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Dienstag, 3. Dezember 2013

Karen Rose - Todesbräute (Bd. 2)

Klappentext:
Die Vergangenheit kehrt zurück In einer amerikanischen Kleinstadt geschieht ein kaltblütiger Mord an einer jungen Frau. Der Killer hat ihr das Gesicht zertrümmert, sie nackt in eine Decke eingewickelt und in einen Graben geworfen. An ihrem Zeh findet die Polizei einen mysteriösen Schlüssel. Agent Daniel Vartanian übernimmt die Ermittlungen und findet heraus, dass vor dreizehn Jahren ein Mädchen auf dieselbe bestialische Art getötet wurde. Ist der Mörder zurückgekehrt, oder handelt es sich um einen perfiden Nachahmungstäter? Bevor Vartanian weitere Spuren verfolgen kann, taucht Alexandra, die Zwillingsschwester des Opfers, auf. Unversehens gerät sie selbst ins Visier dieses brutalen Serienmörders...

Verlag: Knaur | Seiten: 656 | Preis: 9,99€ | Genre: Thriller | Spielt in: Dutton / Georgia, USA | Originaltitel: Scream for me | Erscheinungsdatum: Mai 2010 | ISBN: 978-3426502983

Erster Satz:
"Ein Ping. Wieder war ein Fahrstuhl angekommen."



Worum geht es:

Die Kleinstadt Dutton wird von einer grausamen Mordserie erschüttert: Jemand ermordet junge Frauen, vergewaltigt sie vor ihrem Tod und lässt sie dann, bis zur Unkenntlichkeit entstellt, in einem Graben zurück. Die Frauen haben alle eins gemeinsam, nämlich die Ähnlichkeit zum Fall "Alicia Tremaine" von vor 13 Jahren. Die damals 16 jährige wurde auf genau die gleiche Art und Weise getötet, nur sitzt ihr Mörder bereits seit über einem Jahrzehnt im Gefängnis. Die Ermittler des GBI um Daniel Vartanian stehen vor einem Rätsel. Haben sie es mit einem Nachahmungstäter zu tun, oder konnte Alicias wahrer Mörder etwa doch nicht gefasst werden? Gemeinsam mit Alex Fallon, der Zwillingsschwester der getöteten Alicia, beginnen sie zu ermitteln, und schlagen mitten in ein Wespennest...


Meine Meinung:

Dass ich den ersten Teil dieser "Trilogie" gelesen habe (wobei man ganz klar sagen kann, dass es absolut kein Problem ist, dieses Buch zu lesen auch ohne dass man Band 1 kennt), ist mit Sicherheit schon mindestens eineinhalb Jahre her. Ich hatte befürchtet, nur schwer wieder den Einstieg zu finden, aber dem war absolut nicht der Fall. Das Buch steht fast schon für sich alleine, da sämtliche Details - die ich alle vergessen hatte - aus Band 1 erläutert und wiederholt werden.
Umso rascher steckt man also mitten drin im Fall um die ermordeten Frauen, und fragt sich unaufhörlich, wer bloß der Täter sein könnte. Ich konnte das Buch teilweise gar nicht mehr aus der Hand legen, hab gelesen und gelesen und hatte diesen fetten Schinken deutlich schneller durchgelesen als ich es erwartet hätte. Das liegt aber eben einfach absolut an dem Spannungsbogen, den Karen Rose hier zeichnet. Man wird von Holzweg zu Holzweg geführt, tappt absolut im Dunkeln und ist im Endeffekt sicherlich sehr überrascht, dass der Täter der Täter ist. Hier kommen wir allerdings zu dem Punkt, für den ich dem Buch beinahe einen Stern abgezogen hätte: Das Ende ist viel zu überraschend, bzw. der Täter - zumindest für mich - absolut nicht vorhersehbar. Das ging so weit, dass ich nach Beenden des Buches erst einmal im Internet gesucht habe, wer dieser Täter ist. Generell tauchen aber definitiv viiiiiel zu viel Personen in dem Buch auf. Die Namen verschwimmen einfach irgendwann nur noch, denn nicht nur dass es eine Masse an handelnden Menschen gibt, nein, sie werden auch noch abwechselnd beim Vor- oder Nachnamen genannt. Das sorgt für absolutes Chaos beim Lesen :D
Ansonsten aber bin ich hellauf begeistert von dem Buch. Es war einer der spannendsten Thriller die ich in den letzten Monaten gelesen habe, und trotz einiger Abzüge für mich noch ein 5- Sterne Buch!


Dienstag, 10. September 2013

[Rezension] Markus Heitz - Totenblick

Klappentext:
„Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters.“ Diese Nachricht hinterlässt ein Serienmörder an sorgfältig inszenierten Tatorten, die Todesbildern nachempfunden sind: alte Gemälde, moderne Fotografien oder Bilder aus dem Internet. Anfangs glauben die Ermittler noch, die Hinweise wären am Tatort versteckt oder es gäbe einen Zusammenhang zwischen den Vorlagen und den Opfern. Doch dann machen sie eine grausige Entdeckung: Auf den Vorlagen erhöht sich die Zahl der abgebildeten Toten - aber da ist noch mehr: Die Spuren für die Ermittler sind an einem besonderen Ort vom Täter verborgen worden …

Verlag: Knaur | Seiten: 528 | Preis: 9,99€ | Genre: Thriller | Spielt in: Deutschland, Leipzig | Erscheinungsdatum: August 2013 | ISBN: 978-3426505915

Erster Satz:
"Armin Wolke kam über die kopfsteingepflasterte Ausfahrt des Werk II gestoplert."


Worum geht es:

Ein Mörder versetzt Leipzig in Angst und Schrecken und spielt mit den Ermittlern und der Spurensicherung ein perfides Spiel: Er tötet seine Opfer, ohne ihnen große Schmerzen zuzufügen, und arrangiert die Leichen kunstvoll. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie werden zu "Repliken" großer, bekanntr Kunstwerke, die der Täter bis ins kleinste Detail nachahmt. Er hält sich für ein Genie, einen noch unentdeckten Meister und will alle Welt daran teilhaben lassen.
Doch noch etwas hinterlässt er am Tatort: Einen Zettel mit den Worten sich vor dem "Totenblick" zu hüten: Derjenige, der den ersten Blick in die Augen des Toten wirft, hat nicht mehr lange zu leben und gerät auf die Abschussliste des Mörders. Aberglaube denken die meisten - bis immer mehr Ermittler ums Leben kommen.

Meine Meinung:

Markus Heitz kennen wir als Autor ja eigentlich nicht aus der Thriller-Szene, sondern viel eher aus dem Fantasybereich. Bisher zählten Vampire, Werwölfe und Co zu seinem Gebiet. Umso gespannter war ich deshalb auf sein neues Buch, und als 'echter Fan' konnte ich mir diesen Ausflug in ein neues - von mir sehr geliebtes - Genre nicht entgehen lassen.
Und die Idee hinter der Story ist auch wirklich grandios: Ein Mörder der seine Opfer zu Kunstwerken macht. Super gruselig aber auch sehr sehr faszinierend und nicht selten habe ich direkt während des Lesens auf meinem Smartphone nachgeschaut, wie die Originale aussehen. 
Auch der Schreibstil konnte mich, wie immer, überzeugen. Markus Heitz hat eine ganz grandiose Art mit Worten umzugehen, die nicht zu hochtrabend sind, ohne viele sprachliche Mittel auskommen und dennoch eine Vielzahl an Bildern im Kopf entstehen lassen und echt lockerflockig geschrieben sind. So hat man die ganze Geschichte einfach so weggelesen - konnte nicht aufhören weil es immer wieder wahnsinnig spannend wurde.
Besonders gefallen hat mir auch dass die Geschichte wieder in Leipzig spielt. Erstens natürlich weil es eine tolle Stadt ist, die viel Platz für Geschichten aller Art bietet, zum anderen aber auch weil man Leipzig natürlich aus einigen anderen Büchern von Markus Heitz kennt. Mir persönlich hat auch super gefallen dass der Bestatter des Ars Morendi, den man bereits in "Oneiros" kennen lernt, eine Rolle spielt - hätte ich das Buch jedoch nicht gelesen, würde es mich ehrlich gesagt ziemlich nerven, dass nicht aufgedeckt wird wieso er wie handelt und zum Lesen von Oneiros quasi genötigt wird, wenn man mit Totenblick final abschließen möchte.
Wieso ich aber nur 4 Sterne gebe, trotz meines sehr guten Eindrucks, ist dass es mir in dem Buch ab einem gewissen Punkt einfach zu viele Toten gibt - ohne zu spoilern, aber es sterben auch Charaktere deren Tod unnötig und ohne Bedeutung für die Geschichte ist. Bei dem ersten dieser Todesopfer dachte ich noch "Okay, krass, dass Person XY wirklich tot ist", aber irgendwann dachte ich wirklich nur noch "Ernsthaft?!". Und auch das Ende konnte mich nicht wirklich begeistern. Denn auch dieses verlief er so nach dem Motto "Unverhofft kommt oft" und war purer Zufall, der die Geschichte total abrupt und übertrieben dramatisch enden ließ.

Alles in allem ist Markus Heitz der "Ausflug" in die Thrillergefilde durchaus geglückt und hat ein tolles, super spannendes Buch veröffentlicht! :) 
 

Donnerstag, 5. September 2013

[Rezension] Lisa Jackson - Der Skorpion

Klappentext:
Winter in Montana. Ein Psychopath fesselt seine weiblichen Opfer an einen Baum, um sie bei eisiger Kälte erfrieren zu lassen. Seine Nachricht an die Polizei: die Initialen der Toten und ein Stern. Es fehlen noch Buchstaben, um die Botschaft zu entschlüsseln. Als Detective Regan Pescoli verschwindet, ist deren Kollegin Selena Alvarez in höchster Alarmbereitschaft. Immer noch ist der "Unglücks-stern-Mörder" nicht gefasst und nun vermutet sie ihre Partnerin in den Fängen des Killers.

Verlag: Knaur | Seiten: 533 | Preis: 9,99€ | Genre: Thriller | Spielt in: USA, Montana | Erschinungsdatum: September 2011 | Originaltitel: Left to die | ISBN: 978-3426503492

Erster Satz:
"Er wird dich umbringen." 



Worum geht es:
Montana ist in größter Aufregung, denn in der sonst so verschlafenen Gegend, in der es bis auf ein paar Diebstähle und Prügelein unter Jugendlichen kaum nennenswerte Verbrechen gibt, geht ein Serienmörder um. Dieser hat es auf Frauen jeden Altern und Ethnie abgesehen, so dass die Ermittler nicht wissen, mit wem sie es zu tun haben: Er lauert den Frauen in abgelegen Gebieten auf, beschießt das Fahrzeug mit dem sie unterwegs sind, so dass die Frauen in dem gebirgigen Gebiet unausweichlich verunfallen, birgt die schwerverletzten Frauen nur um sie dann zunächst wieder gesund zu pflegen um sie anschließend nackt an einem Baum gefesselt zum Sterben zurück zu lassen. Über ihren Köpfen hinterlässt er merkwürdige  Botschaften: Einen Stern und die Initialen der Opfer. Doch was sollen die Buchstaben aneinandergereiht bedeuten? 

Meine Meinung:
Ohje, ohje, dieser Thriller zählt für mich leider in die Kategorie "sterbenslangweilig". Dabei ist die Idee der Geschichte wirklich gut, und gibt Stoff für einen eigentlich spannenden Thriller - auch wenn ich persönlich eher ein Anhänger der blutigen Thriller bin, so ist es doch eine ziemlich gruselige Vorstellung. Denn der Täter gewinnt erst das Vertrauen der Frauen, nur um sie dann dem Tod durch Erfrieren zu überlassen, um seinen perfiden Plan umzusetzen. Allerdings kommt während des ganzen Buches absolut keine Spannung auf. Man liest die Seiten so dahin, oder wirklich tief in die Geschichte einzutauchen und ohne eine Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen. 

Dabei steckt Potential in der Geschichte. Denn die Autorin versteht es absolut falsche Fährten zu legen. Als Jillian in die Fänge des Mörders gerät, rätselt man über Seiten hinweg mit, wieso er es tut, ob er der Täter ist, und was sein Motiv hinter der Sache ist. Ständig lässt man sich verunsichern und aus dem Konzept, bis man gegen Ende des Buches aufgeklärt wird, wieso, wer und was. Zeitgleich entwickelt sich aber zwischen Jillian und ihrem Entführer eine Liebesgeschichte, die absolut unpassend und unnötig für einen Thriller ist, und nur zu deutlich zeigt, wie sehr sich die Autorin bemüht, noch einmal weitere 100 Seiten zu füllen.
Doch man muss nicht annehmen, dass es nach den über 500 Seiten des Buches einen Abschluss gibt- nein, Frau Jackson macht daraus einfach einen Zweiteiler. Während andere Autorin es schaffen, auf 300 Seiten einen spitzenmäßigen Thriller zu schreiben, der einen nachts nicht mehr alleine auf Toilette gehen lässt, schafft es Lisa Jackson nach 500 Seiten noch immer nicht, die Geschichte zu Ende zu führen, ohne dabei nie mehr als 5 Seiten hintereinander mit einem Ansatz von Spannung zu füllen.
Hätte ich gewusst, dass es sich bei dem Buch um einen Zweiteiler handelt, hätte ich es mir nicht gekauft - und werde mir auch nicht den 2. Teil dazu kaufen, dafür ist ihr Stil einfach nicht ansprechend genug. 

Wer jedoch wirkliches Interesse an dem Buch hat, sollte es vermeiden sowohl die Kurzbeschreibung als auch den Klappentext zu lesen. Beide spoilern extrem und zwar 2 verschiedene Begegebenheiten, so dass mn sich danach das Lesen eigentlich auch ganz sparen kann.



Freitag, 5. April 2013

[Rezension] Sebastian Fitzek - Der Nachtwandler

Klappentext:
In seiner Jugend litt Leon Nader an Schlafstörungen. Als Schlafwandler wurde er während seiner nächtlichen Ausflüge sogar gewalttätig und deswegen psychiatrisch behandelt. Eigentlich glaubte er geheilt zu sein - doch eines Tages, Jahre später, verschwindet Leons Frau unter unerklärlichen Umständen aus der gemeinsamen Wohnung. Ist seine Krankheit etwa wieder ausgebrochen? Um zu erfahren, wie er sich im Schlaf verhält, befestigt Leon eine bewegungsaktive Kamera an seiner Stirn – und als er am nächsten Morgen das Video ansieht, macht er eine Entdeckung, die die Grenzen seiner Vorstellungskraft sprengt: Sein nächtliches Ich steigt durch eine ihm völlig unbekannte Tür hinab in die Dunkelheit …

Verlag: Knaur | Seiten: 320| Preis: 9,99€ | Format: Taschenbuch | Genre: Thriller | Spielt in: (irgendwo in) Deutschland | Erscheinungsdatum: März 2013 | ISBN:  978-3426503744

Erster Satz:
"Der Patient war noch keine halbe Stunde auf der Station, und schon machte er Ärger."


tolle, aber beim Lesen leider seeehr unpraktische Aufmachung


Worum geht es:

Noch mitten gefangen in einem Albtraum, aus dem er einfach nicht aufwachen kann,  fällt Leon Nader nur wenige Augenblicke später in einen tatsächlichen, und leider sehr realen Albtraum: Seine Frau kniet vor ihm, hektisch ihre Kleidung einpackend, auf dem Weg die gemeinsame Wohnung fluchtartig zu verlassen. Und aufs schlimmste misshandelt. Leon versteht die Welt nicht mehr, und die letzten Worte seiner Freundin vor dem Verlassen der Wohnung deuten darauf hin, dass er selbst seiner Frau diese Qualen zugefügt hat- ohne das er sich auch nur bruchstückenhaft daran erinnern könnte.
Schnell drängt sich ihm eine Frage auf: Hat er tatsächlich wieder angefangen zu schlafwandeln? Und ist er in dieser Zwischenphase zwischen wach und schlafen zu einer brutalen Bestie geworden? Leons einzige Chance ist sich nachts selbst zu überwachen. Und war er da zu sehen bekommt sprengt die Grenzen seiner Vorstellungskraft.

Meine Meinung: 

Ich bin ein bekennender Fitzek-Fan der ersten Stunde. Bisher habe ich alle seine Bücher gelesen und bis auf eine Ausnahme, waren es für mich auch immer absolute Highlights mit denen mich Sebastian Fitzek faszinieren und fesseln konnte.  Umso gespannter war ich nun auf seinen neusten Roman, der eine Krankheit thematisiert, die ich in Thrillern immer wieder spannend finde.

Damit möchte ich gleich zu einem Kritikpunkt kommen, der sich nicht an das Buch richtet, sondern an all die anderen Rezensenten, deren teilweise vernichtende Rezensionen ich schon gelesen habe: Ganz ehrlich? Wie kann man denn kritisieren, dass das Thema "Schlafwandeln" nur kopiert sei und somit ein Abklatsch von Büchern wie Stigma o.Ä. Das wäre doch genau das gleiche, als würde man alle Bücher über einen Kamm scheren und sagen: "Da verlieben sich 2 Männer in eine Frau, und sie muss sich entscheiden. Alles nur kopiert und schon einmal da gewesen.". Lächerlich. Das Rad lässt sich nunmal nicht komplett neu erfinden, und ich habe viele der beispielhaft angeführten Bücher gelesen, und sehe keine Kopien bereits vorhandener Romane und Thriller in "Der Nachtwandler".

 Mir persönlich hat das Buch unglaublich gut gefallen, und war meiner Meinung nach auch ein ganz typischer Fitzek Roman. Man weiß von Anfang an, dass es nicht so sein kann, wie es scheint, dass es irgendwelche unerwarteten Endungen geben wird, und dennoch war das Ende natürlich trotzdem überraschend. Die ganze Zeit während des Lesens baute sich eine unterschwellige Spannung auf, die mir teilweise echte Schauer über die Rücken gejagt hat. Man konnte sich einfach nicht mehr sicher sein, wem man trauen und was man glauben darf. Leon Nader selbst weiß die Situation ja nicht mehr einzuschätzen, und verwirrt einen als Leser damit noch zusätzlich.
Das Buch lebt einfach viel mehr von der Vorstellungskraft und von dem Verwirrspiel als von Brutalität und Blutvergießen, wird dadurch aber nicht weniger grausam.

Dennoch vergebe ich keine 5 Sterne. Denn was mir das Buch ein klein wenig verdorben hat, war der - in meinen Augen- komplett an den Haaren herbei gezogene Schluss. Hätte man nur das letzte Kapitel vor dem Epilog weggelassen, hätte ich 5 Sterne gegeben. Doch die Aufklärung des Falles durch eine der handelnde Personen (wer das Buch gelesen hat, weiß wen ich meine), fand ich einfach nur unglaubwürdig. Schade, da hätte man durchaus ein besseren Abschluss finden können und schlichtweg ein Kapitel eher aufhören können, mit einem offenen Ende. 







Sonntag, 13. Mai 2012

[Rezension] Markus Heitz - Oneiros

Klappentext:
In Leipzig hütet ein Bestatter ein grausames Geheimnis, in Minsk führt eine skrupellose Wissenschaftlerin tödliche Experimente durch, in Paris rast ein Airbus ungebremst in ein Flughafenterminal … Die Ermittlungen zu dem Unglück beginnen sofort – aber die Ergebnisse sind rätselhaft: Sämtliche Insassen waren schon tot, bevor das Flugzeug auf das Gebäude traf. Was die Polizei jedoch nicht herausfindet, ist, dass es einen Überlebenden gibt. Konstantin Korff, der Bestatter aus Leipzig, kommt diesem Überlebenden hingegen schnell auf die Spur, ebenso wie die Wissenschaftlerin – denn diese drei Menschen tragen denselben tödlichen Fluch in sich. Einen Fluch, der sie zu einer Gefahr für jeden in ihrer Umgebung macht … 

Verlag: Knaur | Preis: 14,99€ | Seiten: 624 | Format: Broschur | Genre: Fanatsy, Thriller | ISBN: 978-3426505908
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen

 

Worum geht es:
Als der Airbus in den Flughafen Charles de Gaule rast sterben weit über 800 Menschen. Nur Tomasso überlebt das Unglück, und wird zum Ziel sämtlicher Geheimdienste dieser Welt. Denn das mysteriöse Gift, von dem er spricht, kann bei keinem der Toten nachgewiesen werden.
Zeitgleich wird Konstantin Korff, seines Zeichens der beste Thanatologe, gebeten die ebenfalls verunglückte Lilou in Paris für ihre Bestattung herzurichten. Doch schon bald fällt ihm auf, dass er von jemanden beobachtet, verfolgt und fotografiert wird. Als ihn dann sein alter Freund Darling vom MI6 bittet, ihm bei der Suche nach einem massenmordenden Schweden zu unterstützen, gerät Konstantin in den Sog der Vergangenheit.

Meine Meinung:
Wer Markus Heitz Bücher liest, weiß dass diese immer einen übernatürlichen Touch haben. Auch dieses Mal ist das wieder der Fall, wenn auch auf einer ganz anderen Ebene als man das von ihm gewohnt ist. Denn dieses Mal geht es im Todesschläfer: Menschen, die unsterblich sind. Allerdings nicht auf diese wildromantische Art und Weise, sondern ganz banal. Sie altern immer weiter, können verletzt und krank werden, aber nicht sterben. Zu allem Unglück kommt hinzu, dass sie den Tod damit so sehr verärgern, dass dieser, sobald die Todesschläfer einschlafen, um sie herum wütet und jedes Lebewesen in der Nähe tötet. 
Klingt super spannend, war es auch, aber im Prinzip könnte Markus Heitz über jedes Thema schreiben, und ich würde es gut finden, denn sein Schreibstil ist einfach einmal spannend und fesseln.

Einmal angefangen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, und obwohl ich im Endeffekt nicht ganz überzeugt war von der Geschichte - es passiert einfach zuuu viel überdimensionales- hat es mir sehr gefallen. Die Charaktere waren super gut ausgearbeitet, toll gezeichnet und zogen mich als Leser in ihren Bann. 

Aufgrund des offenen Endes darf man gespannt sein, ob es irgendwann eine Fortsetzung geben wird. 





Samstag, 28. Januar 2012

Sandra Melli - Stern der Göttin

Klappentext:
Nachdem das junge Katzenmädchen Laisa eines Tages im Wald einer wunderschönen goldäugigen Frau begegnet ist, findet sie sich auf einmal in einer anderen Welt wieder. Anders als in ihrer Heimat herrschen hier sechs Götter, die das Land fest unter sich aufgeteilt haben und jeweils von einer ihnen zugeordneten Farbe repräsentiert werden. Verwirrt von dieser Andersartigkeit, macht Laisa sich auf, die eigenartige Gegend zu erkunden. Doch dann erfährt sie, dass sie dazu auserwählt wurde, den »Stern der Göttin«, ein einzigartiges Juwel von unendlicher Kraft, vor einem schwarzen Magier zu retten. Laisa nimmt die Aufgabe an und stürzt sich unversehens in das größte Abenteuer ihres Lebens …

Das Buch ist im KnaurVerlag erschienen, hat 512 Seiten und kostet als broschierte Ausgabe 14,99€ 
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen 

 

Worum geht es:
Eigentlich sollte dies Laisas erste Reise als Karawanenbegleiterin werden, doch plötzlich findet sich das junge Katzemädchen in einer ihr unbekannten Welt wieder, ohne zu wissen wie sie dort hingelangt ist oder wie sie sich dort durchschlagen soll. Geschickt und abenteuerlustig genug ist sie ja, hat sie doch schon immer von einem Abenteuer geträumt. Doch die Welt in der sie landet, wird beherrscht von dem Krieg und den Hass der Menschen in den Reichen unterschiedlicher Farben. 
Laisa gelingt es ein Gruppe von Sklaven zu befreien, und wird schnell zu einer Verbündeten der 3, und zieht los in die Welt in der es so viele Gefahren zu bannen gilt.

Meine Meinung:
Piu ich hatte leider sehr hohe Erwartungen an das Buch, immerhin verbirgt sich hinter dem Pseudonym "Sandra Melli" das Autorenehepaar "Iny Lorenzt", deren Bücher ich wirklich sehr gelungen finde, aber leider gehört dieser Roman mMn nicht zu ihren Glanzstücken.
Es fängt schonmal damit an, dass ich die wirklich arge Probleme hatte die ganzen Namen, Gebiete, Reiche, und Völker auseinander zu halten. Alles ähnelt sich sehr stark und es wird mit den Wörtern nur so um sich geworfen. Es hat tatsächlich fast 200 Seiten gebraucht bis ich so einigermaßen den Überblick hatte, und nicht mehr ständig auf die Klappseite mit der Karte oder ins Namensverzeichnis hinten blättern musste um überhaupt der Handlung folgen zu können.

Dann ist da diese stääändige Aggression bei eigentlich allem was getan wird. Jeder hasst jeden, die unterschiedlichen Farben einander und auch die Völker einer Farbe untereinander. Da werden dann Seiten mit Vorurteilen und Flüchen gefüllt, die mich einfach nur noch angenervt haben. Genauso wie die allmächtige Superheldin Laisa (die mir übrigens sehr unsympathisch war) die jedes Problem des Reiches quasi im Vorbei gehen lösen konnte.

Einzig der fließende Schreibstil und diese Mischung aus Harry Potter und Herr der Ringe Atmosphäre hat mir Spaß beim Lesen bereitet, und trotz der ganzen Defizite war es kein durchgängig blödes Buch. 



Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag 
für dieses Rezensionsexemplar :)

Freitag, 13. Januar 2012

Lene Rikke Bresson - Das Mädchen am Kreuz

Klappentext:
Bizarre Todeskunstwerke erschüttern Dänemark. Die Ermordeten sind nackt, am ganzen Körper bemalt, in ihren Händen liegt ein Schweinekopf. Die klassischen Ermittlungsarbeiten der Polizei führen ins Leere. Erst als Kommissar Berg einer jungen Frau mit einer Begabung für Muster Aufnahmen von den Tatorten zeigt, gelingt es Mona Lisa Kirk, Hinweise in den Bildern zu entdecken – können diese zum Mörder führen? 

Das Buch ist im Knaur Verlag erschienen, hat 368 Seiten und kostet als Taschenbuch 8,99€
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen 

 

Worum geht es:
Monas Leben könnte eigentlich perfekt sein. Sie hat einen Verlobten, Pläne für die Zukunft und weiß was sie will. Doch dann geschieht in ihren Flitterwochen das, was die ganze Familie schon so lange geahnt hat. Mona hat einen schweren Unfall und ist danach nicht mehr die die sie vorher war. Körperlich eingeschränkt und der Fähigkeit des Lesens und Schreibens beraubt ändert sich ihr ganzes Leben- damit wäre dann der Familienfluch in Erfüllung gegangen. Aber nicht nur das macht ihr Probleme, auch ihre geisteskranke Schwester die beschlossen hat Mona zu töten, die hysterische Mutter und David problematisieren die Angelegenheit.

Mitten in diesem Wahnsinn wird sie von ihrem neuen Nachbar Berg, Kommissar, gebeten ihm bei einem Fall zu helfen, der ganz Dänemark und die gesamte Kunstszene in Atem hält. Ein Verrückter ermordet Menschen, und inszeniert diese in grotesker Form: Bemalt, in Szene gesetzt und mit einem Schweinekopf in der Hand. Und Mona erkennt recht schnell ein Muster.

Meine Meinung:
Gäbe es eine perfekte Mischung aus Lebensdrama und Krimi, so wäre das Buch ein grandioses Exemplar. Die Autorin versteht es wirklich nicht nur den Mordfall zu inszenieren, sondern auch noch die Hintergründe von Mona insoweit zu erzählen, dass man hin und her schwankt zwischen Krimi und ihrem Schicksal. Allerdings liegt für mich darin auch der Knackpunkt, weshalb ich dem Buch keine 5 Sterne geben möchte, obwohl ich es sehr gut fand. Es war einfach nicht das, was es vorgibt zu sein. Ich habe einen Krimi erwartet, in dem Mona eine wichtige Nebenrolle sein wird. Viel mehr ist es aber ihr Leben, in dem sie zufällig einen Mord mitaufklärt während sie sich aber um ganz andere Dinge kümmert.

Außerdem wusste ich leider schon sehr früh wer der Mörder ist. Wer es nicht sein konnte war einfach zu offensichtlich, weil alles darauf hindeutet "Er bzw. sie ist böse/benimmt sich auffällig, deshalb war er/sie es auch".

Trotzdem hat es mir Spaß gemacht das Buch zu lesen.



Vielen Dank an den Knaur Verlag
für dieses Rezensionsexemplar :)

Sonntag, 11. Dezember 2011

Miriam Kwalanda - Die Farbe meines Gesichts

Klappentext:
Miriam Kwalanda hat Glück gehabt. Geboren in der kenianischen Provinz, Straßenkind in Nairobi, Hure am Strand von Mombasa, erfüllt sich für sie der Traum vieler kenianischer Mädchen: Umworben von weißen Freiern entscheidet sie sich dafür, als Ehefrau eines "Stammgastes" aus dem Ruhrgebiet ins "reiche" Deutschland zu gehen. Damit hat ihre riskante Gratwanderung zwischen den Welten, zwischen Gewalt und Sex, Selbstmordversuchen und unbändiger Lebensfreude ein vorläufiges Happy End gefunden.  

Das Buch ist im Knaur Verlag erschienen, hat 327 Seiten und kostet 7,95€
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen

 

Worum geht es:
Miriam wächst in Kenia auf, eigentlich nicht in Armut, aber ihr Vater ist ein sehr einflussreicher und gewaltätiger Mann, der Miriam eigentlich am liebsten tot sehen will. Also flieht die damals 13jährige, kommt bei Fremden und Verwandten unter - hauptsächlich bei männlichen und auch nur gegen eine Gegenleistung.. - kommt in ein Jugendgefängnis und schlägt sich schließlich bis nach Mombasa zu ihrer Mutter durch. Sie beginnt als Prostituierte ihr Geld zu verdienen und schafft es schließlich nach Deutschland zu einem ihrer Freier zu ziehen.

Meine Meinung:
Offensichtlich liegen mir derartige Biographien nicht, oder ich komme ganz einfach nicht mehr der Erzählweise von afrikanischen Frauen zurecht. Genau wie "Wüstenblume" fand ich dieses Buch auch eher schlecht. Damit meine ich nicht, dass ich es nicht schlimm finde, was diesem jungen Mädchen alles wiederfahren ist, aber trotzdem fand ich es sehr emotionslos erzählt. In etwa gehen die ersten 200 Seiten des Buches nämlich so:

"Dann habe ich bei Charles übernachtet und mit ihm geschlafen, danach bin ich zu Joseph meinem Cousin gegangen und habe mit ihm geschlafen. Dann lief ich zu meiner Mutter und schlief mit Männern aus einer Bar. Das war auch total in Ordnung so, schließlich bekomme ich dafür ja Geld. Dann schlief ich für ein neues Radio - ich habe zwar schon 2 - mit einem Deutschen Touristen" 
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Prostitution an einem minderjährigen Mädchen so spurlos vorbei geht. 


Generell hat das Buch auch nicht wirklich viel Handlung. Es wird kurz darauf eingegangen wie sie aufwächst, dann kommen seitenweise Schilderungen über sämtliche Freier, alle mit Namen so dass man nach einigen Seiten eh nicht mehr durch blick wer wer ist, und dann spricht sie noch abschließend über ihr Leben in Deutschland. 
Ich hatte aber erwartet, dass dies das eigentliche Thema des Buches sei.


Birgit Jaeckel - Die Druidin

 Klappentext:
120 v. Chr., südlich der Donau: Die junge Talia besitzt eine geheimnisvolle Gabe, die machtbesessene Druiden nur zu gerne für sich nutzen würden. Im Haus des einflussreichen Caran sucht sie Zuflucht. Dieser nimmt sie freundlich auf, denn er ahnt nicht, dass Talia die Tochter ist, die er einst zu töten befahl und die ihn deshalb hasst. Als der Vater in Lebensgefahr gerät, steht die junge Frau vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens ... 

Erschienen ist es im Knaur Verlag, kostet 9,95€ und hat 544 Seiten
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen

 

Worum geht es? 
Talia wächst im Wissen darüber auf, dass ihr leiblicher Vater, Herrscher über Alte-Stadt, sie nach ihrer Geburt töten lassen wollte. Der Hass in ihr wächst, und noch eine andere Sache macht ihr zu schaffen. Seit sie 14 ist, kann sie bei Berührung die Seelen anderer Menschen sehen. Sie wächst auf bei den Druiden, die ihr von Anfang an prophezeien, dass ihre Gabe eine Gefahr für sie selbst und für andere ist. Talia will sich aber nicht in die Abhängigkeit der machtbesessenen Druiden geben, und flieht mit den Söldnern des Rabenvolkes, ein keltischer Stamm, nach Alte-Stadt.

Wie fand ich das Buch?
Ich liebe historische Romane ja wahnsinnig, liegt wahrscheinlich daran, dass ich einfach ein Grundinteresse an Geschichte habe. Und tatsächlich ist dieser Roman auch mehr historisch, als ein Phantasieroman, wie der Klappentext eigentlich vermuten lässt. Diese Gabe Seelen zu sehen von Talia wird ausreichend beschrieben, aber nicht ausgeschlachtet, so dass man mit ein wenig Phantasie sogar glauben könnte dass es so etwas tatsächlich gibt. Es spielt jedenfalls um 120 v. Chr. und thematisiert die keltischen Stämme. Die Geschichte ist auch wirklich wunderschön. Sämtliche Eigenschärften die ein Buch interessant machen sind darin enthalten: Liebe spielt natürlich eine große Rolle, aber auch Entbehrung und Verzweiflung, sowie Kriege, Angst und Leid- für einen historischen Roman nunmal unvermeidbar. Auch die Charaktere sind wahnsinnig toll dargestellt, ich hatte zeitweise das Gefühl alle Leute zu kennen und auch dort zu sein. 
Eine Sache gab es aber doch, die mich gestört hat- die historischen Fakten waren teilweise schlecht recherchiert oder ganz einfach falsch. Beispielsweise leben die Herrscher in 2stöckigen Häusern. Mh, damit waren sie dann aber offensichtlich 1200 Jahre vor ihrer Zeit. Andere Kleinigkeiten die falsch waren, sind mir auch aufgefallen, aber das tut der Qualität des Buches kein Abbruch: Es war toll!

Wer die Wanderhure oder Säulen der Erde mochte, wird das hier auch mögen :)


Waris Dirie - Wüstenblume

Klappentext:
Vom Nomadenleben in der somalischen Wüste auf die teuersten Designer-Laufstege der Welt – ein Traum. Und ein Alptraum, denn Waris Dirie wurde im Alter von fünf Jahren Opfer eines grausamen Rituals: Sie wurde beschnitten. In »Wüstenblume« bricht sie ihr jahrelanges Schweigen und erzählt ihre Geschichte. Heute kämpft sie als UNO-Sonderbotschafterin gegen die Genitalverstümmelung, die täglich 6000 Mädchen weltweit erleiden müssen. »Ich weiß, dass ›Wüstenblume‹ eine wichtige Botschaft hat, die von allen Menschen geteilt wird: die Achtung vor der menschlichen Würde.« Waris Dirie

Erschienen ist es im Knaur Verlag, kostet 8,99€ und hat 356 Seiten.
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen

  

Dieses Buch hat mich zwiegespalten wie schon lange kein anderes mehr. Der Grund dafür war, dass ich es einfach toll finden wollte, es aber überhaupt kein bisschen toll fand. Ich fand das Buch sogar eher schlecht, und war dann doch froh als ich es fertig gelesen hatte.
Dabei muss man, oder muss ich, die Geschichte an sich, vom Schreibstil und selbst von der Person Waris an sich trennen:


Die Geschichte ist natürlich eine ganz furchtbar traurige, die dann in einem modernen Aschenputtel-Happy End endet. Waris soll verheiratet werden, und flieht daraufhin aus ihrer Nomadenfamilie in die Hauptstadt, kommt nach London, und schafft es das zu erreichen was sie sich erträumt hat: Mehr vom Leben zu haben. Teil dieser ganzen Geschichte, und womit das Buch ja auch angepriesen wird, ist die Thematik "Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen." Klar hat man vorher auch schon was davon gewusst, aber es tun sich hier dann doch noch einige Abgründe auf.

Das wars allerdings auch schon, was mich an dem Buch fesseln konnte. Ansonsten hatte ich nicht wirklich Freude am Lesen. Waris ist mir einfach auch unglaublich unsympathisch. Es ist furchtbar was ihr geschieht, aber so ihre wesentlichen Grundzüge finde ich unfreundlich und egoistisch. Dann gefällt mir der Schreibstil des Buches gar kein bisschen. Er ist, sagen wir mal.. schlicht.. 
Ich bin mir unsicher ob Waris das Buch selbst geschrieben hat, einen Ghostwriter finde ich vorstellbarer, aber die Szenen sind teilweise sooo emotionslos hingeschrieben, dass man beinahe gähnen muss an Stellen die hochdramatisch sind. Das geht schon am Anfang los, als die gerade einmal 13jährige mutterseelenallein tagelang durch die Wüste irrt, fast vergewaltigt wird, von Löwen angegriffen wird, und beinahe verdurstet... Das wird quasi auf 3 Seiten hingeklatscht, war halt so, fertig. Aha. Ist ja auch ganz alltäglich..


Mir persönlich hat das Buch nicht gefallen. Der Schreibstil ist sehr einfach, die Handlung wird flach dargestellt, und die Schrecklichkeit dessen was dieser armen Frau zugestoßen ist wird schon fast lapidar erzählt.


Angus Donald - Der Barde

Der Klappentext: 
 Ein hungriger kleiner Dieb, ihm auf den Fersen ein blutrünstiger Sheriff – im mittelalterlichen Sherwood weiß der verzweifelte Alan nur eine Zuflucht: die Bande von Geächteten um den sagenumwobenen Robin Hood. Sehr bald erkennt der berüchtigte Outlaw, wen das Schicksal ihm da zugespielt hat – der Junge mit der wunderschönen Singstimme soll ihm als Spion dienen. Denn als Barde wird er Zutritt zu den allerhöchsten Kreisen haben …

Es ist im Knaur Verlag erschienen, und kostet 8,95€, mit 438 Seiten
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Meine Meinung:
Erst war ich ein wenig skeptisch, als ich mir das Buch gekauft habe. Armer kleiner Junge findet Zuflucht beim Sagen umwobene Robin Hood, der es Dank seiner einmaligen Stimme schafft "Karriere" zu machen. Mmmh. Aber auf anraten des netten Verkäufers, und weil ich ja ohnehin super gerne historische Romane lese, habe ich es dann doch mitgenommen. Ich muss dazu sagen, dass ich noch nie ein Buch oder Film zu Robin Hood gelesen oder gesehen habe. Es interessierte mich einfach nicht.
Das Buch hat aber alle Zweifel auslöschen können, denn es ist einfach großartig. Es schildert, wenn auch teilweise überzogen heldenhaft, das Leben des "Königs des Sherwoods". 
Alan, gerade einmal 13 Jahre alt, muss zusehen wie grausame Rituale zelebriert werden, darf aber auch Teil der Gemeinschaft von Geächteten sein, und schafft es so vom gesuchten Dieb zum engen Vertrauten und Freund von Robin. Er übersteht etliche Gefahren, erlebt Krieg, Gewalt und Korruption, darf aber auch lernen seine Stimme als Barde gekonnt einzusetzten, das Leben am Hof genießen und erfährt die enge Verbundenheit und nahezu grenzenlose Treu der Outlaws untereinander.

Die ganze Geschichte lässt sich nur schwer in Worte fassen, da sie wahnsinnig handlungsträchtig und vielseitig ist. Teilweise ist es auch sehr blutig und obzön, da es sich aber um das dunkle Mittelalter handelt, ist das auch unmöglich vermeidbar. 
Es ist fesselnd, erschreckend und super super gut!

5 von 5 Sternen

Markus Heitz - Kinder des Judas

Der Klappentext:
Leipzig im Jahr 2006. Sie ist die gute Seele des Krankenhauses. Sie steht denen bei, die in ihren letzten Stunden nicht allein sein sollen. Jeder, der die junge Frau am Bett eines Sterbenden wachen sieht, wird sie für einen Engel halten. Denn niemand weiß, wer sie wirklich ist …

Jung sein, schön, gesund – und das bis in alle Ewigkeit: Was sich für viele nach einem Traum anhört, ist für Sia schon vor langer Zeit zum Fluch geworden. Sie sehnt sich nur nach einem: einschlafen und nie wieder aufwachen müssen. Doch das darf sie nicht. Zu groß ist die Schuld, die Sia auf sich geladen hat, zu groß die Verantwortung, die sie gegenüber der Menschheit trägt. Um den Schmerz zu lindern, schreibt Sia in einer langen, einsamen Nacht ihre Geschichte nieder. Sie beginnt 1670 und erzählt von einem kleinen Mädchen, das in die dunklen Machenschaften der »Kinder des Judas« verwickelt wurde, jenes mächtigen Bündnisses von Wissenschaftlern – und Vampiren!

Erschienen ist es im Knaur Verlag, kostet 14,95€ und hat 704 Seiten.  
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Anfänglich war ich mir nicht so sicher, ob dies ein Buch für mich sein würde. Wieder Vampire, von denen ich seit Twilight und diesem furchtbaren Hype darum erst einmal satt hatte, und vor allem wollte ich auf gar keinen Fall dieses "Schöne junge Frau wird von schönem jungen Vampir gebissen. Wird unsterblich. Schläft in Särgen. Darf nicht ins Sonnenlicht. Wird von Knoblauch abgehalten" Gääääääähn. 
Aber bereits wenn man anfängt merkt man dass dies ein Vampirroman der anderen Art ist. Die Protagonisten Sia arbeitet im Leipziger Krankenhaus und begleitet Sterbende auf ihre letzten Reise. Als dann aber ein kleines Mädchen stirbt, der sie vorher immer die Geschichten des tapferen Mädchen Scylla erzählte, beschließt Sia ihre Geschichte niederzuschreiben, und beginnt damit im 17. Jahrhundert.

Das Buch hat ca 700 Seiten, auf denen das Leben und Wirken der Sia beschrieben wird, warum sie nach fast 400 Jahren noch immer lebt, und wie, und dass ein Vampirleben eben nicht nur das Klischee behaftete ist, wie man es kennt. 
Markus Heitz nutzt dabei sehr sehr viele historische Anekdoten über Aberglaube und das Vampirdasein im 17. Jahrhundert die das Buch sehr lebendig machen. Allerdings ist es auch wirklich teilweise sehr blutrünstig und wohl eher nichts für Leute die nicht gerne über abgetrennte Köpfe und durchbohrte Herzen lesen ;)

Ich kann dieses Buch uneingeschränkt weiterempfehlen- ich fand es einfach grandios! Und mal so ganz anders als klassische Vampirromane :)

5 von 5 Sternen

Freitag, 9. Dezember 2011

Karen Rose - Todesschrei

Klappentext:

Er hat eine Vorliebe für mittelalterliche Folterinstrumente, und für seine Kunst überschreitet er jede menschliche Grenze. Er lässt seine Opfer um ihr Leben schreien. Doch dann heften sich Detective Vito Ciccotelli und die junge Archäologin Sophie Johannsen an seine Fersen. Als die Polizei von Philadelphia auf einem verwilderten Grundstück eine Leiche findet, wird Sophie Johannsen, Archäologin und Spezialistin für mittelalterliche Kunst, um ihre Mithilfe gebeten: Sie soll mit einem Ausgrabungsdetektor den Erdboden nach weiteren Toten absuchen. Schon bald entdeckt Sophie mehrere Leichen und noch mehr ausgehöhlte Gräber. Die Polizei hat es offenbar mit dem privaten Friedhof eines Serienkillers zu tun. Und noch während sich Detective Vito Ciccotelli fragt, warum der Mörder die Toten wie mittelalterliche Grabfiguren drapiert, nähert sich der Täter seinem nächsten Opfer …


Es ist im Knaur Verlag erschienen, kostet 8,99€ und hat 672 Seiten.
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Als auf einem Feld in Philadelphia zufällig eine Leiche geborgen wird, und alles danach aussieht als ob noch weitere Leichen vergraben wären, wird die junge, hübsche aber leider zur Zeit etwas erfolglose Archäologin Sophie zu Rate gezogen- und was sie finden ist mehr als erschreckend.
Auf dem Feld liegen mehrere zu Tode gefolterte Leichen, deren Mörder offenbar einen Faible für mittelalterliche Foltermethoden hat und seine Opfer schreien sehen will. 
Die Ermittler stehen vor einem Rätsel, und zu allem Überfluss verliebt sich Detective Vito Concelli auch noch in die Archäologin, die für diesen Gefühlskram derzeit nicht sonderlich viel übrig hat.
Trotzdem müssen die beiden zusammen arbeiten, und geraten so in die Computerspielszene, der es offenbar nicht nur gelingt computeranimierte Psychopathen zu erschaffen.

Das Buch ist Spannung pur. Einmal angefangen, konnte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen, weil es einfach so unglaublich fesselnd geschrieben ist. Was passiert zwischen Vito und Sophie? Wer sind die Leichen? Wie sind sie zu Tode gekommen? Und warum zur Hölle gibt es keine Hinweise wer der Mörder ist?!
Es ist absolut kein ekelhaftes Gruselbuch, bei dem man die Augen zukneifen muss wenn die ekligen Szenen geschildert werden, so wie man das ja von Cody McFayden zum Beispiel kennt, und trotzdem jagt es einen einen echten Schauer über den Rücken, je weiter die Ermittlungen voranschreiten.

Ein SUPER Buch für alle Thriller- Krimi- Fans! 

5 von 5 Sternen