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Samstag, 12. April 2014

Kai Meyer - Phantasmen (+ VIDEOREZI)

Klappentext:
Eines Tages tauchten sie aus dem Nichts auf - die Geister der Toten. Millionen auf der ganzen Welt, und stündlich werden es mehr. Sie stehen da, bewegungslos, leuchtend, ungefährlich. An der Absturzstelle eines Flugzeugs, mitten in Europas einziger Wüste, warten zwei junge Frauen auf die Geister ihrer verunglückten Eltern. Rain hofft, die Begegnung wird ihrer jüngeren Schwester Emma helfen, Abschied zu nehmen. Auch Tyler, ein schweigsamer Norweger, ist auf seinem Motorrad nach Spanien gekommen, um ein letztes Mal seine große Liebe Flavie zu sehen. Dann erscheinen die Geister. Doch diesmal lächeln sie. Und es ist ein böses Lächeln.

Verlag: Carlsen | Seiten: 400 | Preis: 19,90€ | Genre: Fantasy | Spielt in: Spanien, Tabernas Wüste | Erscheinungstermin: März 2014 | ISBN: 978-3551582928



Worum geht es:
Rain und Emma sind Geschwister und Waise. Vor drei Jahren starben ihre Eltern bei einem Flugzeugabsturz und ließen die beiden jungen Mädchen bei ihren Großeltern aufwachsen, doch die Sehnsucht nach den eigenen Eltern - die nie so viel Zeit für die eigenen Kinder hatten, wie für fremde Kinder - ist nach wie vor riesig. Also beschließen die Mädchen, die Geister ihrer Eltern zu "besuchen". Denn seit einiger Zeit, de, sogenannten Tag Null, tauchen überall auf der Welt Geister von Verstorbenen auf. Geister, die optisch genau ihrer lebendigen Version entsprechen, aber strahlend hell leuchten und die Welt in Geisterlicht tauchen. Sie erscheinen an dem Ort an dem sie ums Leben kommen, bleiben da und werden täglich mehr. Mit jedem Tag der ab Tag Null vergeht, tauchen mehr Geister aus der Geschichte auf - doch bis auf ihr strahlend helles Licht beeinflussen sie das Leben der Menschen mittlerweile nicht mehr.
Doch als Rain und Emma am Unglücksort ankommen, um sich von ihren Eltern zu verabschieden ändert sich etwas: Die Geister lächeln. Ein böses Lächeln, das für jeden um sie herum ins Verderben führt...

Meine Meinung:
Kai Meyer ist meiner Meinung nach definitiv einer der Vorzeigeautoren, wenn man sich auf dem deutschen Buchmarkt umschaut. Mich konnte er bisher mit allen seinen Büchern überzeugen, die ich von ihm gelesen habe, und umso gespannter war ich deshalb nun auf sein neues Buch. Der Klappentext hat mich unglaublich stark angesprochen: Geister sind in ihrer "Art" einfach so vielschichtig, und bieten so viel Raum für tolle Geschichten jeder Art und Weise, dass ich mir sicher war, es würde mich zu 100% gefallen. 
Die ersten 250 Seiten etwa habe ich auch tatsächlich verschlungen. Jede freie Minute habe ich zum Lesen genutzt, und war vollkommen gefangen in der Geschichte. Denn eins muss man zugeben: Schreiben kann Kai Meyer wie kaum ein zweiter. Innerhalb von wenigen Seiten steckt man komplett in der Geschichte fest, und merkt dabei nicht einmal wie die Zeit verfliegt. Es entstehen Bilder und Szenerien im Kopf und zeitgleich wurde die Geschichte von Seite zu Seite spannender.
Doch plötzlich schlug es um. Ab gut der Hälfte des Buches war ich auf einmal irritiert. Die Story nimmt von da an eine wirklich merkwürdige Wendung, wird komplett anders als das bisherige und dabei aber leider nicht besser. Es passiert viel zu viel, davon viel zu viel unrealistisches - selbst für ein Geisterbuch. Die Protagonisten er- und überleben die unmöglichsten Situationen, es tauchen Tiere auf, die einfach nur lächerlich in die Geschichte hineingefügt wirken und es entsteht eine zarte Liebesgeschichte, die für mich absolut nicht nachvollziehbar war.
Am schlimmsten aber ist das Ende des Buches. Happy End in seiner äußersten Form, ohne jegliche Erklärung wie, warum und auch total unpassend zur bisherigen Geschichte.
Daher kann ich dem Buch nur knappe 4 Sterne geben. Es ist mit Sicherheit nicht seine beste Geschichte, und wenn man bisher noch kein anderes Buch von ihm gelesen hat, sollte dieses hier nicht das einzige bleiben. Dennoch ist die Geschichte natürlich nicht schlecht, nur eben nicht so besonders gut. Sie geht toll los, ist durchgehend spannend, aber wird nicht mein neuer Liebling werden.






Samstag, 30. November 2013

Anne Funk - Ein Jahr auf Ibiza

Klappentext:
Anne Funk beginnt eine verhängnisvolle Affäre. Wie man in Sachen Liebe Schluss macht, eine Freundschaft beendet, von falschen Idealen ablässt- das alles hatte sie bis dato in ihrer Lebenskarriere gelernt. Aber so kurz vor der 30 will sie von einem anderen Alltag kosten. Ein Jahr auf Ibiza- quasi als Tapas, die ihr wieder Appetit auf das Menü ihres Lebens machen sollen.

Verlag: Herder | Preis: 12,99€ | Seiten: 192 | Genre: Biographie, Reisen, Sachbuch | Spielt in: Spanien, Balearen, Ibiza | Erscheinungstermin: September 2013 | ISBN: 978-3451062360

Erster Satz:
"Anne Funk macht Tabula Rasa!"


Worum geht es:
Anne Funk hat einen Plan: Noch einmal rauskommen, etwas neues machen, das Gefühl von Freiheit spüren und das alles bevor sie 30 wird. Also entschließt sie sich ein ganzes Jahr nach Ibiza zu ziehen, auf die Insel in die sie sich in vorherigen Urlauben unsterblich verliebt hat, und auf der sie tolle Bekannte hat, die ihr den Einstieg erleichtern möchten. Doch ungünstigerweise verlor sie ihr Herz in der Vergangenheit nicht nur an Ibiza, sondern auch an einen Mann nur wenige Wochen vor ihrem Umzug.
Auf der Insel angekommen, kommt sie bei einem älteren Ehepaar unter, in derem Yoga- Hotel sie mithilft und lernt schnell wie schön aber auch wie schwierig das Leben in der Ferne, weit weg von den Liebsten sein kann..

Meine Meinung:
Überraschenderweise war dieses Buch aus der "Ein Jahr in..." - Reihe bisher eines der schönsten Bücher für mich. Ich habe das Lesen jetzt eine ganze Weile vor mir hergeschoben, denn Ibiza war noch nie eine Insel die mich sonderlich interessiert hätte, oder die mich für einen Urlaub gereizt hätte. Ich hatte einfach immer nur die betrunkenen Möchtegern- Stars und Sternchen und das partywütige "Fußvolk" vor Augen, und somit hielt sich mein Bestreben, die Insel selbst zu entdecken eher in Grenzen. 
Außerdem haben wir November, also temperatur- und jahreszeitentechnisch auch nicht die Zeit, in der ich Bücher von warmen Mittelmeerinseln lese - und dennoch, trotz all dieser Vorbehalte hat mir das Buch unglaublich gut gefallen.
Das liegt mit ganz großer Sicherheit an dem tollen Schreibstil von Anne Funk, der einem gar nichts anderes übrig lässt als sofort die ganze Insel entdecken zu wollen, und einem die Insel sehr nah bringt. Der Schreibstil ist locker, lustig und gleichzeitig überraschend spannend für so ein Sachbuch. 
Besonders gefallen hat mir aber, wie es der Autorin gelingt "Reisetipps", sehenswerte Orte und Gelegenheiten und ihr Privatleben zu verknüpfen. Zu keinem Zeitpunkt war ich genervt von ihrer Liebesgeschichte zu ihrem deutschen Freund oder eben ihrer Liebesgeschichte zu der Insel. Beides ging fließend ineinander über und hat das Buch zu einem richtigen Highlight der Reihe gemacht. Und macht Lust darauf jetzt Ibiza doch mal eine Chance zu geben.



Freitag, 8. Juni 2012

[Rezension] Mathias Malzieu - Die Mechanik des Herzens

Klappentext:
Ein Märchen für Erwachsene – über die Liebe
Am 16. April 1874 hat eine unnatürliche Kälte Edinburgh fest im Griff. Es ist der Tag, an dem ich auf die Welt komme. Das Erste, was ich sehe, ist Doktor Madeleine – eine Hebamme mit einer besonderen Leidenschaft: Sie repariert Leute. Sie tastet meine winzige Brust ab und wirkt beunruhigt: »Sein Herz ist hart, ich fürchte, es ist gefroren.« Sie stöbert auf einem Regal herum und nimmt verschiedene Uhren zur Hand. Mit einem Ohr lauscht sie meinem defekten Herzen, mit dem anderen dem Ticken der Uhren. »Diese hier!«, ruft sie plötzlich freudig und streicht zärtlich über eine alte Kuckucksuhr. Madeleine setzt mir die Uhr vorsichtig ein und zieht sie auf. »Tick, tack«, macht die Uhr. »Bubumm«, antwortet mein Herz. Ticktack. Bubumm. Ticktack. Bubumm. Jeden Morgen muss jetzt meine Uhr aufgezogen werden, sonst hat endgültig mein letztes Stündlein geschlagen. Und noch etwas muss ich bedenken: ich darf mich niemals verlieben, sonst könnte mein Uhrwerk verrückt spielen. 

Verlag: carl's books | Format: Broschur | Preis: 12,99€ | Seiten: 192 | ISBN: 978-3570585085
Ihr könnt das Buch z.B. *hier* bei Amazon kaufen

 

Worum geht es:
Jack wird in der kältesten Nacht des Jahres geboren. So kalt, dass die Alten sterben, so kalt dass man auf der Stelle erfriert, so kalt, dass man noch lange davon sprechen wird. Seine Mutter wird Jack nie wieder sehen, denn als sie sah, dass sein Herz nicht schlägt, als ihm die alte Madelaine eine Kuckucksuhr als Herzen einsetzt und als sie hört dass sein Herzschlag "Tick Tack Bubumm" macht, verlässt sie ihn.
Sein Herz aus einer Uhr macht ihm zu etwas besonderen und erschwert doch sein Leben jeden Tag. Denn wenn er sich verliebt, wird sein Herz nicht mehr mithalten können. Jede Nacht flüstert ihm die alte Madelaine dieses Mantra ins Ohr, doch als er die kleine Sängerin, zerbrechlich wie ein Vögelchen, sieht beschließt er, seine Uhr aufs Spiel zu setzen.

Meine Meinung:
Das Buch ist ein absoluter Schatz, und kaum zu vergleichen mit anderen Büchern meines Regales. Es hat was von Tim Burton, von Kunst, von Magie, aber vor allem sprüht es vor literarischer Höchstleistung. Der Ausdruck, die Sprache, die Metaphern, alles in diesem Buch hat mich umgehauen, beeindruckt, gefesselt. Es liest sich weg. Es ist wunderschön. Eine Hommage an die Liebe, das Streben nach Glück und an den festen Glauben, dass alles gut werden kann.

Ich finde der eigentliche Inhalt sollte nicht so tief betrachtet werden, als dass man sich z.B. am Alter der beiden Kinder aufhängt, auch nicht an deren Handlung, sondern sich fallen lassen, in dieses Meisterwerk der Literatur! 



Sonntag, 11. Dezember 2011

Carlos Ruiz Zafon - Der Schatten des Windes

Klappentext:

Als der junge Daniel den geheimnisvollen "Friedhof der vergessenen Bücher" betritt, ahnt er nicht, dass sein Leben eine dramatische Wende nehmen wird. Der Schatten des Windes, das Buch, das er für sich auswählen darf, wird ihn nicht mehr loslassen. Immer mehr taucht Daniel in die faszinierende Handlung des Romans ein, und auch sein eigenes Leben scheint sich den Gesetzen dieser Geschichte zu unterwerfen...

Erschienen ist es im Inselverlag, hat 563 Seiten und kostet 9,95€
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen 

 

Dieses Buch ist so ziemlich eins der schönsten Bücher die ich in den letzten Monaten gelesen habe, und damit meine ich schön im emotionalen Sinne. Das Buch hat mich wahnsinnig berührt, in seinen Bann gezogen das ich dachte ich befände mich selbst im Barcelona der 50er Jahre und wäre ein Stiller Beobachter der hinter Daniel und seinem Freund Fermín herschleicht.

Also worum geht es:
Daniel ist der Sohn einen Buchhändlers und lebt im Barcelona der Franco-Ära, in einer Stadt die vom Bürgerkrieg gezeichnet ist. Noch als kleiner Junge nimmt ihn sein Vater eines morgens mit an einen magischen Ort, den Friedhof der vergessenen Bücher. Jeder Mensch der diesen Ort betritt hat eine Aufgabe: Suche dir ein Bucht, lese es, und behüte es! Daniels ist "Der Schatten des Windes" von Julian Carax. 
Von Stund an versucht Daniel weitere Werke von Carax zu finden, und merkt schnell das sich um ihn Geheimnisse und Dunkelheit ranken, und so beginnt der Junge ihm seine volle Aufmerksamkeit zu widmen um zu erfahren was aus Julian Carax wurde. Und schnell merkt er, das Julian und er mehr als nur dieses gelesene Buch verbindet.
Eine wirklich ganz ganz tolle Beschreibung des Inhaltes findet sich selbst im Buch, auf Seite 212:

"Also ist das eine, die von Büchern handelt."
"Von Büchern?"
"Von verfluchten Büchern, vom dem Mann, der sie geschrieben hat, von jemanden, der aus den Seiten eines Romans entwischt ist, um ihn zu verbrennen, von einem Verrat und einer verlorenen Freundschaft. Es ist eine Geschichte von Liebe, Hass und den Träumen, die im Schatten des Windes hausen."

Meine Meinung: 
Nach einem doch eher schleppenden Anfang war ich etwas verunsichert ob mir dieses Buch gefallen würde. Ich wusste zwar im Voraus, dass dies kein fesselnder Psychothriller ist, sondern ein Buch das das Herz ansprechen soll, aber spätestens nach 100 Seiten merkt man, dass einen die Geschichte gefangen hat, das man nicht mehr aufhören kann, und dass man den Punkt ab dem man unwiederbringlich drinnen steckt bereits überwunden hat. Literarisch und sprachlich ist Der Schatten des Windes auch traumhaft. Der Autor vermag es, Bilder in meinen Kopf zu zeichnen so dass ich das Gefühl hatte dort schon 100Mal gewesen zu sein, und mich mindestens genauso gut auszukennen wie Daniel. 

Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen, lehrt einen das Buch auch in gewisser Weise Dinge für wichtig zu nehmen, sich auf sein Gefühl zu verlassen und die die man liebt in Ehren zu halte.

Danke Herr Zafón für dieses Buch!
5 von 5 Sternen