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Freitag, 21. März 2014

Lucinda Riley - Die Mitternachtsrose

Klappentext:
Innerlich aufgelöst kommt die junge amerikanische Schauspielerin Rebecca Bradley im englischen Dartmoor an, wo ein altes Herrenhaus als Kulisse für einen Film dient, der in den 1920er Jahren spielt. Vor ihrer Abreise hat die Nachricht von Rebeccas angeblicher Verlobung eine Hetzjagd der Medien auf die junge Frau ausgelöst, doch in der Abgeschiedenheit von Astbury Hall kommt Rebecca allmählich zur Ruhe. Als sie jedoch erkennt, dass sie Lady Violet, der Großmutter des Hausherrn Lord Astbury, frappierend ähnlich sieht, ist ihre Neugier geweckt.
Dann taucht Ari Malik auf: ein junger Inder, den das Vermächtnis seiner Urgroßmutter Anahita nach Astbury Hall geführt hat. Je mehr Rebecca aber in die Vergangenheit und in ihre Rolle eintaucht, beginnen Realität und Fiktion zu verwischen – und schließlich kommt sie nicht nur Anahitas Geschichte auf die Spur, sondern auch dem dunklen Geheimnis, das wie ein Fluch über der Dynastie der Astburys zu liegen scheint…

Verlag: Goldmann | Preis: 19,99€ | Seite: 576 | Genre: Familiengeschichte, Liebe | Spielt in: Indien und Großbritannien, Devon | Originaltitel: The Midnight Rose | Erscheinungstermin: Januar 2014 | ISBN: 978-3442313600

Erster Satz:
"Heute ist mein einhundertster Geburtstag."


Worum geht es:
Rebeccas Leben ist alles andere als das Glamourleben, welches ihr die ganze Presse immerzu andichten will. Denn im Gegensatz zu vielen ihrer Schauspielkollegen genießt sie es absolut nicht, immerzu im Mittelpunkt zu stehen. Deshalb kommt es ihr nur gelegen, als sie für einen Film aus den USA nach Devon in England reist, und während der Drehzeit ins Astbury Hall leben wird. Einem Herrenhaus fernab jeglichem Handyempfanges und inmitten einer wunderschönen Landschaft.
Doch das Haus scheint ein Geheimnis zu haben, denn einst lebte dort auch eine junge Inderin zu Beginn des 20. Jahunderts: Anahita. 
Sie kam als junges Mädchen in die adligen Kreise der indischen Oberschicht, und konnte ein Leben leben, von denen andere Mädchen nur zu träumen wagen konnten, mit einer Ausbildung in England und einen Leben ohne finanzielle Sorgen. Doch auch dieses Leben war alles andere als schillernd...

Meine Meinung:
Da ich bisher alle Bücher der Autorin gelesen hatte, wusste ich worauf ich mich in etwa bei der Geschichte einlassen würde: Eine Familiengeschichte, bei der Vergangenheit und Gegenwart verknüpft werden, in der es einige harte Schicksalsschläge geben wird und ganz, ganz viel Liebe. So waren alle ihre bisherigen Bücher, und alle haben meinen Geschmack getroffen. Die einen mehr, die anderen weniger, aber immer war ich am Ende der Bücher begeistert. 
Nach dem Lesen dieses Buches weiß ich aber, dass es in Zukunft für kommende Bücher schwer werden wird, denn dieses Buch war der absolute Wahnsinn! Ich bin hellauf begeistert von der Geschichte und kann nun mit ruhigem Gewissen sagen, dass dieses Buch hier ab sofort definitiv mein Lieblingsbuch der Autorin ist.
Sie versteht es wahnsinnig toll, eine unglaublich tolle Atmosphäre in dem Buch zu schaffen. Die Kapitel die in Indien spielen habe ich inhaliert und auch das folgende Leben Anahitas hat mich absolut in seinen Bann gezogen. Man hat das Gefühl, hautnah dabei zu sein, und jedes Hoch und Tief von ihr selbst mitzuerleben. Das Leben von Rebecca konnte mich da schon weniger fangen, aber da rettet die traumhaftschöne Erzählung rund um Astbury Hall und das völlig überraschende Ende auch diesen kleinen Minuspunkt. 
Die Sprache ist wieder wie gewohnt etwas blumig, aber auf keinen Fall ausufernd oder kitschig, und letztlich bleibt mir ohnehin nichts anderes zu sagen, als dass ihr euch das Buch kaufen MÜSST! ♥





Montag, 24. Juni 2013

[Rezension] Lucinda Riley - Der Lavendelgarten

Klappentext:
Ein Herrenhaus in der Provence, eine adelige Familie und eine schicksalhafte Liebe in dunklen Zeiten.
Jahrelang hat Emilie de la Martinières darum gekämpft, sich eine Existenz jenseits ihrer aristokratischen Herkunft aufzubauen. Doch als ihre glamouröse, unnahbare Mutter Valérie stirbt, lastet das Erbe der Familie allein auf Emilies Schultern. Sie kehrt zurück an den Ort ihrer Kindheit, ein herrschaftliches Château in der Provence. Der Zufall spielt ihr eine Gedichtsammlung in die Hände, verfasst von ihrer Tante Sophia, deren Leben von einem düsteren Geheimnis umschattet war – einer tragischen Liebesgeschichte, die das Schicksal der de la Martinières für immer bestimmen sollte. Doch schließlich erkennt Emilie, dass es noch nicht zu spät ist, die Tür zu einer anderen Zukunft aufzustoßen …

Verlag: Goldmann | Seiten: 512 | Preis: 9,99€ | Genre: Familiengeschichte, Liebe, Schicksal | Spielt in: Frankreich, Provence, Gassin & Großbritannien, Yorkshire, Blackmoor | Originaltitel: The Light Behind The Window | Erscheinungstermin: Juni 2013 | ISBN: 978-3442477975

Erster Satz:
"Als Emilie spürte, wie der Druck auf ihre Hand nachließ, sah sie ihre Mutter an."



Worum geht es:
Nach dem Tod ihrer Mutter ist Emilie ganz auf sich allein gestellt: Ohne Geschwister und andere Angehörige der Familie Martiniéres trägt sie das Erbe ihrer Familie ganz allein, und das bedeutet nicht nur die emotionale Bürde die ihre Mutter ihr hinterlassen hat, sondern auch die Schulden und das inzwischen ziemlich heruntergewirtschaftete Chateau in der Provence. Doch Gott sei Dank lernt sie nach einiger Zeit in Gassin einen jungen Mann kennen, Sebastian, der ihr helfend zur Seite steht in dieser schweren Zeit, und schon bald zum Mittelpunkt ihres Lebens wird.
Doch nicht nur ihre Gefühle für einander verbinden sie, sondern auch zwei Familiengeschichten die sich berühren: Während der deutschen Besetzung in Frankreich lernten sich Edouard, Emilies Vater, und Constanze, Sebastians Großmutter, kennen. Die beiden verband ein Schicksal voller Dramatik, Einschränkung und ständiger Angst vor dem Feind. 

Meine Meinung:
Nachdem ich beide bisher erschienen Bücher von Lucinda Riley gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf dieses neue Buch von ihr. Es spielt in der Provence, einem Teil der Erde der mich schon immer fasziniert hat und den ich mich unfassbar schön vorstelle. 
Aber leider war ich doch eher enttäuscht von dem Buch. Der Grund dafür? Man kann es förmlich zwischen den Zeilen lesen, wie wenig Herzblut die Autorin in die Geschichte um Emilie und Sebastian gelegt hat, und offenbar all ihre Kreativität auf die Geschichte um Constanze, Sophia und Edouard konzentriert hat. Ich war anfänglich sogar fast versucht, das Buch aus der Hand zu legen und abzubrechen, so schlecht fand ich diese Geschichte im "Heute". Sie ist flach, vorhersehbar, fuuuurchtbar konstruiert und einfach lächerlich kitschig. Absoluter Groschenroman-Stil. 
Dem gegenüber im krassen Gegensatz steht aber die Geschichte im "Damals" von 1944. Sie steckt voller unerwartete Wendungen, voller Dramatik und Emotionalität. Voller Gefühl und Kraft. Es hat großen Spaß gemacht, diese Episoden zu lesen und ich zumindest war regelrecht enttäuscht wenn wieder Teile der Geschichte aus 1999 kamen. 
Was Lucinda Riley aber beherrscht, ist eine Umgebung zu zeichnen die man fast schon selbst mit allen Sinnen erleben kann. Ich habe einen unglaublich schönen, wenn auch von Klischees belasteten :D, Eindruck von der Provence und Yorkshire erhalten, und hätte am liebsten sofort meine Koffer gepackt um selbst ein paar Tage im Chateau anwesend zu sein.

Im Endeffekt überwiegt für mich aber die Schwäche der Geschichte um Emilie und Sebastian, so dass ich dem Buch leider nur 3 Sterne geben kann. 



Freitag, 21. Dezember 2012

[Rezension] Glenn Beck - Der Weihnachtspullover

Klappentext:
Seit Jahren bewahrt Eddie einen alten, handgestrickten Pullover auf. Das enttäuschendste Weihnachtsgeschenk seiner Kindheit - und das zärtlichste, das er je bekam. Ein Familienbuch, so kuschelig wie  feinste Wolle und die ideale Lektüre für Adventsabende bei Kerzenschein.

Verlag: Hoffmann und Campe | Seiten: 287 | Format: Hardcover | Preis: 15,00€ | Originaltitel: The Christmas Sweater | Erscheinungsdatum: September 2009 | Genre: Weihnachten | Spielt in: USA (Washington) | ISBN: 978-3455380668
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* via Amazon bestellen.

Erster Satz:
"Der Weihnachtspullover lag viele Jahre lang im obersten Fach meines Kleiderschranks."



Worum geht es:

Schon vor dem Krebstod seines Vaters wusste Eddie eigentlich tief im Inneren, dass Geld in seiner Familie knapp war, und doch keine große Rolle spielte. Denn was seinen Eltern wichtig war, und was sie Eddie immer versuchten beizubringen, war zu verstehen, dass es im Leben auf Liebe und Vertrauen ankommt, und darauf zu wissen, dass die eigene Familie einem immer Halt geben wird. Doch nachdem sein Vater gestorben ist, schafft seine Mutter es kaum, die beiden über Wasser zu halten. 
Dennoch bemüht sich Eddie das ganze Jahr über so brav und fleißig wie möglich zu sein, um seinen großen Wunsch, ein rotes Fahrrad mit Bananensattel, in Erfüllung gehen zu lassen. Am Weihnachtsmorgen jedoch findet er unter dem Tannenbaum nur ein einziges Geschenk: Einen von seiner Mutter selbst gestrickten Pullover, denn für mehr reichte ihr Geld nicht, und dieses Geschenk wirft Eddie in eine Spirale aus Verzweiflung und Wut, aus der er sich selbst kaum noch befreien kann.

Meine Meinung:

Wenn man nach einer Weihnachtsgeschichte sucht, über die man im Anschluss sagt "Sowas schönes habe ich schon lange nicht mehr gelesen.", ist man mit diesem Buch falsch beraten. Sucht man aber ein Weihnachtsbuch über das man später sagen wird "Sowas wahres und berührendes habe ich gebraucht", dann wird man mit diesem Buch einen absoluten Schatz finden. 
Diese Geschichte, von dem kleinen Jungen der so enttäuscht von diesem Pullover ist, sich so in eine Welt verrennt in der ihn niemand zu lieben scheint, und der so verzweifelt versucht gegen die anzukämpfen denen er etwas bedeutet, hat mich absolut zu Tränen gerührt. Natürlich ist es nicht schön, wie er seine Familie zu bestrafen versucht, aber ich kann verstehen was er fühlt, und trotzdem musste ich weinen angesichts der Gefühle, die es in seiner Mutter hervorruft. 
Man lernt viel darüber, was es bedeutet sein Glück wiederzufinden, sich nicht in Kummer zu vergraben und wie wichtig es ist, eine helfende Hand anzunehmen. Es ist nicht unbedingt ein Buch über das Weihnachtsfest an sich, aber es ist ein wundervoller Roman über das Leben, der perfekt in die Weihnachtszeit passt.




Mittwoch, 20. Juni 2012

[Rezension] Stefanie Gerstenberger - Oleanderregen

Klappentext:
Als Valentina nach dem Tod ihres Vaters erfährt, dass ihre Cousine Irma in Wahrheit ihre Halbschwester ist, reist sie nach Sizilien, um sie ausfindig zu machen. Mehr als zehn Jahre haben sich die beiden nicht gesehen, zu tief verletzte es Valentina, dass ihr damaliger Freund Max sie verließ, um mit Irma nach Palermo zu gehen. Doch bei ihrer Ankunft muss Valentina erfahren, dass Irma nach einer scheinbar harmlosen Operation im Koma liegt. Während Valentina noch fürchtet, Max wieder zu begegnen, lernt sie Angelina kennen. Eine entfernte Verwandte, die ihr eine bewegende Geschichte erzählt. Von einem Jungen, der ohne Beine geboren wurde und dank der Fürsorge seiner Mutter trotz allen Unglücks die Liebe fand. Diese Geschichte ist der Schlüssel zum Geheimnis der Familie ihres Vaters, und Valentina erkennt, dass sich jetzt auch ihr Leben ändern wird …

Verlag: Diana Verlag | Format: Hardcover | Seiten: 448 | Preis: 19,99€ | Genre: Familie, Schicksal, Liebe | ISBN: 978-3453291256
Ihr könnt das Buch z.B. *hier* bei Amazon kaufen

 

Worum geht es:
Das Testament das Valentinas Vater hinterlässt, schockiert sie zutiefst. Nicht nur, dass sie mit dem plötzlichen Tod ihres Vaters fertig werden muss, nein jetzt erfährt sie nur wenige Tage nach dem Ableben ihren Vaters, dass sie noch eine Schwester haben soll mit der sie sich das Erbe teilen wird. Doch die geheimnisvolle Schwester ist nicht irgendwer, sondern Irma, ihre Cousine, die nach dem Verschwinden ihrer Mutter aus Sizilien nach Deutschland kam um Valentina und ihren Papa Enzo zu unterstützen. 
Um ihren Vater in der italienischen Heimat bestatten zu können, reist Valentina nach Sizilien und lernt ihre riesig große Verwandtschaft kennen. Nur Irma fehlt. Die einzige Frau die ihr vielleicht Antworten auf die brennenden Fragen geben könnte liegt im Koma..

Meine Meinung:
Ich werde heute zu diesem Buch keine Sternbewertung abgeben, denn ich habe es jetzt auf Seite 224 abgebrochen. Es ist das erste Buch in diesem Jahr, das ich nicht zu Ende lese und dennoch möchte ich lieber gar keine Bewertung abgeben als nur 1 Stern oder dergleichen. Denn ich weiß natürlich nicht, ob es mich nicht doch noch in 50 Seiten gepackt hätte und ich schließlich eine relativ hohe Bewertung abgeben hätte. Deshalb heute nur meinen Eindruck vom Buch.

Das Cover ist natürlich unglaublich schön, und auch der Klappentext und die bisherigen guten Bewertungen auf Amazon haben mich angesprochen. Alles in allem klingt es nach einer tragischen Familiengeschichte, und auf sowas steh ich ja manchmal echt, mit einer Priese Sommerfeeling. Ich hab mir entspannte aber schöne Lesestunden mit diesem Buch erhofft, und mir gewünscht mich nach Sizilien lesen zu können.

Doch leider bin ich bis zu letzt überhaupt nicht in das Buch reingekommen. Es hat mich kein bisschen gereizt weiterzulesen, in der Bahn habe ich liebe die Leute beobachtet anstatt zu lesen - was quasi nie passiert - und hab ich dann gelesen, hat es mir keinen Spaß gemacht. Selbst für die paar 100 Seiten habe ich jetzt fast 1 Woche gebraucht, eine Zeit in der ich für gewöhnlich sonst 2 Bücher komplett lese.

Der Schreibstil ist sehr flach, irgendwie nicht wirklich ausgefeilt und sprachlich nicht wirklich anspruchsvoll. Alles Dinge über die ich hinweg sehen könnte, aber auch die Handlung nimmt sich da nichts. Ebenfalls seeehr flach, sehr vorhersehbar und teilweise so unheimlich unrealistisch positiv und kitschig, dass ich dachte "Okay, ne. Das ist jetzt aber nicht ihr Ernst." 

Vielleicht war es einfach das falsche Buch zur falschen Zeit, aber trotzdem werde ich es nicht weiterlesen, nicht jetzt und nicht später, und mich einfach nur an dem schönen Cover erfreuen. 

Mittwoch, 13. Juni 2012

[Rezension] Susan Abulhawa - Während die Welt schlief

Klappentext:
Jenin im Blumenmonat April: Frühmorgens, bevor die Welt um sie herum erwacht, liest Amals Vater ihr aus den Werken großer Dichter vor. Es sind Momente des Friedens und der Hoffnung, die Amal ihr Leben lang im Herzen trägt — ein Leben, das im Flüchtlingslager beginnt, nach Amerika führt und dennoch stets geprägt ist vom scheinbar ausweglosen Konflikt zwischen Israel und Palästina. Über vier Generationen erzählt Susan Abulhawa die bittere Geschichte Palästinas im Verlauf des 20. Jahrhunderts — eine Geschichte über den Verlust der Heimat, eine zerrissene Familie und die immerwährende Hoffnung auf Versöhnung.

Verlag: Diana Verlag | Seiten: 432 | Format: Taschenbuch | Preis: 8,99€ | Genre: Familiengeschichte; Schicksal; Krieg | ISBN: 978-3453356627
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Worum geht es: 
Das Buch verfolgt die Lebensgeschichte gleich mehrere Generationen einer Familie die aus Palästina stammt, vertrieben wird, neue Hoffnung im Flüchtlingslager schöpft, erleben muss wie diese Hoffnungen zerschlagen werden, vertrieben werden, im Exil leben und ihre Heimat doch nie vergessen. Im Fokus steht Amal, das jüngste Kind von Dalia und Hasan, die in einem Jenin voller Träume großwächst und dann alles verliert. 

Meine Meinung:
Es hat mir schlichtweg den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich habe ein ganz anderes Buch erwartet, ein oberflächliches, vielleicht sogar teilweise "kitschiges", aber damit habe ich auf keinen Fall gerechnet. Denn so ist es in keinster Weise. Es zeigt das Leben einer arabischen Familie von 1948 an, als der Staat Israel ausgerufen werden sollte bis 2003, als man arabische Bürger in dem einen Land undwürdig behandelt und in dem anderen Land gleich tötet. 

Das schlimmste an dem Buch für mich war jedoch, dass ich dadurch vor Augen geführt bekommen habe, wie ignorant ich eigentlich durch die Weltgeschichte bisher gegangen bin. Krieg und Tote im Nahen Osten sind Nachrichten, die man inzwischen jeden Tag hört, ohne sich darüber im klaren zu sein, was da eigentlich geschieht, ohne zu hinterfragen wem das geschieht, und ganz besonders warum. Aber warum, wissen wohl die meisten inzwischen nicht mehr. Vermutlich als Vergeltung der Rache einer Rache. 

Natürlich stellt das Buch den Konflikt nur sehr einseitig dar, nämlich aus Sicht der Pälästinenser, in deren Augen die Juden die Feinde sind. Und sicherlich ist das Buch auch fiktiv, und es lässt sich darüber streiten wie real es ist, dass einer einzigen Familie so viel Leid wiederfährt. Aber Tatsache ist, dass die Menschen dort es so erleben, und kleine Kinder, Frauen und andere Zivilisten die Opfer sind, die beklagt werden, ganz gleich aus wessen Seite man nun steht.

Ich war sehr erschüttert und tief bewegt, und kann jedem nur empfehlen es unbedingt zu lesen, um sich zu informieren, sich eine Meinung zu bilden und vor allem und am wichtigsten um seinen Horizont zu erweitern, denn ich weiß, dass ich von nun an ein ganz anderen Blick auf die kurzen Nachrichtensequenzen haben werde, in denen mal wieder nebenbei die Rede von dutzenden Toten im Nahen Osten ist.


Mittwoch, 6. Juni 2012

[Buchrezension] Lucinda Riley - Das Mädchen auf den Klippen

Klappentext:
 Mit gebrochenem Herzen sucht die Bildhauerin Grania Ryan zuflucht in ihrer irischen Heimat. Bei einem Spaziergang an der Steilküste von Dunworley Bay wird Grania jäh aus ihren trüben Gedanken gerissen: Am Rande der Klippen steht ein Mädchen, barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet. Der Wind zerrt an der zerbrechlichen Gestalt, und von plötzlicher Sorge ergriffen spricht sie das Kind an. – Ohne es zu ahnen, stößt Grania durch diese Begegnung die Tür zu einer über Generationen reichenden, tragischen Familiengeschichte auf – ihrer Geschichte.

Verlag: Goldmann | Format: Taschenbuch | Seiten: 448 | Preis: 9,99€ | Genre: Familie, Frauen, Liebe | ISBN: 978-3442477890
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Worum geht es:
Obwohl die meisten Grania wohl als typische Mitdreißiger Karrierefrau beschreiben würden, hat sie eigentlich nur einen großen Wunsch. Ein Baby mit Matt, ihrem langjährigen Freund. Doch das Baby stirbt bei einer Fehlgeburt, und Grania flüchtet aus New York nach Irland zur Farm ihrer Eltern, ohne Matt eine Begründung zu geben. 
Während eines Spazierganges entlang der Küste trifft sie auf ein kleines Mädchen, das ganz alleine an den Klippen steht, und nach ihrer Mutter ruft. Aurora. Wenig später erfährt sie, dass Auroras Mutter Selbstmord begangen hat, und das ein dunkles Familiengeheimnis die kleine Welt von der 8jährigen umgibt, das scheinbar sehr eng mit ihrer eigenen Familiengeschichte verflochten ist. 

Meine Meinung:
Nachdem mir "Das Orchideenhaus" von Lucinda Riley so gut gefallen hatte, wollte ich auch unbedingt diesen Roman lesen. Der Klappentext klingt vielversprechend nach einem dunklen Geheimnis zweier miteinander verwobener Familien, natürlich nach Liebe die in solchen Büchern ja nicht fehlen darf, und vorallem viel Tragik.

Beeindrucken wie ihr erster Roman konnte mich dieser hier dann aber doch nicht. Ständig geisterten mir die Worte "Rosamunde Pilcher", "Herzschmerz" und "kitschig" durch den Kopf, die leider nicht die optimalen Begriffe sind, um eine gute Rezension verfassen zu können. Dabei will ich nicht mal sagen, dass es mir nicht gefallen hätte. Aber es hat mich einfach null geapckt.. Wenn ich Bus gefahren bin, hab ich gelesen, aber so freiwillig zu Hause wie ich das sonst immer mache ging gar nicht. Es hat mich einfach nicht gereizt.

Die Handlung war sehr flach und vorhersehbar, so dass das Lesen an sich schon Spaß gemacht hat, die Geschichte aber weniger. Die Charaktere sind mir irgendwie alle zu glatt und zu realitätsfern, die Handlungsstränge viel zu einfach konstruiert und die Spannung fehlt.
Lediglich der Teil der Familiengeschichte der zum 1. Weltkrieg spielt, konnte mich packen.




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Mittwoch, 30. Mai 2012

[Rezension] Natasha Solomons - Als die Liebe zu Elise kam

Klappentext:
Du kannst mehr als nur ein Leben leben. Im Frühling des Jahres 1938 kommt Elise Landau nach Tyneford House, einem Anwesen an der Südküste Englands. Die junge Jüdin aus wohlhabender Familie erwartet hier eine Anstellung als Hausmädchen. Eltern und Schwester musste sie in Wien zurücklassen. Über England weiß Elise nichts – nur, dass es ihr dort nicht gefallen wird. Doch tapfer poliert sie Silber und serviert Drinks, mit der Perlenkette ihrer Mutter unter der Schürze. Einziger Lichtblick: Kit, der Sohn des Hausherrn. Mit ihm erlebt sie ihre erste zarte Liebe – eine Liebe gegen die Konventionen. Dann erreicht der Krieg das beschauliche Dorset und beschwört Ereignisse herauf, die Tyneford House und seine Bewohner für immer verändern. Elise erkennt, dass sie keine andere Wahl hat, als ihr altes Leben komplett hinter sich zu lassen ...

Verlag: Kindler | Seiten: 512 | Preis: 19,99€ | Format: Gebunden | Genre: Familiendrama; historischer Roman; Liebe | ISBN: 978-3463405797
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Worum geht es:
Zwar sieht Elise nicht so wunderschön aus wie ihre Schwester Margot, und singt auch nicht so toll wie Anna, ihre Mutter, aber im Prinzip ist sie schon sehr glücklich in ihrem großzügigen Zuhause in Wien, umgeben von ihren Liebsten. Doch der Krieg steht vor der Tür, und sie als Jüdin könnte davon betroffen werden. Um dem eventuellen Schlamassel zu entkommen, beschließen Elises Eltern in die USA zu gehen, und Elise, sobald ihr Visum da ist, nachzuholen. Solange soll sie als Haushaltshilfe in einem englischen Herrenhaus dienen, und dann in Kürze nachkommen.
Doch Elises Eltern bekommen kein Visa.
Zudem verliebt sie sich in den Sohn ihres Hausherren, Kit. Doch ihr Verliebtsein steht unter einem schlechten Stern.. Als jüdische Putzfrau in den Zeiten des Krieges im kleinen englischen Tyneford.

Meine Meinung:
Um es kurz zu machen: Ich habe gehofft, gelacht, geweint, Elise verflucht, Kit verflucht, Elise geliebt, mit ihr mitgefiebert, für sie gehofft, um sie gehofft, die Landschaft genossen, ihr Leben genossen, ihr Leben verabscheut. 
Im Prinzip deckt dieses Buch jedes Gefühl ab, das man nur haben kann. Die Geschichte hat mich auch ohne tränenziehende Litanei tief berührt und bewegt.
Der Krieg wird aus einer ganz anderen Perspektive dargestellt und vom Leser betrachtet, ohne dabei weniger schrecklich oder viel erträglicher zu sein. Elise geschieht so viel Unglück, und doch versucht sie immer das beste aus dem zu machen, was sie (noch) hat. Sie gibt sich nicht auf, sie glaubt an sich und an andere, und schafft es so, sich aus einer scheinbar ausweglose Situation in eine erträgliche zu kämpfen. Doch jedes Mal, wenn ihr ein klein wenig Glück vergönnt ist, holen die Schatten sie wieder ein.



Dienstag, 7. Februar 2012

Els Beerten - Als gäbe es einen Himmel

Klappentext:
Jef träumt davon, ein Held zu werden, am liebsten gemeinsam mit seinem besten Freund Ward. Seine Schwester Renée braucht keine Helden. Sie liebt Ward, sein betörendes Spiel auf dem Saxophon und seinen samtenen Blick. Aber es ist 1943. Mitten im Krieg. An der Ostfront wird ein knallharter Krieg gegen die Russen geführt. Die Deutschen erleiden große Verluste und brauchen dringend tapfere junge Männer, um ihnen zu helfen.
Für die Jungen eine Traumchance, ein Held zu werden. Für Volk und Vaterland. Für eine bessere Welt. Ward zieht lieber heute als morgen los. Aber nicht alle denken so.
Eine ergreifende Geschichte über Krieg in Zeiten der Liebe, und über die zerstörerischen Entscheidungen, zu dem ein Krieg die Menschen zwingt. 

Das Buch ist im Fischer FJB Verlag erschienen, hat 640 Seiten und kostet als Hardcover 19,95€ 
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen 

 

Worum geht es:

1947. Ward ist zurück gekehrt, doch alle im Dorf wissen. Das hätte er nicht tun sollen. Denn jetzt wird man ihm sicherlich die Todesstrafe geben. Hoffentlich werden sie das tun, denn Ward ist ein Verräter, ein schwarzer Soldat, der die Deutschen im Krieg unterstütze und Belgien verraten hat. Aber Ward hat sich selbst angezeigt. 

Jef hingegen ist der Held des Dorfes. Vor einigen Jahren wurde ihm eine Medaille verliehen, die das auch bestätigen kann: Für Tapferkeit und Mut sich gegen den Feind und für Belgien ggf. zu opfern. Das ganze Dorf verehrt Jef,ganz besonders aber sein kleiner Bruder Remi. Wie sollte er es auch anders wissen- noch ist er zu klein um die Wahrheit zu erfahren, zumindest sagen ihm das alle schon seit langen. Und wieso er nicht mehr Wards bester Freund sein darf, obwohl seine Schwester Renee ihn doch auch mochte, weiß er auch nicht so richtig. Eines weiß Remi allerdings: Er kann Wunder vollbringen. 


Meine Meinung: 

Wow!
Ich habe wirklich schon viel Kriegsliteratur gelesen, meistens nicht fiktive Romane oder eben auch Biographien, aber Els Beertens Roman steht diesen in nichts nach. Es schildert die Sicht auf den Krieg aus der Sicht 4 belgischer Kinder bzw. Jugendlicher, die versuchen Helden zu werden, die versuchen Helden zu bleiben, und die versuchen sich ihr Leben vom Krieg nicht kaputt machen zu lassen. Ganz besonders toll fand ich allerdings Remi- soo ein tolles Kind, ich wünschte ich hätte so einen kleinen Bruder. Es sickern nach und nach immer mehr Informationen hervor, die der Geschichte jedes Mal eine neue Wendung geben. Dachte man bisher noch, jetzt geht es aber so und so weiter, gibt es eine Rückblende und plötzlich sieht alles ganz anders aus. 
Generell hat mir dieses Prinzip der Rückblenden sehr gut gefallen. Man wechselt immer zwischen den Jahren 1943- 1947 und der Autorin ist es gelungen, die Charaktere auch in dieser Zeit entsprechend weiter zu entwickeln. 

Einzig ein Wehrmutstropfen bleibt, deren Sinn ich ehrlich gesagt nicht ganz verstehe. Der Prolog des Buches ist das Jahr 1967, als sich alle auf einer Beerdigung befinden. Dadurch dass man nun aber von Anfang an weiß, wie es quasi ausgehen wird, ist das Ende ziemlich klar. Hätte ich das nicht gewusst, ich hätte gewettet das das Buch anders ausgehen würde.



Vielen Dank an den Fischer Verlag
für dieses Rezensionsexemplar :)