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Sonntag, 29. Dezember 2013

J. K. Rowling als Robert Galbraight - Der Ruf des Kuckucks

Klappentext:
Als das berühmte Model Lula Landry von ihrem schneebedeckten Balkon im Londoner Stadtteil Mayfair in den Tod stürzt, steht für die ermittelnden Beamten schnell fest, dass es Selbstmord war. Der Fall scheint abgeschlossen. Doch Lulas Bruder hat Zweifel – ein Privatdetektiv soll für ihn die Wahrheit ans Licht bringen. Cormoran Strike hat in Afghanistan körperliche und seelische Wunden davongetragen, mangels Aufträgen ist er außerdem finanziell am Ende. Der spektakuläre neue Fall ist seine Rettung, doch der Privatdetektiv ahnt nicht, was die Ermittlungen ihm abverlangen werden. Während Strike immer weiter eindringt in die Welt der Reichen und Schönen, fördert er Erschreckendes zutage und gerät selbst in große Gefahr …

Verlag: blanvalet | Seiten: 640 | Preis: 22,99€ | Genre: Krimi | Spielt in: Großbritannien, London | Originaltitel: The Cuckoo's calling | Erscheinungsdatum: November 2013 | ISBN: 978-3764505103

Erster Satz:
"Die Menge, die sich auf der Straße versammelt hatte, brummte wie ein Fliegenschwarm."


Worum geht es:

Des einen Freud, des anderen Leid: Denn als das junge Model Lula Laundry vom Balkon ihrer Londoner Wohnung stürzt, geht alle Welt schnell von einem Selbstmord aus. Alle, bis auf ihren Adoptivbruder. Dieser ist davon überzeugt, dass Lula umgebracht wurde, und entweder die Polizei schlampig gearbeitet hat, oder den Mord vertuschen will. In seiner Hilflosigkeit wendet er sich an Comoran Strike, einem mittlerweile hoch verschuldetem Privatdetektiv, der mehr mit der Familie der Toten zu tun hat, als er bisher geahnt hat. Da seine Kanzlei den Bach hinab zu gehen droht, nimmt er trotz erheblicher Zweifel den Fall an, und stößt schon bald auf dunkle Geheimnisse im Leben der Lula Laundry.

Meine Meinung:

Ich bin die Generation Harry Potter, mit J. K. Rowlings Geschichten groß geworden, und war natürlich direkt Feuer und Flamme, als klar wurde: Ja, sie hat ein neues Buch veröffentlicht. Das vorherige konnte mich nicht wirklich ansprechen, aber dieses hier schien schon eher mein Geschmack zu sein. Immerhin ein Krimi, wenn schon kein Thriller, und überall in so hohen Tönen gelobt, dass ich den deutschen Erscheinungstermin nicht mehr abwarten konnte. 
Auch die Rezensionen die dann hier bei uns in Deutschland schnell online gingen, überschlugen sich vor Lob, und ganz viele schrieben, dass sie das Buch auch unabhängig von der Autorin lieben würden. Grund genug für mich es zu lesen.

Da ich aber generell eher nicht der größte Krimi- Fan bin (wie schon oft gesagt: Viele schaffen es einfach nicht mich zu begeistern, dank fehlender Spannung oder schnöder Ermittlerarbeit), war ich jedoch trotzdem noch ein bisschen skeptisch wie J. K. Rowling ihre Story umsetzen wird. 
So viel sei gesagt, es ist bei weitem kein schlechtes Buch, aber von "umwerfend gut", "mega spannend" oder "grandios" doch ziemlich weit entfernt. Es ist eben ein ganz normaler Krimi, fast schon Durchschnitt, und ein Buch dass ich vermutlich nur mit 4 Sternen bewerte, eben weil ich vom Autorennamen beeinflusst bin. 
Dabei ist der Anfang wirklich interessant und manchmal auch wirklich super spannend - man fragt sich, was wohl dahinter steckt, denn eine wirkliche Ahnung hatte ich nicht, und hab so ziemlich jeden Mal verdächtigt, der Täter gewesen zu sein. Das ist schon gut gemacht, aaaber leider leider gibt es auch noch das Ende des Buches. Das hat es für mich leider ein bisschen ruiniert, denn mit zunehmender Seitenzahl wird die Lösung immer willkürlicher. Zeugen erinnern sich plööötzlich an Dinge, die sie vorher in sämtlichen Verhören vergessen hatten. Comoran kommt auf Sachen, auf die angeblich die gesamte Polizei nicht gekommen sein will, und findet einen Täter der so reingepresst wirkt, dass ich ehrlich dachte das kann nicht ihr Ernst sein.

Ich hab gehört, es soll der Auftakt einer Reihe werden, also lass ich mich mal überraschen wie die Folgebücher werden. Dieses werde ich sicher positiv in Erinnerung behalten, aber eben nicht als DAS Buch des Jahres für mich. 





 

Dienstag, 23. Oktober 2012

[Rezension] Alan Bradley - Flavia de Luce, Halunken, Tod und Teufel

Klappentext:
Eigentlich wollte Flavia nur ein paar vergnügliche Stunden auf dem Jahrmarkt von Bishop’s Lacey verbringen, doch dann steckt sie aus Versehen das Zelt der Wahrsagerin Fenella in Brand. Und wenig später wird die arme Schaustellerin auch noch bezichtigt, vor Jahren ein Baby entführt zu haben. Getrieben von ihrer unstillbaren detektivischen Neugier, setzt Flavia alles daran, Fenella von diesem Vorwurf reinzuwaschen. Doch die Zeit drängt, denn irgendjemand scheint wegen des Kidnappings blutige Rache an der alten Wahrsagerin nehmen zu wollen …

Verlag: Blanvalet | Format: Taschenbuch | Preis: 8,99€ | Seiten: 978-3442379507 | Originaltitel: A Red Herring Without Mustard | Genre: Krimi | ISBN:  978-3442379507
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen.

Erster Satz:
"'Du machst mir Angst', murmelte die Wahrsagerin."

 

Worum geht es:

Als das Zelt der Wahrsagerin Fenella in Flammen aufgeht, ist natürlich eine Person nicht weit. Okay, genau genommen ist Flavia sogar Schuld daran, dass die Kerze umfiel, aber was ihr die Alte da prophezeit hat, ist auch einfach unfassbar. Vom schlechten Gewissen gepackt, beschließt Flavia de Luce der Wahrsagerin auf dem Grundstück der de Luce's ein Fleckchen anzubieten, auf dem die alte Frau ihren Wohnwagen abstellen, und ein wenig zur Ruhe kommen kann.
Doch nur wenige Stunden später findet Flavia die Frau zusammengeschlagen in ihrem Wohnwagen auf, und spaziert beinahe anschließend an der Leiche des im ganzen Dorf bekannten Halunken Brookie vorbei.
Doch dieses Mal wird sich Flavia nicht so einfach von Inspector Hewitt abspeisen lassen.. und beginnt zu ermitteln.


Meine Meinung:

Die Flavia, ich könnte sie auffressen, so sehr vergöttere ich dieses Mädchen! Sie ist der wandelnde Gegensatz zu allen elfjährigen Pferdeschwanz- und Blumenkleidmädchen und hat es faustdick hinter den Ohren. Mit einer Prise Charme und einer gehörigen Portion Gewitzheit schafft sie es einfach jedes Mal, mich sofort um den Finger zu wickeln. 
Natürlich ist dieses Buch, wie auch seine Vorgänger in erster Linie ein Krimi, dessen Handlung aber mehr oder minder in den Hintergrund rückt, und in den Schatten der liebenswert lustigen Gedankengänge und Aussagen Flavias rutscht. Trotzdem kommt die Spannung keine Minute lang zu kurz und man liest und liest, als würde man ebenfalls mit dem Inspektor um die Lösung des Falles im Wettstreit stehen. 
DIe Charaktere sind herrlich ausgearbeitet, vielschichtig und durchgängig kennenlernenswert. Vor allem Dogger und Ms Mullet würde ich ja zu gerne mal persönlich treffen. 
Einzig die Interaktion zwischen Feely und Daffy sind mir dieses Mal ein wenig zu kurz gekommen, aber der Anteil an On-und Off-Streitigkeiten ging dieses Mal an Porcelain, der Enkelin von Fenella. 

Es gibt tatsächlich nichts, was mir an diesem Buch nicht gefällt, außer vielleicht die Tatsache, dass es bisher in Deutschland nur noch 1 weiteren Band gibt, der meine Flavia- Obsession stillen kann. Weitere sind aber in Planung!



Montag, 30. April 2012

[Rezension] Alan Bradley - Flavia de Luce, Mord ist kein Kinderspiel

Klappentext:
Nie zuvor hat die junge Flavia de Luce einen so aufregenden Theaterabend erlebt: Der begnadete Puppenspieler Rupert Porson schlägt das Publikum in seinen Bann, und beim furiosen Finale gibt es neben Rauch und stiebenden Funken sogar eine echte Leiche! Die Polizei tappt zunächst im Dunkeln. Nur die brillante Hobbydetektivin Flavia bewahrt den Durchblick und findet heraus, dass jemand die elektrische Anlage der Bühne manipuliert hat. Und bald darauf erkennt sie, dass das ruchlose Verbrechen eng mit einem weiteren, seit mehreren Jahren ungeklärten Todesfall verwoben ist. Doch allmählich stellt sich die bange Frage, ob die neugierige Flavia ganz allein gegen den Strippenzieher in diesem mörderischen Marionettenspiel bestehen kann ...

Verlag: Blanvalet | Seiten:  368 | Preis: 8,99€ | Format: Taschenbuch | ISBN: 978-3442378258 
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen


Worum geht es:
Kaum das Flavia den ersten Schock - nun gut, Schock nicht unbedingt, eher mörderisches Interesse - an dem letzten Toten in Buckshaw überwunden hat, passiert es schon wieder: Ein Toter mitten in Bishops Lacey. Und zum Glück ist Flavia nicht weit, kaum vorstellbar sie hätte verpasst sich einprägen zu können, wie so ein Mensch nach einem Stromschlag aussieht. Und dann auch noch so eine Berühmtheit, die da vor ihren Augen seinen letzten Atem aushaucht. Also beschließt sie zu helfen, denn mal ganz ehrlich- so ganz ohne ihre Hilfe kommt die Polizei ja nun auch nicht zurecht.

Meine Meinung:
Ohja, ich bin definitiv und vollkommener Flavia-Fan. Ich kenne keine Person, die so herrlich unsympathisch ist. Flavia ist, aus Feelys und Daffys Sicht auf jeden Fall, noch immer wundervoll neunmalklug, neugierig und frech, gesegnet mit einer ordentlichen Priese schwarzem Humor und einem vielleicht ein klein wenig zu großem Interesse am Tod. Am liebsten würde ich sie aus dem Buch ausschneiden, zusammenbasteln und mich den ganzen Nachmittag von ihr bevormunden und korrigieren lassen. 
Klingt jetzt ersteinmal ziemlich abschreckend, aber glaubt mir- man kann Flavia nur lieben. 

Dabei muss man den ersten Teil nicht gelesen haben, denn die Bücher bauen nicht aufeinander auf. Dennoch werden natürlich Menschen und Gegebenheiten erwähnt, die man schon aus dem ersten Buch kennt. Der Fall "Puppenspieler stirbt vor Flavias Augen, und die Polizei tappt im Dunkeln" steht aber eigenständig für sich.

Klar, Flavia ist sowas wie Freizeitdetektivin, die eigentlich nicht so viel Zeit neben ihrem Chemielabor hat, aber trotzdem sollte man auch hier wieder keinen "Krimi" an sich erwarten. Es ist schon so, dass man nicht weiß wer Rupert wieso umgebracht hat, aber generell steht eher doch Flavia als Person und das ganze drumherum im Mittelpunkt.

Wieder einmal grandios- und so langsam ziehe ich es in Erwägung mich mit einem "Flavia ich will ich ein Kind Wundermittel aus deinem Labor von dir"- Plakat vor Buckshaw zu campen. Der dritte Teil kann kommen!




Freitag, 30. März 2012

[Rezension] Alan Bradley - Flavia de Luce, Mord im Gurkenbeet

Klappentext:
Die junge Flavia de Luce staunt nicht schlecht, als sie im ersten Morgenlicht das Opfer eines Giftmordes in ihrem Gurkenbeet entdeckt! Da jeder ihren Vater, den sanftmütigen Colonel de Luce, für den Mörder zu halten scheint, nimmt die naseweise Flavia persönlich die Ermittlungen auf. Hartnäckig folgt sie jeder noch so abwegigen Spur – bis sie einsehen muss, dass ihr Vater tatsächlich ein dunkles Geheimnis hütet. Und so befürchtet Flavia schließlich, dass sie vielleicht eine zu gute Detektivin ist ...
  
Verlag: Blanvalet | Seiten: 400 | Preis: 8,99€ | Format: Taschenbuch | ISBN: 978-3442376247 
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon bestellen

 

Worum geht es:
Als elfjähriges Mädchen hat man es definitiv nicht leicht- furchtbare, große Schwestern die einen geknebelt und gefesselt in den Schrank sperren, einen Vater der seine Briefmarken mehr liebt als seine Kinder, und eine Haushälterin, die immer nur den ekelhaften Schmandkuchen backt anstatt eines ordentlichen Stachelbeerkuchens. Aber, Gott sei Dank, hat Flavia ja ihr Chemielabor, dass ein Vorfahre der Familie de Luce hinterlassen hat. Dort kann sie ihrem liebsten Hobby, dem Gift mischen, frönen.
Ungünstig nur, dass eines morgens in ihrem Gurkenbeet ein Toter liegt, und ihr Vater kurz darauf festgenommen wird. So ganz sicher ist Flavia sich zwar nicht, das ihr Vater unschuldig ist, dennoch beginnt sie zu ermitteln. Wäre doch gelacht, wenn man das nicht herausfinden könnte!

Meine Meinung:
Dieses Kind ist einfach herrlich! Flavia erinnert mich irgendwie an eine Mini- Version von Miss Marple, Sherlock Holmes und ein Mitglied der Fünf Freunde zusammen. Dabei ist sie längst kein Sonnenschein, den alle lieben. Viel mehr ist es ihre Hartnäckigkeit, die sie bei den Menschen beliebt macht, gewürzt mit einer Prise britischem Humor und kindlicher Detektivarbeit. 
Da radelt sie dann auf Gladys, ihrem Fahrrad, durch die Gegend, befragt Bibliothekarinnen, und versucht die Polizei an der Nase herumzuführen. Oftmals ist sie mit ihrer Spürnase den Ordnungshütern auch einen Schritt voraus- was sie ihnen dann natürlich auf die Nase bindet.
Das ganze wirkt irgendwie nicht gestellt, sondern total erfrischend und einfach nur witzig. 

Trotzdem wurde die Spannung nicht vernachlässigt, immerhin ist es ja ein Krimi. Mir war am Anfang völlig schleierhaft, wer der Mörder war, und ich hatte jedem im Verdacht. Aber dank ihrer Kombinationsgabe, löst Flavia den Fall nach und nach, und gibt auch mir als Leser immerwieder einen Hinweis, wer es gewesen sein könnte. Im Endeffekt bin ich aber doch völlig im Dunklen getappt, und bin dann erst durch den Wink mit dem Zaunpfahl auf die Lösung gekommen.

Der Schreibstil, die allgemeine Wortwahl und der Gebrauch von Stilmitteln hat mir so unglaublich gut gefallen, und das es mir aufgefallen ist, spricht ja schon für sich: Schließlich analysiere ich die Bücher nicht beim Lesen.
Der 2. Band steht schon auf meinem Wunschzettel!