffnet. Da bemerkt sie, dass das Haus bewohnt ist und dass sie die Menschen, die darin leben, besuchen kann. Damit beginnt ein ganz ungewöhnliches Abenteuer... 

Das Buch ist im Fischer Verlag erschienen, hat 180 Seiten, und kostet 8,95€ als Taschenbuch.
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen

 

Worum geht es:
Julia wartet wie jedes Jahr vor Weihnachten ganz gespannt darauf, dass ihre Mama endlich vom Einkaufen zurück kommt, und ihr und ihrem kleinen Bruder Adventskalender mitbringt. Als sie da ist, holt sie aber nur einen dicken und einen sehr dünnen, ohne Schokolade heraus. Julia bekommt nicht den gewünschten Schokokalender, sondern nur einen langweiligen Bilderkalender und ist stinksauer. Nachts allerdings beschließt sie sich das doofe Ding doch mal anzusehen, immerhin glitzert er so schön, und öffnet ein Fenster. Langweilig. Aber am nächsten Morgen hat sich das Bild dahinter verändert...

Meine Meinung:
Das Buch ist eine richtig kleine, süße Kindergeschichte. Ich habe es an einem Tag durchgelesen, und war danach so richtig in Weihnachtsstimmung. Es ist einfach unheimlich niedlich was Julia in der Kalenderwelt erlebt, und wie die Geschichte ausgeht. Es ist natürlich ein Kinderbuch, mit wunderschönen Illustrationen, da kann man keine mega spannende Geschichte erwarten, aber mir hat es wirklich sehr gefallen, und ich denke, dass das auch ein schönes Geschenk für kleine Geschwister und Kinder sein könnte :) 




John Boyne - Der Junge im gestreiften Pyjama

Klappentext:
Der neunjährige Bruno weiß nichts von der Endlösung oder dem Holocaust. Er
ist unberührt von den entsetzlichen Grausamkeiten, die sein Land dem europäischen Volk
zufügt. Er weiß nur, dass man ihn von seinem gemütlichen Zuhause in Berlin in ein Haus
verpflanzt hat, das in einer öden Gegend liegt, in der er nichts unternehmen kann und keiner mit
ihm spielt. Bis er Schmuel kennenlernt, einen Jungen, der ein seltsam ähnliches Dasein auf der
anderen Seite des angrenzenden Drahtzauns fristet und der, wie alle Menschen dort, einen
gestreiften Pyjama trägt. Durch die Freundschaft mit Schmuel werden Bruno, dem unschuldigen
Jungen, mit der Zeit die Augen geöffnet. Und während er erforscht, wovon er unwissentlich ein
Teil ist, gerät er unvermeidlich in die Fänge des schrecklichen Geschehens.

Das Buch ist im Fischer Verlag erschienen, hat 272 Seiten und kostet 7,95€.
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen


Worum geht es:
Der Klappentext verrät eigentlich schon ziemlich viel über das Buch: Bruno, 9 Jahre alt, muss 1943 mit seiner Familie, gegen seinen Willen, aus ihrem schönen Haus umziehen. Vater hat das so bestimmt, und was Vater bestimmt wird auch gemacht. Der Ort aber an dem sie landen gefällt Bruno überhaupt nicht. Weder das Haus, noch die Tatsache dass es keine Freunde zum spielen gibt. Außerdem sind da noch die Menschen die hinter dem Stacheldrahtzaun leben, alle gestreifte Pyjamas tragen dürfen, während Bruno ihnen nur von seinem Fenster aus zusehen kann. Dann aber lernt er einen Jungen kennen, Schmuel, der auf der anderen Seite des Zauns lebt, und von nun an sein bester Freund wird.

Meine Meinung:
So ganz überzeugen konnte mich das Buch nicht. Es ist eben aus der Sicht eines neunjährigen Jungen geschrieben, der aber so naiv ist, dass man ihn durchaus auch für einen fünf- oder sechsjährigen halten könnte. Diese Perspektive wird aber knallhart durchgezogen, so dass einem Bruno nicht nur als recht naiv sondern zeitweise auch ziemlich dumm vorkommt. Da wäre zum einen die Tatsache, dass sein Vater irgendeinen wichtigen Posten im NS Regime inne hat, Bruno das aber nicht weiß, und auch keine Ahnung hat wer überhaupt der "Furor" (ich hab übrigens erst recht spät mitbekommen, dass Furor= Führer ist. Mir ist allerdings neu, dass Berliner mit österreichischem Akzent sprechen) ist, und denkt der Ort an dem er nun wohnt heißt Aus-Wisch. Klar. 
Trotzdem aber zeigt die Geschichte auch, wie tief die Bindung zwischen zwei Jungen sein kann, die sich eigentlich nicht mögen dürften, die eine große Gefahr damit eingehen sich zu treffen, und die ein Schicksal teilen ohne zu wissen, dass sie es tun. 
Ein Punkt ist aber noch, den ich wirklich nicht besonders toll fand. Ich kenne mich wirklich gut aus mit der Thematik der Konzentrationslager, habe unglaublich viel darüber gelesen, geschaut und selbst besichtigt, aber dieses Buch hat einige Fehler, bzw. schlecht recherchierte Fakten. 

Ein Satz aus dem Nachwort des Autors ist mir dabei ganz besonders in Erinnerung geblieben ist: 
Denn sie stehen für alle, die nicht weiterleben durften, um ihre Geschichte selbst zu erzählen.


Cecelia Ahern - P.S. Ich liebe dich

Der Klappentext:
Holly und Gerry hatten einen einfachen Plan: Sie wollten für den Rest ihres Lebens zusammenbleiben. Hollys Mann Gerry ist tot, ein Gehirntumor. Und Holly weiß nicht, wie sie alleine weiterleben soll. Sie ist erst 29, und ihr Leben scheint zu Ende. Doch dann entdeckt sie, dass Gerry ihr während seiner letzten Tage Briefe geschrieben hat. Mit Aufgaben für Holly, für jeden Monat eine ...  


Das Buch ist im Krüger Verlag erschienen, hat 414 Seiten und kostet 8.95€
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen 



Worum geht es:
Holly vegetiert nur noch vor sich hin. Sie ist einfach zu traurig, zu leer, zu einsam um irgendwas zu schaffen. Vor wenigen Wochen ist ihr Mann Gerry mit nur knapp 30 Jahren an einem Hirntumor verstorben, und das obwohl es doch nur mit Kopfschmerzen angefangen hatte. Jetzt ist er tot, und Holly weiß einfach nicht wie es weitergehen soll. Sie verschließt sich vor der Welt, und fühlt sich auch nicht in der Lage, einen Brief bei ihrer Mutter abzuholen der schon so lange da liegt. Als sie aber den Namen hört, klammert sie sich an diesen letzten Strohhalm. Kann es wirklich sein, dass ihr Mann ihr vor seinem Tod eine Liste geschrieben hat, so wie er es immer im Spaß gesagt hat?!
Gerry hat unbemerkt von Holly Briefe für sie geschrieben, für jeden Monat einen, mit Aufgaben die sie zurück ins Leben führen sollen.

Meine Meinung:
Das ist vermutlich wieder so ein Buch, dass alle schon gelesen haben (oder zumindest den Film geschaut) - ich nicht. Ich habe immer ein bisschen Angst davor so traurige Bücher zu lesen, weil ich doch sehr empathisch bin, und noch lange darüber nachdenke. Jetzt habe ich mich rangetraut, und bin überwältigt. Dieses Buch ist so unglaublich traurig, dass ich vor fremden Leuten in der Bahn meine Tränen wegwischen musste, dass ich mehr darüber nachdenke wie wichtig es ist, die Zeit mit seinen Lieben zu genießen solange sie da sind, und das Buch ist so unglaublich schön, dass man einfach nur reinfallen möchte, Holly umarmen, und ihr sagen, dass sie den tollsten Mann der Welt hatte und hat.

Kaum ein anderes Buch hat mich so vor fremden Leuten und bei bester Laune zum Weinen gebracht- einfach nur WOW.