Klappentext:
Pompeji, 79 n. Chr., reichste Stadt der römischen Weltmacht, Oase der
Schönen und Mächtigen: Der junge Wasserbaumeister Attilius kommt einer
skrupellosen Verschwörung auf die Spur, doch seine Nachforschungen
werden überschattet von den unheimlichen Vorzeichen einer drohenden
Apokalypse.
Verlag: Heyne | Seiten: 384 | Preis: 8,95€ | Genre: Historischer Roman | Spielt in: Italien, Pompeji | Erscheinungstermin: März 2009 | Originaltitel: Pompeii | ISBN: 978-3453406957
Erster Satz:
"Sie verließen den Aquädukt zwei Stunden vor Sonnenaufgang und erklommen bei Mondschein die Berge oberhalb des Hafens - sechs Männer, einer hinter dem anderen, mit dem Wasserbaumeister an der Spitze."
Worum geht es:
Nach dem überraschenden und mysteriösen Verschwinden des letzten Aquarius von Misenum im Jahr 79 n.Chr. wird der junge Attilius, Sohne eines Aquarius, in die kleine Stadt nahe Pompeji gerufen. Die Menschen vor Ort trauen dem jungen Mann jedoch nicht über den Weg, und tagtäglich werden ihm Zweifel an seinem Können entgegen gebracht.
Die Situation verschlechtert sich für ihn, als das Unfassbare geschieht: Das Wasser bleibt aus. Der Aquädukt bleibt trocken, und um die wenigen verbleibenden Wassermengen entstehen "Straßenkämpfe" unter den Bürgern. Attilius ist ratlos, und macht sich auf den Weg nach Pompeji, um den Aquädukt entlang den Vesuv hoch zu folgen: Die Erkenntnis trifft ihn wie ein Schlag. Kann es sein, dass der Vulkan tatsächlich kurz vorm Ausbruch steht und das Wasserproblem das kleinere Übel ist?!
Meine Meinung:
Da ich selber Geschichte studiere, interessiert mich dieses Thema natürlich sehr. Der Ausbruch des Vesuvs hat so viele bahnbrechende Erkenntnisse über das Leben der Antike geliefert, hat Einblicke in das alltägliche Leben der Bewohner von Pompeji ermöglicht, dass es eigentlich fast schon verwerflich ist, wie wenig man doch darüber liest und hört.
Umso begeisterter war ich von der Idee, dieses Naturereignis in einem historischen Roman festzuhalten.
Die handelnden Personen gefallen mir auch wirklich gut. Sie sind schön ausgearbeitet, vielschichtig und fügen sich gut in die Handlung der Geschichte ein - über die historische Wirklichkeit lässt sich allerdings streiten.
Besonders gefallen hat mir einfach, wie die Katastrophe langsam näher rückt, ohne dass sich die Bewohner beeindrucken lassen. Wir als Leser wissen natürlich von Anfang an um das Ende, doch die Bewohner sind ahnungslos und verharren in ihrem Glauben an die Götter, dass es schon gut gehen wird.
Die Geschichte bleibt dabei auch kontinuierlich spannend, hat die eine oder andere ungeahnte Wendung und verarbeitet die Tatsachen auf sehr sehr anschauliche Weise. Allerdings verliert sich diese Spannung im letzten Viertel des Buches total, und zieht sich wie Kaugummi bis zum Finale.
Alles in allem hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Dennoch denke ich, dass es einfach nicht "Massentauglich" ist. Zu wenig Nebenhandlung die dem Buch das gewisse Etwas geben würde, und eine große Leserschaft ansprechen könnte. Trotzdem, für alle Interessierten an der Antike, ist das eine absolut empfehlendwerte Geschichte.

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