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Donnerstag, 27. Dezember 2012

[Rezension + BUCHTIPP] Kirsty McKay - Untot, Lauf solange du noch kannst

Klappentext:
Auf keinen Fall wird sie aus diesem Bus aussteigen. Bobby hasst ihre neuen Mitschüler und der Skiausflug war die totale Vollkatastrophe. Da wartet sie lieber mit Bad Boy Smitty, bis die anderen aus dem Café zurückkommen. Aber die anderen kommen nicht. Die anderen sind tot - Alice hat es genau gesehen und dreht vollkommen durch. Schöne Scheiße! Sie müssen hier weg und zwar schnell. Denn plötzlich kommen die Toten auf sie zu und sie sehen verdammt hungrig aus. Doch draußen ist es einsam und dunkel, der Schneesturm tobt und die Handys funktionieren auch nicht. Und eigentlich weiß man aus jedem guten Horrorfilm, dass man sich niemals in so eine Situation begeben darf ...

Verlag: Chicken House | Format: Taschenbuch | Preis: 14,95€ | Seiten: 368 | Genre: Jugendbuch, Fantasy, Horror | Spielt in: Großbritannien (Schottland, Aviemore) | Originaltitel: Undead | ISBN: 978-3551520418
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen

Erster Satz:
"Ich möchte lieber sterben als die alle noch mal wiedersehen."

 

Worum geht es:

Als neue hat man es ja ohnehin schon schwer genug, aber wenn die ganze Klasse quasi nur aus Idioten besteht, wird so ein Skiausflug ins schottische Nirgendwo schnell mal zur Nahtoderfahrung. Grund genug für Bobbie, sich von ihren Klassenkameraden abzugrenzen, als alle auf dem Rückweg in die Raststätte stürmen, und zusammen mit Smitty, dem selbsternannten Klassenrebell, im Bus zu bleiben. 
Als jedoch die völlig hystrische Alice aufgelöst zum Bus zurückkehrt, und berichtet dass sich die gesamte Klasse plus alle Leute in der Raststätte in Zombies verwandelt hat, bekommt der Begriff "Nahtoderfahrung" noch mal eine ganz andere Dimension. Denn jetzt heißt es: Überleben. Und das ist einfach gesagt als getan, wenn um einen herum nur Untote wandeln, deren sehnlichster Wunsch das frische Fleisch von Bobbie und Co ist. 

Meine Meinung:

Zugegebenermaßen sind Zombie, egal ob im TV, in Büchern oder sonstwo, nicht gerade mein bevorzugtes Thema. Eigentlich kann ich damit so überhaupt nichts anfangen und versuche jegliche Medien zu umgehen, in denen Untote ihr Unwesen treiben. Aber das Buch hat mich doch neugierig gemacht. Gott sei Dank kann ich nur sagen, denn der Klappentext verspricht absolut nicht zu viel, als gesagt wird, dass es sich bei diesem Buch um einen absoluten Pageturner handeln soll.
Ursprünglich wollte ich gestern nur die ersten 100 Seiten oder so lesen, aber ich konnte einfach nicht mehr aufhören und habe das komplette Buch in einem Rutsch durchgelesen und mir dafür die halbe Nacht um die Ohren geschlagen.

Anfangs war ich mir noch nicht so sicher, ob ich so warm mit der Geschichten werden würde. Denn es geht wirklich Schlag auf Schlag los, und schon auf Seite 30 wimmelt es quasi überall von den Zombies. Ziemlich abstrakt, aber irgendwie faszinierend. Und obwohl es ein Jugendbuch ist und jetzt nicht gerade vor Horror trieft, hab ich doch das eine oder andere Mal den Atem angehalten und mich so richtig schön gegruselt und auf jedes Geräusch in meiner Wohnung empfindlich reagiert. Die Spannung wird nämlich tatsächlich konstant gehalten, und der Ekelfaktor hat so richtig seine schönen Höhen und Tiefen, die ein Weglegen des Buches unmöglich machen.

Auch die Charaktere haben mir unglaublich gut gefallen- für mich mal ein wirkliches Erlebnis. Denn eigentlich bin ich meistens kein Fan der Protagonisten, aber in diesem Fall fand ich sie alle super. Jeden. Haha, was habe ich teilweise über die Sprüche von Bobbie gelacht, und auch Alice -die absolut penible Überzicke - hab ich direkt in mein Herz geschlossen. Der Humor ist subtil, manches Mal vielleicht ein bisschen zu Jugendlich für meinen Geschmack (aber natürlich total passend für ein Jugendbuch) und auch das Sprachniveau ist eher einfach und umgangssprachlich - ebenfalls wie von einem Jugendbuch zu erwarten.

Nur der Schluss hat mich nicht ganz so zufrieden gestellt. Zwar ist dies kein "Punktabzug" für mich, aber dennoch lässt einen das Ende so ein bisschen in der Luft hängen. Man weiß nicht wirklich, wie die Geschichte nun ausging, was mit einigen der Personen passiert ist, und bleibt ein wenig ratlos zurück. Sollte es einen Folgeband geben, wäre es einleuchtend, aber soweit ich mich informiert habe, bleibt es ein einzelner Roman. 
[Edit: Ich habe gerade gelesen, dass es sehr wohl einen zweiten Teil gibt, "Unfed", so dass das Ende demzufolge einfach nur ein fiiiieser Cliffhanger ist :) ]

Fazit: Super spannender, wenn auch klischeebehafteter Zombieroman, der einen einfach nicht mehr loslässt, ehe man nicht das ganze Buch gelesen hat. Suuuuuper, auch für Leute wie mich, die solchen Büchern sonst aus dem Weg gehen würden.





Donnerstag, 6. Dezember 2012

[Rezension] Jack Ketchum - Evil

Klappentext:
Die USA in den 50er-Jahren. Nach außen hin eine heile Welt, doch inmitten der amerikanischen Vorstadtidylle wird ein Junge mit unvorstellbaren Grausamkeiten konfrontiert. Jack Ketchum zeigt in seinem beunruhigenden, grenzüberschreitenden Horrorthriller die Abgründe der menschlichen Seele auf. 

Verlag: Heyne Hardcore | Preis: 8,95€ | Seiten: 336 | Genre: Thriller, Hardcore, Horror | Erscheinungsdatum: Januar 2006 (Erstausgabe 1989) | Spielt in: USA | Originaltitel: The Girl Next Door | ISBN: 978-3453675025
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen.  

Erster Satz:
Ihr glaubt, ihr wisst, was Schmerz ist?



Worum geht es:

Als die Eltern von Meg und Susan bei einem Autounfall ums Leben kommen, werden die beiden Mädchen zu ihrer Tante Ruth und deren 3 Söhnen geschickt. Sie sollen ein besseres Leben haben, und nicht im Waisenhaus enden müssen. Doch was die Mädchen erfahren, ist unter keinen Umständen in einem Atemzug mit "einem besserem Leben" nennbar- das was die beiden, vor allem Meg, erleben, ist ein Albtraum sondergleichen. Meg wird misshandelt, gequält, gedemütigt und schwer verletzt, und das "nicht nur" von Ruth sondern auch von ihren Söhnen und den Kindern der Nachbarschaft. Es ist eine Spirale der Gewalt die sich unermüdlich weiter dreht, und niemand hilft Meg aus ihrer Lage- bis zum Schluss.


Meine Meinung:

Ich habe lange mit mir gehadert dieses Buch zu rezensieren, weil ich einfach nicht weiß, wie ich das dort Geschriebene in meine eigenen Worte fassen soll. Denn dieses Buch ist ein wahrer Albtraum, etwas das mich nicht mehr loslässt und mich so tief erschüttert hat, dass ich manchmal einfach das Buch weinend weglegen musste, nur um die Grausamkeiten für den Moment nicht weiter ertragen zu müssen.

Die Geschichte ist eine fiktive Aufarbeitung von Jack Ketchum über den Mordfall Sylvia Likens, die 1965 von ihrer Ziehmutter und mit Hilfe der Nachbarskinder zu Tode gefoltert wurde. Viele Elemente dieses tatsächlichen Verbrechens finden sich in dem Buch wieder, und machen es damit nur noch schlimmer, denn man weiß dass das tatsächlich einem jungen, hilflosen Mädchen passiert ist. 

Meg wird gefoltert, und für jeden der schon keine durchschnittlichen Thriller ertragen kann, ist dieses Buch absolut ungeeignet. Ich habe kein Problem mit blutigen Szenen in Thrillern, aber selbst für mich als "erprobte" Leserin waren Seiten teilweise so unerträglich dass ich sie einfach überflogen habe, um den Schrecken nicht ganz so nah an mich heran zu lassen. Es ist einfach unvorstellbar schrecklich, gerade auch wenn man bedenkt dass viele der Täter noch keine 14 Jahre alt sind, und aus reinem Spaß an der Qual Anderer sich an dem Verbrechen beteiligen. 
 Besonders berührt hat mich übrigens Susan, die kleine Schwester von Meg. Wenn sie im Buch auftauchte, habe ich immer den Atem angehalten angesichts dieser namenlosen Angst eines kleinen Mädchens, die schlicht unfähig war etwas zu tun und zum Zusehen und gelegentlichen "Gastauftritten" in der perversen Welt von Ruth war. Ganz im Gegensatz zu David, dem Jungen aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Denn er ist ebenfalls Teil der Qualen. Zwar quält er nicht eigenhändig, aber er verpasst auch keine Details ihrer Folter, ist dabei, schaut zu, und greift nicht ein. Fühlt sich sogar mächtig und stark angesichts dessen was Meg angetan wird. Ich kann nur sagen, ich war wirklich angewiedert von diesem Jungen.

Was ich noch sagen möchte ist, wer wirklich überlegt das Buch zu lesen, sollte auf das Vorwort von Steven King verzichten. Lest es nicht. Ich habe es getan, und auf ca. 8 Seiten fasst er zusammen, was allen in dem Buch passiert, inklusive dem Ende. Ich wusste also von Anfang an, was ihr alles passieren wird  und wie es ausgeht, und war total verärgert darüber, dass so ein Vorwort abgedruckt wird. Außerdem zweifel ich stark an dem Urteilsvermögen von Herrn King. In seinem Vorwort schreibt er "Der Erzähler David ist die einzige menschliche anständige Figur des Romans [...].". Wenn so etwas in Kings Meinung anständig ist, möchte ich nicht erfahren, was für ihn einen schlechten Menschen ausmacht. Zuzusehen, sich daran "aufzugeilen" und nicht zu handeln, nicht einmal als die Schmerzen lebensbedrohlich werden, ist für mich einfach nur verabscheuungswert.

Fazit: Ich gebe dem Buch 5 Sterne. Nicht weil der Inhalt so toll ist, nicht weil es so spannend war, sondern einfach weil es ein Buch ist, das einen packt trotzdessen dass einen der Inhalt abstößt und verstört.