Montag, 8. April 2013

[Rezension] Richard Mason - Die geheimen Talente des Piet Barol

Klappentext:
Piet Barol kommt 1907 als Hauslehrer nach Amsterdam. Mittellos, aber gesegnet mit außergewöhnlich gutem Aussehen, scharfem Verstand und unwiderstehlichem Charme erobert er die Familie des reichen Hoteliers Vermeulen-Sickerts im Sturm. Vor allem Jacobina, die Frau des Hausherrn, entdeckt schon bald Piets Talente der besonderen Art. Sein eigentliches Ziel aber ist es, in Amerika sein Glück zu machen – und das stellt den ehrgeizigen jungen Mann vor manche unerwartete Herausforderung.

Verlag: C. Bertelsmann | Format: Hardcover | Preis: 19,99€ | Seiten: 320 | Genre: Schicksal, Erotik, Historischer Roman | Spielt in: Niederlande, Amsterdam | Originaltitel: History Of A Pleasure Seeker | Erscheinungstermin: März 2013 | ISBN: 978-3570101360

Erster Satz:
"Die Abendteuer seiner Jugend hatten Piet Barol gelehrt, dass es die meisten Frauen und viele Männer ihn über die Maßen attraktiv fanden."




Worum geht es:

Aus der Leidener Provinz wagt Piet Barol den Schritt in sein eigenes Leben. Gesegnet mit einem guten Empfehlungsschreiben, passablen Musik- und Sprachkenntnissen und einem umwerfenden Aussehen, bewirbt er sich mit großen Hoffnungen auf eine Hauslehrerstelle bei der in Amsterdam hoch geschätzten und schwerreichen Familie Vermeulen-Sickerts. Mit der richtigen Portion Charme und Dreistigkeit kann er den Job schnell ergattern, und genießt ein Leben voller Luxus- trotz seiner eigentlichen Angestellenstellung. Zu verdanken hat er das der Hausherrin, Jacobina, die schnell großen Gefallen an dem jungen Mann findet.
Doch Piets Pläne sind andere. Er will nicht in Amsterdam versauern. Sein Ziel ist es, die Welt zu entdecken.


Meine Meinung:

Um ehrlich zu sein, bin ich nicht sehr neutral an das Buch heran gegangen. Angezogen von dem schönen Cover und dem einigermaßen interessant klingenden Rückentext, habe ich eher eine seichte, mittelmäßige Lektüre erwartet, die sich schnell lesen lässt, die man aber ebenso schnell wieder vergisst.
Doch dank des unglaublich schönen Schreibstils, der plätschernden Sprache und der Ausgestaltung der Szenen, Menschen und Orte war ich schnell gefangen in der Welt von Piet Barol im anfangenden 20. Jahrhundert. Dank dieser bildhaften aber nicht zu ausschmückenden Sprache, sieht man sich bald selbst als stillen Beobachter, in den Zigarrenrauch verhangenen Räumen der Oberschicht von Amsterdam, umgeben von Luxus und Anstand. 

Allerdings fängt Piet sehr schnell an, die Familie "aufzumischen". Und trotz der dezenten Hinweise im Klappentext, habe ich nicht mit den erotischen Elementen des Buches gerechnet. Piet ist ein Womanizer, der es versteht, die Frauen mit seinem tollen Aussehen und seiner charmanten Art zu beeindrucken - und ich wäre ihm sicherlich auch verfallen - und zeigt vor allem schnell großes Interesse an der Frau seines Hausherren. Die erotischen Momente zwischen ihnen sind schon sehr heiß, aber in keinster Weise ordinär oder unangebracht. Viel eher unterstreichen sie noch die Glaubhaftigkeit von Piet in seiner Rolle als heimlicher Liebhaber. 

Auch sonst lässt die Spannung nicht zu wünschen übrig. Natürlich ist es kein Actiongeladener Psychothriller, aber dennoch kam bei mir zu keiner Zeit Langeweile auf. Mir großem Interesse hab ich den Werdegang von Piet verfolgt, und war immer ein bisschen neidisch, nicht selbst an den Schauplätzen dabei sein zu können. Es liegt während des ganzen Lesens ein ganz besonderer Zauber in der Luft, der mich wieder daran erinnert hat, wieso ich mich so gerne von historischen Romanen gefangen lassen nehme.



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