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Samstag, 5. Oktober 2013

Marie Lu - Legend, Schwelender Sturm (Bd. 2)

Klappentext:
Der Zweck heiligt die Mittel, oder? Den einen Menschen loszuwerden, der die Verantwortung für dieses ganze verfluchte System trägt, scheint mir ein ziemlich kleiner Preis dafür zu sein, eine Revolution in Gang zu setzen. Auf der Flucht vor der Republik schließen sich June und Day den Patrioten an, um Days Bruder zu retten und in die Kolonien zu entkommen.Doch die Patrioten fordern eine Gegenleistung: June und Day sollen Anden, den neuen Elektor, töten. Eine Tat, die all dem Unrecht und der brutalen Unterdrückung ein Ende bereiten könnte .Als June jedoch begreift, dass der neue Elektor ganz anders ist als sein Vorgänger, beginnt sie zu zweifeln:Was, wenn Anden einen neuen Anfang darstellt? Was, wenn politische Veränderung nicht unbedingt Tod, Vergeltung und Gewalt bedeuten muss? Was, wenn die Patrioten falsch liegen?

Verlag: Loewe | Preis: 17,95€ | Seiten: 442 | Genre: Dystopie, Jugendbuch | Spielt in: USA | Originaltitel: Patriots | Erscheinungstermin: September 2013 | ISBN: 978-3785573952

Erster Satz:
"Neben mir schreckt Day aus dem Schlaf hoch."



Worum geht es:
Day und June sind auf der Flucht. Auf der Flucht vor den Schergen der Republik, die nur eines wollen: Endlich Day schnappen, um zu verhindern dass das Volk bemerkt, dass nicht Day sondern sein Bruder John hingerichtet wurde. Doch die beiden entwischen ihren Häschern und schaffen es unentdeckt zu den Patrioten zu gelangen. Mit wenig Hoffnung auf Hilfe erreichen sie die "geheimen Räume" der Patrioten, doch ihnen ist eine ganz besondere Aufgabe zugedacht worden. Day und June sollen helfen, die Regierung zu stürzen und den Elektor zu beseitigen. Die beiden trennen sich, in Erwartung ihres Planes - doch dann ändert sich die Situation schlagartig...

Meine Meinung:
Den ersten Teil der Dystopie mochte ich ja prinzipiell ganz gerne, auch wenn ich nie auf diesen riesigen "Fanhype - Zug" aufgesprungen bin. Die positiven Kritiken haben sich damals ja überschlagen, doch ich als großer Anhänger von Dystopien, habe in dem ersten Band nichts weiter als eine durchschnittlich gute Dystopie, mit Standarthandlung und Standartcharakteren sehen können. Um ganz ehrlich zu sein, das ändert sich auch jetzt nicht in Band 2. Die Geschichte wirkt weiterhin wie aus "Grundbausteinen einer Dystopie" zusammengesetzt, mit dem gutaussehenden Rebell, der kämpferischen ehemaligen Republikanhängerin, dem System dass nicht so gut ist, wie es scheint, und den Menschen den man scheinbar trauen kann, sich aber doch als die Falschen erweisen. Alles schon hundert mal da gewesen, alles nichts neues. Und dennoch konnte mich der zweite Teil bei weitem mehr begeistern als Band 1. Denn endlich werden die Charaktere greifbarer, realistischer und bewegen sich nicht mehr in ihrer rosa Zuckerwatte- Welt in der sich die Schöne und das Biest verlieben, trotz aller Widrigkeiten. 
Es wird viel plastischer, denn beide fangen an ihre Gedanken und Gefühle in Frage zu stellen - so wie es jeder normale Mensch machen würde, reflektieren die Situation in der sie sich befinden viel mehr, und begehen endlich auch Fehler, die sich nicht durch einen romantischen Kuss im Trümmerfeld ungeschehen machen lassen.
Was mich aber vor allen Überzeugen konnte, da die Story an sich wie gesagt eher schwach ist, ist der tolle Schreibstil. Die Autorin lässt die ganze Szenerie absolut plastisch werden, drückt sich toll aus und erschafft eine Welt, die vorstellbar und Menschen die realistisch sind.
Fazit: Für mich ist es nach wie vor nicht DIE Dystopie, die man gelesen haben muss, aber dennoch eine durchaus solide Geschichte, bei der ich mich auf den nächsten Band freue. 

 

Montag, 3. September 2012

[Rezension] Marie Lu - Legend, Fallender Himmel

Klappentext:
Eine Welt der Unterdrückung. Rachegefühle, die durch falsche Anschuldigungen genährt werden. Und Hass, dem eine grenzenlose Liebe entgegentritt. Dies ist die Geschichte von Day und June. Getrennt sind sie erbitterte Gegner, aber zusammen sind sie eine Legende! Der unbändige Wunsch nach Rache führt June auf Days Spur. Sie, ausgebildet zum Aufspüren und Töten von Regimegegnern, erschleicht sich sein Vertrauen. Doch Day, der meistgesuchte Verbrecher der Republik, erweist sich als loyal und selbstlos angetrieben von einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn. June beginnt, die Welt durch seine Augen zu sehen. Ist Day tatsächlich der Mörder ihres Bruders? Fast zu spät erkennt June, dass sie nur eine Spielfigur in einem perfiden, verräterischen Plan ist.

Verlag: Loewe | Format: Hardcover | Preis: 17,95€ | Seiten: 368 | Erscheinungstermin: 10.09.2012 | Genre: Dystopie, Jugendbuch | empfohlenes Alter: ab 14 | ISBN: 978-3785573945
Ihr könnt das Buch z.B. *hier* bei Amazon bestellen.




Worum geht es:

Days Mutter denkt, dass ihr mittlerer Sohn tot ist, doch Day behält seine Mutter und die beiden Brüder ständig im Auge, und versorgt sie heimlich mit lebensnotwendigen Utensilien. Bei einem seiner allabendlichen "Besuche" zu Hause, wird er Zeuge wie die Soldaten der Republik die Haustür seiner Familie als verseucht kennzeichnen. Sein kleiner Bruder Eden ist von einem unbekannten Virus befallen, doch Seuchenhemmer oder gar Gegenmittel sind nahezu unbezahlbar teuer. Um dennoch an die Medizin zu gelangen, steigt er in ein Regierungsgebäude ein, um zu stehlen, was so dringend benötigt wird. Ein Fehler. Denn Day gehört zu den meistgesuchteste Verbrechern der Republik, und bei diesem Mal läuft nicht alles glatt. Deshalb wird June, das Wunderkind, auf ihn angesetzt und beginnt undercover zu ermitteln, mit nur einem Ziel: Day schnappen.


Meine Meinung:

Ich muss ganz ehrlich sagen, hätte ich mir den Klappentext in einer Buchhandlung gelesen, hätte ich das Buch mit Sicherheit zur Seite gelegt und es mir definitiv nicht gekauft. Denn diese Kurzbeschreibung klingt so gewollt heldenhaft, dass mich diese Formulieren schlicht und einfach abgeschreckt hätte. "Hass, dem grenzenlose Liebe entgegentritt"? Im Ernst? Diese Formulierenung könnte einem Rosamunde-Pilcher-Roman entstammen, trifft den Kern dieser Geschichte aber nicht im geringsten.

Stattdessen lernt man hier eine Welt kennen, die Republik Amerika im Jahre 2130, in der ein Test im Alter von 10 Jahren, über das weitere Leben der Kinder entscheidet, über Armut oder Karriere. Ein Land, dass im Krieg liegt mit dem umliegenden Kolonien, und ein Land, in welchem gegen Kritiker, Aufständische und Kriminelle sehr hart durchgegriffen wird. Die geschilderte Szenerie hat mir sehr gut gefallen, und mit ein bisschen schwarzmalerischer Fantasie ist so ein System auch nicht so sehr abwegig. Teilweise wurde mir aber seitens der handelnden Personen zu wenig hinterfragt bzw. von der Autorin zu wenig erklärt, wieso manche Dinge passieren, wie sie passieren. 

Die Charaktere in solchen Büchern bereiten mir manches Mal Schwierigkeiten. Ich lese ja unheimlich gerne Dystopien, aber wenn eine Liebesgeschichte im Vordergrund steht, weiß ich meistens schon im Voraus dass sie mir zu unrealistisch und zu einfach sein wird. Und genau das ist auch eingetreten. Sie trifft ihn, verliebt sich, es gibt Probleme die sie eigentlich zerrütten müssten, tun sie auch - kurzfristig- und dann ist alles wieder prima, und alle lieben sich innig. Mir ist das zu wenig und einfach viel zu unrealistisch. June ist auch eine Person, die ich zumindest nur wenig mag, im Gegensatz zu Day (und vor allem Tess), die ganz toll gezeichnet finde. Ihre Handlungen sind nachvollziehbar, ihre Gedankengänge realitätsnah. Bei June fehlt mir das manchmal. Zum Beispiel als sie Day als Day erkennt (woran? An der einen typischen Bewegung?). 

Aber das Buch ist super spannend geschrieben, nach einem allerdings etwas zähen Anfang, und in dem für Jugendbücher typischen Schreibstil geschrieben, der einen einfach fesselt. Der erste Teil ist in sich zwar abgeschlossen, aber das Buch ist der Auftakt zu einer Trilogie, und ich freue mich schon jetzt auf den zweiten Teil, und bin gespannt wie es weitergehen wird!