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Freitag, 21. März 2014

Lucinda Riley - Die Mitternachtsrose

Klappentext:
Innerlich aufgelöst kommt die junge amerikanische Schauspielerin Rebecca Bradley im englischen Dartmoor an, wo ein altes Herrenhaus als Kulisse für einen Film dient, der in den 1920er Jahren spielt. Vor ihrer Abreise hat die Nachricht von Rebeccas angeblicher Verlobung eine Hetzjagd der Medien auf die junge Frau ausgelöst, doch in der Abgeschiedenheit von Astbury Hall kommt Rebecca allmählich zur Ruhe. Als sie jedoch erkennt, dass sie Lady Violet, der Großmutter des Hausherrn Lord Astbury, frappierend ähnlich sieht, ist ihre Neugier geweckt.
Dann taucht Ari Malik auf: ein junger Inder, den das Vermächtnis seiner Urgroßmutter Anahita nach Astbury Hall geführt hat. Je mehr Rebecca aber in die Vergangenheit und in ihre Rolle eintaucht, beginnen Realität und Fiktion zu verwischen – und schließlich kommt sie nicht nur Anahitas Geschichte auf die Spur, sondern auch dem dunklen Geheimnis, das wie ein Fluch über der Dynastie der Astburys zu liegen scheint…

Verlag: Goldmann | Preis: 19,99€ | Seite: 576 | Genre: Familiengeschichte, Liebe | Spielt in: Indien und Großbritannien, Devon | Originaltitel: The Midnight Rose | Erscheinungstermin: Januar 2014 | ISBN: 978-3442313600

Erster Satz:
"Heute ist mein einhundertster Geburtstag."


Worum geht es:
Rebeccas Leben ist alles andere als das Glamourleben, welches ihr die ganze Presse immerzu andichten will. Denn im Gegensatz zu vielen ihrer Schauspielkollegen genießt sie es absolut nicht, immerzu im Mittelpunkt zu stehen. Deshalb kommt es ihr nur gelegen, als sie für einen Film aus den USA nach Devon in England reist, und während der Drehzeit ins Astbury Hall leben wird. Einem Herrenhaus fernab jeglichem Handyempfanges und inmitten einer wunderschönen Landschaft.
Doch das Haus scheint ein Geheimnis zu haben, denn einst lebte dort auch eine junge Inderin zu Beginn des 20. Jahunderts: Anahita. 
Sie kam als junges Mädchen in die adligen Kreise der indischen Oberschicht, und konnte ein Leben leben, von denen andere Mädchen nur zu träumen wagen konnten, mit einer Ausbildung in England und einen Leben ohne finanzielle Sorgen. Doch auch dieses Leben war alles andere als schillernd...

Meine Meinung:
Da ich bisher alle Bücher der Autorin gelesen hatte, wusste ich worauf ich mich in etwa bei der Geschichte einlassen würde: Eine Familiengeschichte, bei der Vergangenheit und Gegenwart verknüpft werden, in der es einige harte Schicksalsschläge geben wird und ganz, ganz viel Liebe. So waren alle ihre bisherigen Bücher, und alle haben meinen Geschmack getroffen. Die einen mehr, die anderen weniger, aber immer war ich am Ende der Bücher begeistert. 
Nach dem Lesen dieses Buches weiß ich aber, dass es in Zukunft für kommende Bücher schwer werden wird, denn dieses Buch war der absolute Wahnsinn! Ich bin hellauf begeistert von der Geschichte und kann nun mit ruhigem Gewissen sagen, dass dieses Buch hier ab sofort definitiv mein Lieblingsbuch der Autorin ist.
Sie versteht es wahnsinnig toll, eine unglaublich tolle Atmosphäre in dem Buch zu schaffen. Die Kapitel die in Indien spielen habe ich inhaliert und auch das folgende Leben Anahitas hat mich absolut in seinen Bann gezogen. Man hat das Gefühl, hautnah dabei zu sein, und jedes Hoch und Tief von ihr selbst mitzuerleben. Das Leben von Rebecca konnte mich da schon weniger fangen, aber da rettet die traumhaftschöne Erzählung rund um Astbury Hall und das völlig überraschende Ende auch diesen kleinen Minuspunkt. 
Die Sprache ist wieder wie gewohnt etwas blumig, aber auf keinen Fall ausufernd oder kitschig, und letztlich bleibt mir ohnehin nichts anderes zu sagen, als dass ihr euch das Buch kaufen MÜSST! ♥





Montag, 27. Januar 2014

Simon Beckett - Tiere

Klappentext:
Der tut nichts. Der will nur quälen.
Nigel ist sicherlich nicht der Hellste. Aber er ist ganz glücklich. Im Büro gibt es immer etwas zu kopieren, und außerdem sind da Cheryl und Karen. Auch im ehemaligen Pub, den früher seine Eltern führten und den Nigel jetzt bewohnt, fühlt er sich wohl. Es gibt hier zwar kein Bier und keine Zigaretten mehr, aber Nigel mag ohnehin viel lieber fernsehen und Comics. Und dann ist da noch der Keller. Hier hält Nigel seine "Mitbewohner". Dass die nicht freiwillig da unten wohnen, stört Nigel kaum.

Verlag: Axel Springer | Seiten: 205 | Preis: 6,66€ | Genre: Thriller | Spielt in: Großbritannien | Originaltitel: Animals | Erscheinzngsdatum: April 2012 | ISBN: 978-3942656184

Erster Satz:
Ich hasse es, wenn Karen mit mir flirtet.



 





Sonntag, 29. Dezember 2013

J. K. Rowling als Robert Galbraight - Der Ruf des Kuckucks

Klappentext:
Als das berühmte Model Lula Landry von ihrem schneebedeckten Balkon im Londoner Stadtteil Mayfair in den Tod stürzt, steht für die ermittelnden Beamten schnell fest, dass es Selbstmord war. Der Fall scheint abgeschlossen. Doch Lulas Bruder hat Zweifel – ein Privatdetektiv soll für ihn die Wahrheit ans Licht bringen. Cormoran Strike hat in Afghanistan körperliche und seelische Wunden davongetragen, mangels Aufträgen ist er außerdem finanziell am Ende. Der spektakuläre neue Fall ist seine Rettung, doch der Privatdetektiv ahnt nicht, was die Ermittlungen ihm abverlangen werden. Während Strike immer weiter eindringt in die Welt der Reichen und Schönen, fördert er Erschreckendes zutage und gerät selbst in große Gefahr …

Verlag: blanvalet | Seiten: 640 | Preis: 22,99€ | Genre: Krimi | Spielt in: Großbritannien, London | Originaltitel: The Cuckoo's calling | Erscheinungsdatum: November 2013 | ISBN: 978-3764505103

Erster Satz:
"Die Menge, die sich auf der Straße versammelt hatte, brummte wie ein Fliegenschwarm."


Worum geht es:

Des einen Freud, des anderen Leid: Denn als das junge Model Lula Laundry vom Balkon ihrer Londoner Wohnung stürzt, geht alle Welt schnell von einem Selbstmord aus. Alle, bis auf ihren Adoptivbruder. Dieser ist davon überzeugt, dass Lula umgebracht wurde, und entweder die Polizei schlampig gearbeitet hat, oder den Mord vertuschen will. In seiner Hilflosigkeit wendet er sich an Comoran Strike, einem mittlerweile hoch verschuldetem Privatdetektiv, der mehr mit der Familie der Toten zu tun hat, als er bisher geahnt hat. Da seine Kanzlei den Bach hinab zu gehen droht, nimmt er trotz erheblicher Zweifel den Fall an, und stößt schon bald auf dunkle Geheimnisse im Leben der Lula Laundry.

Meine Meinung:

Ich bin die Generation Harry Potter, mit J. K. Rowlings Geschichten groß geworden, und war natürlich direkt Feuer und Flamme, als klar wurde: Ja, sie hat ein neues Buch veröffentlicht. Das vorherige konnte mich nicht wirklich ansprechen, aber dieses hier schien schon eher mein Geschmack zu sein. Immerhin ein Krimi, wenn schon kein Thriller, und überall in so hohen Tönen gelobt, dass ich den deutschen Erscheinungstermin nicht mehr abwarten konnte. 
Auch die Rezensionen die dann hier bei uns in Deutschland schnell online gingen, überschlugen sich vor Lob, und ganz viele schrieben, dass sie das Buch auch unabhängig von der Autorin lieben würden. Grund genug für mich es zu lesen.

Da ich aber generell eher nicht der größte Krimi- Fan bin (wie schon oft gesagt: Viele schaffen es einfach nicht mich zu begeistern, dank fehlender Spannung oder schnöder Ermittlerarbeit), war ich jedoch trotzdem noch ein bisschen skeptisch wie J. K. Rowling ihre Story umsetzen wird. 
So viel sei gesagt, es ist bei weitem kein schlechtes Buch, aber von "umwerfend gut", "mega spannend" oder "grandios" doch ziemlich weit entfernt. Es ist eben ein ganz normaler Krimi, fast schon Durchschnitt, und ein Buch dass ich vermutlich nur mit 4 Sternen bewerte, eben weil ich vom Autorennamen beeinflusst bin. 
Dabei ist der Anfang wirklich interessant und manchmal auch wirklich super spannend - man fragt sich, was wohl dahinter steckt, denn eine wirkliche Ahnung hatte ich nicht, und hab so ziemlich jeden Mal verdächtigt, der Täter gewesen zu sein. Das ist schon gut gemacht, aaaber leider leider gibt es auch noch das Ende des Buches. Das hat es für mich leider ein bisschen ruiniert, denn mit zunehmender Seitenzahl wird die Lösung immer willkürlicher. Zeugen erinnern sich plööötzlich an Dinge, die sie vorher in sämtlichen Verhören vergessen hatten. Comoran kommt auf Sachen, auf die angeblich die gesamte Polizei nicht gekommen sein will, und findet einen Täter der so reingepresst wirkt, dass ich ehrlich dachte das kann nicht ihr Ernst sein.

Ich hab gehört, es soll der Auftakt einer Reihe werden, also lass ich mich mal überraschen wie die Folgebücher werden. Dieses werde ich sicher positiv in Erinnerung behalten, aber eben nicht als DAS Buch des Jahres für mich. 





 

Montag, 23. Dezember 2013

Zoe Beck - Brixton Hill

Klappentext:
London, in einem der Luxushochhäuser von Canary Wharf: Erst fällt die Klimaanlage aus, dann der Strom. Sämtliche Ausgänge sind verriegelt, und Rauch strömt aus den Belüftungsschächten. Em muss hilflos zusehen, wie ihre Freundin im 15. Stock panisch ein Fenster zertrümmert und hinausspringt. Kurz darauf wird Em verhaftet. Sie soll sich in die Computer des Gebäudes gehackt und die Freundin dadurch in den Tod getrieben haben. Jemand spielt ein falsches Spiel. Und macht Jagd auf Em …

Verlag: Heyne | Preis: 8,99€ | Seiten: 384 | Genre: Krimi | Spielt in: Großbritannien, London | Erscheinungsdatum: Dezember 2013 | ISBN: 978-3453410428

Erster Satz:
"Es ist nicht der Aufprall an den man sich später erinnert."



Worum geht es:
Em, Enkelin der Chefin einer der größten Banken Englands und erfolgreiche Eventmanagerin, muss erleben, was stark an einen Terroranschlag erinnert: Mit einem Mal dringt Rauch durch die Lüftungschächte in dem Luxushochhaus in Canary Wharf in dem sie arbeitet - und die Notausgänge sind versperrt. Doch als wäre dieses Erlebnis nicht traumatisch genug, stürzt sich auch noch ihre Freundin in Panik aus dem 15. Stock des Gebäudes. Obwohl selbst Opfer, fällt der Verdacht der Polizei schnell auf Em. Sie wird verdächtigt in den Anschlag verwickelt zu sein.
Doch Em hat einen ganz anderen Verdacht: Seit Wochen wird sie von einem Stalker, Adam, belästigt. Der junge Mann ist krankhaft in Em verliebt und bombardiert sie mit Anrufen, Mails und Nachrichten in sämtlichen Social Networks. Aber die Polizei hört nicht auf Em's Einwände, und so begibt sie sich auf eigene Faust auf die Suche nach dem Attentäter, nach Brixton Hill...

Meine Meinung:
Obwohl ich ja nicht der größte Fan von Krimis bin, da sie mich einfach selten fesseln können, hat mich der Klappentext des Buches angesprochen und so hab ich mich entschlossen, erneut einem Krimi eine Chance zu geben und das Buch zu lesen. 
Die Story geht auch ganz vielversprechend los, denn auf den ersten Seiten passiert eine ganze Menge, was auf eine spannende Geschichte hoffen lässt: Ein vermeintlicher Terroranschlag auf einer des Hochhäuser in Canary Wharf in London, ein Selbstmord, eine verdächtige Protagonisten und ein fanatischer Stalker. Als dann auch noch ein weiterer Charakter in dem Buch ums Leben kommt, scheint die Geschichte gut zu werden. Doch weit gefehlt. Offensichtlicht verschießt die Autorin ihr gesamtes Spannungspulver bereits auf den ersten 100 Seiten, denn ab diesem Zeitpunkt beginnt das Buch zunehmend öde zu werden. Spannung die aufgebaut wird, kann nicht gehalten werden, die Handlung geht drunter und drüber und nicht einmal hatte ich nach dem Zuklappen des Buches das Gefühl ganz bald unbedingt weiter lesen zu müssen. 
Es ist einfach viel zu offensichtlich, wer nicht der Täter sein kann, was nicht passiert ist, und so gibt es auch keine einzige Szene, die mich hat zweifeln lassen, ob "mein Verdächtiger" der richtige ist, oder nicht. Zwar muss ich zugeben, dass ich mit den schlussendlichen Täter auch nicht gerechnet habe, aber das liegt daran dass das Ende sooo sehr konstruiert und an den Haaren herbei gezogen war, dass wohl kaum einer darauf kommen würde. Es wirkt fast so, als wolle die Autorin schnell ihr Buch beenden und sucht nun nach der Person, die bisher am wenigsten verdächtigt wurde, spritzt der Person ein bisschen böses Blut und schwupps haben wir das große Tadadam- Finale á la Actionfilm. Gähn! 
Ich würde dem Buch 2,5 Sterne geben, da das aber nicht geht runde ich auf auf 3 Sterne. Die sind nicht unbedingt verdient, aber 2 erschienen mir doch zu wenig, und immerhin die Idee hinter der Story ist ganz nett und der Auftakt auch nicht zu verübeln.





Donnerstag, 5. Dezember 2013

Alan Bradley - Flavia de Luce, Schlussakord für einen Mord (Bd. 5)

Klappentext:
Ach du heilige Pfeife – Flavia zieht alle Register! Sie steckt ihre Nase überall hinein und befördert jeden noch so tief vergrabenen Hinweis ans Licht – die elfjährige Flavia de Luce ist Hobbydetektivin aus Leidenschaft. Als sie ihre Nase zur Abwechslung in eine alte Kirchengruft steckt, rechnet sie allerdings nicht damit, eine verhältnismäßig frische Leiche ans Licht zu befördern. Aus dem Grab des Kirchenheiligen von Bishop's Lacey blickt ihr der ermordete Kirchenorganist hinter einer grotesken Gasmaske entgegen. Wer hatte einen Grund, Mr. Collicutt zu töten, und wieso hat er die Leiche hier, an diesem heiligen Ort, versteckt? Ein neuer Fall für die brillante Flavia!

Verlag: Penhaligon | Preis: 19,99€ | Seiten: 352 | Genre: Krimi, Humor | Spielt in: Großbritannien, Buckshaw | Originaltitel: Speaking from among the bones | Erscheinungstermin: November 2013 | ISBN: 978-3764530990

Erster Satz:
"Blut tropfte vom Stumpf des abgeschlagenen Kopfes, regnete in dicken Tropfen herab und sammelte sich in einer rubinroten Pfütze auf den schwarz-weißen Fliesen.




Worum geht es:
Flavia kann es nicht lassen. Schon wieder schlittert sie mir nichts, dir nichts mitten in einem Mord im kleinen, inzwischen wohl nicht mehr ganz so beschaulichen, Buckshaw. Das Opfer ist der Organist der Kirche, Mr. Collicut, der mit einer Gasmaske bekleidet in der Gruft des heiligen St. Tankred gefunden wird. Eben jenem Heiligen, dessen sterbliche Überreste von Archäologen geborgen werden sollten. Doch anstelle dieses Toten liegt dort der bedauernswerte Mr. Collicut. 
Nur kurze Zeit später häufen sich die mysteriösen Ereignisse in Buckshaw: Das Abbild des Heiligen weint blutige Tränen, und außerdem soll es noch ein weiteres Geheimnis um St. Tankred geben...

Meine Meinung:
Ach Flavia, die gute alte Flavia. Ich liebe die Bücher um sie einfach, und habe dem Erscheinen dieses neuen Bandes jetzt schon monatelang entgegen gefiebert. Ich liebe ihre freche, kesse Art und das Wissen darüber, dass ihr der Schalk im Nacken sitzt. Wehe dem, der sie wie ein kleines Kind behandelt, denn dem blüht sicherlich nichts Gutes aus dem Labor der kleinen Giftmischerin.
Die letzten vier Bände habe ich immer mit Feuereifer verschlungen, doch irgendetwas war dieses Mal anders. So richtig wollte es mir nicht gelingen in die Geschichte hinein zu kommen, und ehe das Buch spannend wurde, vergingen locker 100 Seiten. Eigentlich ein K.O- Kriterium für Bücher, aber Gott sei Dank ist ja zumindest Verlass auf Flavia selbst. Denn während die Geschichte nur so allmählich vor sich hinplätschert, ohne wirklich super spannend zu werden, reißt es Flavia mit ihren Sprüchen und ihrem ganzen Auftreten dann doch noch raus. 
Ich würde jetzt nicht behaupten, dass die Story noch mal richtig umwerfend wird. Viel eher ist es so, dass an dem Punkt wo das Buch spannend geworden ist, es auch schon so gut wie fast zu Ende ist und man des Rätsels Lösung präsentiert bekommt. Deshalb kann ich schweren Herzens auch nur höchstens 4 Sterne geben.
Was mir aber dennoch wirklich gut gefallen hat ist, dass endlich Flavias Familie wieder eine größere Rolle als in Band 3 und 4 spielt. Ich liebe das zwischenmenschliche der De Luce's und kann mir vor allem Feely so richtig schön bildlich vorstellen. 
Alles in allem also lesenswert aber für mich der bisher schwächste Band der Reihe. 




Montag, 11. November 2013

Robin Jones Gunn - Das Weihnachtshaus

Klappentext:
Wo das Herz zu Hause ist …
Weihnachten ist das Fest der Familie. Aber was, wenn man keine Familie hat? Seit ihrem elften Lebensjahr ist Miranda Carson Vollwaise. Jetzt, mit Anfang dreißig, will sie endlich mehr über ihre Wurzeln erfahren. Alles, was sie von ihrem Vater hat, ist ein altes Bild aus einem Fotostudio nahe London. Also beschließt die junge Amerikanerin, die Weihnachtsferien in England zu verbringen und sich auf Spurensuche zu begeben. Sie taucht ein in eine Welt, geprägt von Gastfreundschaft und Warmherzigkeit. Doch auf Mirandas Herkunft lastet ein Geheimnis, das ihr neu gefundenes Glück trüben könnte …

Verlag: rororo | Seiten: 192 | Preis: 8,99€ (nur noch gebraucht und als eBook erhältlich) | Genre: Weihnachten | Spielt in: Großbritannien, Carton Heath | Originaltitel: Finding Father Christmas | Erscheinungstermin: November 2009 | ISBN: 978-3499252983

Erster Satz:
"Silberne Kugeln hüpften und klimperten fröhlich, als der Nordwind in den immergrünen Kranz an der schweren Holztür fuhr."


Worum geht es:
Mirandas Leben verlief nicht gerade so, wie man es sich wünschen würde: Ohne Vater wächst das Mädchen bei ihrer Mutter auf, einer Schauspielerin mit Leib und Seele, die neben ihrem Kind vor allem für das Theater da ist. Das Geld ist knapp, und auch die Informationen die Miranda über ihren Vater hat - denn dass es doch einen geben muss, weiß sie inzwischen - sehr dürftig. Dann stirbt ihre Mutter, und hinterlässt dem Mädchen nicht viel mehr, als das Foto eines kleinen Jungen, das vor vielen Jahren in England geschossen wurde.
Viele Jahre vergehen, ehe sie sich entschließt dieser Spur auf den Grund zu gehen und von Amerika in die Nähe von London reist, ohne zu wissen was auf sie zukommt. Doch der Empfang, den ihr die Wildfremden Menschen vor Ort bereiten ist herzlich und Miranda schöpft Mut, hier vielleicht auf ihre Wurzeln zu stoßen...

Meine Meinung:
DAS ist die Weihnachtsgeschichte, die man lesen will, wenn man noch den letzten Anstoß braucht um in Weihnachtsstimmung kommen zu können, denn dieses Buch sprüht nur so vor diesen magischen Momenten, die nur Weihnachten bereit hält. 
Von der ersten Seite an fühlt man sich beim Lesen wohl, schließt den Menschen ins Herz und fiebert mit Miranda mit, in der Hoffnung dass sie endlich Hinweise auf ihren Vater finden wird. Und auch die Atmosphäre der gesamten Geschichte ist so gemütlich und wunderschön, dass man gar nicht glauben kann dass auf der Welt zur Weihnachtszeit so viel schlimmes passieren kann. Also ich würde zumindest so einiges geben, um mal Mäuschen bei Miranda spielen zu können.
Da die Geschichte wirklich sehr kurz ist, möchte ich nicht viel über die Handlung sagen, wen sie wann kennen lernt und was passiert, aber alles was passiert, erinnert so richtig schön, an die typischen kitschigen (und zwar gut- kitschigen :D) Filme zur Weihnachtszeit, bei denen es einem einfach warm ums Herz wird, und man - wenn man genau hinhört - fast schon die Glöckchen des Weihnachtsmannschlittens am Himmel hören kann :) 
Für mich definitiv eines der schönsten Weihnachtsbücher die es gibt!


Samstag, 12. Oktober 2013

[Rezi] Natasha Solomons - Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand

Klappentext:
In dem Moment, als Jack Rosenblum 1937 in Harwich von Bord geht, fasst er einen Entschluss: Als deutscher Jude, der mit seiner Frau aus Berlin fliehen konnte, möchte er so schnell wie möglich ein echter Engländer werden. Und so erstellt er eine Liste: einen leicht verständlichen Führer durch die Sitten und Gebräuche Englands. Fünfzehn Jahre später hat Jack viel erreicht. Nur einen Punkt auf seiner Liste konnte er noch nicht abhaken: Er ist noch nicht Mitglied in einem englischen Golfclub. Und da ihn niemand aufnehmen will, beschließt er, selbst einen Golfplatz zu bauen. Also schleift er seine Frau Sarah in das Herz der englischen Countryside, nach Dorset. Doch hier, im Land der Borstenschweine, Glockenblumen und des Apfelweins, scheint die schwierigste Aufgabe noch vor ihnen zu liegen ...

Verlag: Kindler | Seiten: 384 | Preis: 19,95€ | Genre: Drama, Schicksal | Spielt in: Großbritannien, Dorset | Originaltitel: Mr. Rosenblum's List | Erscheinungsdatum: September 2010 | ISBN: 978-3463405780

Erster Satz:
"Am Abend und in der Nacht ist es bewölkt und trüb, mit gelegentlichen Schauern." 



Worum geht es:

In Deutschland naht der Krieg, und so beschließen Jacob und seine Frau Sarah ins britische Exil zu gehen, um dem drohenden Unheil zu entgehen. Um auch ja alles richtig zu machen, legt sich Jacob - nun Jack - eine Liste an, auf welcher er alles aufschreibt was ein guter Brite zu tun und zu lassen hat, wie man sich am besten anpasst und wie man vor allem eins tut: Nicht aufzufallen.
Das Glück ist ihm hold, und schon nach wenigen Jahren in London hat es Jack zu einem erfolgreichen Geschäftsmann gebracht, der alles hat, wovon andere träumen: Eine Tochter, die sich gut entwickelt und von den nicht britisch und nicht jüdischen Kindern nicht mehr zu unterscheiden ist, ein schönes Haus, ein teures Auto und eine gut angepasste Lebensweise. Nur eins fehlt ihm jetzt noch zu seinem perfekten Glück. Jack will um alles in der Welt Mitglied in einem Goldclub werden, doch "die Quoten sind erfüllt" und auch auf Biegen und Brechen schafft er es nicht angenommen zu werden. Und so entschließt sich Jack, seinen eigenen Golfplatz zu bauen, in Dorset, Südengland. 

Meine Meinung:

Nachdem ich vor einiger Zeit "Wie die Liebe zu Elise kam" gelesen habe, war ich total gespannt auf dieses Buch, denn der Schreibstil in diesem anderen Buch gefiel mir damals unheimlich gut, und auch die Geschichte war anrührend und wunderschön. Also habe ich mir jetzt Mr. Rosenblums Geschichte gekauft, und mich voller Vorfreude ans Lesen gemacht. 
Die Story geht auch super toll los, man erfährt viel über das Leben von Jack und Sarah im "davor" und jetzt im "danach", verfolgt Episodenhaft den unglaublichen Aufstieg von Jack mit seiner Teppichfabrik und das Leben dass sich der geflohenen Familie dadurch bietet. Aber nichts ist diesem Mann genug, und so zieht er eben aufs Land, reißt eben seine Familie aus ihrer gewohnten Umgebung, und verschleudert halt sein Geld für eine Sache, die er meiner Meinung nach nur aus gekränktem Stolz verwirklichen will. Anfangs fand ich ihn noch ganz putzig, diesen Jack, der unbedingt alles richtig machen will, aber je weiter das Buch fortschreitet, desto schrecklicher finde ich ihn. Jack ist nicht mutig oder Erfolgsorientiert, wie uns das Buch teilweise weiß machen will, sondern ein fürchterlicher Egomane, dem das Glück und Wohlergehen seiner Mitmenschen, insbesondere seiner Frau nicht nur nicht wichtig ist, sonder es komplett ignoriert. Sarah stürzt ins bodenlose Unglück, und Jack übersieht das gekonnt, nur um noch das letzte Rest an Geld in einen Golfplatz zu investieren, der zum Scheitern verurteilt scheint.
Gegen Ende des Buches vermittelt die Geschichte einem, dass alles besser wird - aber ich konnte bis zum Schluss nicht mehr mit dieser egoistischen, selbstherrlichen Person warm werden. Normalerweise bin ich niemand, der Bücher weniger gerne mag, nur weil ich mir die Protagonisten nicht zu 100% gefallen, aber in diesem Fall war es doch so.
Dennoch ist der Schreibstil wieder wunderschön, die Wortwahl und sprachliche Gestaltung super schön, und erschafft vor den Augen die Szenerie so Detailgetreu, dass man sich fast schon wundern könnte, dass man das Gras nicht riechen und die Vögel nicht singen hören kann.
Was mich zuletzt noch sehr verwundert, ist die Einschätzung von Paul Torday auf der Rückseite des Buches. "Absolut witzig" bezeichnet er die Geschichte; Offensichtlich haben wir beide völlig verschiedene Vorstellungen von Humor, denn in meinen Augen ist die Geschichte alles, aber nicht witzig?! Lachen oder kichern musste ich an keiner einzigen Stelle...


Mittwoch, 11. September 2013

[Rezension] Sophie Kinsella als Madeleine Wickham - Cocktails für drei

Klappentext:
Drei junge Frauen arbeiten bei einem Londoner Magazin und treffen sich einmal im Monat, um bei ein paar Cocktails die letzten Neuigkeiten auszutauschen: Da ist die glamouröse, selbstbewusste Roxanne, die stets hofft, dass ihr heimlicher Liebhaber eines Tages seine Frau verlässt und sie heiratet. Die patente Maggie, die bisher noch alles im Leben perfekt gemeistert hat, bis ihre Mutterrolle sie zu überfordern droht. Und Candice – gutmütig und grundanständig. Zumindest glaubte sie das, bis eine alte Bekannte auftaucht, der Candice helfen möchte. Doch damit gerät ihr Leben komplett aus den Fugen. Aber zum Glück sind ja noch Roxanne und Maggie da ...

Verlag: Goldmann | Seiten: 352 | Preis: 8,99€ | Genre: Frauen | Spielt in: Großbritannien, London | Originaltitel: Cocktails for three | Erscheinungsdatum: August 2013 | ISBN: 978-3442476855

Erster Satz:
"Candice Brewin stieß die schwere Glastür der Manhattan Bar auf und spürte, wie sie von der vertrauten Woge aus Wärme, Lärm, Licht und Gläserklirren umfangen wurde." 


 
Worum geht es:
Candice, Maggie und Roxanne verbindet nicht nur eine jahrelange tiefe Freundschaft, sondern auch eine seit Jahren gepflegte Tradition: Immer am Anfang jeden Monats treffen sich die drei jungen Frauen in einer Bar, der Manhattan Bar, im Herzen Londons um mal wieder das zu tun was Frauen eben manchmal am liebsten tun: Quatschen, tratschen und leckere Cocktaisl trinken. Eben einfach mal die Seele baumeln zu lassen. 
Doch beim letzten treffen stört etwas, bzw. jemand, diese Tradition: Heather. Sie und Candice waren auf der gleichen Schule, ehe Heathers Familie wegen Candice' Vater in den finanziellen Ruin gestürzt wurde. Um ein bisschen wieder Gutmachung zu leisten, besorgt Candice ihr kurzerhand einen Job und eine Wohnung und ignoriert dabei völlig die Warnungen ihrer beiden Freundinnen.
Doch auch bei Maggie und Roxanne läuft nicht alles nach Plan. Maggie ist mit dem leben als frischgebackene Mutter heillos überfordert, während Roxanne auf die Liebe ihres Lebens wartet; Einen verheirateten Familienvater. 

Meine Meinung:
Das die Bücher die die Autorin unter "Sophie Kinsella" veröffentlicht ander sind als die die die Autorin unter "Madeleine Wickham" veröffentlicht, wusste ich - und dennoch hat es mich überrascht, wie unterschiedlich die Werke von ein und der selbern Autorin sein können. Bisher habe ich schon einige Sophie Kinsella - Bücher gelesen und war absolut begeistert von ihrem spritzigen Schreibstil, dem Humor der mich wirklich zum Lachen gebracht hat, und dem tollen Ausdruck. 
Ihr Schreibstil ist natürlich nach wie vor toll, auch in diesem neuen Buch von ihr, aber die beiden anderen Punkte fehlen völlig. Es ist kein lustiges Buch, kein ChickLit im klassischen Sinne und auch kein Buch das durchzogen ist von einem Witz und flotten Sprüchlein nach dem nächsten. Und dennoch ist es gut. Man muss eben einfach als Leser wissen, dass einen ein anderes Leseerlebnis mit Madeleine Wickham erwartet. 
Die Geschichte an sich ist auch wirklich gut gelungen: 3 Frauen die eine jahrelange Freundschaft verbindet, obwohl sie eigentlich nicht anders sein könnten und alle ihre ganz eigenen Probleme und Sorgen haben. Da sie sich nun auch noch regelmäßig zum Cocktail treffen, ist der Vergleich mit Sex and the city auch nicht wirklich weit hergeholt. Man kann sogar bestimmte Übereinstimmungen zwischen Charlotte, Samantha und Co und den drei Londoner Mädels finden. Trotzdem ist es KEIN Sex and the city Abklatsch. Es ist einfach eine Geschichte aus dem Leben, mit Parallelen zu anderen Stories.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist dass alle Charaktere wirklich authentisch sind. Sie sind überfordert mit ihrem neugeborenen Baby, sie laufen blindlings in falsche Freunschaften udn verlieben sich in die falschen Männer.
Was mich persönlich aber sehr gestört hat, war das wirklich ÜBERMAß an Tränen in diesem Buch. Man konnte fast schon keine zwei Seiten lesen, ohne dass nicht mindestens eine der Protagonistinnen "in Tränen ausgebrach", "heimlich die Tränen wegwischte", "die Tränen unterdrückte" oder "Tränen in den Augen hatte". Es wurde am laufenden Band geheult in dem Buch - mal nachvollziehbar, mal nicht, aber definitiv zu viel.



Freitag, 6. September 2013

[Rezension] Liz Jensen - Die da kommen

Klappentext:
Ein siebenjähriges Mädchen tötet seine Großmutter auf brutale Weise. Ein tragischer Einzelfall, sagen die Experten. Doch sie täuschen sich. Überall auf der Welt kommt es zu grausamen Gewalttaten, die Kinder gegen ihre Familien verüben. Der Anthropologe Hesketh Lock hat zunächst ein ganz anderes Rätsel aufzuklären. Hesketh ist ein »Troubleshooter«: weltweit wird er zur Aufklärung interner Skandale in globalen Unternehmen eingesetzt. Sein aktueller Fall führt ihn nach Taiwan. Hesketh entdeckt als Erster ein Muster in den sich häufenden Fällen von schwerer Industriesabotage und den Attacken von Kindern gegen Erwachsene, die wie zwei Epidemien den ganzen Erdball erfassen. Wer sind die geheimnisvollen »sie«, von denen immer wieder die Rede ist? Sind »sie« die treibende Kraft hinter den dramatischen Ereignissen?

Verlag: dtv premium | Seiten: 320 | Preis: 14,90€ | Genre: Apokalypse, Endzeit | Spielt in: Großbritannien, London | Originaltitel: The Uninvited | Erscheinungstermin: Juni 2013 | ISBN: 978-3423249607

Erster Satz:
"Die genaue Ursache für einen Ausbruch von Massenhysterie lässt sich selten genau ermitteln, doch das Datum, an das ich mich besonders lebhaft erinnere, ist der 16. September - ein Sonntag, an dem ein kleines Mädchen in einem Pyjama mit Schmetterlingen seine Großmutter abschlachtete, indem es einen Druckluftnagler auf ihren Hals abfeuerte." 



Worum geht es:
Hesketh Lock steckt tief in den Ermittlungen: Er arbeitet in Firmen auf der ganzen Welt, um Saboteuren das Handwerk zu legen, und momentan ist sein Terminkalender zum bersten gefüllt. Denn weltweit häufen sich die Fälle von Menschen, die zu Saboteuren ihrer eigenen Firma werden, ohne vorher jemals negativ aufgefallen zu sein. Und noch etwas verbindet diese Menschen. Sie alle sterben kurz nachdem sie ihrer Firma geschadet haben. Man munkelt, sie hätten vor ihrem Tod von Kindern und kleinen Fabelwesen geredet, die sie dazu trieben.
Zeitgleich kommt es zu einer "Pandemie". Von heute auf morgen beginnen Kinder im Grundschulalter, teilweise noch jünger, ihre Familien und Bekannte zu attakieren, erstechen Großmütter, köpfen Väter etc. Und die Regierung steht dem hilflos gegenüber...

Meine Meinung:
Oh mein Gott! Dieses Buch ist für mich mit Abstand der größte Flop des Jahres! Ich habe selten, vielleicht sogar noch nie, ein Buch gelesen das so sehr von dem abweicht, was in der Kurzbeschreibung bzw. auf dem Klappentext steht und so sehr verspricht etwas anderes zu werden.
Liest man den Rückentext, so wie ich es vor dem Kauf getan habe, erwartet man einen spannenden Thriller, der eine Nische beleuchtet, die zu grausam ist um sie häufiger in Thrillern zu thematisieren: Kinder die zu Mördern werden. Also habe ich das Buch mitgenommen, und natürlich schon angefangen zu spekulieren, wieso diese Kinder das tun: Manipulation durch Hörspiele? Gehirnwäsche im Kinderfernsehen? Auflehnen von Kindern die misshandelt wurden und sich im Internet zusammgeschlossen haben? Irgendetwas in diese Richtung habe ich erwartet.
Doch schon mit dem Lesen der ersten Seiten wird man ernüchtert. Denn anders als hinten beschrieben geht es nur nebenbei um die Morde der Kinder, sondern viel eher um die (Selbst-)Morde der Angestellten großer Firmen und um einen Mann, mit dem Asperger-Syndrom,  der versucht die Fälle zu klären.
Je weiter man jedoch liest, um so mehr driftet die Geschichte in eine Richtung ab, die man weder erwartet noch will (zumindest ich). Auf einmal wird es extrem lächerlich, mit Kindern [!!! ACHTUNG SPOILER !!!] die aus der Zukunft stammen, kleinen Monstern mit veränderten Organen und dem Wunsch die Welt zu beenden, wie sie jetzt ist. Einfach nur mies! [ SPOILER ENDE]

Fazit: Das Buch hat mich nicht nur enttäuscht, es hat mich aufgeregt. Man erwartet als Leser eine vollkommen andere Story, einen guten Thriller, doch stattdessen bekommt man eine völlig absurde Mischung aus Sci-Fi und Fantasy, die absolut nichts mehr mit dem Klappentext gemein hatm zudem noch schlecht geschrieben ist und sich in etwa so fließend liest wie ein zähert Kaugummi. 2 Sterne sind beinah noch zu viel für das Buch.




Dienstag, 3. September 2013

[Rezension] Kirsty McKay - Untot, Sie sind zurück und hungrig

Klappentext:
Na toll! Eine Glatze, eine Narbe und 6 Wochen Koma. Als Bobby erwacht, ist bereits ganz Schottland zombifiziert und zur Sperrzone erklärt worden. Ausgerechnet in einem schottischen Krankenhaus festzusitzen, ist also eher ungünstig. Dass auch Alice und Pete dort untergebracht sind, ist zumindest eine gute Nachricht. Doch wo steckt Smitty? Und wieso hat Bobbys Mutter, die angeblich tot sein soll, verschlüsselte Nachrichten auf dem Handy hinterlassen? Die ungleichen Freunde müssen schnellstens hier weg. Denn die Untoten sind lernfähig und hungrig und verdammt gefährlich. Und sie sind nicht die Einzigen, die ihnen hinterher jagen …

Verlag: Chicken House | Seiten: 376 | Preis: 16,99€ | Genre: Endzeit, Jugendbuch | Spielt in: Großbritannien, Schottland | Originaltitel: Unfed | Erscheinungstermin: August 2013 | ISBN: 978-3551520531

Erster Satz:
"Wenn man fünfzehn ist und dem Tod ins aufgerissene Maul starrt, dann gibt es noch nicht so wahnsinnig viel Leben, das an einem vorbeiziehen kann."


Worum geht es:
Als Bobby in einem Militärkrankenhaus aufwacht, sieht sie nicht nur verdammt verunstaltet aus (Hallo Glatze!), sondern hat auch die letzten 6 Wochen "verschlafen". Genug Zeit für die Zombies, über ganz Schottland herzufallen, das jetzt hermetisch vom Rest Großbritanniens abgeriegelt ist. Doch man beruhigt Bobby: Hier in diesem Krankenhaus sei sie vor den Angriffen der Zombies definitiv sicher, bis jetzt gab es eine Vorfälle... Okay, bis JETZT, denn in diesem Moment - wie soll es auch anders sein - geht der Alarm los und zombifizierte Kinder(!) stürmen ihr Zimmer. Einziger Fluchtweg: Ab durch die Decke und rein in den Lüftungsschachte. Auf dem Weg durch die Rohre, entdeckt sie unter sich Alice -eine der 4 Überlebenden des Busunglücks - und gabelt auch Pete und Russ, einen Schüler der 2. Busgruppe, auf. Gemeinsam versuchen sie aus dem Krankenhaus zu fliehen, um das Zombie-verseuchte Schottland hinter sich zu lassen, doch inzwischen lungern die Halbtoten überall. Und haben tierische Verstärkung bekommen. 

Meine Meinung: 
Auf den zweiten Teil war ich ja wirklich sehr gespannt. Nachdem ich den ersten Band ja grandios fand, und ihn quasi in einem Rutsch gelesen habe, hat mich der "Zwischenban", Pausensnack, mehr als enttäuscht. Umso gespannter war ich eben, wie es der Autorin gelungen sein könnte, nun wieder anzuknüpfen. Und Gott sei Dank hat sie es geschafft mich zu begeistern. 
Die Geschichte geht eben so rasant los, wie der erste Teil geendet hat, und binnen weniger Seiten steckt man wieder mitten drin in der zombifizierten, schleimigen Welt von Bobby und Co. Und zum Glück scheint bei Bobby das Trauma der menschenfressenden Mitmenschen nicht so groß zu sein, dass ihre trockene Art mit dem schwarzen Humor verloren hätte. So halten sich über das ganze Buch hinweg Ekel durch die Zombies und Lachen über ihre trockenen Bemerkungen die Waage und machen das Buch zu einer außergewöhnlichen Zombiereihe, die zwar etliche Elemente von bekannten Reihen wie "The Walking Dead" hat, ihren eigenen Charme aber nicht verliert. 
Es ist unglaublich spannend, teilweise echt eklig (und ich weiß, dass ich mich als 14 jährige - also der Altersentsprechung gemäß - zu Tode gegruselt hätte beim Lesen und sicherlich nicht mehr nachts alleine ins Bad gegangen wäre :D), und hat die eine oder andere unerwartete Wendung. 
Dennoch geht es mir teilweise etwas zu schnell, denn auf jede Gefahr folgt -Bämbämbäm- direkt die nächste, so dass sie nie aufatmen können, was die Geschichte dann immer unrealistischer werden lässt (von den Zombies jetzt mal abgesehen ;) ).
Alles in allem aber war das Buch wirklich gelungen. Einzig mit dem Schluss kann ich nicht viel Anfangen: Das Ende ist zu offen als das man mit der Geschichte wirklich abschließen könnte, bietet meiner Meinung nach jedoch auch zu wenig Stoff für noch einen dritten Teil.


[Rezension] Anna Regeniter - Ein Jahr in London

Klappentext:
Ein Lebenstraum: Mit Anfang 30 zieht Anna Regeniter in die schillernde Hauptstadt Großbritanniens. Selbstironisch und mit viel Humor erzählt sie vom Aufeinanderprallen ihrer Londonträume mit der Realität.

Verlag: Herder | Seiten: 192 | Preis: 12,99€ | Genre: Biographie, Reisen, Sachbuch | Spielt in: Großbritannien, London | Erscheinungstermin: März 2007 | ISBN: 978-3451057410

Erster Satz: 
"Die Frau mit den langen, roten Locken an der Hotelrezeption spricht weder Englisch noch Deutsch."


Worum geht es:

Anna Regeniter erfüllt sich einen Lebenstraum, und zieht nach London - eine der teuersten Städte der Welt - um dort als Deutschlehrerin an einer Schule zu arbeiten. Doch schon von Anfang an merkt sie, dass das Leben hier etwas anders ist, als daheim: Schon die Wohnungssuche gestaltet sich schwierig, denn selbst mit einem relativ guten Lehrergehalt ist es schwierig eine gute und bezahlbare Wohnung zu finden. Schließlich landet sie in Primrose Hill, einem schicken Künstlerviertel, in einem shared house, in dem sie nicht die einzige Nicht-Britin ist. Sie beginnt sich schnell einzuleben, mit den britischen Angewohnheiten und Merkwürdigkeiten umzuehen (wie zum Beispiel soll man sich die Haare waschen, wenn es nur einen kochenheiß- Wasserhahn und einen bitterkalt- Hahn gibt?) und zu schätzen, integriert sich gut und genießt ihr neues Leben in dieser Millionenmetropole. 

Meine Meinung:

Ach ja, die Briten sind schon ein herliches Völkchen - ob nun in London oder in Plymouth, manche Angewohnheiten sind eben nicht nur regional und haben mich sehr sehr oft in diesem Buch zum schmunzeln und zurückdenken gebracht. Das liegt nicht nur an den Eigenheiten der Engländer selbst, sondern auch daran dass Anna Regeniter einen unheimlich tollen Schreibstil, eine tolle Art zu Erzählen, hat die einen mitnimmt in dieses große, neue Abenteuer in ihrem Leben. Ich fand sie zudem unheimlich sympathisch, was mir immer sehr wichtig ist, und leider nicht in allen Büchern der Ein Jahr In... - Reihe der Fall ist.
Es ist natürlich kein Reiseführer, aber wenn man so etwas sucht, gibt es tausende auf dem Markt, die jede Sehenswürdigkeit Londons vorstellen und da so ziemlich jeder 2. wohl schon mal in London war, ist das auch überflüssig - so exotisch ist die Stadt ja dann doch nicht. Viel mehr lernt man "versteckte Ecken" kennen, von denen man vermutlich nicht einmal wusste wie schön sie sein können und bekommt Insider-Tipps, wie ein Besuch der Bonfire Night im November auf dem Primrose Hill oder etliche Pubs, in denen sie ihre Zeit verbringt. 
Generell geht es in diesem Buch also mehr um das Lebensgefühl von Anna Regeniter, um ihr ganz persönliches London, abseits von Big Ben, Tower Bridge und Souvenirläden. I like!  



Donnerstag, 1. August 2013

[Rezension] Mark Roberts - Der Herodes Killer

Klappentext:
Eine grausige Verbrechensserie erschüttert London: Vier Schwangere wurden schon mit entleertem Bauch gefunden, eine fünfte wird vermisst. Da bekommt Inspector Rosen einen entscheidenden Hinweis. Father Flint, einst der wichtigste Okkultismuskenner im Vatikan, klärt ihn auf, dass der unbekannte Täter ein Vorbild hat: Auf dieselbe Weise mordete ein berüchtigter Satanist aus dem 13. Jahrhundert. Ein Mörder von heute, ein Mörder im Mittelalter: Was verbindet ihre Taten? Und dann erfährt Inspektor Rosen den Grund, warum Father Flint in ein einsames englisches Kloster verbannt wurde…

Verlag: rororo | Seiten: 384 | Preis: 9,99€ | Genre: (Psycho-) Thriller | Spielt in: Großbritannien, London | Erscheinungsdatum: August 2013 | Originaltitel: The Sixth Soul | ISBN: 978-3499259722

Erster Satz:
"Im Traum hielt Julia Caton ihr Neugeborenes in den Armen und war von der tiefsten Liebe erfüllt, die sie je erlebt hatte."

  

Worum geht es:
Eine Mordserie erschüttert London: Ein unbekannter, der Herodes-Killer, hat es auf schwangere Frauen abgesehen. 5 Frauen hat er bereits entführt, tötet sie ohne den Fötus zu verletzen und entnimmt diesen, ehe er die Frauen  - mit einer mit Steinen gefüllten Gebärmutter - irgendwo in London ablegt und wartet bis sie gefunden werden. 
Doch das Polizeiteam um David Rosen tappt im Dunkeln. Bisher konnte kein Täter gefunden werden, und sämtliche Gutachter schließen satanische oder okkulte Motive aus. Dann jedoch erreicht Rosen ein Anruf: Father Flint, ehemaliger Berater im Vatikan in Fragen zum Okkultismus, berichtet von einem Fall aus dem 13. Jahrhundert, bei dem ein Mann auf die gleiche Weise mordete, und ist sich sicher dass es auch jetzt noch ein sechstes Opfer geben wird. 


Meine Meinung:
Was für eine gruselige Vorstellung, dass Schwangere nicht mehr alleine unterwegs sein können, ohne Gefahr zu laufen entführt und getötet zu werden. Da läuft es einem kalt den Rücken runter! Und so komisch es klingt, gerade deshalb hat mich das Buch angesprochen. Der Klappentext klingt schon super spannend, und ich bin ja generell ein großer Freund von Thrillern dieser Art und Grausamkeit.
Es geht dann auch wirklich sehr rasant los, und die Spannung lässt nicht auf sich warten. Schon wenige Seiten nach dem Anfang steckt man mitten in der Geschichte und folgt der atemlosen Suche nach dem Herodes-Killer. 
Die Spannungselemente sind hervorragend gesetzt und mir gefällt vor allem auch dieses tröpfchenhafte Offenbaren von immer mehr gruseligen Details und Wendungen.
Also eigentlich klingt es ja alles in allem nach einem Must-Have-Thriller.
Nunja, mehr oder weniger. Denn genau so spannend wie das Buch ist, ist es auch vorhersehbar. Schon nach wenigen Seiten hat man eine Ahnung wer in die Mordserie involviert ist, und wer es noch sein wird, kann sich vorstellen warum der Täter so handelt und wartet eigentlich nur noch auf die Bestätigung, dass man mit seinen Annahmen recht hatte. Das stört mich immer sehr bei Thrillern, denn ich will überrascht werden. Wurde ich nicht, alles was ich mir zusammengereimt hatte, traf auch so ein. 
Deshalb gibt es von mir nur 4 Sterne, aber dennoch eine Empfehlung für alle die spannende und gänsehautverursachende Thriller mögen.





Sonntag, 7. Juli 2013

[Rezension] Sophie Kinsella - Mini Shopaholic (Bd. 6)

Klappentext:
Becky Brandon (née Bloomwood) thought motherhood would be a breeze and that having a daughter was a dream come true - a shopping friend for life! But it's trickier than she thought - two-year-old Minnie has a quite different approach to shopping. She can create havoc everywhere from Harrods to Harvey Nicks to her own christening. She hires taxis at random, her favourite word is 'Mine', and she's even started bidding for designer bags on ebay. On top of everything else, there's a big financial crisis. People are having to Cut Back - including all of Becky's personal shopping clients - and she and Luke are still living with Becky's Mum and Dad. To cheer everyone up, Becky decides to throw a surprise birthday party - on a budget - but then things become really complicated. Who will end up on the naughty step, who will get a gold star and will Becky's secret wishes come true?

Verlag: Bantam Press | Seiten: 400 | Preis: 11,95€ (£13,99) | Spielt in: Großbritannien, London | Genre: ChickLit, Frauen, Humor | Deutscher Titel: Mini Shopaholic | Erscheinungsdatum: September 2010 | ISBN: 978-0593059807

Erster Satz:
"Ok. Don't panic." 



Worum geht es:

Das Leben als Mutter kann so wundervoll sein, jeder sagt das, und auch Becky ist im Mutterglück. Nur leider scheint sie der einzige Mensch zu sein, der die zweijährige Minnie nicht für ein verzogenes Gör hält, das auf dem besten Weg dazu ist, in die Shoppingsüchtigen Fußspuren ihrer Mutter zu treten. Und auch sonst läuft in Beckys Leben wieder einmal nicht alles ganz sooo glatt. Luke hetzt ihr eine bekannte Fernseh-Nanny auf den Hals, die sich Minnie ansehen soll, Elinor - Lukes verhasste Mutter - bekommt plötzlich großmütterliche Gefühle und als Becky beschließt eine geheime Geburtstagsparty für Luke zu organisieren, entbrennt ein riesiger Familienstreit: Denn niemand glaubt so wirklich daran, dass Becky irgendetwas alleine schaffen kann, ohne sich zu verplappern...


Meine Meinung:

Oh Gott, dieses Buch war eine totale Katastrophe und Sophie Kinsella hätte gut daran getan es einfach beim 5. Buch zu belassen. Ich war ja, sagen wie bis Buch 4, ein eingefleischter Becky Brandon, geborene Bloomwood, Fan und fand ihre so zerstreut chaotische Art einfach nur zuckersüß. Aber das was sich in Buch 5 schon angekündigt hat, wurde im 6. Teil auf die Spitze getrieben. Auf gut deutsch heißt das: Becky hat mich schlicht nur noch angekotzt. Diese Frau hat mich bis zur Unendlichkeit genervt. Dummheit und Dreistigkeit beschreiben sie wohl am ehesten. In ihrer Welt gibt es nur eine wichtigt Sache: Sie selbst. Alles dreht sich um sie, sie ist egoistisch und selbstherrlich, eine notorische Lügnerin, schlechte Mutter (denn entgegen dem Titel spielt ihr Kind nur eine untergeordnete Rolle in dem Buch), und treibt mich mit ihren an purer Dummheit grenzenden Naivität auf die Palme.
Nicht einmal kann sie zu Dingen stehen die sie verbockt hat, und das tut sie ja durchweg, und gesteht sich dann natürlich auch keine Fehler ein. In den ersten Büchern der Reihe war das ja noch süß und sympathisch, aber mittlerweile könnte ich Becky gegen die Wand klatschen. Und Minnie hinterher. Denn Sophie Kinsella hat hier ein sooo eindimensionales, furchtbares Kind geschaffen, dass nicht mehr Wörter kennt als "Meine!". Klar anfänglich schmunzelt man noch darüber- aber auch nicht sonderlich lange.
Generell dreht es sich aber in dem Buch wie gesagt kaum um Minnie, den Mini Shopaholic, sondern es geht hauptsächlich um die riesen fette Party, die Becky für Luke schmeißen will, und bei der natürlich alles schief läuft bis sie am Ende doch zum großen Erfolg wird.
Ich wollte dem Buch eigentlich nur 2 Sterne geben, es ist tatsächlich einfach nur schlecht, aber die letzten 100 Seiten reißen es noch ein bisschen raus, und glätten die Wogen.

Dennoch bin ich der Meinung dass dieses Buch nicht nur kein guter Abschluss der Shopaholic Reihe ist, sondern die ganzen vorherigen Bücher in einem schlechten Licht darstehen lässt, denn natürlich werde ich Becky jetzt so in Erinnerung behalten, wie sie in diesem Buch war.


Montag, 24. Juni 2013

[Rezension] Lucinda Riley - Der Lavendelgarten

Klappentext:
Ein Herrenhaus in der Provence, eine adelige Familie und eine schicksalhafte Liebe in dunklen Zeiten.
Jahrelang hat Emilie de la Martinières darum gekämpft, sich eine Existenz jenseits ihrer aristokratischen Herkunft aufzubauen. Doch als ihre glamouröse, unnahbare Mutter Valérie stirbt, lastet das Erbe der Familie allein auf Emilies Schultern. Sie kehrt zurück an den Ort ihrer Kindheit, ein herrschaftliches Château in der Provence. Der Zufall spielt ihr eine Gedichtsammlung in die Hände, verfasst von ihrer Tante Sophia, deren Leben von einem düsteren Geheimnis umschattet war – einer tragischen Liebesgeschichte, die das Schicksal der de la Martinières für immer bestimmen sollte. Doch schließlich erkennt Emilie, dass es noch nicht zu spät ist, die Tür zu einer anderen Zukunft aufzustoßen …

Verlag: Goldmann | Seiten: 512 | Preis: 9,99€ | Genre: Familiengeschichte, Liebe, Schicksal | Spielt in: Frankreich, Provence, Gassin & Großbritannien, Yorkshire, Blackmoor | Originaltitel: The Light Behind The Window | Erscheinungstermin: Juni 2013 | ISBN: 978-3442477975

Erster Satz:
"Als Emilie spürte, wie der Druck auf ihre Hand nachließ, sah sie ihre Mutter an."



Worum geht es:
Nach dem Tod ihrer Mutter ist Emilie ganz auf sich allein gestellt: Ohne Geschwister und andere Angehörige der Familie Martiniéres trägt sie das Erbe ihrer Familie ganz allein, und das bedeutet nicht nur die emotionale Bürde die ihre Mutter ihr hinterlassen hat, sondern auch die Schulden und das inzwischen ziemlich heruntergewirtschaftete Chateau in der Provence. Doch Gott sei Dank lernt sie nach einiger Zeit in Gassin einen jungen Mann kennen, Sebastian, der ihr helfend zur Seite steht in dieser schweren Zeit, und schon bald zum Mittelpunkt ihres Lebens wird.
Doch nicht nur ihre Gefühle für einander verbinden sie, sondern auch zwei Familiengeschichten die sich berühren: Während der deutschen Besetzung in Frankreich lernten sich Edouard, Emilies Vater, und Constanze, Sebastians Großmutter, kennen. Die beiden verband ein Schicksal voller Dramatik, Einschränkung und ständiger Angst vor dem Feind. 

Meine Meinung:
Nachdem ich beide bisher erschienen Bücher von Lucinda Riley gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf dieses neue Buch von ihr. Es spielt in der Provence, einem Teil der Erde der mich schon immer fasziniert hat und den ich mich unfassbar schön vorstelle. 
Aber leider war ich doch eher enttäuscht von dem Buch. Der Grund dafür? Man kann es förmlich zwischen den Zeilen lesen, wie wenig Herzblut die Autorin in die Geschichte um Emilie und Sebastian gelegt hat, und offenbar all ihre Kreativität auf die Geschichte um Constanze, Sophia und Edouard konzentriert hat. Ich war anfänglich sogar fast versucht, das Buch aus der Hand zu legen und abzubrechen, so schlecht fand ich diese Geschichte im "Heute". Sie ist flach, vorhersehbar, fuuuurchtbar konstruiert und einfach lächerlich kitschig. Absoluter Groschenroman-Stil. 
Dem gegenüber im krassen Gegensatz steht aber die Geschichte im "Damals" von 1944. Sie steckt voller unerwartete Wendungen, voller Dramatik und Emotionalität. Voller Gefühl und Kraft. Es hat großen Spaß gemacht, diese Episoden zu lesen und ich zumindest war regelrecht enttäuscht wenn wieder Teile der Geschichte aus 1999 kamen. 
Was Lucinda Riley aber beherrscht, ist eine Umgebung zu zeichnen die man fast schon selbst mit allen Sinnen erleben kann. Ich habe einen unglaublich schönen, wenn auch von Klischees belasteten :D, Eindruck von der Provence und Yorkshire erhalten, und hätte am liebsten sofort meine Koffer gepackt um selbst ein paar Tage im Chateau anwesend zu sein.

Im Endeffekt überwiegt für mich aber die Schwäche der Geschichte um Emilie und Sebastian, so dass ich dem Buch leider nur 3 Sterne geben kann. 



Samstag, 11. Mai 2013

[Rezension] Dan Brown - Sakrileg

Klappentext:
Robert Langdon, Symbolologe aus Harvard, befindet sich aus beruflichen Gründen in Paris, als er einen merkwürdigen Anruf erhält: Der Chefkurator des Louvre wurde mitten in der Nacht vor dem Gemälde der Mona Lisa ermordet aufgefunden. Langdon begibt sich zum Tatort und erkennt schon bald, dass der Tote durch eine Reihe von versteckten Hinweisen auf die Werke Leonardo da Vincis aufmerksam machen wollte - Hinweise, die seinen gewaltsamen Tod erklären und auf eine finstere Verschwörung deuten. Bei seiner Suche nach den Hintergründen der Tat wird Robert Langdon von Sophie Neveu unterstützt, einer Kryptologin der Pariser Polizei und Enkeltochter des ermordeten Kurators. Eine aufregende Jagd beginnt ...

Verlag: Bastei Lübbe | Seiten: 640 | Preis: 9,99€ | Format: Taschenbuch | Spielt in: Frankreich, Paris und Großbritannien, London | Genre: Thriller | Erscheinungsdatum: April 2006 | Originaltitel: The Davinci Code | ISBN: 978-3404154852

Erster Satz:
"In der Grande Galerie stürzte Jacques Sauniere, der Museumsdirektor, zu einem der kostbaren alten Meister, einem Caravaggio, klammerte sich an den schweren Goldrahmen und hängte sich mit seinem ganzen Gewicht daran, bis das Gemälde sich von seiner Aufhängung löste."

via Bastei Lübbe

Worum gehts:

"P.S. Robert Langdon fragen", steht neben dem toten Museumsdirektor des Louvre auf dem Fußboden - geschrieben von dem Toten selbst, nur wenige Minuten bevor er qualvoll an seinen inneren Verletzungen aufgrund des Bauchdurchschusses starb. Schnell befindet sich der Harvard Professor im Visier der französischen Polizei. Die einzige Person die sich nicht gegen ihn gestellt zu haben scheint, ist die junge Kryptologin Sophie Nevue, die ebenfalls an den Tatort gerufen wurde. Und die Enkeltochter des Toten ist. Sophie ist davon überzeugt, dass ihr Großvater ihr einen Hinweis geben wollte, auf die tatsächlichen Umstände seines Todes, und das Robert Langdon fälschlicherweise verdächtigt wird. Um auf des Rätsels Lösung zu kommen, sehen sich die beiden gezwungen von der Polizei zu fliehen, doch schon bald stellt sich heraus, dass nicht nur die französischen Behörden in ihnen interessiert sind, sondern auch Mitglieder einer Geheimorganisation, die Kirche selbst und Verschwörungstheoretiker...


Meine Meinung:

Vor einigen Wochen gab es das e-Book zu Sakrileg für einen Tag umsonst in sämtlichen Onlineshops. Zwar hatte ich bisher nie irgendein großes Interesse an den Büchern von Dan Brown, doch wenn es dann schon mal kostenlos zur Verfügung steht, wollte ich zumindest einmal reinlesen, um mir selbst zu bestätigen dass es mir nicht gefällt.
Doch nach den ersten paar Seiten war klar, so wie ich mir das gedacht hatte, würde es nicht funktionieren. Denn ganz im Gegensatz zu meinen Erwartungen, war ich einfach gefesselt. Ich habe das Buch auf meinem Handy gelesen, nicht gerade eine erfreudige Option, und doch war es einfach nicht mehr möglich aufzuhören, so spannend war die Geschichte.

Binnen weniger Tage hatte ich es durchgelesen, und bin jetzt vor allem eins: Riesiger Dan Brown Fan :D Dass dies der 2. Band der Reihe um den Professor Robert Langdon ist, ist mir übrigens erst durch Amazon aufgefallen. Ich hatte kein einziges Mal beim Lesen das Gefühl, irgendwas verpasst zu haben, oder irgendwie nicht zu wissen, wieso er wie handelt. Man kann Sakrileg also getrost auch ohne Illuminati vorher gelesen zu haben lesen.
Die Zeichnung der Charaktere hat mir wahnsinnig gut gefallen. Sie haben Ecken und Kanten, sind vielschichtig und unglaublich sympathisch- auf ihre ganz eigene Art. Aber auch die Nebencharaktere, wie vor allem Silas, haben mich total gepackt.

Das Buch ist einfach unheimlich spannend, man kann es kaum noch aus der Hand legen, so atemlos ist die Jagd nach Robert und Sophie, und von den beiden nach der Auflösung des Rätsels. Außerdem lernt man unfassbar viel über Geheimgesellschaften, Kircheninterpretationen und Kirchengeschichte und natürlich Kunst - ohne den erhobenen Lern-Zeigefinger, aber dennoch offensichtlich. Ich bin sonst eigentlich niemand, der viel von Verschwörungstheorien hält, aber das hat mich dann doch sehr interessiert, und da eine oder andere mal hab ich die Handlungsorte und Aussagen tatsächlich gegooglet :D



Mittwoch, 24. April 2013

Alan Bradley - Flavia de Luce, Vorhang auf für eine Leiche (Bd. 4)

Klappentext:
avia de Luce und ihre Familie stehen kurz vor dem finanziellen Ruin. Da tut sich plötzlich eine unverhoffte Geldquelle auf: Eine Filmcrew will ihren Familiensitz für Dreharbeiten nutzen. Vom Glamour angelockt, strömen Schaulustige nach Buckshaw, um den Star des Ensembles zu sehen, die berühmte Diva Phillys Wyvern. Doch der Abend nimmt eine schreckliche Wendung: Eine Leiche wird gefunden – erdrosselt mit einem Filmstreifen. Zu allem Überfluss ist Buckshaw durch einen tosenden Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten. Der findigen Hobbydetektivin Flavia ist klar: Der Täter muss sich unter den Gästen befinden. Unverzüglich beginnt sie mit ihren Ermittlungen und gerät dabei selbst ins Visier des skrupellosen Mörders …

Verlag: Penhaligon | Seiten: 320 | Preis: 19,99€ | Genre: Krimi, Thriller | Spielt in: Großbritannien, England, Buckshaw | Originaltitel: I am Half-Sick of Shadows | Erscheinungstermin: Oktober 2012 | ISBN: 978-3764530983

Erster Satz:
"Nasskalte Nebelranken erhoben sich vom Eis wie gepeinigte Seelen, die ihre leibliche Hülle verließen."



Worum geht es:
Weihnachten steht vor der Tür, und dieses Jahr hat Flavia einen Plan: Sie wird den Weihnachtsmann dingfest machen, und Feely und Daffy ein für allemal beweisen, dass es ihn doch gibt. Doch in ihre grandiosen und Flavia typischen Vorbereitungen platz eine ganze Filmcrew. Denn Buckshaw steht unter keinen gutem Stern mehr, und so greift ihr Vater zu jedem Strohhalm. Kurzerhand wird Buckshaw zur Kulisse des neuen Films von Philly Wyvern, der großartigen und landesweits sowohl bekannten als auch verehrten und stets jung gebliebenen Schauspielerin. 
Doch ihr Glamour schützt auch sie nicht vor Feinden. Oder erstrecht nicht? Denn nur wenige Tage nach ihrer Ankunft, liegt sie tot in ihrem Zimmer...

Meine Meinung:
Flavia. Meine liebe Flavia. Was würde ich dafür geben, ihr einmal höchstpersönlich die Hand reichen zu dürfen (obwohl man sich natürlich nie sicher sein könnte, mit welchen Giften das liebe Kind vorher rumhandtiert hat). Und zu erzählen hätte sie wohl auch genug, immerhin ist dies schon der 4. Mord in und um Buckshaw in kürzester Zeit.
Dieses Mal ist er aber von einem ganz anderen Kaliber und erwischt einen echten Promi- wovon sich Flavia natürlich nicht abschrecken lässt. Frech und schamlos (natürlich aber nicht charmelos) steckt sie in alter Flavia-Manier ihre Nase in Dinge die sie eigentlich nichts angehen, die es für uns als Leser aber erst so richtig spannend machen. 
Der Schreibstil ist wie immer grandios. Neben der detektivischen Arbeit gibt es also auch wieder genug zu lachen. Einzig die Beziehung zu Feely und Daffy kommt mir in diesem Buch zu kurz (und Gladis habe ich auch schmerzlich vermisst- aber okay, im Winter darf sie schlafen^^). Stattdessen wurde für meinen Geschmack zu viel Zeit und Papier darauf "verschwendet" auf ihre alten Fälle einzugehen. So kam man mit dem eigentlichen neuen Fall nicht so wirklich zu Rande.

Alles in allem aber wieder flaviantastisch :D