Klappentext:
Lahore. In einem Café sitzen sich ein mitteilsamer Pakistani und ein
zurückhaltender Amerikaner gegenüber. Als langsam die Nacht über die
Stadt hereinbricht, enthüllt der Pakistani immer mehr Details seiner
Lebensgeschichte, und allmählich ahnt man das Drama, das sich zwischen
den beiden Männern anbahnt.
Verlag: Heyne | Seiten: 192 | Preis: 8,95€ | Genre: Drama, Schicksal | Spielt in: Pakistan, Lahore | Erscheinungsdatum: August 2008 | Originaltitel: The Reluctant Fundamentalist | ISBN: 978-3453405721
Erster Satz:
"Entschuldigen Sie, Sir, kann ich Ihnen behilflich sein?"
Worum geht es:
Changez hat das geschafft, wo von heute viele junge Menschen träumen: Durch Intelligenz und Fleiß konnte er eines der begehrten Stipendien für Auslandsstudenten an der Princeton University, einer der Top Eliteuniversitäten Amerikas, ergattern und lebt nun seinen amerikanischen Traum. Dank hervorrangender Noten steht ihm die Welt offen und schon bald kann er einen Job an Land ziehen, der wie auf ihn zugeschnitten zu sein scheint und ihm ein weitgehend sorgenfreies Leben ermöglicht. Und auch die junge Frau, Erica, die er kennen lernt trägt einen großen Teil zu seinem scheinbar so perfekten Leben in den USA bei.
Doch der 11.09.2011 verändert Changez' Leben.
Der American Way Of Life gerät ins Wanken. Er beginnt nachzudenken über sein Leben hier und das was er verlassen hat - und wie die Zukunft für ihn weitergehen soll, in einem Land das Menschen wie ihm nun so feindlich gegenüber steht.
Meine Meinung:
Der 11. September ist ein Datum, der sich vermutlich jedem von uns ins Gedächtnis gebrannt hat, und der auch unsere Einstellung in mancherlei Hinsicht -obwohl Deutschland als Land nicht direkt betroffen war - geändert hat. Wie fair die jetzigen Ansichten sind, lässt sich an anderer Stelle diskutieren, aber ich lege großen Wert darauf, Konfliktpotential diesen Ausmaßes für mich auch immer von 2 Seiten zu beleuchten.
Was ich bei dieser Geschichte ganz besonders fand, auch ganz besonders wichtig, ist dass sie eben nicht aus der Sicht eines direkt Betroffenen geschildert wird, sondern von dem Blickwinkel eines jungen Mannes, der in Amerika sein Glück gefunden zu haben scheint, und dessen Leben so stark durch das Attentat beeinflusst wird, nur aus dem Grund dass er der jetzt verhassten Ethnie angehört.
Dabei unterstütze ich natürlich nicht alle Aussagen die er trifft, aber das Buch ist mit einer so speziellen Stärke geschrieben, dass ich wenige Bücher kennen die mich so beeindruckt haben - ohne großes auf die Tränendrüse drücken.
Auch die ungewöhnlich tragische Liebesgeschichte zwischen Erica und Changez finde ich nicht unpassend. Sie gibt dem Buch eine persönliche Note, und gibt tiefe Einblicke in das Leben von dem jungen Mann.
Wie viel eigene Erfahrungen des Autors in dem Buch stecken ist reine Spekulation, viele Lebensabschnitte überlagern sich, und dennoch - fiktiv hin oder her - ist es eine ebenso wichtige wie gute Geschichte, die man gelesen haben sollte, sofern man sich für dieses Thema interessieren kann.

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