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Samstag, 30. November 2013

Scott Westerfeld - Pretty, Erkenne dein Gesicht (Bd. 2)

Klappentext:
Tally ist von einer Ugly zur Pretty geworden. Sie sieht umwerfend aus, hat einen tollen Freund und ist wahnsinnig beliebt. Aber bei allem Spaß, den Partys, dem Luxus, spürt Tally, dass irgendetwas nicht stimmt. Dann erhält sie eine Botschaft aus ihrer Vergangenheit - und plötzlich wird ihr klar, was in der Pretty-Welt fehlt. Tally beginnt, umzudenken und begibt sich damit in tödliche Gefahr. Denn wer zu viel weiß, gerät schnell ins Visier der Behörden ...

Verlag: Carlsen | Preis: 8,99€ | Seiten: 396 | Genre: Dystopie, Jugendbuch | Spielt in: Fantasywelt | Originaltitel: Pretties | Erscheinungstermin: Februar 2011 | ISBN:  978-3551310071

Erster Satz:
"Sich anzuziehen war immer der schwierigste Teil des Nachmittags."



Worum geht es:
Tally ist dort, wo sie als Kind immer sein wollte: In New Pretty Town, operiert, einfach perfekt und glücklich. Jeder Abend wird getoppt, eine Party jagt die nächste und ihr größtes Problem ist, zu entscheiden mit welchem Outfit sie dieses Mal glänzen will. Alles dreht sich nur noch darum, ihr Leben zu "prickelnd" wie möglich zu gestalten.
Doch dann wird sie auf einer dieser spektakulären Partys überrascht: Jemand aus ihrer Vergangenheit, an den sie sich bisher nicht erinnern konnte - und aus Smoky ist - taucht auf der Feier auf und übergibt ihr eine Botschaft. Eine Botschaft, die alles woran sie bisher geglaubt hat verändern wird, und ihr die unschöne Seite ihrer schöngemachten neuen Welt aufzeigt...

Meine Meinung:
Obwohl es einige Zeit her ist, seit ich den ersten Teil gelesen habe, war ich sofort wir in der Geschichte drin. Viele andere Fortsetzungen brauchen Zeit, sich wieder mit der Story vertraut zu machen, und so sind gut und gerne mal eben 100 Seiten rum ehe man so richtig wieder weiß wer mit wem warum was gemacht hat. Aber hier hat es maximal 30 Seiten gebraucht, und die Geschichte von Band 1 war mir wieder komplett präsent. 
Das liegt vermutlich einfach daran, dass der Schreibstil unglaublich angenehm ist, und ein schnelles und spannendes Lesen ermöglicht. Es zieht sich nicht, sonder Bam Bam Bam geschieht etwas, das Tally aus ihrer heilen Welt katapultiert und sie ihr Leben in New Pretty Town überdenken lässt. Ab diesem Zeitpunkt geht es unglaublich spannend weiter und so richtig lässt sich nicht absehen, welche Wendungen die Geschichte nehmen könnte bzw. überrascht einen der Autor immer wieder mit Szenen, die man so nie erwartet hätte. 
Vor allem steht in diesem Buch jetzt aber das "politische System" dieser neuen Welt im Mittelpunkt, und nicht mehr hauptsächlich Tallys Abenteuer. Das lässt sich größtenteils nachvollziehen, teilweise war es mir dann aber doch zu abgedreht.
Gegen Ende des Buches verliert die Geschichte etwas an Spannung, besonders als sie auf alte Freunde trifft. Denn ab diesem Zeitpunkt kann man sich ziemlich genau denken, wie es enden wird.
Ich gebe dem Buch daher 4 Sterne. Es hat mir definitiv wesentlich besser gefallen als der erste Band, konnte mich aber nicht 100%ig überzeugen. Genug allerdings um mir jetzt den letzten Band zu bestellen. Hoffentlich bleibt es "prickelnd" und wird kein "Pfusch", und hoffentlich strapaziert der Autor diese beiden Wörter nicht wieder so penetrant über.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

[Rezi] Ursula Poznanski - Die Verschworenen (Bd. 2)

Klappentext:
"In der Stadt unter der Stadt finden Ria und ihre Freunde Zuflucht, doch bald zeigt sich, dass auch hier ein Überleben nicht garantiert ist. Während Aureljo seine Rückkehr in die Sphären vorbereitet, sucht Ria nach Jordans Chronik und findet Fragmente, die sie nicht zur Gänze deuten kann.
Als Lichtblick erweist sich in dieser Zeit, im wahrsten Sinn des Wortes, ihre Freundschaft zu Sandor, mit dem sie immer wieder kurze Ausflüge an die Oberfläche unternimmt und dessen Zuneigung ihr täglich mehr bedeutet.Doch dann wird Sandor Clanfürst, und mit einem Schlag ist alles anders. Ria sieht sich gezwungen, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht gemeinsam mit Aureljo in die Sphären zurückzugehen."

Verlag: Loewe | Preis: 18,95€ | Seiten: 464 | Genre: Dystopie, Jugendbuch | Spielt in: Deutschland | Erscheinungsdatum: Oktober 2013 | ISBN: 978-3785575475

Erster Satz:
"Die Kinder sind ein bebender Schatten im ersten Licht der Morgendämmerung."


Worum gehts:
Der Ort an dem Ria, Aureljo und Co jetzt leben ist dunkel. Dunkel, kalt und er befindet sich unter der Erde. Die fünf noch verbliebenen ehemaligen Eliteschüler ihrer Sphäre leben jetzt in "der Stadt unter der Stadt", versteckt vor den Augen fast aller Clanmitglieder aber vor allem auch versteckt vor den Sentineln der Sphäre, die nichts mehr wollen als endlich ihren Tod. 
Die Aufgaben und Beschäftigungen unter Tage sind rar, so dass es nicht lange dauert ehe sich die kleine Gruppe in zwei Lager spaltet: Die die die Schwarzdornen verlassen und in die Sphäre Vienna 2 ziehen wollen, um sich einzuschleichen und an Informationen über ihr Schicksal zu gelangen, und die die bei dem Clan bleiben wollen. Vor allem Ria beunruhigt der Gedanke in die Sphären zurückzukehren ungemein. Zu groß sind die Sicherheitsvorkehrungen, zu groß die Gefahr entdeckt und getötet zu werden. Doch dann stößt sie auf Teile der verschollen geglaubten Chronik Jordan's und gelangt schon bald einem Geheimnis auf die Spur, das schwerwiegender nicht sein könnte.

Meine Meinung:
Band 1 dieser Trilogie hat mich ja schon absolut begeistern können. Vielleicht war es nicht die beste Dystopie, die ich je gelesen habe, aber nachdem ich den ersten Teil damals ausgelesen hatte, habe ich sehnsüchtig auf diesen zweiten Teil gewartet - schon allein deshalb, weil bis zum Schluss des ersten Buches nichts geklärt wurde, warum die 6 Jugendlichen überhaupt getötet werden sollten. 
Diese Frage wird aber auch in diesem Buch erst zum Ende beantwortet, und die Antwort die man erhält scheint einem schlichtweg den Boden unter den Füßen wegzureißen, so ungeheuerlich und brillant ist die Idee der Autorin.
Aber bis man an diesem Punkt, bei des Rätsels Lösung, angekommen ist, wartet noch eine Geschichte auf einen, die uuuunglaublich spannend ist. Auf den erste 50 - 100 Seiten war ich mir noch nicht ganz sicher, ob mich diese Fortsetzung wird packen können, aber dann auf einmal - als hätte Ursula Poznanski einen Schalter umgelegt - wird die Story so mega mega spannend, dass man das Buch wirklich kaum noch aus der Hand legen kann. Eine Enthüllung folgt der nächsten, ein Rätsel bzw. Puzzlestein folgt dem nächsten und hat mich als Leser mehr verwirrt als mir beim Verstehen der Geschichte zu helfen, bis sich am Ende alles aufklärt. Absolut genial! Die letzten 200 Seiten habe ich am Stück, bis spät in die Nacht, zu Ende gelesen, so fesselnd und rasant wurde das ganze. Ihr merkt, ich bin wirklich noch absolut begeistert :) 
Was mir auch sehr gefällt, ist die Zeichnung der Charaktere. Zwar muss ich zugeben, dass sie nicht besonders vielseitig sind, bei allen gehen alle beschriebenen Wesenszüge immer nur in eine Richtung, aber gerade Ria und Qurin fand ich als Personen super klasse. 

Das einzig negative an dem Buch was ich finden kann ist wirklich dass es jetzt wohl noch mindestens 9- 10 Monate dauern wird, ehe die Geschichte weitergeht. Und beim jetzigen Stand hat sie absolutes Potential für eine meiner liebsten Trilogien! 


Samstag, 5. Oktober 2013

Marie Lu - Legend, Schwelender Sturm (Bd. 2)

Klappentext:
Der Zweck heiligt die Mittel, oder? Den einen Menschen loszuwerden, der die Verantwortung für dieses ganze verfluchte System trägt, scheint mir ein ziemlich kleiner Preis dafür zu sein, eine Revolution in Gang zu setzen. Auf der Flucht vor der Republik schließen sich June und Day den Patrioten an, um Days Bruder zu retten und in die Kolonien zu entkommen.Doch die Patrioten fordern eine Gegenleistung: June und Day sollen Anden, den neuen Elektor, töten. Eine Tat, die all dem Unrecht und der brutalen Unterdrückung ein Ende bereiten könnte .Als June jedoch begreift, dass der neue Elektor ganz anders ist als sein Vorgänger, beginnt sie zu zweifeln:Was, wenn Anden einen neuen Anfang darstellt? Was, wenn politische Veränderung nicht unbedingt Tod, Vergeltung und Gewalt bedeuten muss? Was, wenn die Patrioten falsch liegen?

Verlag: Loewe | Preis: 17,95€ | Seiten: 442 | Genre: Dystopie, Jugendbuch | Spielt in: USA | Originaltitel: Patriots | Erscheinungstermin: September 2013 | ISBN: 978-3785573952

Erster Satz:
"Neben mir schreckt Day aus dem Schlaf hoch."



Worum geht es:
Day und June sind auf der Flucht. Auf der Flucht vor den Schergen der Republik, die nur eines wollen: Endlich Day schnappen, um zu verhindern dass das Volk bemerkt, dass nicht Day sondern sein Bruder John hingerichtet wurde. Doch die beiden entwischen ihren Häschern und schaffen es unentdeckt zu den Patrioten zu gelangen. Mit wenig Hoffnung auf Hilfe erreichen sie die "geheimen Räume" der Patrioten, doch ihnen ist eine ganz besondere Aufgabe zugedacht worden. Day und June sollen helfen, die Regierung zu stürzen und den Elektor zu beseitigen. Die beiden trennen sich, in Erwartung ihres Planes - doch dann ändert sich die Situation schlagartig...

Meine Meinung:
Den ersten Teil der Dystopie mochte ich ja prinzipiell ganz gerne, auch wenn ich nie auf diesen riesigen "Fanhype - Zug" aufgesprungen bin. Die positiven Kritiken haben sich damals ja überschlagen, doch ich als großer Anhänger von Dystopien, habe in dem ersten Band nichts weiter als eine durchschnittlich gute Dystopie, mit Standarthandlung und Standartcharakteren sehen können. Um ganz ehrlich zu sein, das ändert sich auch jetzt nicht in Band 2. Die Geschichte wirkt weiterhin wie aus "Grundbausteinen einer Dystopie" zusammengesetzt, mit dem gutaussehenden Rebell, der kämpferischen ehemaligen Republikanhängerin, dem System dass nicht so gut ist, wie es scheint, und den Menschen den man scheinbar trauen kann, sich aber doch als die Falschen erweisen. Alles schon hundert mal da gewesen, alles nichts neues. Und dennoch konnte mich der zweite Teil bei weitem mehr begeistern als Band 1. Denn endlich werden die Charaktere greifbarer, realistischer und bewegen sich nicht mehr in ihrer rosa Zuckerwatte- Welt in der sich die Schöne und das Biest verlieben, trotz aller Widrigkeiten. 
Es wird viel plastischer, denn beide fangen an ihre Gedanken und Gefühle in Frage zu stellen - so wie es jeder normale Mensch machen würde, reflektieren die Situation in der sie sich befinden viel mehr, und begehen endlich auch Fehler, die sich nicht durch einen romantischen Kuss im Trümmerfeld ungeschehen machen lassen.
Was mich aber vor allen Überzeugen konnte, da die Story an sich wie gesagt eher schwach ist, ist der tolle Schreibstil. Die Autorin lässt die ganze Szenerie absolut plastisch werden, drückt sich toll aus und erschafft eine Welt, die vorstellbar und Menschen die realistisch sind.
Fazit: Für mich ist es nach wie vor nicht DIE Dystopie, die man gelesen haben muss, aber dennoch eine durchaus solide Geschichte, bei der ich mich auf den nächsten Band freue. 

 

Montag, 2. September 2013

[Rezension] Lauren Oliver - Delirium (Bd. 1)

Klappentext:
They say that the cure for love will make me happy and safe forever. And I've always believed them. Until now. Now everything has changed. Now, I'd rather be infected with love for the tiniest sliver of a second than live a hundred years suffocated by a lie. There was a time when love was the most important thing in the world. People would go to the end of the earth to find it. They would tell lies for it. Even kill for it. Then, at last, they found the cure.

Verlag: Hodder and Stoughton | Seiten: 416 | Preis: £6,99 (7,90€ bei Amazon) | Genre: Dystopie, Jugendbuch | Spielt in: USA, Maine, Portland | Deutscher Titel: Delirium | Erscheinungsdatum: August 2011 | ISBN: 978-0340980934

Erster Satz:
"It has been sixty-four years since the president and the Consortium identified love as a disease, and forty-three since the scientists perfected a cure."



Worum geht es:
Lena wächst in einer Gesellschaft auf, in der die Liebe als Krankheit klassifiziert wurde, als Krankheit die für alles schlechte in der Welt verantwortlich ist, denn Liebe tötet immer, egal ob man sie hat oder nicht. Und da das Gegenteil von Liebe Hass ist, kann aus diesem "Gefühl" nur schlechtes resultieren. Deshalb wurde eine Methode entwickelt, die Menschen von dieser Last zu befreien: Im Alter von 18 Jahren unterzieht sich jeder Mensch einer OP, bei der das Gehirn so verändert wird, dass Liebe nur noch eine wage Erinnerung der Kindheit bleibt und eine taube Zufriedenheit ihren Platz einnimmt. Das Leben läuft danach geregelter ab: Man heiratet seinen zugeteilten Ehemann, bekommt Kinder - die ohne große Gefühlsduselei großgezogen werden - und erzieht sie nach dem "Book of Shhhh", das genau beschreibt wie ein ordentliches Leben geführt werden sollte. Lena würde all das sofort unterschreiben und zählt die Tage bis zu dem Tag ihrer OP - bis sie Alex trifft...

Meine Meinung:
Wow, was für eine erschreckende Vorstellung, dass es den Wissenschaftlern gelingt, unsere Gehirne so zu verändern dass Liebe "ausgelöscht" wird und uns so vor allem Schmerz der Welt bewahren kann. Eine gruselige Vorstellung, aber lange nicht so vorstellbar wie die Ideen anderer Dystopien, eigentlich sogar ziemlich unvorstellbar und unmöglich. Dennoch gefällt mir der Gedanke des Buches sehr und verspricht eine spannende Dystopie. 
Doch so wirklich fesselnd ist das Buch nicht. Ich weiß nicht, wie ich es gut erklären kann, denn die Geschichte selbst hat mir sehr gut gefallen, und sobald ich wieder weitergelesen habe, war ich mitten drin und begeistert von der Story, nur hat mir dieses Gefühl gefehlt das ich sonst so oft beim Lesen habe. Dieses Zuklappen des Buches und dann zu überlegen wann man endlich wieder Zeit findet weiterzulesen.
Dennoch war es an den wenigsten Stellen langweilig oder gar zäh. Die Stellen gab es zwar auch, vor allem zum Anfang des Buches ehe Lena auf Alex trifft, aber ab diesem Zeitpunkt nimmt die Geschichte rasant an Fahrt auf und wird und bleibt bis zum Schluss spannend. Ich bin auch sehr froh, dass ich den zweiten Teil bereits zu Hause habe, denn das Buch endet dann mit einem gigantischen Cliffhanger. 
Auch die CHaraktere haben mir sehr sehr gut gefallen. Lena ist wirklich authentisch: Ein junges Mädchen auf der Schwelle zur Frau, die noch nicht ganz gefestigt ist in ihren Ansichten und Entscheidungen und sich im Laufe des Buches zu einer sehr starken jungen Frau entwickelt. Und auch Hana gefällt mir als Nebencharakter unglaublich gut. Auf sie und auf auf Grace bin ich in den folgenden Teilen sehr gespannt. Einzig Alex konnte mich nicht ganz überzeugen. Er ist die absolute Klischeefigur einer Jugenddystopie: gutaussehend, selbstlos, mutig und natürlich ein Rebel.

Aber dieser erste Teil verspricht ein toller Auftakt für eine ganz tolle Dystopie zu werden und ich bin unheimlich gespannt, wie es im 2. Teil weitergehen wird. 


Dienstag, 25. Juni 2013

[Rezension] Lissa Price - Enders (Bd. 2)

Klappentext:
Die 16-jährige Callie lebt in einer Welt, in der eine unheimliche Katastrophe alle getötet hat, die nicht schnell genug geimpft werden konnten – nur sehr junge und sehr alte Menschen haben überlebt. Während die Alten ihren Reichtum seitdem stetig mehren, verfallen die Jungen einer anscheinend ausweglosen Armut. Die einzige Möglichkeit für die jugendlichen Starters, an Geld zu kommen, war bislang die Body Bank. Dort konnten sie ihre Körper an alte Menschen vermieten, um so ihr Überleben zu sichern. Callie ist es gelungen, die Machenschaften des skrupellosen
Instituts zu stoppen. Doch nun sieht sie sich einer viel größeren Gefahr gegenüber: Der Old Man, der mysteriöse Leiter der Body Bank, ist entkommen und trachtet Callie nach dem Leben. In einer erbarmungslosen Jagd wird ihr klar, dass das Geheimnis des Old Man dunkler ist, als sie es jemals erahnen konnte. Denn der Schlüssel dazu liegt in ihrer eigenen Vergangenheit verborgen.
Verlag: Ivi | Seiten: 352 | Preis: 15,99€ | Genre: Dystopie, Jugendbuch | Spielt in: USA, Los Angeles | Originaltitel: Enders | Erscheinungstermin: Mai 2013 | ISBN: 978-3492702645
Erster Satz: 
"Als ich mit der Hand über meinen Hinterkopf strich, hätte ich schwören können, dass ich den Chip unter der Haut spürte."


 

Worum geht es:
Die Body Bank, Prime Destination, ist zerstört und Callie sieht einer sorgenfreien und vor allem hungerfreien Zeit entgegen. Soweit die Theorie, doch die Realität sieht anders aus. Denn obwohl das Gebäude der Body Bank der Geschichte angehört, hat der Spuk für Callie und die anderen Körperspender kein Ende: Noch immer kann der Old Man, und im Prinzip jeder andere Mensch auch, auf den Chip in ihrem Kopf zu greifen, und die Jugendlichen fremdsteuern, ohne dass diese in der Lage wären sich zu wehren. Callie stellt dabei noch eine Besonderheit da. Denn während andere ihren Körper übernehmen, kann sie mit den Menschen in ihrem Kopf kommunizieren. 
Einzig unter Tage oder in speziell gepanzerten Örtlichkeiten ist sie vor der Fremdübernahme geschützt. Bald schon lernt sie einen jungen Mann kennen, der ihr zu helfen versucht und gemeinsam schmieden sie einen Plan, alle Metallos aus den Fängen von Prime Destination zu retten. 

Meine Meinung: 
Das Buch, dieser zweite Teil der Diologie, ist anders als Band 1. Die Geschichte hat sich verändert, ist erwachsener geworden und auch Callie selbst hat sich vom kleinen Mädchen weiterentwickelt, zu einer Person die sich vor jedem und allem schützen muss, ohne sich selbst dabei zu verlieren. 
Die ganze Geschichte gewinnt irgendwie an Fahrt und wird deutlich spannender als ihr Vorgänger.
Ich kann jedoch nicht sagen, dass sich Callie unbedingt zum besseren verändert hätte: Sie ist furchtbar naiv, hat kein Rückrat und gibt sich mit jeder Situation zufrieden, bzw. hinterfragt nicht einmal ansatzweise Dinge die ihr angetan werden, oder die ihr offensichtlich schaden. Vergebung und Vergessen sind die Hauptfaktoren die all ihre Beziehungen zu den anderen Menschen im Buch bestens beschreibt. 
Das bezieht sich vor allem auf die Beziehung zu Hyden, die meiner Meinung nach von Anfang an irgendwie gestört ist, und sich auch nicht gerade verbessert. Aus meinen Augen - aus Sicht von Callie ist alles Friede, Freude, Eierkuchen mit kleinen Abstrichen. 
Das alles lässt sich deutlich als fiktiven Charakter dastehen, und nimmt dem Buch ein ganzes Stück Plastizität. 
Was mir noch etwas fehlt ist der Bezug zu den Personen aus dem ersten Band. Viele Charaktere die wir dort kennen gelernt haben, verschwinden einfach in diesem Buch oder verlieren an Bedeutung. Einiges klärt sich zum Ende auf, aber der Rückbezug fehlt mir dann doch.

Dennoch hat mir das Buch unglaublich gut gefallen, hat mich fesseln können und mir eine Welt vor Augen geführt, die vermutlich -erschreckenderweise - gar nicht so sehr abwegig ist. Die Medizin macht Fortschritte, und warum sollte sie in einigen Jahrzehnten nicht auch soweit sein können?!






Freitag, 7. Juni 2013

[Rezension] James Dashner - Die Auserwählten in der Todeszone (Bd. 3)

Klappentext:
Thomas hat es geahnt: statt der versprochenen Freiheit steht ihm die nächste Prüfung bevor. Mit einem operativen Eingriff soll ihm sein Gedächtnis zurückgegeben werden. Doch Thomas weiß, dass er den Wissenschaftlern von ANGST nicht trauen darf. Nicht nach allem, was sie ihm und seinen Freunden angetan haben. Deshalb müssen sie so schnell wie möglich fliehen, hinaus in die Todeszone. In eine Welt, in der sich ein tödlicher Virus immer weiter ausbreitet. Und er muss dafür sorgen, dass ANGST ihn nicht länger kontrollieren und manipulieren kann. Denn die grausamen Experimente müssen endlich gestoppt werden. 

Verlag: Chicken House | Seiten: 480 | Preis: 19,99€ | Genre: Dystopie, Endzeitroman, Jugendbuch | Spielt in: Denver | Erscheinungsdatum: Mai 2013 | Originaltitel: The Death Cure | ISBN: 978-3551520364

Erster Satz: 
"Es war der Gestank, der Thomas langsam aber sicher in den Wahnsinn trieb."

 

Worum geht es: 
Als er die Augen aufschlägt ist alles um ihn herum weiß. Immer noch. Kahl und weiß. Seit Wochen ist er jetzt schon eingesperrt, in dieser Zelle im Hauptquartier von ANGST, ohne eine Chance auf Flucht. Einzig die anonyme Klappe, aus der ihm dreimal täglich sein Essen gereicht wird, lässt auf Leben außerhalb des Gefängnis schließen. 
Doch als sich die Tür endlich öffnet, erwarten ihn weitaus größere Schrecken: ANGST will ihnen allen, den wenigen Überlebenden, ihr Gedächtnis zurück geben, und ausgerechnet Theresa steht voll hinter dieser Entscheidung. Für Thomas kann das nur eins bedeuten: Fliehen ehe ANGST ihn diesen  Eingriff antun kann. 
Zusammen mit Brende, Milho, Newt und Jorge gelingt die Flucht aus dem Hauptquartier, nach Denver, einer Stadt in der die Menschen, die sich mit dem Brand infiziert haben, längst die Kontrolle über das Alltagsleben übernommen haben.

Meine Meinung:
Nach dem grandiosen ersten Band der Reihe, war ich ja umso enttäuschter vom 2. Teil. Auf einmal ging in diesem sämtliche Spannung und Mystik des ersten Bandes verloren und musste Platz machen für sinnlose Gewalt und Sinnfreie Handlungen. Deshalb war ich nun erst recht gespannt auf den dritten und damit letzten Band der Reihe. Ich hab mich gefragt, wie der Autor es würde schaffen können, den Bogen zu spannen, zurück zu einer Geschichte mit Inhalt. 

Leider sucht man auch in diesem Band vergeblich nach Inhalt, wenn auch nicht ganz so vergeblich nach Spannung. Dennoch wird auch dieses Buch wieder von Massen an komplett sinnloser, verherrlichender, übertriebener und unpassender Gewalt dominiert. Die, wie schon im 2. Band, im krassen - wenn ich nicht fast schon absolut lächerlichem - Gegensatz zu dem Verkrampften Vermeiden von Schimpfwörter steht. 
Inhaltlich kann man aber auch wie gesagt nicht viel erwarten. Mir kam es an vielen Stellen so vor, als sei der Autor ein ganz begeisterter Anhänger der momentan so gehypten Serie "The Walking Dead", und verwertet etliche Szenen aus eben dieser.

Im Prinzip kann man das Buch wie folgt beschreiben: Seite 1-150: Thomas und Co versuchen zu fliehen und töten und verletzten dabei jeden und alles. Seite 150-300: Thomas und Co konnten fliehen, sind in Denver, und töten und verletzten dabei jeden und alles, hinterfragen aber zumindest die Gründe ansatzweise. Seite 300-480: ANGST tritt wieder auf den Plan und tötet und verletzt so viele Menschen wie möglich.

Dennoch kann man dem Buch, zum Ende hin, eine gewisse Spannung nicht absprechen, auch wenn man eigentlich schon weiß, wie es ungefähr ausgehen wird. Die Motive von ANGST und dem Rechten Arm sind, obwohl sie verschleiert bleiben sollen, auch eher offensichtlich als alles andere, und dennoch möchte man weiterlesen. 
Deshalb gebe ich dem Buch noch 3 Sterne, verbuche es aber leider unter der schlechtesten Dystopie aka Endzeitroman die ich je gelesen habe.




Dienstag, 28. Mai 2013

[Rezension] Lissa Price - Starters (Bd. 1)

Klappentext:
Nach einer unvorstellbaren Katastrophe gibt es nur noch sehr alte und junge Menschen. Mittellos kämpfen die 16-jährige Callie und ihr kleiner Bruder auf der Straße ums Überleben. Callie entschließt sich daher zu dem Undenkbaren: Sie verleiht ihren Körper an einen alten Menschen, dessen Bewusstsein übernimmt ihren Körper und kann so wieder jung sein. Doch alles verläuft anders als geplant ... Die Body Bank, ein mysteriöses wissenschaftliches Institut, bietet Callie eine einzigartige Möglichkeit, an Geld zu kommen: Sie lässt ihr Bewusstsein ausschalten, während eine reiche Mieterin die Kontrolle über ihren Körper übernimmt. Aber Callie erwacht früher als geplant, in einem fremden Leben. Sie bewohnt plötzlich eine teure Villa, verfügt über Luxus im Überfluss und verliebt sich in den jungen Blake. Doch bald findet sie heraus, dass ihr Körper nur zu einem Zweck gemietet wurde - um einen furchtbaren Plan zu verwirklichen, den Callie um jeden Preis verhindern muss ...

Verlag: Ivi | Seiten: 400 | Preis: 15,99 | Format: Hardcover | Erscheinungsdatum: März 2012 | Spielt in: USA, L.A. | Genre: Jugendbuch, Dystopie | Originaltitel: Starters | ISBN: 978-3492702638

Erster Satz:
"Enders machten mir Angst."

 

Worum gehts:

Nachdem durch den dritten Weltkrieg, einem Sporenkrieg mit unglaublich aggressiven und tödlichen Krankheitserregern, so gut wie jeder Mensch im mittleren Alter ausgelöscht wurde, ist die Gesellschaft in 2 Lager gespalten. Auf der einen Seite stehen die Enders, Greise wie wir sie nennen würden, die dank moderner Medizin nicht nur locker 200 Jahre alt werden können sondern auch fit und agiler sind, als alte Menschen in unserer Zeit. Zum anderen die "Verlierer" des Krieges: Starters. Kinder und Jugendliche die zu Waisen geworden sind, nicht arbeiten dürfen und ohne Verwandtschaft unter den Enders zu einem Leben auf der Straße verdammt wurden, geprägt von Hunger und Gewalt. Doch das ist immer noch besser, als in einem der berüchtigten Waisenhäuser zu landen, in dem die Kinder kaum Chancen zu überleben haben. 
Callie ist eines dieser Kinder auf der Straße. Mit ihren 16 Jahren hat sie nicht nur eigenes Leben das sie beschützen muss, sondern muss sich auch um ihren Lungenkranken Bruder Tyler kümmern. Der 9 jährige braucht dringend teure Medizin, und für Callie gibt es nur einen Weg um an das Geld zu kommen: Sie vermietet ihren Körper in der Body Bank. Reiche Ender können ihren jungen Körper mieten und via im Gehirn eingesetzte Elektronen durch ihre Augen sehen und ihren Körper zu allem benutzten was im hohen Enderalter nicht mehr möglich ist. Und obwohl alles so sicher und einfach sein sollte, erwacht Callie plötzlich mitten in der Mietzeit.. Mit der Stimme ihres Mieters im Kopf. 

Meine Meinung:

WOW! 
Ich habe gerade überlegt, ob ich es nicht bei diesem einen Wort zu meiner Meinung lassen soll, denn genau so empfinde ich das Buch: Als Wow! Als ein Buch das mich von der ersten bis zur letzten Seite gepackt und nicht mehr losgelassen hat, das mich aus der Realität rausgerissen hat ohne die Chance noch irgendetwas um mich herum mitzubekommen und das so atemlos spannend war, mit so vielen unerwarteten Wendungen, dass es schwer vergleichbar mit anderen Büchern in meinem Regal ist. 
Anfangs hatte ich noch befürchtet, dass die Geschichte sehr ähnlich zu "Seelen" von Stephenie Mayer sein könnte, bei der sich auch 2 Individuen einen Körper und ein Gehirn teilen, doch diese Sorge wurde schnell zerschlagen. Denn diese Geschichte entwickelt sich nicht zu einer reinen Liebesstory, sondern bleibt ihren Thriller- Elementen treu. 
Die Charaktere sind unglaublich gut ausgearbeitet, die Wendungen unvorhersehbar und die Idee hinter der Geschichte ist ebenso genial wie erschreckend. Denn gerade so ein Sporenkrieg in dem nur die Reichen und die jungen Menschen gerettet werden, ist nicht unglaubwürdig. 

Der einzige Punkt den man als kleine Schwäche des Buches betrachten kann, das für mich aber kein Grund ist einen Berwertungsstern abzuziehen, ist die Tatsache dass viele Probleme recht schnell und einfach gelöst werden. Da hätte wahrscheinlich ein bisschen mehr dahinter stecken können, so dass man länger bangt und hofft. 

Dennoch bin ich absolut begeistert und habe mir direkt mit dem Zuklappen des Buches den 2. Teil bestellt!



Donnerstag, 23. Mai 2013

[Rezi] Kiera Cass - The Elite, Bd. 2

Klappentext:
Thirty-five girls came to the palace to compete in the Selection. All but six have been sent home. And only one will get to marry Prince Maxon and be crowned princess of Illea.
America still isn't sure where her heart lies. When she's with Maxon, she's swept up in their new and breathless romance, and can't dream of being with anyone else. But whenever she sees Aspen standing guard around the palace, and is overcome with memories of the life they planned to share. With the group narrowed down to the Elite, the other girls are even more determined to win Maxon over--and time is running out for America to decide.
Just when America is sure she's made her choice, a devastating loss makes her question everything again. And while she's struggling to imagine her future, the violent rebels that are determined to overthrow the monarchy are growing stronger and their plans could destroy her chance at any kind of happy ending.

Verlag: Haper Colins | Seiten: 336 | Preis: £6,99 (7,90€) | Genre: Dystopie, Jugendbuch, Romantik | Erscheinungsdatum: April 2013 | Spielt in: Illéa (im Gebiet der heutigen USA) | ISBN: 978-0062262851

Erster Satz:
"The Angeles air was quiet, and for a while I lay still, listening to the sound of Maxon's  breathing."



Worum gehts:
Nur 6 Mädchen sind noch übrig, im Wettstreit um Maxons Herz und um die Krone von Illéa. Und obwohl America von Anfang an klar gestellt hat, dass sie nicht wegen Maxon hier ist, ist sie tatsächlich noch im Rennen. Denn Maxon ist verliebt in America, in ihre Art. Doch auch Aspen, Americas inzwischen Ex-Freund ist im Palast, und verkompliziert die Sache zusätzlich: Denn so richtig weiß sie nicht, wen von beiden sie möchte, ob sie überhaupt einen von beiden will, und woher sie wissen soll, wie sie sich richtig entscheidet. Doch neben ihren eigenen Problemen, nimmt auch der Konkurrenzkampf der Mädchen untereinander zu und auch der Druck von Außen wächst: Die Rebellenangriffe werden öfert. Und brutaler. Und offensichtlich geraten die Fugen so langsam aber sicher aus den Fugen.

Meine Meinung:
Ohje, es fällt mir so unglaublich schwer dieses Buch zu bewerten, denn ich hatte lange (eigentlich kann ich mich an kein einziges vergleichbares Buch erinnern), dass mich so wahnsinnig gemacht habe, das ich aber gleichzeitig auch so geliebt habe.
Im Prinzip lässt es sich so zusammenfassen: Ich liebe America, dann geht sie mir unfassbar auf die Nerven. Maxon ist toll, zumindest so lange bis ich ihn auch gegen die Wand klatschen könnte. Aspen mochte ich am Anfang überhaupt nicht, dann wurde er mir wieder sehr sympatisch. Die Mädchen im Palast sind unglaublich nett. Manchmal. Einige. Dann regen sie mich auf.
Das ganze Buch ist ein einziges hin und her von Gedanken, Taten und Sympathien, aber America treibt es auf die Spitze: 3/4 des Buches bestehen eigentlich daraus, dass sich diese Frau partout nicht entscheiden kann, wen von beiden sie nun aus welchen Gründen auch immer toller findet, und wieso nicht, und warum sie welche Entscheidungen tut oder lässt. So etwas unentschiedenes- schrecklich! Und trotzdem, und das ist das verwirrende an dem Buch, ist es super. Man MUSS einfach weiterlesen, ist komplett gefangen von der Geschichte und hat schon beim Zuklappen des Buches das Gefühl, dass man soo so viel verpasst, wenn man nicht augenblicklich weiterliest. Was nicht stimmt - denn sonderlich viel Handlung hat das Buch nicht. Eher viel Atmosphäre und einen so genialen Schreibstil, dass das Weglegen einfach furchtbar schwer fällt. 

Mir persönlich kommen leider die Angriffe der Rebellen in dem Buch viel zu kurz. Ich hatte da auf mehr gehofft, aber zwischen Americas pubertären Hysterieanfällen bleib der Autorin vermutlich nicht mehr ganz so viel Platz, um da jetzt noch dramtische Übergriffe einbauen zu können. Sie waren im Ansatz da, aber mir blieb das bisher noch viel zu oberflächlig. Immerhin lässt das aber auf mehr im dritten Band hoffen.

Ich gebe dem Buch vier Sterne. Nicht weil es ein literarisches Meisterwerk ist, nicht weil es eine tolle Handlung hat, und nicht weil die Charaktere vielschichtig und sympathisch sind. Nein ganz einfach weil einen das Buch mitreißt, begeistert, ans Herz geht und nicht mehr loslässt.


Donnerstag, 16. Mai 2013

[Rezension] Kiera Cass - The Selection (Bd. 1)

Klappentext:
Thirty-five beautiful girls. Thirty-five beautiful rivals...It's the chance of a lifetime and 17-year-old America Singer should feel lucky. She has been chosen for The Selection, a reality TV lottery in which the special few compete for gorgeous Prince Maxon's love. Swept up in a world of elaborate gowns, glittering jewels and decadent feasts, America is living a new and glamorous life. And the prince takes a special interest in her, much to the outrage of the others. Rivalry within The Selection is fierce and not all of the girls are prepared to play by the rules. But what they don't know is that America has a secret - one which could throw the whole competition...and change her life forever.

Verlag: Harper Collins | Seiten: 327 | Preis: £6,99 (7,80€ bei Amazon) | Format: Taschenbuch | Genre: Dystopie, Jugendbuch, Liebe | Deutscher Titel: Selection | Spielt in: im Gebiet der heutigen USA, jetzt umbenannt in "Illéa" | Erscheinungstermin: April 2012 | ISBN: 978-0007466696

Erster Satz:
"When we got the letter in the post, my mother was ecstatic."

 

Worum geht es:

Nach dem 4. Weltkrieg existiert das Land, das wir heute USA nennen, nicht mehr. An seine Stelle ist "Illéa" getreten, ein Land ähnlich der Vereinigten Staaten, und doch so unterschiedlich. Die wahrscheinlich größte Veränderung sind die Kasten, die jetzt das Leben der Menschen bestimmen: Man wird in sie hinein geboren, und nur durch Heirat lässt sich der eigene Status verändern. Ist man ein Mitglied der ersten Kaste, kann das Leben in vollen Zügen genossen werden, doch die Mitglieder der 8. Kaste kämpfen täglich um ihr Überleben.
America ist eine Fünf, nicht dauerhaft vom Hungertod bedroht, aber auch nicht auf der Sonnenseite des Lebens. Doch mit dem Brief, der alle jungen Mädchen zwischen 16 und 21 in Illéa erreicht, eröffnen sich ihr neue Welten. Sie kann ein Teilnehmer der Selection werden, ein Wettkampf in dem 35 Mädchen - unabhängig von Kaste und Einkommen - um das Herz von Prinz Maxon kämpfen, um ihn am Ende zu heiraten und Prinzessin von Illéa zu werden. 
America hat kein großes Interesse an einem solchem Spiel. Ihr Herz gehört bereits einem anderen, Aspen, doch ihrer Familie zu liebe nimmt sie an der Auswahl teil - und wird ausgewählt...

Meine Meinung:

Ich muss ja zugeben, dass ich mich vor allem von dem wunderschönen Cover habe anziehen lassen. Die Geschichte die einem dann aber auf dem Buchrücken versprochen wird klingt zugegebener Maßen aber alles andere als besonders ansprechend. Der Bachelor meets Dystopie, 2 gängige Formate die in Buch- und Fernsehkreisen gerade alle Welt begeistern. Trotzdem, gegen alle "Vernunft", habe ich mir das Buch gekauft, und mich auf das Abenteuer "Selection" eingelassen. 
Es beginnt dann leider genau so, wie man es erwartet hat: Einfach, belanglos und furchtbar vorhersehbar. Zwar ist der Schreibstil, wie für ein Jugendbuch normal, sehr leicht und unglaublich spannend zu lesen aber richtiges Interesse kam beim Lesen nicht auf.

Erst als ich das Buch dann das erste Mal weggelegt habe, im Glauben dass mich die Geschichte einfach nicht packen konnte, habe ich gemerkt wie sehr ich mich geirrt habe. Ich wollte weiterlesen. Sofort! Das Buch lag da, zugeschlagen, bereits von mir als "mittelmäßiger Mitläufer der Dystopie-Dreiecks-Geschichte" abgestempelt, und ließ mich doch nicht mehr los. 
Also hab ich weitergelesen, über die ersten lahmen 80 Seiten hinaus, und habe es jetzt quasi inhaliert. Die Geschichte nimmt einen einfach so sehr gefangen, dass man nicht mehr gehen kann, selbst wenn man wollte. 

Dabei sind die "Grundvorraussetzungen", die ein gutes Buch für mich ausmachen, nicht einmal gegeben: Die Charaktere sind sehr eindimensional: America ist nur gut, genau wie Maxon, während Celeste durch und durch böse ist. Das tut der Geschichte aber überraschenderweise keinen Abbruch. Eben so wenig wie die Tatsache, dass man von Anfang an weiß, wie dieser erste Teil enden wird.
Doch die ganze Geschichte ist so wunderschön romantisch, leicht kitschig teilweise, aber so zum schmachten und dahinschmelzen, dass mir das tatsächlich einfach völlig egal war. Ich habe mitgelitten mit America, mitgelacht und sie angehimmelt, auch wenn ich sie manchmal am liebsten aus dem Buch gerissen hätte und sie ein bisschen geschüttelt hätte.

Jetzt, am Ende des ersten Teils kann ich übrigens beim besten Willen noch nicht sagen, auf welcher Seite ich stehe: Anfangs war Aspen mein klarer Favorit, dann Maxon, und jetzt stehe ich wieder auf Position Null und kann mich nicht entscheiden, an wem mein Herz hängt. 


Sonntag, 7. April 2013

[Rezension] Andrea Schacht - Kyria & Reb, Die Rückkehr (Bd. 2)

Klappentext:
Ein Leben ohne Überwachung - nichts hat sich die 18-jährige Kyria sehnlicher gewünscht.
Doch kaum hat sie erfahren, wie es sich anfühlt, frei zu sein, trennt sie sich schweren Herzens von ihrer großen Liebe Reb und kehrt zurück in ihre Heimatstadt.
Dort macht sie sich auf die Suche nach den Mördern ihres Vaters - ein gewagtes Unternehmen, das Kyria in größte Gefahr bringt.
Da taucht Reb wieder auf...

Verlag: Egmont Ink | Seiten: 379 | Format: Hardcover | Preis: 17,99€ | Genre: Dystopie, Jugendbuch | Spielt in: Deutschland, Frankfurt/Main | Erscheinungsdatum: Januar 2013 | ISBN: 978-3863960384

Erster Satz:
"Der glutrote Ball der Sonne war schon im Meer versunken, noch leuchtete am Horizont ein Wolkenband in ihrem Widerschein."



Worum geht es: 

Die Entscheidungen, die die junge Kyria treffen musste waren hart: Bleibt sie bei Reb, und verbringt ihr Leben mit ihm weiterhin in den Reservaten, oder kehrt sie zurück nach La Capital um herauszufinden. warum und durch wessen Hand ihr Vater vor so lange Zeit sterben musste. Aller romantischen Gefühle zum trotz entschließt sie sich für die Rückkehr. Doch auch zu Hause erwarten sie ungeahnte Probleme. Ihre Mutter glaub ihren Aussagen nicht, hält sie für die Nachwirkung der verstörenden Zeit im Reservat und zwingt Kyria somit für ein Leben in inkognito. Getarnt als Civitates, als Bäckereigehilfin - während sich der Kreis der Menschen, die Kyria und ihrer Mutter schaden wollen, immer enger um sie zuzieht.
Und auch Reb lebt jetzt sein eigenes Leben, in den Fußstapfen seines Vaters, als Wagenlenker. 

Meine Meinung:

Das Buch geht unheimlich spannend los, denn das zarte Band der Liebe, dass Kyria und Reb zum Ende des ersten Buches knüpfen konnten, wird jäh zerstört- durch ihre eigenen Entscheidungen, ihr Leben anders weiterzuleben, als angenommen. Das kennt man so ja eher weniger von anderen Jugenddystopien, in denen die beiden Protagonisten -nachdem sie sich erst einmal gefunden haben- wie Pech und Schwefel aneinander kleben. Doch die beiden verfolgen eigene Ziele, die sich gemeinsam nicht verwirklichen lassen, ohne den anderen jedoch vergessen zu können. 
Und auch die folgenden Wendungen sind absolut spannend. Kyria wird immer mehr in politische Machenschaften verstrickt, gerät in Gefahr, und weiß dennoch nicht, von wem und wieso sie überhaupt bedroht wird. Nur eines ist klar: Je mehr sie versucht, herauszufinden wer ihren Vater umgebracht hat, desto größer wird auch die Gefahr für sie. Denn ihre Gegner besitzen sehr sehr viel Macht.

Bis zu diesem Punkt war ich hin und weg von der Geschichte, und las genau das, was ich erwartet und erhofft hatte. Doch mit einem Mal, vielleicht auch schleichend ohne dass ich es bemerkt habe, driftet die Geschichte ab, und wird zu einer Story, die so einfach gestrickt und vorhersehbar ist, dass sie mich regelrecht gelangweilt hat. Die Bedrohungen lösen sich unglaublich schnell auf, alle Gefahren werden gebannt - vor allem auch durch Kyria uuuunglaublichen Mut und ihre waaaahnsinnige Charakterstärke - so dass ich teilweise an einen Jugend-Actionfilm á la "die drei Fragezeichen" denken musste. Nebenbei verändert sich ebenfalls die Liebesgeschichte zwischen den Kyria und Reb so abrupt, dass ich nicht mehr ganz folgen könnte. Ich sags mal so, Reb ist offensichtlich ein bisschen.. gestört... und Kyria ist eine Meisterin darin, Probleme zu verdrängen, doch was da jetzt über die beiden als Paar vermittelt werden soll, bleibt für mich schleierhaft.

Ab diesem Punkt zog sich das Buch wie Kaugummi. Denn sowohl wir als Leser, als auch die Charaktere selbst, wissen schon so gut ab 100 Seiten vor Schluss, wer ihren Vater umgebracht hat, und auch die Motive kann man sich recht leicht zusammen reimen. Wie es mit Kyria und Reb ausgehen wird, kann man sich ja ebenfalls denken, und dennoch wird eine akribische Ermittlungsarbeit geleistet, die mich leider angeödet hat. Alles wird hier noch einmal im Detail zerkaut, wird von allen Seiten beleuchtet und gedreht und gewendet, eh TAMTAMTAM, das große Ende folgt.

Was ich mich jetzt noch Frage ist, ob es noch einen dritten Teil geben wird. Denn das Buch endet komplett "geschlossen", ohne das Fragen bleiben. Aber ich meine gehört oder gelesen zu haben, dass es sich um eine Trilogie handelt. Man darf also gespannt sein, ob und was noch so passiert in La Capital.

Donnerstag, 4. April 2013

[Rezension] Caragh O'Brien - Der Weg der gefallenen Sterne (Bd. 3)

Klappentext:
Die junge Gaia Stone ist Hebamme. Doch in einer zerstörten Welt kann auch sie den verlorenen Kindern nicht mehr helfen, und so trifft Gaia eine schwere Entscheidung. Gemeinsam mit einer Gruppe junger Siedler verlässt sie das Ödland, um zur Stadt hinter der Mauer zurückzukehren und um Hilfe zu bitten. Werden sie die gefährliche Reise überstehen? Und wird sich Gaias Hoffnung auf eine bessere Zukunft endlich erfüllen?

Verlag: Heyne | Format: Hardcover | Seiten: 352 | Preis: 16,99€ | Genre: Dystopie, Jugendbuch | Spielt in: Fantasieland | Erscheinungsdatum: April 2013 | Originaltitel: Promised - Birthmarked 3 | ISBN: 978-3453267435

Erster Satz:
"Gaia legte einen Pfeil ein und spannte den Bogen."




Worum geht es:
Die Reise von Sylum zurück zur Enklave ist lang und beschwerlich. Keiner dachte, dass die große Gruppe von Menschen, die auf ein besseres Leben fernab von zu Hause hofft, so unbeschadet den langen, gefährlichen Weg schaffen würde, doch plötzlich taucht es vor ihnen auf: Der Trockensee, vor den Mauern der Enklave, angrenzend an das ärmliche Dorf Wharfton. 
Doch der Protektor hat nicht vergessen unter welchen Umständen Gaia und Leon fliehen konnten. Und Verzeihen gehört nicht zu seinen Stärken. 
Schnell entbrennt der Kampf ums Wasser, das nur von der Enklave bereit gestellt werden kann. Doch die Verhandlungen gestalten sich schwierig, und Gaia muss Entscheidungen treffen, um über das Leben der Bewohner von Neu Sylum zu zukunftsweisend zu bestimmen. 

Meine Meinung:
Ich sag es mal so: Das Buch war für mich, als riesiger Fan der ersten beiden Bände, eine herbe Enttäuschung. Seit Monaten habe ich auf das Erscheinen des dritten und letzten Bandes hingefiebert, und war mir sicher dass auch dieses Buch mich wieder absolut vom Hocker reißen wird. 
Doch das Finale dieser eigentlich so großartigen Geschichte war schlichtweg enttäuschend. 

Es begann schon damit, dass viele Informationen, die in den vorherigen Bänden vielleicht nur nebensächlich thematisiert wurden, in diesem Buch auch als klar gegeben und selbstverständlich hingestellt wurden. Das ist vielleicht problemlos wenn man die Bücher in kurzen Zeitabständen liest, doch zwischen Band 2 und 3 lagen bei mir eben die 12 Monate des neuen Erscheinungstermins, und vieles konnte ich einfach nicht mehr einordnen oder musste es umständlich im Internet nachlesen. 

Andererseits werden aber Problematiken aus den vorherigen Büchern gar nicht aufgegriffen, und es entsteht eine ganz eigene, neue Geschichte, mit wenig Bezug zum vorherigen Verlauf, aber mit den gleichen Protagonisten. Mir hat dieses Problem, die Gefahr dieses letzten Bandes am wenigsten gefallen. Zwar ist das Wasserproblem elementar für das Überleben der Bewohner von Neu Sylum, aber die Verhandlungen und das Hin&Her zwischen Gaia und dem Protektor ziehen sich wie Kaugummi, obwohl der Leser bereits von vornherein weiß, wie das Buch ausgehen wird. Unerwartete Wendungen bleiben komplett aus.

Bis auf natürlich den "Vorschlag" den Gaia von der Enklave im Austausch für das Wasser enthält. Ich werde nicht spoilern, aber mit dieser dramatischen Wendung hätten wohl die wenigsten gerechnet. Es gibt dem Buch etwas erwachseneres, bedrohliches und hält die Spannung, die sonst eher schwerlich zu finden war. 

Auch gefällt mir die Ausarbeitung einiger Charaktere ganz besonders. Gaia zählt nicht dazu, aber gerade Leon, der Protektor oder auch die vielen Helfer in dem Buch haben einen tollen Beitrag zum Buch geleistet.

Im Endeffekt bewerte ich das Buch mit 3 Sternen. Mich hat das Finale überhaupt nicht zufrieden gestellt, sogar noch eher enttäuscht und ist in meinen Augen leider kein würdiges Ende für diese ansonsten bisher so tolle Trilogie. 
Dennoch ist es kein schlechtes Buch, das trotz einiger Hänger ganz nett ist, und zumindest das Buch auf keine 0/8/15-Art beendet.




Montag, 1. April 2013

[Rezension] Rachel Cohn - BETA

Klappentext:
Elysia ist ein Klon. Sie dient den Menschen, ohne zu fragen. Sie hat keine eigenen Bedürfnisse. Sie hat keine Gefühle. Doch die Realität sieht anders aus: Elysia hat Gefühle. Sie ist neugierig. Sie will alles erleben. Auch die Liebe. In ihrer Welt bedeutet das für einen Klon den Tod. Es sei denn, sie kann aus dem Paradies entfliehen…

Verlag: cbt | Format: Hardcover | Preis: 17,99€ | Seiten: 412 | Genre: Jugendbuch, Dystopie | Spielt in: Südsee, fiktiver Ort | Originaltitel: Ananda Series: BETA 01 | Erscheinungsdatum: Februar 2013 | ISBN: 978-3570161647

Erster Satz: 
"Sie will mich kaufen." 



Worum gehts:
Demesne ist das Paradies auf Erden- zumindest für alle die sich den Aufenthalt leisten können. Eine Insel in der Südsee, an Schönheit nicht zu übertreffen, mit gereignigter Luft und dem Höchstmaß an Entspannung. Klar, dass in diesem Paradies kein Mensch dazu verpflichtet und überredet werden kann, zu arbeiten. Um den milliardenschweren Bewohnern das Leben deshalb so unbeschwert wie möglich zu gestalten, gibt es sie: Klone. Geklonte Menschen ohne Seele und eigene Wünsche, die nicht existieren um zu fühlen, sondern um zu dienen. Ein defekter Klon, einer der aus der Reihe tanzt, der schmecken kann, fühlen kann oder wiederspricht wird umgehend ausgeschaltet.
Elysia ist ein Klon. Ein defekter Klon. Mit Erinnerungen an das Mädchen, das einmal ihr Körper war. Mit Gefühlen, und dem Wunsch nach Liebe und Freiheit. Doch auf Demesne bedeutet dies das Todesurteil für einen Klon.

Meine Meinung:
Trotz großer Vorfreude bin ich doch eher skeptisch an das Buch heran gegangen. Das Thema finde ich unglaublich faszinierend, da ich bisher noch nichts über Klone in Romanen gelesen hatte, und sehr gespannt auf die Umsetzung war. Allerdings befürchtete ich, ausgehend vom Klappentext, dass vor allem Herzschmerz und kitschige Liebesszenen die Handlung dominieren würden.

Weit gefehlt! Das Buch überzeugt von der ersten Seite an mit atemberaubender Spannung: Denn obwohl man weiß, dass das Paradies Demesne eigentlich problemlos funktionieren sollte, wenn nur jeder Klon das macht wofür er erschaffen wurde, spürt man wie ein heranziehendes Gewitter das Unheil, dass sich langsam aber unaufhaltsam über die Insel legt. Der Schein trügt, die Fassade bröckelt, und die verbotenen Gefühle die Elysia hat werden zur Zerreißprobe. Bei jedem unbedachten Satz, der ihre Wünsche verraten könnte, und bei jedem unüberlegtem Geständnis hält man innerlich den Atem an, da man sich als Leser über die möglichen Konsequenzen nur allzubewusst ist.

Die Charaktere des Buches sind auch sehr interessant gestaltet. Vor allem "Mutter" und Ivan sind Persönlichkeiten, die vielschichtig und undurchschaubar sind, während mich Tahir leider nicht überzeugen konnte. Zu vorhersehbar, zu glatt, zu schön, aber dennoch driftet die Liebesgeschichte nicht ins Kitschige ab.

Das Buch endet mit einem ziemlichen Cliffhanger und bisher ist mMn noch nicht einmal bekannt, wann der nächste Band überhaupt erscheinen wird. Jetzt heißt es also, abwarten, abwarten, abwarten.

Donnerstag, 21. Februar 2013

[Rezension] Ally Condie - Cassia & Ky, Die Ankunft (Bd. 3)

Klappentext:
Wenn jemand stirbt, den du liebst – würdest du den retten, der ihn getötet hat?
Stell dir vor, du konntest fliehen – vor dem System, das dir befohlen hat, wie du leben und wen du lieben sollst. Unter Lebensgefahr hast du deine Liebe wiedergefunden – eine Liebe, die das System töten wollte.
Jetzt willst du das System besiegen, doch dafür musst du zurück. Zurück in dein altes Leben. Zurück zu einem Geheimnis, das tief in dir verborgen ist.
Es wird alles verändern. Dein Leben. Deine Liebe.

Verlag: Fischer FJB | Format: Hardcover | Preis: 16,99€ | Seiten: 600 | Genre: Dystopie, Jugendbuch | Erscheinungsdatum: Januar 2013 | Spielt in: Fantasieland | Originaltitel: Reached | ISBN: 978-3841421517
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen. 

Erster Satz:
"Jeden Morgen geht die Sonne auf, färbt die Erde rot, und ich denke: Dies könnte der Tag sein, an dem sich alles ändert."

 

Worum geht es:
Cassia, Ky und Xander wurden getrennt und müssen ihr Leben nun, gedeckt und gestüzt durch die Erhebung, unabhängig von einander bestreiten. Kontakt ist ihnen wegen der sich immer verschlimmernden Lebensunstände der Menschen in den Provinzen nur selten möglich und auch der Preis dafür ist hoch. Cassia wird nach wie vor als Sortiererin eingesetzt, Ky arbeitet als Pilot der Erhebung und Xander ist als Medic im Krankenhaus tätig. Das ist auch bitter nötig, denn die von der Gesellschaft entwickelte und verbreitete Seuche greift immer stärker um sich, und trotz des vorhandenen Heilmittels haben die Ärzte alle Hände voll zu tun, die Erkrankten zu behandeln... Bis das Virus mutiert, und es keine Heilung mehr für die Kranken gibt. Der neue Virus rafft die Menschen dahin, versetzt sie in einen Komaartigen Zustand und macht vor niemanden Halt. Auch nicht vor Ky. 

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mir leider wirklich den letzten Nerv geraubt. Nach einem ganz gutem ersten Band und einem schwächeren aber auch noch guten zweiten Teil, war ich sehr auf das Ende der Trilogie gespannt. Voller Vorfreude habe ich mich vor über einem Monat ans Lesen gemacht, und wurde sehr sehr schnell ernüchtert. Normalerweise lese ich gute 8-9 Bücher im Monat, aber für dieses eine, 600 Seiten lange Buch habe ich jetzt sage und schreibe 5 Wochen gebraucht. Noch nie hatte ich so eine "Leseflaute", ausgelöst durch ein einziges Buch.

Der Grund dafür war der, dass es so so viele Punkte gab, die mich störten, dass ich einfach überhaupt kein Interesse am Weiterlesen hatte. Zum einen ist da der Punkt, dass bis ca. Seite 250 absolut überhaupt keine Spannung aufkommt, und die Geschichte vor sich hindümpelt ohne dass der Leser eine Ahnung hat, wohin die Reise führt. Aber das könnte ich noch verkraften, viele Bücher mit so hoher Seitenzahl haben manchmal etwas langatmige Anlaufphasen. Jedoch ist da ja noch der Schreibstil, und der ist leider unterirdisch. 
Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung liegt, aber selten habe ich so ein schlecht geschriebenes Buch gelesen. Die Sätze sind hauptsächlich sehr einfach, bestehen aus vielen vielen Hauptsätzen mit immer den gleichen Floskeln. Viel schlimmer ist aber die wechselnde Zeitform, die mich einfach irre gemacht hat. 
Teilweise innerhalb von einer Seite wechselt die Erzählzeit von Präteritum zu Präsens und wieder zurück. Beispielsweise "Ky sagte:..." Nächster Satz: "Ich setze mich zu ihm, sehe ihn an". Nächster Satz "Er stand auf, und ging davon." Einfach furchtbar.

Außerdem nicht gefallen hat mir, wie sich die Geschichte entwickelt hat. Wendungen kamen völlig aus der Luft gegriffen, passten nicht zum vorherigen oder späteren Verlauf, waren völlig konstruiert oder aber so einfach, dass es fast schon lächerlich war, wie leicht sich schwerwiegende Probleme der Menschenheit lösen lassen. 

Viel positives kann ich leider nicht sagen. Mir gefiel, wie die Geschichte zum Schluss wirklich beendet war und kaum Fragen offen ließ. Selbst unbeantwortete Fragen aus dem 2. Band wurden aufgelöst, und mehr oder weniger kommt alles zu einem Happy End. 

Lesen muss man es aber definitiv nicht. Es ist absolut kein gutes Buch. 



Freitag, 4. Januar 2013

[Rezension] James Dashner - Die Auserwählten, In der Brandwüste (Bd. 2)

Klappentext:
Sie haben einen Ausweg aus dem tödlichen Labyrinth gefunden und geglaubt, damit wäre alles vorbei. Dass sie frei sein werden und nie mehr um ihr Leben rennen müssen. Doch auf Thomas und seine Freunde wartet das Grauen: Sengende Hitze, verbranntes Land und Menschen, die von einem tödlichen Virus befallen sind. Und die undurchsichtigen Schöpfer halten noch immer die Fäden in der Hand. Damit steht den Jungen die nächste Prüfung bevor. Sie müssen innerhalb von zwei Wochen die Brandwüste durchqueren, sonst sind sie verloren.

Verlag: Carlsen | Format: Hardcover | Preis: 18,95€ | Seiten: 488 | Genre: Dystopie, Jugendbuch | Erscheinungsdatum: Juli 2012 | Spielt in: Mexiko | Originaltitel: Maze Runner, The Scorch Trials | ISBN: 978-3551520357
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen. 

Erster Satz:
"Bevor die Welt zusammenbrach, hörte Thomas etwas."



Worum geht es:

Sie dachten sie wurden gerettet vor den Leuten, die sie im Labyrinth gefangen gehalten und beobachtet haben, doch diese vermeintliche Rettung ist nur eine weitere "Variable" von ANGST, der offenbar allumfassenden und übermächtigen Regierung, die Thomas und die noch überlebenden Jungs kontrolliert. Nach der Rettung finden sie sich in einer Art Jugendherberge wieder, wiegen sich in Sicherheit, bis plötzlich ihre Retter erhangen von der Decke baumeln, und die Cranks - die mit der Seuche infizierten Menschen - an ihren Gitterfenstern hängen und sich einen Weg nach Innen bahnen wollen. Schnell wird klar, dass ANGST noch immer die Fäden zieht, und ein neues Ziel hat: Innerhalb von wenigen Tagen sollen sie die Brandwüste durchqueren und zum sicheren Hafen gelangen- dort erhalten sie Rettung. Wer es nicht schafft, den erwartet der sichere Tod. 


Meine Meinung:

Nachdem der erste Band ja wirklich unheimlich spannend geendet hat, war ich sehr gespannt darauf, was sich diese offenbar absolut skrupellose Regierung überlegt hatte, um die besten der Besten herauszufiltern. Denn das Ende des vorherigen Teils ließ ja nun doch einige Fragen offen und versprach eben so viel Spannung. 
Leider wurden meine Erwartungen dahingehend sehr enttäuscht und ich finde leider, dass dieser zweite Teil absolut nicht mit dem ersten mithalten kann. Es gab einfach viel zu viele Ungereimtheiten, viel zu viele Dinge die mich störten und generell war das Buch einfach irgendwie "überflüssig".

Denn die ganze Geschichte ist absolut zusammenhangslos, wirkt sehr sehr konstruiert und man findet nicht wirklich einen roten Faden in der Geschichte. Viel mehr ist es so, als hätte der Autor sämtliche seiner Ideen zusammengestückelt und versucht daraus eine Geschichte zu machen, ohne dabei auf Übergänge oder auch nur Sinn zu achten. Das was passiert, wird nicht wirklich erklärt wieso es passiert- es geschieht einfach. Aus dem nichts und ist eben so schnell wieder vergessen, ohne großen Eindruck auf die Jugendlichen zu hinterlassen.

Diese Jugendlichen lernt man aber so gut wie gar nicht kennen. 20 Jungs sind es zu Beginn noch, die schnell auf 11 reduziert werden, durch übertrieben brutale Angriffe und Unfälle (in denen meiner Empfindung nach nur Gewalt der Gewalt willens geschieht), ohne dass man je jemanden näher kennen lernt. Thomas kennt die Jungs nicht einmal, kennt ihre Namen nicht und trauert natürlich auch nicht um sie, wenn sie zerfetzt und getötet werden. Auch Minho und Newt aus Band 1 spielen nur noch eine Hintergrundrolle und fungieren eher als "kluge Stimme aus der Regie". 

Fazit: 

Alles in allem gebe ich dem Buch nur deshalb noch 3 Sterne, weil es sich gut lesen lässt. Man kann es sich aber eigentlich wirklich sparen zu lesen, erst recht dann, wenn man sich den tollen Eindruck des ersten Bandes nicht kaputt machen lassen will.  Der Schreibstil ist nicht überragend, die Handlung ein Witz und die Charaktere sehr sehr einseitig und flach.



Mittwoch, 2. Januar 2013

[Rezension] Ursula Poznanski - Die Verratenen (Bd. 1) + Videorezi

Klappentext:
Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich – Rias Leben könnte nicht besser sein.
Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft.
Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt.

Verlag: Loewe | Seiten: 460 | Format: Hardcover | Preis: 18,95€ | Genre: Dystopie, Jugendbuch | Spielt in: Deutschland | Erscheinungsdatum: Oktober 2012 | ISBN: 978-3-7855-7546-8 
Ihr könnt das Buch zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen

Erster Satz:
"Ich weiß, dass etwas Furchtbares passiert sein muss, als Tomma den Raum betritt."


Worum geht es:

Eleria, von allen nur Ria genannt, steht mit ziemlicher Sicherheit eine glänzende Zukunft an der Spitze der Sphären bevor. Als Schülerin an der besten aller Akademien der Sphären gehört sie selbst unter diesen elitären Jugendlichen zu den besten, und belegt in der Rangliste den 7. Platz. Ihr Schwerpunkt und ihre absolute Stärke ist das Erkennen, Deuten und eigene Einsetzen von Körpersprache, zum Zwecke der Pläne der Regierung der Sphären. Und auch ihr Freund, Aureljo, Platz 1 der Rangliste, wird einmal eine - wenn nicht die - führende Position in der Politik der Sphäre einnehmen. Sie sind die besten der Besten, doch auch ein so makelloses Leben, ist nicht frei von Problemen.
Denn Ria belauscht zufällig ein Gespräch, in welchem deutlich wird dass es sechs Jugendliche an der Akademie gibt, die die Sphären verraten wollen, und deshalb so schnell wie möglich eliminiert werden müssen. Unter den Verrätern sind die Nummer 1 und auch die Nummer 7, und plötzlich bröckelt die Welt, von der sie glaubte sie sei sicher, gerecht und perfekt und wird zu einer Welt in der sie niemanden mehr trauen kann, in der sie flüchten muss vor allem was sie kannte, in eine Welt die vor Gefahren schier überläuft, und immer mit ihrem möglichem Tod im Nacken.


Meine Meinung:

Wer bereits andere Bücher von Ursula Poznanski gelesen hat, weiß ja bereits um ihren grandiosen Schreibstil und um die Wortgewalt, mit der sie es schafft, den Leser förmlich an ihr Buch zu fesseln. Doch ob sie es auch schaffen würde, eine Dystopie zu schreiben, die mir als aaaabsoluten Dystopien- Junkie gefällt, die es nicht schon 100 Mal in ähnlicher Form (gerade in diesem Dystopienjahr 2012) gab oder die einfach völlig bei den Haaren herbei gezogen ist, blieb für mich ersteinmal fragwürdig. Zumal mich dieses doch eher unscheinbare Cover nicht gerade angesprochen hat.
Aber alle Sorge war umsonst, denn auch mit diesem Buch hat die Autorin es geschafft, mich zu packen und es zu einer der besten Dystopien werden lassen, die ich in den vergangenen Monaten gelesen habe. 

Die Welt in der Ria und ihre Freunde leben ist nämlich nicht - im Gegensatz zu vielen anderen Dystopien - an den Haaren herbei gezogen, sondern erschreckender Weise absolut vorstellbar und greifbar. Einerseits mag es daran liegen, dass die ganze Geschichte in Deutschland und Österreich spielt, andererseits daran, dass wir alle ja besten über die heute drohenenden Klimakatastrophen und ihre Folgen wissen. Die Basis dieser Welt ist also gut erklärt, und auch die Sphären mit ihren privilegierten Bewohnern und die "primitiven" Außenbewohner sind sehr real.

Auch die Charaktere des Buches gefallen mir seeehr sehr gut. Ria handelt ihrem Alter angemessen (ein Fakt, den ich bei vielen anderen Büchern, in denen die 15jährigen Protagonisten wie Erwachsene handeln und denken, kritisiere und mich stört) und ist dabei sowohl sympathisch als auch "echt". Ebenso die anderen Jugendlichen- alle sehr unterschiedlich, und damit umso interessanter für die Geschichte, da die vielen verschiedenen Ansichten auch für gehörig Konfliktpotential sorgen und die Geschichte spannend machen.

Alles in allem ist die ganze Story absolut aufregend, rasant und gefährlich. Man taucht direkt ein, hält den Atem an, weil man das Gefühl hat, dass einem selbst als Leser der Tod ständig im Nacken sitzt, und die Tatsache, dass mit diesem Auftakt der Trilogie noch nicht klar ist, wieso die 6 getötet werden sollen, macht das ganze noch viel spannender- auch wenn die Wartezeit auf den nächsten Band jetzt vermutlich wieder unerträglich lang wird.