Montag, 3. September 2012

[Rezension] Marie Lu - Legend, Fallender Himmel

Klappentext:
Eine Welt der Unterdrückung. Rachegefühle, die durch falsche Anschuldigungen genährt werden. Und Hass, dem eine grenzenlose Liebe entgegentritt. Dies ist die Geschichte von Day und June. Getrennt sind sie erbitterte Gegner, aber zusammen sind sie eine Legende! Der unbändige Wunsch nach Rache führt June auf Days Spur. Sie, ausgebildet zum Aufspüren und Töten von Regimegegnern, erschleicht sich sein Vertrauen. Doch Day, der meistgesuchte Verbrecher der Republik, erweist sich als loyal und selbstlos angetrieben von einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn. June beginnt, die Welt durch seine Augen zu sehen. Ist Day tatsächlich der Mörder ihres Bruders? Fast zu spät erkennt June, dass sie nur eine Spielfigur in einem perfiden, verräterischen Plan ist.

Verlag: Loewe | Format: Hardcover | Preis: 17,95€ | Seiten: 368 | Erscheinungstermin: 10.09.2012 | Genre: Dystopie, Jugendbuch | empfohlenes Alter: ab 14 | ISBN: 978-3785573945
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Worum geht es:

Days Mutter denkt, dass ihr mittlerer Sohn tot ist, doch Day behält seine Mutter und die beiden Brüder ständig im Auge, und versorgt sie heimlich mit lebensnotwendigen Utensilien. Bei einem seiner allabendlichen "Besuche" zu Hause, wird er Zeuge wie die Soldaten der Republik die Haustür seiner Familie als verseucht kennzeichnen. Sein kleiner Bruder Eden ist von einem unbekannten Virus befallen, doch Seuchenhemmer oder gar Gegenmittel sind nahezu unbezahlbar teuer. Um dennoch an die Medizin zu gelangen, steigt er in ein Regierungsgebäude ein, um zu stehlen, was so dringend benötigt wird. Ein Fehler. Denn Day gehört zu den meistgesuchteste Verbrechern der Republik, und bei diesem Mal läuft nicht alles glatt. Deshalb wird June, das Wunderkind, auf ihn angesetzt und beginnt undercover zu ermitteln, mit nur einem Ziel: Day schnappen.


Meine Meinung:

Ich muss ganz ehrlich sagen, hätte ich mir den Klappentext in einer Buchhandlung gelesen, hätte ich das Buch mit Sicherheit zur Seite gelegt und es mir definitiv nicht gekauft. Denn diese Kurzbeschreibung klingt so gewollt heldenhaft, dass mich diese Formulieren schlicht und einfach abgeschreckt hätte. "Hass, dem grenzenlose Liebe entgegentritt"? Im Ernst? Diese Formulierenung könnte einem Rosamunde-Pilcher-Roman entstammen, trifft den Kern dieser Geschichte aber nicht im geringsten.

Stattdessen lernt man hier eine Welt kennen, die Republik Amerika im Jahre 2130, in der ein Test im Alter von 10 Jahren, über das weitere Leben der Kinder entscheidet, über Armut oder Karriere. Ein Land, dass im Krieg liegt mit dem umliegenden Kolonien, und ein Land, in welchem gegen Kritiker, Aufständische und Kriminelle sehr hart durchgegriffen wird. Die geschilderte Szenerie hat mir sehr gut gefallen, und mit ein bisschen schwarzmalerischer Fantasie ist so ein System auch nicht so sehr abwegig. Teilweise wurde mir aber seitens der handelnden Personen zu wenig hinterfragt bzw. von der Autorin zu wenig erklärt, wieso manche Dinge passieren, wie sie passieren. 

Die Charaktere in solchen Büchern bereiten mir manches Mal Schwierigkeiten. Ich lese ja unheimlich gerne Dystopien, aber wenn eine Liebesgeschichte im Vordergrund steht, weiß ich meistens schon im Voraus dass sie mir zu unrealistisch und zu einfach sein wird. Und genau das ist auch eingetreten. Sie trifft ihn, verliebt sich, es gibt Probleme die sie eigentlich zerrütten müssten, tun sie auch - kurzfristig- und dann ist alles wieder prima, und alle lieben sich innig. Mir ist das zu wenig und einfach viel zu unrealistisch. June ist auch eine Person, die ich zumindest nur wenig mag, im Gegensatz zu Day (und vor allem Tess), die ganz toll gezeichnet finde. Ihre Handlungen sind nachvollziehbar, ihre Gedankengänge realitätsnah. Bei June fehlt mir das manchmal. Zum Beispiel als sie Day als Day erkennt (woran? An der einen typischen Bewegung?). 

Aber das Buch ist super spannend geschrieben, nach einem allerdings etwas zähen Anfang, und in dem für Jugendbücher typischen Schreibstil geschrieben, der einen einfach fesselt. Der erste Teil ist in sich zwar abgeschlossen, aber das Buch ist der Auftakt zu einer Trilogie, und ich freue mich schon jetzt auf den zweiten Teil, und bin gespannt wie es weitergehen wird! 



1 Kommentar:

  1. Das Buch hört sich interessant an. Aber dein Kritikpunkt mit der unzugänglichen Charakterin schreckt mich etwas ab.
    Hast du eigentlich schon Renegade gelesen? Das könnte vielleicht auch so ein Buch sein, dass dir gefällt.

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