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Freitag, 10. Februar 2012

Walter Moers - Die Stadt der träumenden Bücher

Klappentext:
Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterläßt er seinem Schützling nur wenig mehr als ein Manuskript. Dieses aber ist so makellos, daß Mythenmetz sich gezwungen sieht, dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher. Als der Held sie betritt, ist es, als würde er die Tür zu einer gigantischen Buchhandlung aufreißen. Er riecht den Anflug von Säure, der an den Duft von Zitronenbäumen erinnert, das anregende Aroma von altem Leder und das scharfe, intelligente Parfüm von Druckerschwärze. Einmal in den Klauen dieser buchverrückten Stadt, wird Mythenmetz immer tiefer hineingesogen in ihre labyrinthische Welt, in der Lesen noch eine wirkliche Gefahr ist, in der rücksichtslose Bücherjäger nach bibliophilen Schätzen gieren, Buchlinge ihren Schabernack treiben und der mysteriöse Schattenkönig herrscht.  

Das Buch ist 2007 im Piper Verlag erschienen, hat 464 Seiten und kostet 24,99€ als gebundenes Buch.
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen 

 

Worum geht es:
Der Klappentext ist hier eigentlich sehr schön: Hildegunst beschließt nach dem Tod seines Dichtpaten Danzelot nach Buchhaim, der Sagenumwobenen Bücherstadt, zu reisen, um einen Dichter zu finden, deren Namen er zwar noch nicht kennt, dessen Werk ihn aber komplett umgehauen hat. Kaum angekommen ist er auch schon mittem im Sog der Bücher, und muss feststellen, dass längst nicht jede Seite Buchhaims eine schön beschriebene ist..

Meine Meinung: 
Ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich unfairerweise mit sehr sehr hohen Erwartungen an das Buch rangetreten bin. Ich habe bisher nur super tolles darüber gehört, und war mir sicher, dass es mich von der ersten Seite an vom Hocker hauen wird. Dem war aber leider nicht so. Die ersten 60 Seiten waren extrem langatmig, und hätte es nicht so viele tolle Bewertungen, hätte ich das wohl auch schon abgebrochen. Das Ende finde ich auch ziemlich fad und übertrieben in die Länge gezogen.

Dafür kann der Mittelteil aber einiges rausreißen. Hat man sich erst einmal in der Welt von Hildegunst zurecht gefunden, kann man die Bücher um ihn herum quasi riechen. Mit jedem Abenteuer das er meistern muss, versinkt man tiefer in der Geschichte, und plötzlich sind Buchlinge und lebende Bücher etwas völlig alltägliches. Apropos die Buchlinge: Oh Gott. Ich möchte einen haben. Die sind ja soooooo süß ♥

Und dann darf man natürlich nicht die tollen Illustrationen von Walter Moers außer Acht lassen. Ich war richtig enttäuscht, wenn man über 5 Seiten keine kam. So liebevoll gezeichnete Bilder, in denen man immer wieder was neues kleines entdecken konnte, witzige Details oder Figuren die man sich sonst gar nicht so hätte vorstellen können- Wahnsinn.

Ich denke übrigens nicht, dass es ein Buch für Kinder oder jüngere Jugendliche ist, trotz des phantasievollen Themas und der niedlichen Bilder. Aber zwischenzeitig ist es doch recht brutal und gruselig :)







Donnerstag, 19. Januar 2012

Emma Donoghue - Raum

Klappentext
 Auch seinen fünften Geburtstag feiert Jack in Raum. Raum hat eine immer verschlossene Tür, ein  Oberlicht und ist zwölf Quadratmeter groß. Dort lebt der Kleine mit seiner Mutter. Dort wurde er auch  geboren. Jack liebt es fernzusehen, denn da sieht er seine »Freunde«, die Cartoonfiguren. Aber er weiß, dass die Dinge hinter der Mattscheibe nicht echt sind – echt sind nur Ma, er und die Dinge in Raum. Bis der Tag kommt, an dem Ma ihm erklärt, dass es doch eine Welt da draußen gibt und dass sie versuchen müssen, aus Raum zu fliehen …

Das Buch ist im Pieper Verlag erschienen, hat 409 Seiten und kostet 19,99€ als Hardcover
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen 

  

Worum geht es:
Stell dir vor, deine ganze Welt ist 15qm groß. Stell dir vor, du kennst nur 2 Personen. Stell dir vor, du bist 5 Jahre alt, heißt Jack, und weißt nicht, dass es noch eine Welt außerhalb von Raum gibt. Alles was es sonst noch gibt, das was man im Fernseher sieht, ist nicht echt. Es ist eben nur Fernseher. Das ist ja wohl ganz klar. Tiere sind Fernseher, Spielzeug ist Fernseher, Kinder sind Fernseher. Nur Jack, und Ma und Old Nick, die sind in echt. 
Stell dir vor, du bist 5 Jahre alt, und bist plötzlich nicht mehr in Raum.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist so packend, traurig und beängstigend, dass ich es in nicht einmal 24h durchgelesen habe, es weggelegt habe, und nicht mehr schlafen konnte. Weil alles, an das ich denken konnte war "Wie viele gibt es noch, in Raum?".

Ersteinmal, bevor ich noch mal kurz auf meine Meinung eingehe, möchte ich aber was sagen. Ich habe jetzt schon viele Rezensionen zu diesem Buch gesehen und gelesen, und eine Sache war dabei, die oft zu "Punktabzug" oder schlechteren Kritiken führte. Bemängelt wurde regelmäßig der Sprachstil: "Zu kindisch", "keine Artikel, dadurch wird das lesen erschwert" etc. Ich persönlich denke aber, dass das ganz genau so gewollt ist, und kein Ausdruck eines kindlichem Sprachniveaus ist. Viel mehr kam es bei mir so an, das "Raum, Zudeck und Schrank" Freunde, Vertraute für Jack waren, und genauso spricht er eben auch über sie. Ich spreche meine Freunde auch ganz selten mit "Die Mama", "der Schatz" an. Das hat dem Buch irgendwie sowas trauriges gegeben, teilweise konnte ich es gar nicht richtig ertragen, was die beiden dort durchmachen.

Generell war die ganze Situation so beklemmend, ich bin ernsthaft einmal gucken gegangen ob meine Tür noch einwandfrei funktioniert, weil diese Enge die Jack gewohnt ist, seine Mutter aber gequält so so greifbar ist. 

Ich verrate nicht zu viel, der Klappentext sagt es ja ohnehin schon, gelingt den beiden dann eben die Flucht, und obwohl man weiß dass es für Sharon, also Jacks Ma, die Erlösung ist, sieht man auch die Panik und Abgrenzung von Jack, von dieser Welt da draußen.

Ihr seht, das Buch hat mich wirklich sehr berührt.


Sonntag, 11. Dezember 2011

Sara Douglass - Der Herr des Traumreichs

 Klappentext:
In einem düsteren Bergwerk bauen Sträflinge das kostbare Glomm ab, das dem Land zu Macht und Reichtum verhilft. Der Heiler Garth hat seinen jährlichen Dienst angetreten, um verletzte Gefangene zu versorgen. Dabei entdeckt er, daß einer der Sklaven auf der vernarbten Schulter eine Tätowierung trägt: das mythische Königsmal. Kein Zweifel - dieser Mann ist Maximilian, der längst für tot erklärte Kronprinz. Von Stund an kennt Garth nur ein Ziel: Er muß den Gefangenen befreien und ihm zu seinem Erbe verhelfen. Zurück aus den Minen, bietet ihm ein Fremder auf dem Markt von Narbon ein Medaillon an - und die Ereignisse überschlagen sich ...

Erschienen ist es im Piper Verlag, kostet 9,95€ und hat 396 Seiten.
Kaufen könnt ihr das Buch z.B. *hier* bei Amazon 

  

Ich finde dieses Märchen möchte ich schon fast sagen, einfach umwerfend. Ich habe das Buch inzwischen schon mehr als einmal gelesen, weil es einfach eine schöne Geschichte für verregnete Nachmittage ist. 
Garth's Vater ist Heiler, und einmal jährlich müssen die Heiler in die Glommmienen reisen und dort die Gefangenen behandeln. Dies sind Verbrecher, oder einfach nur nicht gern gesehene Menschen für die Obrigkeit, die dort hinverfrachtet werden um sich zu Tode zu arbeiten, in dem sie unaufhörlich das Glomm abbauen. Garth, der über die heilenden Hände verfügt begleitet seinen Vater in diesem Jahr erstmalig und trifft im Bergwerk auf einen jungen Mann, der nur der verschwundene Königssohn Maximilian sein kann- doch dieser streitet alles ab.
Garth kann an nichts anderes mehr denken, reist im nächsten Jahr erneut hin und versucht herauszufinden was es mit dem eigenartigen Mann auf sich hat, der Maximilian sein muss, es aber nicht zu sein scheint. Mit Hilfe seiner Freundin Ravenna, die die Träume beeinflussen kann, begibt Garth sich auf die gefährliche Expedition.

Ein Buch zum Träumen, das ein in fremde Welten verleitet und wunderschön ist.