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Donnerstag, 8. Mai 2014

Brigitte Riebe - Feuer und Glas, Die Verschwörung #2

Klappentext:
Schöner, magischer und gefährlicher kann die erste Liebe nicht sein!
Konstantinopel im Jahr 1509: Milla, das Mädchen, das über die Kräfte des Feuers gebietet, und Luca, der Junge, dessen Familie zu den Wasserleuten gehört, suchen in der sagenumwobenen Stadt am Bosporus Millas Vater Leandro. Doch als sie ihn endlich finden, kann er sich an nichts erinnern. Nicht an sein früheres Leben und nicht an Milla. Milla ahnt, dass sie selbst und ihre Liebe zu Luca in höchster Gefahr sind, wenn es ihr nicht gelingt, das dunkle Geheimnis um Leandro zu lüften…

Verlag: Heyne | Seiten: 384 | Preis: 16,99€ | Format: Harcover | Genre: Fantasy, Historischer Roman, Jugendbuch | Spielt in: Konstantinopel (heutiges Istanbul) | Erscheinungsdatum: April 2014 | ISBN: 978-3453267398



Worum geht es:
Noch immer konnten Milla, Luca und Co. nicht heraus finden, wo sich Leandro Cessi - der Feuerkopf von Murano und Millas Vater - befindet, und folgen nun ihrer heißesten Spur: Von Venedig nach Konstantinopel. Der Padishah soll ihn in seinem Palast gefangen halten, um ihm das Geheimnis der gläsernen Gondel der Wahrheit zu entlocken. Schon bald gelingt es Milla und Luca mit Hilfe von einheimischen Verbündeten in die Mauern des Palastes einzudringen - doch Leandro ist nicht mehr so, wie Milla ihn in ihrer Erinnerung hatte. Und auch das verbotene Zusammenspiel von ihren Feuer- und Lucas Wasserkräften scheint immer mehr aus dem Gleichgewicht zu geraten...

Meine Meinung:
Da ich von Band 1 nicht noch wahnsinnig stark überzeugt war, war ich nun umso gespannter auf das Erscheinen des zweiten Bandes. Denn schon oft habe ich es erlebt, dass Trilogien oder Reihen relativ mühselig beginnen, sich aber zu immer spannenderen Geschichten entwickeln.
Leider war mir die Geschichte des ersten Bandes nicht mehr vollkommen präsent, immerhin sind mittlerweile ZWEI Jahre verstrichen, seit der erste Teil erschien. In meinen Augen schon einmal ein völliges No-Go. Wenn sich Autoren schon dazu entschließen eine Geschichte so zu beenden, dass man den zweiten Teil lesen muss, und ihre Geschichten generell - des großen neuen Hypes wegen - aufteilen, dann erwarte ich als Leser einfach, nicht jahrelang auf eine Fortsetzung warten zu müssen. 
Und trotz dieser vergangenen Zeit, gab es im zweiten Buch nun auch keine weiteren Rückblenden. Ich hatte den Storyverlauf nicht mehr komplett im Kopf, und musste mir dann selbst aus Rezensionen zusammenstückeln, worum es noch einmal ganz genau ging. Sehr schade.
Leider konnte mich die Geschichte aber auch sonst nicht überzeugen: Sie bleibt fortlaufend absolut flach, langweilig und ohne Spannung, plätschert also nur vor sich hin, und spätestens ab Seite 20 kann man genau sagen, wie das Buch ausgehen wird.
Der fehlende Spannungsbogen mag zum einen daran liegen, dass in der Geschichte IMMER auf jede Aktion sofort eine Reaktion folgt, die furchtbar simpel und unglaubwürdig ist. Für jedes Problem wird innerhalb weniger Seiten eine Lösung gefunden, und natürlich kommen alle Beteiligten IMMER nahezu unversehrt aus der Sache raus. Mich hat das einfach nur extrem gestört und mir jegliche Lust am Lesen genommen.
Viel schlimmer habe ich aber noch die Sprache empfunden: Der Ausdruck und die Satzkonstruktionen erinnern mehr an eine Geschichte, die für 11-jährige geschrieben wurde, als an ein richtiges Jugendbuch. Genau wie die Handlung, ist auch die Sprache und der Ausdruck absolut flach und simpel.

Für mich ist das Buch leider eine totale Enttäuschung, auf die ich gut hätte verzichten können. Ich hab mich sehr auf diese Fortsetzung gefreut, aber überzeugt hat sie mich absolut nicht. Wer allerdings ein Buch für jüngere Jugendliche sucht, die gerne mal historische Orte "bereisen" möchten, sollte dem Buch eine Chance geben. 




Montag, 3. Juni 2013

[Rezension] Robert Harris - Pompeji

Klappentext:
Pompeji, 79 n. Chr., reichste Stadt der römischen Weltmacht, Oase der Schönen und Mächtigen: Der junge Wasserbaumeister Attilius kommt einer skrupellosen Verschwörung auf die Spur, doch seine Nachforschungen werden überschattet von den unheimlichen Vorzeichen einer drohenden Apokalypse.  

Verlag: Heyne | Seiten: 384 | Preis: 8,95€ | Genre: Historischer Roman | Spielt in: Italien, Pompeji | Erscheinungstermin: März 2009 | Originaltitel: Pompeii | ISBN: 978-3453406957

Erster Satz:
"Sie verließen den Aquädukt zwei Stunden vor Sonnenaufgang und erklommen bei Mondschein die Berge oberhalb des Hafens - sechs Männer, einer hinter dem anderen, mit dem Wasserbaumeister an der Spitze."

 

Worum geht es:

Nach dem überraschenden und mysteriösen Verschwinden des letzten Aquarius von Misenum im Jahr 79 n.Chr. wird der junge Attilius, Sohne eines Aquarius, in die kleine Stadt nahe Pompeji gerufen. Die Menschen vor Ort trauen dem jungen Mann jedoch nicht über den Weg, und tagtäglich werden ihm Zweifel an seinem Können entgegen gebracht. 
Die Situation verschlechtert sich für ihn, als das Unfassbare geschieht: Das Wasser bleibt aus. Der Aquädukt bleibt trocken, und um die wenigen verbleibenden Wassermengen entstehen "Straßenkämpfe" unter den Bürgern. Attilius ist ratlos, und macht sich auf den Weg nach Pompeji, um den Aquädukt entlang den Vesuv hoch zu folgen: Die Erkenntnis trifft ihn wie ein Schlag. Kann es sein, dass der Vulkan tatsächlich kurz vorm Ausbruch steht und das Wasserproblem das kleinere Übel ist?!

Meine Meinung:

Da ich selber Geschichte studiere, interessiert mich dieses Thema natürlich sehr. Der Ausbruch des Vesuvs hat so viele bahnbrechende Erkenntnisse über das Leben der Antike geliefert, hat Einblicke in das alltägliche Leben der Bewohner von Pompeji ermöglicht, dass es eigentlich fast schon verwerflich ist, wie wenig man doch darüber liest und hört. 
Umso begeisterter war ich von der Idee, dieses Naturereignis in einem historischen Roman festzuhalten. 
Die handelnden Personen gefallen mir auch wirklich gut. Sie sind schön ausgearbeitet, vielschichtig und fügen sich gut in die Handlung der Geschichte ein - über die historische Wirklichkeit lässt sich allerdings streiten. 
Besonders gefallen hat mir einfach, wie die Katastrophe langsam näher rückt, ohne dass sich die Bewohner beeindrucken lassen. Wir als Leser wissen natürlich von Anfang an um das Ende, doch die Bewohner sind ahnungslos und verharren in ihrem Glauben an die Götter, dass es schon gut gehen wird. 
Die Geschichte bleibt dabei auch kontinuierlich spannend, hat die eine oder andere ungeahnte Wendung und verarbeitet die Tatsachen auf sehr sehr anschauliche Weise. Allerdings verliert sich diese Spannung im letzten Viertel des Buches total, und zieht sich wie Kaugummi bis zum Finale. 

Alles in allem hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Dennoch denke ich, dass es einfach nicht "Massentauglich" ist. Zu wenig Nebenhandlung die dem Buch das gewisse Etwas geben würde, und eine große Leserschaft ansprechen könnte. Trotzdem, für alle Interessierten an der Antike, ist das eine absolut empfehlendwerte Geschichte.

 

Montag, 8. April 2013

[Rezension] Richard Mason - Die geheimen Talente des Piet Barol

Klappentext:
Piet Barol kommt 1907 als Hauslehrer nach Amsterdam. Mittellos, aber gesegnet mit außergewöhnlich gutem Aussehen, scharfem Verstand und unwiderstehlichem Charme erobert er die Familie des reichen Hoteliers Vermeulen-Sickerts im Sturm. Vor allem Jacobina, die Frau des Hausherrn, entdeckt schon bald Piets Talente der besonderen Art. Sein eigentliches Ziel aber ist es, in Amerika sein Glück zu machen – und das stellt den ehrgeizigen jungen Mann vor manche unerwartete Herausforderung.

Verlag: C. Bertelsmann | Format: Hardcover | Preis: 19,99€ | Seiten: 320 | Genre: Schicksal, Erotik, Historischer Roman | Spielt in: Niederlande, Amsterdam | Originaltitel: History Of A Pleasure Seeker | Erscheinungstermin: März 2013 | ISBN: 978-3570101360

Erster Satz:
"Die Abendteuer seiner Jugend hatten Piet Barol gelehrt, dass es die meisten Frauen und viele Männer ihn über die Maßen attraktiv fanden."




Worum geht es:

Aus der Leidener Provinz wagt Piet Barol den Schritt in sein eigenes Leben. Gesegnet mit einem guten Empfehlungsschreiben, passablen Musik- und Sprachkenntnissen und einem umwerfenden Aussehen, bewirbt er sich mit großen Hoffnungen auf eine Hauslehrerstelle bei der in Amsterdam hoch geschätzten und schwerreichen Familie Vermeulen-Sickerts. Mit der richtigen Portion Charme und Dreistigkeit kann er den Job schnell ergattern, und genießt ein Leben voller Luxus- trotz seiner eigentlichen Angestellenstellung. Zu verdanken hat er das der Hausherrin, Jacobina, die schnell großen Gefallen an dem jungen Mann findet.
Doch Piets Pläne sind andere. Er will nicht in Amsterdam versauern. Sein Ziel ist es, die Welt zu entdecken.


Meine Meinung:

Um ehrlich zu sein, bin ich nicht sehr neutral an das Buch heran gegangen. Angezogen von dem schönen Cover und dem einigermaßen interessant klingenden Rückentext, habe ich eher eine seichte, mittelmäßige Lektüre erwartet, die sich schnell lesen lässt, die man aber ebenso schnell wieder vergisst.
Doch dank des unglaublich schönen Schreibstils, der plätschernden Sprache und der Ausgestaltung der Szenen, Menschen und Orte war ich schnell gefangen in der Welt von Piet Barol im anfangenden 20. Jahrhundert. Dank dieser bildhaften aber nicht zu ausschmückenden Sprache, sieht man sich bald selbst als stillen Beobachter, in den Zigarrenrauch verhangenen Räumen der Oberschicht von Amsterdam, umgeben von Luxus und Anstand. 

Allerdings fängt Piet sehr schnell an, die Familie "aufzumischen". Und trotz der dezenten Hinweise im Klappentext, habe ich nicht mit den erotischen Elementen des Buches gerechnet. Piet ist ein Womanizer, der es versteht, die Frauen mit seinem tollen Aussehen und seiner charmanten Art zu beeindrucken - und ich wäre ihm sicherlich auch verfallen - und zeigt vor allem schnell großes Interesse an der Frau seines Hausherren. Die erotischen Momente zwischen ihnen sind schon sehr heiß, aber in keinster Weise ordinär oder unangebracht. Viel eher unterstreichen sie noch die Glaubhaftigkeit von Piet in seiner Rolle als heimlicher Liebhaber. 

Auch sonst lässt die Spannung nicht zu wünschen übrig. Natürlich ist es kein Actiongeladener Psychothriller, aber dennoch kam bei mir zu keiner Zeit Langeweile auf. Mir großem Interesse hab ich den Werdegang von Piet verfolgt, und war immer ein bisschen neidisch, nicht selbst an den Schauplätzen dabei sein zu können. Es liegt während des ganzen Lesens ein ganz besonderer Zauber in der Luft, der mich wieder daran erinnert hat, wieso ich mich so gerne von historischen Romanen gefangen lassen nehme.



Dienstag, 30. Oktober 2012

[Rezension] Julia Franck - Die Mittagsfrau

Klappentext:
Eine idyllische Kindheit in der Lausitz am Vorabend des ersten Weltkriegs, das Berlin der goldenen Zwanziger, die große Liebe: So könnte das Glück klingen, denkt Helene. Aber steht ihr die Welt wirklich offen? Helene glaubt unerschütterlich daran, folgt ihren Träumen und lebt ihre Gefühle - auch gegen die Konventionen einer zunehmend unerbittlichen Zeit. Dann folgt der zweite große Krieg, Hoffnungen, Einsamkeit - und die Erkenntnis, dass alles verloren gehen kann. Julia Franck erzählt in ihrem großen neuen Roman ein Leben, das in die Mühlen eines furchtbaren Jahrhunderts gerät, und die Geschichte einer faszinierenden Frau.

Verlag: Fischer | Seiten: 432 | Format: Hardcover | Preis: 19,95€ | Genre: Historischer Roman, Drama | ISBN: 978-3100226006

Erster Satz: 
"Auf dem Fensterbrett stand eine Möwe, sie schrie, es klang, als habe sie die Ostsee im Hals, hoch, die Schaumkronen ihrer Wellen, spitz, die Farbe des Himmels, ihr Ruf verhallte über dem Königsplatz, still war es da, wo jetzt das Theater in Trümmern lag."

 

Worum geht es:

Einen Zug von Stettin nach Berlin zu erwischen, ist schwer, fast unmöglich. Doch nach Wochen des erfolglosen Hoffens, gelingt es Alice sich und ihren Sohn in den Zug zu bringen. Umgestiegen werden muss nach einiger Zeit, an einem Bahnhof, doch an eben diesem verschwindet Alice, und Peter bleibt alleine zurück.
30 Jahre zuvor wachsen in einem kleinen Haus in Bautzen die Schwestern Helene und Martha auf. Der Vater ist im Krieg, die Mutter psychisch krank und eigentlich nur eine Belastung für die jungen Mädchen. Doch als sie von ihrer bis dato unbekannten Tante Fanny eingeladen werden, ihr Leben in Berlin fortzuführen, in einem eleganten, großen Haus, mit der Möglichkeit als Krankenschwestern zu arbeiten, besteigen sie den nächsten Zug, und lassen Bautzen hinter sich.


Meine Meinung:

Über die Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg findet man ja Bücher wie Sand am Meer. Dies sind meistens die Opfer, seltener die Täter, die die Protagonisten in den Romanen sind, oft mit einem schier unvorstellbaren Schicksal, oder Erfahrungen die wir uns gar nicht vorstellen können.
Davon weicht dieser Roman auf jeden Fall ab. Helene und Alice leben ein Leben, wie es wohl viele zu dieser Zeit gabe, zwischen Zuversicht, Hoffnung und dem puren Kampf ums Überleben. Eben ein "ganz normales Schicksal". In vielen Rezensionen wurde aber genau dies dem Buch vorgeworfen, dass es eben nur ein ziemlich geläufiges Leben schildere. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich sehr erschüttert bin, über Aussagen wie diese. 

Mal davon abgesehen, dass das Buch fiktional ist, finde ich es einfach unverschämt so sagen, ein Leben dass nicht von Grausamkeiten sondergleichen geprägt ist, sei nicht erzählenswert, oder gar langweilig. Dabei möchte ich aber zustimmen, dass es zeitweise eine Aneinanderreihung von Belanglosigkeiten ist, die der Spannung und dem Lesefluss nicht wirklich zuträglich sind. Dennoch hat es mich gefesselt, zu erfahren wie die Alice und Helene ihr Leben meistern, wie ihnen immer wieder Steine in den Weg gelegt werden, wie sie handeln.

Was mich jedoch viel mehr gestört hat, war das quasi nicht Vorhandensein von Emotionen in diesem Buch. Einzig bei Peter hatte ich das Gefühl, dass er überhaupt etwas fühlen kann. Helene, Martha und Leontine sind so unsympathische Personen, so rational und kalt, dass es nicht mehr nach Abwehrmechanismus aussieht, diese Zeit zu überstehen, sondern einfach von der Autorin konstruiert wirkt.

Auch der Schreibstil ist nicht wirklich gängig. Alleine wenn man sich den ersten Satz durchliest, erkennt man, dass es Frau Franck offensichtlich gefällt, einen Satz so zu verschachteln, dass man am Ende des Satzes, nicht mehr weiß, wie er begonnen hat. Anführungszeichen bei wörtlicher Rede sucht man eben so vergebens, wie manch grammtikalische Regeln. 

Fazit: Es ist ein Buch, das spaltet, dass zeigt ob man tatsächlich nur an Gräueltaten interessiert ist, oder sich auch mit den alltäglichen Sorgen dieser Zeit befassen kann und will. Es ist kein spannungsgeladenes Buch, aber definitiv faszinierend.




Montag, 8. Oktober 2012

[Rezension] Susanne Jarosch - Der Blutschwur

Klappentext:
in Dorf nach dem anderen wird von fremdländischen Eindringlingen überfallen. Als auch König Onno stirbt, übernimmt Heerführer Hagen die Geschicke des Landes. Er erinnert sich an die Prophezeiungen einer alten Frau, die des Königs Tod schon vor vielen Jahren vorhergesagt hatte. Zwei Kinder, die kurz vor König Onnos Ableben geboren werden, würden dem Volk helfen und es von der Tyrannei befreien. Die Worte der alten Frau geraten in Vergessenheit, eines Tages aber machen sich zwei junge Männer zur Festung jenseits der Berge auf. Ihr Dorf ist von den Überfällen der Fremden verschont geblieben, und die beiden seelenverwandten Freunde haben geschworen, gegen die Tyrannen zu kämpfen. Aber wird es gelingen, aus dem Hitzkopf Ragnar einen Krieger zu machen, der das unterdrückte Volk erlösen kann?

Verlag: Frieling | Format: Taschenbuch | Preis: 13,95€ | Seiten: 224 | Genre: Fantasy, Historischer Roman | ISBN: 978-3828027541
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen oder unter http://www.frieling.de/

Der erste Satz:
"Wer seid ihr?"

 

Worum geht es:

Im ganzen Land herrscht große Not, seit vor 19 Jahren König Onno im Kampf fiel. Seitdem ist das Land nicht nur ohne Thronfolger, sondern wird zudem auch von dem bösen Herrscher Harm bedroht, dessen Versteck bis jetzt nicht gefunden werden konnte. Doch weiterhin überfallen seine Krieger Dörfer und töten deren Bewohner oder versklaven sie. 
Die einzige Rettung die noch bestehen könnte, ist nur einem einzigen Menschen bekannt: Hagen. Der einstige engste Vertraute des Königs erinnert sich an die Prophezeiung einer Hexe, die besagt dass in der Nacht des Todes von König Onno zwei Kinder geboren werden würden, die besondere Fähigkeiten haben, und als einzige dem Land den Frieden zurück geben können.


Meine Meinung:

Nachdem ich auf Amazon bisher nur äußerst positive Rezensionen gelesen hatte war ich sehr gespannt auf dieses kleine Büchlein. Denn manchmal habe ich einfach das Bedürfnis auch Abseits des Mainstreams zu lesen, und bisher unbekanntere Autoren zu entdecken. Die Geschichte von Susanne Jarosch erschien mir viel versprechend, denn ich lese ja unheimlich gerne historische Romane und habe dabei auch nichts gegen fantastische Elemente einzuwenden.

Jedoch war mir schon nach wenigen Seiten klar, dass das Buch und ich keine besonders engen Freunde werden würden. Der Schreibstil ist, mild ausgedrückt, nicht zu ertragen. Ich weiß nicht einmal mehr, wann ich das letzte Mal einen Roman gelesen habe, indem ich mich so sehr an der Sprache gestört habe. Ich hatte nicht das Gefühl einen Roman zu lesen, der nach seiner Rohfassung noch einmal gelesen wurde um ihn sprachlich und stylistisch etwas aufzupeppen. Stattdessen kam es mir eher vor wie ein Schulaufsatz. Es fehlen einfach jegliche sprachliche Mittel, außer Wiederholungen, die findet man erschreckend oft. Die Wortwahl ist plump und so unansprechend, dass ich mich regelrecht dazu zwingen musste, weiterzulesen. 
An manch einer Stelle, die mich sonst wahrscheinlich zu Tränen gerührt hätte, bin ich völlig teilnahmslos geblieben, weil es lächerlich beschrieben war.

Dabei möchte ich anmerken, dass mir dir Idee, wenn auch nichts neues, prinzipiell sehr gut gefiel. In ihr steckt viel Potenzial, die Umsetzung ist meiner Meinung nach aber völlig gegen den Baum gelaufen. 
Die Handlung ist schon gerade zu absurd unrealistisch und nimmt jeder Situation ihre Spannung. Denn natürlich besiegt jedes noch so kleine Herr ein Übermächtiges. Natürlich wird dabei auch quasi niemand verletzt, und die die doch verletzt werden, genesen wie durch Zauberhand. Jeder hat jeden lieb, jede Situation wird sofort entschärft ehe sie brenzlig werden könnte, und alles nimmt ein Happy Ende. Dass die Charaktere dabei auch noch unausstehlich höflich zu einander sind, super realistisch auch für die Zeit des Mittelalters, trägt der Sache nicht gerade gutes bei.

Fazit: Aus der Geschichte hätte so viel mehr gemacht werden können, aber die Sprache und vor allem die Konsequenzen der Handlungen der Charaktere ruinieren die Idee hinter dem Buch völlig. 



Freitag, 7. September 2012

[Rezension] Roman Rausch - Die Kinderhexe

Klappentext:
Hexen müssen brennen – und wenn es Kinder sind. Würzburg zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges: Grausam wütet der Hexenwahn, die Scheiterhaufen lodern höher als je zuvor. Als auch die alte Hebamme Babette sterben muss, schwört ihr Pflegekind Kathi Rache. Zusammen mit einer Freundin gibt sie an, auf einem Hexensabbat Bürger der Stadt gesehen zu haben. Die Nachricht vom Hexenflug der Mädchen verbreitet sich wie ein Lauffeuer, und bald kann niemand mehr seiner Haut sicher sein. Immer mehr Männer und Frauen fallen den tödlichen Bezichtigungen zum Opfer. Und am Ende sehen sich auch die Kinder selbst vom Feuertod bedroht …

Verlag: rororo | Seiten: 384 | Format: Taschenbuch | Preis: 8,99€ | Genre: Historischer Roman | ISBN: 978-3499257100
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen.


Worum geht es:
  
Im eigentlich beschaulichen Würzburg geht der Teufel um. Schon Generationen von Hexenjägern versuchten in der Stadt den Untaten der Hexen und Zauberer zu Leibe zu rücken, und so brennen bei den häufigen Brandtagen die Scheiterhaufen und die Folterknechte haben alle Hände voll zu tun. Doch wegen eines Zufalls und den anschließenden Beschuldigungen durch die Stadtbewohner landet auch die alte Amme Babette in den Fängen der Folterer und wird getötet. Kathi, eines der vielen Kinder von Babette, erlebt den Tod der alten Frau hautnah mit, und schwört sich Rache an den vermeintlichen Zeugen zu nehmen. Also erfindet sie eine Geschichte, nach welcher sie die Amme und der Teufel im Beisein vieler Stadtbewohner, entführt haben soll. Immer mehr Kinder wollen dabei gewesen sein, und so gibt es keinen Grund für die Hexenjäger an der Geschichte zu zweifeln, und lassen immer mehr Bewohner in die Kerker werfen.


Meine Meinung:

Die Hexenverfolgung und die ganze Thematik rund um Folter und das Mittelalter interessiert mich sehr und daher lese ich immer wieder gerne Romane aus dieser Zeit. Allerdings ist es mir, immerhin studiere ich auch Geschichte, schon sehr wichtig, dass die Handlung zumindest zu großen Teilen realitätsnah ist. Und so wie die Geschichte hier geschildert wird, ist es sehr unwahrscheinlich dass es so hätte passieren können.
Allein dafür habe ich schon einen Stern abgezogen.

Ansonsten ist die Geschichte aber wirklich spannend und absolut lesenswert. Man ist sehr schnell in der Handlung drinnen, was zum einen an der liebevoll und detailierten Beschreibung der Umstände liegt, zum anderen aber an Kathi, die ich als sehr zugänglichen Charakter empfinde. Auch wenn sie meiner Meinung nach für eine 10jährige ziemlich untypisch handelt und reagiert. 

Viel möchte ich hier jetzt gar nicht schreiben, denn vieles von meiner Meinung über das Buch würde zu viel vom Inhalt vorweg nehmen. Man sollte jedoch, wenn man das Buch liest, vielleicht nicht allzu sehr zart beseitet sein, und sich darüber im Klaren sein, dass es um Folter geht und diese dann natürlich auch beschrieben wird. Alles andere wäre auch nicht denkbar.

Was die anderen Personen, außer Kathi, angeht, bleibt der Autor aber sehr wage, und lässt die Figuren doch sehr einseitig. Es gibt dann also die Guten, die Bösen und die Durchtriebenen, eben ein reines Schwarz und Weiß.  Ganz besonders deutlich wird das am Ende des Buches. Das Ende ist generell ziemlich unnötig- zu viel Inhalt auf die letzten paar Seiten zu packen, kann eben auch nach hinten losgehen.



Sonntag, 22. Juli 2012

[Rezension] Simona Ahrnstedt - Ein ungezähmtes Mädchen

Klappentext:
Im Dezember 1880 begegnen sie sich zum ersten Mal: Beatrice Löwenström, die nach dem Tod ihrer Eltern das biedere Heim des Onkels kaum verlassen hat, und der so wohlhabende wie charismatische Seth Hammerstaal werden einander in der Stockholmer Oper vorgestellt – zwischen ihnen knistert es auf Anhieb. Danach kreuzen sich ihre Wege immer wieder: auf Bällen, Jagdaus ügen und Landpartien. Bald erkennt Beatrice, dass sie und Seth mehr verbindet als bloße Leidenschaft. Dabei ahnt sie nicht, dass ihr Onkel sie längst dem hartherzigen Grafen Rosenschöld versprochen hat und dass dem jedes Mittel recht ist, seine Ansprüche an sie geltend zu machen und den rothaarigen Wirbelwind zu zähmen …

Verlag: Wunderlich | Preis: 19,95€ | Seiten: 528 | Format: Hardcover | Genre: Historischer Roman, Liebe | ISBN: 978-3805250283
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Worum geht es:
Schon oft hatte Beatrice Schwierigkeiten wegen ihres eigenen Willens. Doch aufgewachsen in einem liebeden Elternhaus, in dem die Frau nicht unter dem Mann stehen muss, hat sie große Probleme sich im strengen und von Seximus geprägten Haushalt ihres Onkels anzupassen, dem sie zu wieder ist. Doch auf während einer Oper wird der berühmt-berüchtigte Junggeselle Seth, der vor allem auch durch seine wechselnden Liebschaften von sich reden macht, aufmerksam auf das rothaarige unkonventionelle Mädchen. 
Gegen jede Vernunft fühlt er sich zu ihr hingezogen, gelangweilt von den Frauen die das untergeordnete Frauenbild vertreten und fasziniert von dem ungezähmten Charakter des Mädchens.
Auch Beatrice ist hingerissen von Seth und riskiert damit ihren eigenen Ruf und das Ansehen ihrer Ziehfamilie. Doch ihr Onkel hat andere Pläne für Beatrice als eine glückliche Zukunft.

Meine Meinung:
Nie im Leben hätte ich gedacht, dass mir dieses Buch so gut gefallen könnte wie es jetzt getan hat. Historische Romane interessieren mich vor allem dann, wenn sie im Mittelalter spielen, und da ich schon keine Liebesfilme mag, war ich zwarinteressiert aber auch sicher, dass es mich nicht vom Hocker wird reißen können. Oh wie falsch ich doch gelegen habe! Nach nicht einmal 50 Seiten war ich gefangen in einer Gesellschaft im alten Schweden, die zwar den Schein waren kann, hinter deren Kulissen es jedoch auch ziemlich desillusionierend zugehen kann. Der Glanz und Gloria bestimmen das Leben um Beatrice herum, doch nicht ihr eigenes. Beatrice fällt zur Last, mit ihren Ansichten, ihrem Wesen, ihrem Hintergrund. Und selten war mir eine Protagonisten so durch und durch sympathisch. Generell war die ganze Situation in der sie sich befand ebenso verzweifelt wie wunderschön, denn das was sie mit Seth erlebt, ist Liebe.

Ich wurde durch das Buch getragen, habe mitgelitten, mitgelacht und mitgeweint. Grund dafür war auch der fabelhafte Schreibstil. Es war, als stünde ich in der Szenerie, verborgen in einem edlen Kleid, als stille Beobachterin.

Jetzt stellt sich die Frage, warum dann nur 4 Sterne, wenn ich doch so hingerissen war. Naja, es ist eben doch auch so, wie man es erwarten kann, voller Herzschmerz und absolut vorhersehbar. Natürlich weiß man schon nach wenigen Seiten, wie das Buch ausgehen wird, und dieses seitenlange Leiden, war an manchen Stellen doch zu viel. 100 Seite weniger hätten dem Buch, besonders in der ersten Hälfte, nicht geschadet, da es ein ziemliches Hin und Her war, das nur deshalb nicht beendet wurde, weil immer dann wenn die beiden miteinander reden wollten, irgendwas katastrophales passiert. Und für diese ganzen Hindernisse, ging mir das Buch dann doch viiiel zu aalglatt aus.



Mittwoch, 30. Mai 2012

[Rezension] Natasha Solomons - Als die Liebe zu Elise kam

Klappentext:
Du kannst mehr als nur ein Leben leben. Im Frühling des Jahres 1938 kommt Elise Landau nach Tyneford House, einem Anwesen an der Südküste Englands. Die junge Jüdin aus wohlhabender Familie erwartet hier eine Anstellung als Hausmädchen. Eltern und Schwester musste sie in Wien zurücklassen. Über England weiß Elise nichts – nur, dass es ihr dort nicht gefallen wird. Doch tapfer poliert sie Silber und serviert Drinks, mit der Perlenkette ihrer Mutter unter der Schürze. Einziger Lichtblick: Kit, der Sohn des Hausherrn. Mit ihm erlebt sie ihre erste zarte Liebe – eine Liebe gegen die Konventionen. Dann erreicht der Krieg das beschauliche Dorset und beschwört Ereignisse herauf, die Tyneford House und seine Bewohner für immer verändern. Elise erkennt, dass sie keine andere Wahl hat, als ihr altes Leben komplett hinter sich zu lassen ...

Verlag: Kindler | Seiten: 512 | Preis: 19,99€ | Format: Gebunden | Genre: Familiendrama; historischer Roman; Liebe | ISBN: 978-3463405797
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Worum geht es:
Zwar sieht Elise nicht so wunderschön aus wie ihre Schwester Margot, und singt auch nicht so toll wie Anna, ihre Mutter, aber im Prinzip ist sie schon sehr glücklich in ihrem großzügigen Zuhause in Wien, umgeben von ihren Liebsten. Doch der Krieg steht vor der Tür, und sie als Jüdin könnte davon betroffen werden. Um dem eventuellen Schlamassel zu entkommen, beschließen Elises Eltern in die USA zu gehen, und Elise, sobald ihr Visum da ist, nachzuholen. Solange soll sie als Haushaltshilfe in einem englischen Herrenhaus dienen, und dann in Kürze nachkommen.
Doch Elises Eltern bekommen kein Visa.
Zudem verliebt sie sich in den Sohn ihres Hausherren, Kit. Doch ihr Verliebtsein steht unter einem schlechten Stern.. Als jüdische Putzfrau in den Zeiten des Krieges im kleinen englischen Tyneford.

Meine Meinung:
Um es kurz zu machen: Ich habe gehofft, gelacht, geweint, Elise verflucht, Kit verflucht, Elise geliebt, mit ihr mitgefiebert, für sie gehofft, um sie gehofft, die Landschaft genossen, ihr Leben genossen, ihr Leben verabscheut. 
Im Prinzip deckt dieses Buch jedes Gefühl ab, das man nur haben kann. Die Geschichte hat mich auch ohne tränenziehende Litanei tief berührt und bewegt.
Der Krieg wird aus einer ganz anderen Perspektive dargestellt und vom Leser betrachtet, ohne dabei weniger schrecklich oder viel erträglicher zu sein. Elise geschieht so viel Unglück, und doch versucht sie immer das beste aus dem zu machen, was sie (noch) hat. Sie gibt sich nicht auf, sie glaubt an sich und an andere, und schafft es so, sich aus einer scheinbar ausweglose Situation in eine erträgliche zu kämpfen. Doch jedes Mal, wenn ihr ein klein wenig Glück vergönnt ist, holen die Schatten sie wieder ein.



Freitag, 25. Mai 2012

[Rezension] Brigitte Riebe - Feuer und Glas, der Pakt

Klappentext:
Venedig im Jahr 1509: Ein machtvolles Glasartefakt und die letzte Erinnerung an einen verschwundenen Vater … Eine uralte Fehde zweier verfeindeter Völker … Und ein Mädchen, das nicht ahnt, dass es den Schlüssel zur Rettung Venedigs in seinen Händen hält …
  
Verlag: Heyne | Format: Hardcover | Preis: 16,99€ | Seiten: 384 | Genre: Jugendbuch, Fantasy, Historischer Roman | empfohlenes Alter: 14-15 | ISBN: 978-3453267381
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Worum geht es:
Wasser- und Feuerleute befinden sich im Konflikt, doch nur das Zusammenspiel beider kann das bedrohte Venedig retten. Als Milla, das Feuermädchen, die Ratschläge ihrer Tante in den Wind schlägt, sich nicht mit den Wasserleuten, besonders nicht mit Luca, einzulassen, begeht sie einen großen Fehler. Doch auch die Feuerleute sind nicht alle das, was sie vorgeben zu sein. Un plötzlich befindet sich Milla zwischen den Fronten, zwischen Familie und erster Liebe, zwischen Feuer und Wasser, zwischen der Suche nach ihrem Vater und der Suche aller anderen nach ihrem Vater. Nur eines verbindet sie alle: Die Suche nach der gläsernen Gondel.

Meine Meinung:
Ich muss vorher sagen, dass ich das Buch ganz offensichtlich nicht verstanden habe, und daraus folgend gebe ich meine Rezension ab. Mein riesen großes Problem von Anfang an, war nämlich dass ich einfach nicht wusste in was für einer Geschichte ich mich befinde. In einem Fantasyroman, in dem Feuer- und Wasserleute auserwählte Menschen sind, die besondere Gaben besitzen oder in einem historischen Roman, in der sich die Leute eben nur Wasser- und Feuer zugehörig fühlen, orientiert an ihrer Berufswahl etc.? Ich konnte diese Frage bis zuletzt nicht beantworten, und mir war schlicht und einfach nicht klar, ob und wie sehr sich Milla dieser ihrer Gabe bewusst ist?
 Das hat mich schon ziemlich beim Lesen gestört und mir auch definitiv einiges an Interesse genommen. Vielleicht habe ich es nur überlesen, aber ohne diese Gewissheit hat es mir schlicht und einfach keinen Spaß gemacht.

Unabhängig davon finde ich das Buch für Jugendliche auch wirklich schön. Jedoch ist es meiner Meinung nach wirklich eher ein Buch für Jüngere (wozu ich mich jetzt mit 21 Jahren einfach auch nochmal zähle), und ist eine schöne Mischung als historischem Roman, irgendwie Fantasy und natürlich wieder viel Liebe auf den ersten Blick, ersten Küssen und ganz viel Verwirrung.

Die Szenerie Venedigs wird unheimlich schön beschrieben, und das Buch hat mich sehr neugierig gemacht, mir irgendwann die Stadt selbst anzusehen. Auch die Charaktere waren gut ausgearbeitet, nicht zu eindimensional und vorhersehbar und doch recht realistisch geschrieben. 
Milla hingegen finde ich eher flach, und Luca ist mir einfach viel zu unsympathisch beschrieben, als dass ich die Liebesgeschichte nachvollziehen könnte.

Was mir persönlich jetzt noch aufgefallen ist, bei sowas bin ich allerdings auch überempfindlich, ist der Ausdruck. Es werden meiner Meinung nach viel zu viele unhistorische Begriffe benutzt, Lebensumstände historisch schlecht dargestellt (beispielsweise war es Menschen der ärmeren Schichten, wie sie Milla und ihre Familie einfach sind, kaum möglich sich Wohnungen mit mehreren Zimmern zu leisten, in denen Kinder eigene Zimmer, geschweige denn Betten hatten- dieses Streben nach Privatsphäre war im Mittelalter noch gar nicht so intensiv vorhanden), bedingt ist das aber wahrscheinlich dadurch, dass es sich um ein Jugendbuch hält. Die Sprache ist schön flüssig, aber generell auch eher einfach.

Dienstag, 7. Februar 2012

Els Beerten - Als gäbe es einen Himmel

Klappentext:
Jef träumt davon, ein Held zu werden, am liebsten gemeinsam mit seinem besten Freund Ward. Seine Schwester Renée braucht keine Helden. Sie liebt Ward, sein betörendes Spiel auf dem Saxophon und seinen samtenen Blick. Aber es ist 1943. Mitten im Krieg. An der Ostfront wird ein knallharter Krieg gegen die Russen geführt. Die Deutschen erleiden große Verluste und brauchen dringend tapfere junge Männer, um ihnen zu helfen.
Für die Jungen eine Traumchance, ein Held zu werden. Für Volk und Vaterland. Für eine bessere Welt. Ward zieht lieber heute als morgen los. Aber nicht alle denken so.
Eine ergreifende Geschichte über Krieg in Zeiten der Liebe, und über die zerstörerischen Entscheidungen, zu dem ein Krieg die Menschen zwingt. 

Das Buch ist im Fischer FJB Verlag erschienen, hat 640 Seiten und kostet als Hardcover 19,95€ 
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen 

 

Worum geht es:

1947. Ward ist zurück gekehrt, doch alle im Dorf wissen. Das hätte er nicht tun sollen. Denn jetzt wird man ihm sicherlich die Todesstrafe geben. Hoffentlich werden sie das tun, denn Ward ist ein Verräter, ein schwarzer Soldat, der die Deutschen im Krieg unterstütze und Belgien verraten hat. Aber Ward hat sich selbst angezeigt. 

Jef hingegen ist der Held des Dorfes. Vor einigen Jahren wurde ihm eine Medaille verliehen, die das auch bestätigen kann: Für Tapferkeit und Mut sich gegen den Feind und für Belgien ggf. zu opfern. Das ganze Dorf verehrt Jef,ganz besonders aber sein kleiner Bruder Remi. Wie sollte er es auch anders wissen- noch ist er zu klein um die Wahrheit zu erfahren, zumindest sagen ihm das alle schon seit langen. Und wieso er nicht mehr Wards bester Freund sein darf, obwohl seine Schwester Renee ihn doch auch mochte, weiß er auch nicht so richtig. Eines weiß Remi allerdings: Er kann Wunder vollbringen. 


Meine Meinung: 

Wow!
Ich habe wirklich schon viel Kriegsliteratur gelesen, meistens nicht fiktive Romane oder eben auch Biographien, aber Els Beertens Roman steht diesen in nichts nach. Es schildert die Sicht auf den Krieg aus der Sicht 4 belgischer Kinder bzw. Jugendlicher, die versuchen Helden zu werden, die versuchen Helden zu bleiben, und die versuchen sich ihr Leben vom Krieg nicht kaputt machen zu lassen. Ganz besonders toll fand ich allerdings Remi- soo ein tolles Kind, ich wünschte ich hätte so einen kleinen Bruder. Es sickern nach und nach immer mehr Informationen hervor, die der Geschichte jedes Mal eine neue Wendung geben. Dachte man bisher noch, jetzt geht es aber so und so weiter, gibt es eine Rückblende und plötzlich sieht alles ganz anders aus. 
Generell hat mir dieses Prinzip der Rückblenden sehr gut gefallen. Man wechselt immer zwischen den Jahren 1943- 1947 und der Autorin ist es gelungen, die Charaktere auch in dieser Zeit entsprechend weiter zu entwickeln. 

Einzig ein Wehrmutstropfen bleibt, deren Sinn ich ehrlich gesagt nicht ganz verstehe. Der Prolog des Buches ist das Jahr 1967, als sich alle auf einer Beerdigung befinden. Dadurch dass man nun aber von Anfang an weiß, wie es quasi ausgehen wird, ist das Ende ziemlich klar. Hätte ich das nicht gewusst, ich hätte gewettet das das Buch anders ausgehen würde.



Vielen Dank an den Fischer Verlag
für dieses Rezensionsexemplar :)

Sonntag, 11. Dezember 2011

Birgit Jaeckel - Die Druidin

 Klappentext:
120 v. Chr., südlich der Donau: Die junge Talia besitzt eine geheimnisvolle Gabe, die machtbesessene Druiden nur zu gerne für sich nutzen würden. Im Haus des einflussreichen Caran sucht sie Zuflucht. Dieser nimmt sie freundlich auf, denn er ahnt nicht, dass Talia die Tochter ist, die er einst zu töten befahl und die ihn deshalb hasst. Als der Vater in Lebensgefahr gerät, steht die junge Frau vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens ... 

Erschienen ist es im Knaur Verlag, kostet 9,95€ und hat 544 Seiten
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen

 

Worum geht es? 
Talia wächst im Wissen darüber auf, dass ihr leiblicher Vater, Herrscher über Alte-Stadt, sie nach ihrer Geburt töten lassen wollte. Der Hass in ihr wächst, und noch eine andere Sache macht ihr zu schaffen. Seit sie 14 ist, kann sie bei Berührung die Seelen anderer Menschen sehen. Sie wächst auf bei den Druiden, die ihr von Anfang an prophezeien, dass ihre Gabe eine Gefahr für sie selbst und für andere ist. Talia will sich aber nicht in die Abhängigkeit der machtbesessenen Druiden geben, und flieht mit den Söldnern des Rabenvolkes, ein keltischer Stamm, nach Alte-Stadt.

Wie fand ich das Buch?
Ich liebe historische Romane ja wahnsinnig, liegt wahrscheinlich daran, dass ich einfach ein Grundinteresse an Geschichte habe. Und tatsächlich ist dieser Roman auch mehr historisch, als ein Phantasieroman, wie der Klappentext eigentlich vermuten lässt. Diese Gabe Seelen zu sehen von Talia wird ausreichend beschrieben, aber nicht ausgeschlachtet, so dass man mit ein wenig Phantasie sogar glauben könnte dass es so etwas tatsächlich gibt. Es spielt jedenfalls um 120 v. Chr. und thematisiert die keltischen Stämme. Die Geschichte ist auch wirklich wunderschön. Sämtliche Eigenschärften die ein Buch interessant machen sind darin enthalten: Liebe spielt natürlich eine große Rolle, aber auch Entbehrung und Verzweiflung, sowie Kriege, Angst und Leid- für einen historischen Roman nunmal unvermeidbar. Auch die Charaktere sind wahnsinnig toll dargestellt, ich hatte zeitweise das Gefühl alle Leute zu kennen und auch dort zu sein. 
Eine Sache gab es aber doch, die mich gestört hat- die historischen Fakten waren teilweise schlecht recherchiert oder ganz einfach falsch. Beispielsweise leben die Herrscher in 2stöckigen Häusern. Mh, damit waren sie dann aber offensichtlich 1200 Jahre vor ihrer Zeit. Andere Kleinigkeiten die falsch waren, sind mir auch aufgefallen, aber das tut der Qualität des Buches kein Abbruch: Es war toll!

Wer die Wanderhure oder Säulen der Erde mochte, wird das hier auch mögen :)


Angus Donald - Der Barde

Der Klappentext: 
 Ein hungriger kleiner Dieb, ihm auf den Fersen ein blutrünstiger Sheriff – im mittelalterlichen Sherwood weiß der verzweifelte Alan nur eine Zuflucht: die Bande von Geächteten um den sagenumwobenen Robin Hood. Sehr bald erkennt der berüchtigte Outlaw, wen das Schicksal ihm da zugespielt hat – der Junge mit der wunderschönen Singstimme soll ihm als Spion dienen. Denn als Barde wird er Zutritt zu den allerhöchsten Kreisen haben …

Es ist im Knaur Verlag erschienen, und kostet 8,95€, mit 438 Seiten
Kaufen könnt ihr das Buch z.B. *hier* bei Amazon 

 

Meine Meinung:
Erst war ich ein wenig skeptisch, als ich mir das Buch gekauft habe. Armer kleiner Junge findet Zuflucht beim Sagen umwobene Robin Hood, der es Dank seiner einmaligen Stimme schafft "Karriere" zu machen. Mmmh. Aber auf anraten des netten Verkäufers, und weil ich ja ohnehin super gerne historische Romane lese, habe ich es dann doch mitgenommen. Ich muss dazu sagen, dass ich noch nie ein Buch oder Film zu Robin Hood gelesen oder gesehen habe. Es interessierte mich einfach nicht.
Das Buch hat aber alle Zweifel auslöschen können, denn es ist einfach großartig. Es schildert, wenn auch teilweise überzogen heldenhaft, das Leben des "Königs des Sherwoods". 
Alan, gerade einmal 13 Jahre alt, muss zusehen wie grausame Rituale zelebriert werden, darf aber auch Teil der Gemeinschaft von Geächteten sein, und schafft es so vom gesuchten Dieb zum engen Vertrauten und Freund von Robin. Er übersteht etliche Gefahren, erlebt Krieg, Gewalt und Korruption, darf aber auch lernen seine Stimme als Barde gekonnt einzusetzten, das Leben am Hof genießen und erfährt die enge Verbundenheit und nahezu grenzenlose Treu der Outlaws untereinander.

Die ganze Geschichte lässt sich nur schwer in Worte fassen, da sie wahnsinnig handlungsträchtig und vielseitig ist. Teilweise ist es auch sehr blutig und obzön, da es sich aber um das dunkle Mittelalter handelt, ist das auch unmöglich vermeidbar. 
Es ist fesselnd, erschreckend und super super gut!

5 von 5 Sternen

Freitag, 9. Dezember 2011

C.J. Sansom - Das Buch des Teufels

Eigentlich ist es ziemlich komisch, dass das hier der erste Buchtipp auf meinem Blog ist, weil ich LIEBE lesen, und verschlinge Bücher förmlich. Ich gebe sogar beinahe mehr Geld für Bücher aus als für alles andere- der Grund dafür ist, dass ich immer sämtliche anderen Bücher eines Autors kaufe, falls mir ein Buch davon gefiel :)

Allerdings habe ich auch ein merkwürdiges Talent, mir ständig den so und sovielten Teil eines Bandes zu kaufen, und immer erst am Ende festzustellen, das das jetzt Teil 3 war. Zum Glück sind es aber meistens Bücher die nicht aufeinander aufbauen, sondern einfach nur die selben Protagonisten handeln.

Der Klappentext:
Der Ostertag des Jahres 1543 wird für Anwalt Matthew Shardlake zum schlimmsten Tag in seinem Leben. Denn an diesem Morgen findet er die brutal zugerichtete Leiche seines Freundes Roger Elliard in einem Brunnen. Bald darauf wird ein neues Opfer gefunden, ebenso brutal zugerichtet, und wie Elliard liegt auch dieser Leichnam in blutrotem Wasser. Ein Glaubenseiferer, der auf diese Weise das Ende der Welt herbeiführen will? Oder einer, der vom Teufel besessen ist? Und welche Rolle spielt das Buch der Offenbarung nach Johannes mit seinen apokalypthischen Prophezeiungen? Matthew Shardlake fürchtet, dass es noch weitere Opfer geben wird.

Erschienen ist es im Fischerverlag, kostet 9,95€ und hat 647 Seiten.
Kaufen könnt ihr das Buch z.B. *hier* bei Amazon 


Bei dem Buch des Teufels ist das nicht anders :D Auch das hier ist der 3. Teil einer Reihe. Aber ist nicht tragisch, es wird nicht auf Geschehenes aus der Vergangenheit verwiesen oder ähnlich, so dass man das Buch ganz entspannt und ohne Verwirrung lesen kann.
Das Buch ist ein historischer Krimi, der zur Zeit Heinrich VIII in England, genauer London spielt, der ja dafür bekannt war sämtliche seiner Frauen getötet zu haben.
Der Freund des Protagonisten Mathew Shardlake , einem Anwalt in London, wird zur Osterzeit ermordet aufgefunden, und es ist klar, dass wenn der Mörder nicht sofort gefasst wird, er vermutlich niemals gefangen werden kann.  Also beginnen Matthew Shardlake und seine Gehilfe Jack Barak sich auf die Suche zu begeben, und geraten so in einen Mordfall der alles bis jetzt Erfahrene an Grausamkeit übertreffend sollte und sie in die gefährlichen politischen Machenschaften der Krone einbezieht.

Ich habe dieses Buch verschlungen, weil es einfach die perfekte Mischung aus spätmittelalterlichen Ambiente und guter Kriminalarbeit ist. Ich liebe dieses Buch, und werde mir sobald wie möglich auch die anderen Teile besorgen!
5 von 5 Sternen