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Dienstag, 10. September 2013

[Rezension] Markus Heitz - Totenblick

Klappentext:
„Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters.“ Diese Nachricht hinterlässt ein Serienmörder an sorgfältig inszenierten Tatorten, die Todesbildern nachempfunden sind: alte Gemälde, moderne Fotografien oder Bilder aus dem Internet. Anfangs glauben die Ermittler noch, die Hinweise wären am Tatort versteckt oder es gäbe einen Zusammenhang zwischen den Vorlagen und den Opfern. Doch dann machen sie eine grausige Entdeckung: Auf den Vorlagen erhöht sich die Zahl der abgebildeten Toten - aber da ist noch mehr: Die Spuren für die Ermittler sind an einem besonderen Ort vom Täter verborgen worden …

Verlag: Knaur | Seiten: 528 | Preis: 9,99€ | Genre: Thriller | Spielt in: Deutschland, Leipzig | Erscheinungsdatum: August 2013 | ISBN: 978-3426505915

Erster Satz:
"Armin Wolke kam über die kopfsteingepflasterte Ausfahrt des Werk II gestoplert."


Worum geht es:

Ein Mörder versetzt Leipzig in Angst und Schrecken und spielt mit den Ermittlern und der Spurensicherung ein perfides Spiel: Er tötet seine Opfer, ohne ihnen große Schmerzen zuzufügen, und arrangiert die Leichen kunstvoll. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie werden zu "Repliken" großer, bekanntr Kunstwerke, die der Täter bis ins kleinste Detail nachahmt. Er hält sich für ein Genie, einen noch unentdeckten Meister und will alle Welt daran teilhaben lassen.
Doch noch etwas hinterlässt er am Tatort: Einen Zettel mit den Worten sich vor dem "Totenblick" zu hüten: Derjenige, der den ersten Blick in die Augen des Toten wirft, hat nicht mehr lange zu leben und gerät auf die Abschussliste des Mörders. Aberglaube denken die meisten - bis immer mehr Ermittler ums Leben kommen.

Meine Meinung:

Markus Heitz kennen wir als Autor ja eigentlich nicht aus der Thriller-Szene, sondern viel eher aus dem Fantasybereich. Bisher zählten Vampire, Werwölfe und Co zu seinem Gebiet. Umso gespannter war ich deshalb auf sein neues Buch, und als 'echter Fan' konnte ich mir diesen Ausflug in ein neues - von mir sehr geliebtes - Genre nicht entgehen lassen.
Und die Idee hinter der Story ist auch wirklich grandios: Ein Mörder der seine Opfer zu Kunstwerken macht. Super gruselig aber auch sehr sehr faszinierend und nicht selten habe ich direkt während des Lesens auf meinem Smartphone nachgeschaut, wie die Originale aussehen. 
Auch der Schreibstil konnte mich, wie immer, überzeugen. Markus Heitz hat eine ganz grandiose Art mit Worten umzugehen, die nicht zu hochtrabend sind, ohne viele sprachliche Mittel auskommen und dennoch eine Vielzahl an Bildern im Kopf entstehen lassen und echt lockerflockig geschrieben sind. So hat man die ganze Geschichte einfach so weggelesen - konnte nicht aufhören weil es immer wieder wahnsinnig spannend wurde.
Besonders gefallen hat mir auch dass die Geschichte wieder in Leipzig spielt. Erstens natürlich weil es eine tolle Stadt ist, die viel Platz für Geschichten aller Art bietet, zum anderen aber auch weil man Leipzig natürlich aus einigen anderen Büchern von Markus Heitz kennt. Mir persönlich hat auch super gefallen dass der Bestatter des Ars Morendi, den man bereits in "Oneiros" kennen lernt, eine Rolle spielt - hätte ich das Buch jedoch nicht gelesen, würde es mich ehrlich gesagt ziemlich nerven, dass nicht aufgedeckt wird wieso er wie handelt und zum Lesen von Oneiros quasi genötigt wird, wenn man mit Totenblick final abschließen möchte.
Wieso ich aber nur 4 Sterne gebe, trotz meines sehr guten Eindrucks, ist dass es mir in dem Buch ab einem gewissen Punkt einfach zu viele Toten gibt - ohne zu spoilern, aber es sterben auch Charaktere deren Tod unnötig und ohne Bedeutung für die Geschichte ist. Bei dem ersten dieser Todesopfer dachte ich noch "Okay, krass, dass Person XY wirklich tot ist", aber irgendwann dachte ich wirklich nur noch "Ernsthaft?!". Und auch das Ende konnte mich nicht wirklich begeistern. Denn auch dieses verlief er so nach dem Motto "Unverhofft kommt oft" und war purer Zufall, der die Geschichte total abrupt und übertrieben dramatisch enden ließ.

Alles in allem ist Markus Heitz der "Ausflug" in die Thrillergefilde durchaus geglückt und hat ein tolles, super spannendes Buch veröffentlicht! :) 
 

Sonntag, 12. Mai 2013

[Rezension] Markus Heitz - Collector, Operation Vade Retro (Bd. 2)

Klappentext:

Die Zukunft – unsere Zukunft. Wir schreiben das Jahr 3043, das Weltall ist erobert, die Galaxis erforscht, aber nun ist die Menschheit einem unheimlichen Feind zum Opfer gefallen: den Collectors. Außerirdische, die scheinbar durch nichts zu bezwingen sind. Nachdem bereits zahlreiche Planeten von den feindlichen Collectors in ihre Obhut genommen wurden, fassen die interstellaren Staaten und Konzerne endlich den Mut und greifen an.Drei Menschengeraten in den Strudel der Ereignisse. Fredinald Zumi, eine Geisel der Collectors, wird nun nach jahrelanger Gefangenschaft in die Freiheit entlassen – bis er begreift, dass auch seine Flucht nur ein weitere Schachzug der Invasoren war. Nuntius Civer Black ist der Kirche treu ergeben, doch mit der Moral nimmt er es nicht so genau – als er jedoch zurück zum Hauptplaneten der Kirche beordert wird, setzt er alles daran, die Wahrheit herauszufinden. Und schließlich Clarissa Fairbanks, ehemalige Raumpiratin und Pilotin, die einen äußerst verdächtigen Spezialauftrag erhält. Alle drei müssen feststellen, dass die ihnen so fremde wie unheimliche Zivilisation der Collectors in sich gespalten ist. Gemeinsam finden sie auf abenteuerlichen Wegen zu der Lösung, eine Geheimoperation namens Vade Retro.

Verlagsgruppe: Heyne | Seiten: 584 | Preis: 16,99€ | Format: Taschenbuch | Genre: Science Fiction | Erscheinungsdatum: März 2013 | ISBN: 978-3453526518

Erster Satz:
"Wenn es einen Ort gab, den Fredinald Zumi kannte und der sich trotz der vielen vergangenen Jahre fest in seinen Verstand eingebrannt hatte, dann war es diese weiße Halle, die intensiv nach klinischer Sauberkeit roch und durch die irritierende Reinheit beängstigend wirkte."

via Randomhouse Heyne

Worum gehts:
Im zweiten Teil der Collectors Reihe geht es um den Kampf gegen die Collectors, die die Menschheit in ihre "Obhut" nehmen, was so viel heißt, dass sie ihnen als Nahrungsquelle dienen. Die Menschheit hat diesen Invasoren nichts entgegenzusetzen und ist dabei den Kampf zu verlieren. Mitten in diesem Kampf befinden sich die drei Hauptfiguren, die bewusst und unbewusst den Kampf gegen die Collectors aufnehmen.
Es ist eine Reise durch die Galaxis bei der die Helden von Markus Heitz zahlreiche Abenteuer bestehen,  Gefahren trotzen und sich gegen machtgierige Konzerne wehren müssen, wobei sie plötzlich Hilfe von einer bis dahin unbekannten Rasse, den Ancients, erhalten. Von da an überschlagen sich die Ereignisse, denn ein Sieg über die Collectors ist in Sicht aber es wird auch zu einer Prüfung des Glaubens.

Meine Meinung:
Markus Heitz versteht es gekonnt seine Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, in Szene zu setzen und schafft es von der ersten bis zur letzten Seite eine spannende Geschichte zu erzählen. Wer Markus Heitz bisher nur als einen der besten Fantasie Autoren in Deutschland kennt, sollte sich, bei etwas Interesse für Science Fiction, das Collectors Epos auf keinen Fall entgehen lassen. Auch wenn man zum Anfang etwas das Gefühl hat, dass da zu viele unterschiedliche Handlungsstränge geschaffen werden und Bedenken aufkommen den Überblick zu verlieren, so gelingt es Markus Heitz geschickt und spannend die einzelnen Fäden zu einem großen fantastischen Ganzem zu vereinen.
Ich gebe dem Buch 5 Sterne, weil Markus Heitz jetzt in meinen Augen auch zu einem der besten Science Fiction Autoren überhaupt gehört. Möge die Macht mit dir sein und ich freue mich schon jetzt darauf auch in Zukunft in Galaxien vorzudringen, die nie eine Mensch zuvor gesehen hat ;) .

Sonntag, 13. Mai 2012

[Rezension] Markus Heitz - Oneiros

Klappentext:
In Leipzig hütet ein Bestatter ein grausames Geheimnis, in Minsk führt eine skrupellose Wissenschaftlerin tödliche Experimente durch, in Paris rast ein Airbus ungebremst in ein Flughafenterminal … Die Ermittlungen zu dem Unglück beginnen sofort – aber die Ergebnisse sind rätselhaft: Sämtliche Insassen waren schon tot, bevor das Flugzeug auf das Gebäude traf. Was die Polizei jedoch nicht herausfindet, ist, dass es einen Überlebenden gibt. Konstantin Korff, der Bestatter aus Leipzig, kommt diesem Überlebenden hingegen schnell auf die Spur, ebenso wie die Wissenschaftlerin – denn diese drei Menschen tragen denselben tödlichen Fluch in sich. Einen Fluch, der sie zu einer Gefahr für jeden in ihrer Umgebung macht … 

Verlag: Knaur | Preis: 14,99€ | Seiten: 624 | Format: Broschur | Genre: Fanatsy, Thriller | ISBN: 978-3426505908
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen

 

Worum geht es:
Als der Airbus in den Flughafen Charles de Gaule rast sterben weit über 800 Menschen. Nur Tomasso überlebt das Unglück, und wird zum Ziel sämtlicher Geheimdienste dieser Welt. Denn das mysteriöse Gift, von dem er spricht, kann bei keinem der Toten nachgewiesen werden.
Zeitgleich wird Konstantin Korff, seines Zeichens der beste Thanatologe, gebeten die ebenfalls verunglückte Lilou in Paris für ihre Bestattung herzurichten. Doch schon bald fällt ihm auf, dass er von jemanden beobachtet, verfolgt und fotografiert wird. Als ihn dann sein alter Freund Darling vom MI6 bittet, ihm bei der Suche nach einem massenmordenden Schweden zu unterstützen, gerät Konstantin in den Sog der Vergangenheit.

Meine Meinung:
Wer Markus Heitz Bücher liest, weiß dass diese immer einen übernatürlichen Touch haben. Auch dieses Mal ist das wieder der Fall, wenn auch auf einer ganz anderen Ebene als man das von ihm gewohnt ist. Denn dieses Mal geht es im Todesschläfer: Menschen, die unsterblich sind. Allerdings nicht auf diese wildromantische Art und Weise, sondern ganz banal. Sie altern immer weiter, können verletzt und krank werden, aber nicht sterben. Zu allem Unglück kommt hinzu, dass sie den Tod damit so sehr verärgern, dass dieser, sobald die Todesschläfer einschlafen, um sie herum wütet und jedes Lebewesen in der Nähe tötet. 
Klingt super spannend, war es auch, aber im Prinzip könnte Markus Heitz über jedes Thema schreiben, und ich würde es gut finden, denn sein Schreibstil ist einfach einmal spannend und fesseln.

Einmal angefangen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, und obwohl ich im Endeffekt nicht ganz überzeugt war von der Geschichte - es passiert einfach zuuu viel überdimensionales- hat es mir sehr gefallen. Die Charaktere waren super gut ausgearbeitet, toll gezeichnet und zogen mich als Leser in ihren Bann. 

Aufgrund des offenen Endes darf man gespannt sein, ob es irgendwann eine Fortsetzung geben wird. 





Sonntag, 11. Dezember 2011

Markus Heitz - Kinder des Judas

Der Klappentext:
Leipzig im Jahr 2006. Sie ist die gute Seele des Krankenhauses. Sie steht denen bei, die in ihren letzten Stunden nicht allein sein sollen. Jeder, der die junge Frau am Bett eines Sterbenden wachen sieht, wird sie für einen Engel halten. Denn niemand weiß, wer sie wirklich ist …

Jung sein, schön, gesund – und das bis in alle Ewigkeit: Was sich für viele nach einem Traum anhört, ist für Sia schon vor langer Zeit zum Fluch geworden. Sie sehnt sich nur nach einem: einschlafen und nie wieder aufwachen müssen. Doch das darf sie nicht. Zu groß ist die Schuld, die Sia auf sich geladen hat, zu groß die Verantwortung, die sie gegenüber der Menschheit trägt. Um den Schmerz zu lindern, schreibt Sia in einer langen, einsamen Nacht ihre Geschichte nieder. Sie beginnt 1670 und erzählt von einem kleinen Mädchen, das in die dunklen Machenschaften der »Kinder des Judas« verwickelt wurde, jenes mächtigen Bündnisses von Wissenschaftlern – und Vampiren!

Erschienen ist es im Knaur Verlag, kostet 14,95€ und hat 704 Seiten.  
Kaufen könnt ihr das Buch z.B.*hier* bei Amazon

 

Anfänglich war ich mir nicht so sicher, ob dies ein Buch für mich sein würde. Wieder Vampire, von denen ich seit Twilight und diesem furchtbaren Hype darum erst einmal satt hatte, und vor allem wollte ich auf gar keinen Fall dieses "Schöne junge Frau wird von schönem jungen Vampir gebissen. Wird unsterblich. Schläft in Särgen. Darf nicht ins Sonnenlicht. Wird von Knoblauch abgehalten" Gääääääähn. 
Aber bereits wenn man anfängt merkt man dass dies ein Vampirroman der anderen Art ist. Die Protagonisten Sia arbeitet im Leipziger Krankenhaus und begleitet Sterbende auf ihre letzten Reise. Als dann aber ein kleines Mädchen stirbt, der sie vorher immer die Geschichten des tapferen Mädchen Scylla erzählte, beschließt Sia ihre Geschichte niederzuschreiben, und beginnt damit im 17. Jahrhundert.

Das Buch hat ca 700 Seiten, auf denen das Leben und Wirken der Sia beschrieben wird, warum sie nach fast 400 Jahren noch immer lebt, und wie, und dass ein Vampirleben eben nicht nur das Klischee behaftete ist, wie man es kennt. 
Markus Heitz nutzt dabei sehr sehr viele historische Anekdoten über Aberglaube und das Vampirdasein im 17. Jahrhundert die das Buch sehr lebendig machen. Allerdings ist es auch wirklich teilweise sehr blutrünstig und wohl eher nichts für Leute die nicht gerne über abgetrennte Köpfe und durchbohrte Herzen lesen ;)

Ich kann dieses Buch uneingeschränkt weiterempfehlen- ich fand es einfach grandios! Und mal so ganz anders als klassische Vampirromane :)

5 von 5 Sternen