Freitag, 5. April 2013

[Rezension] Sebastian Fitzek - Der Nachtwandler

Klappentext:
In seiner Jugend litt Leon Nader an Schlafstörungen. Als Schlafwandler wurde er während seiner nächtlichen Ausflüge sogar gewalttätig und deswegen psychiatrisch behandelt. Eigentlich glaubte er geheilt zu sein - doch eines Tages, Jahre später, verschwindet Leons Frau unter unerklärlichen Umständen aus der gemeinsamen Wohnung. Ist seine Krankheit etwa wieder ausgebrochen? Um zu erfahren, wie er sich im Schlaf verhält, befestigt Leon eine bewegungsaktive Kamera an seiner Stirn – und als er am nächsten Morgen das Video ansieht, macht er eine Entdeckung, die die Grenzen seiner Vorstellungskraft sprengt: Sein nächtliches Ich steigt durch eine ihm völlig unbekannte Tür hinab in die Dunkelheit …

Verlag: Knaur | Seiten: 320| Preis: 9,99€ | Format: Taschenbuch | Genre: Thriller | Spielt in: (irgendwo in) Deutschland | Erscheinungsdatum: März 2013 | ISBN:  978-3426503744

Erster Satz:
"Der Patient war noch keine halbe Stunde auf der Station, und schon machte er Ärger."


tolle, aber beim Lesen leider seeehr unpraktische Aufmachung


Worum geht es:

Noch mitten gefangen in einem Albtraum, aus dem er einfach nicht aufwachen kann,  fällt Leon Nader nur wenige Augenblicke später in einen tatsächlichen, und leider sehr realen Albtraum: Seine Frau kniet vor ihm, hektisch ihre Kleidung einpackend, auf dem Weg die gemeinsame Wohnung fluchtartig zu verlassen. Und aufs schlimmste misshandelt. Leon versteht die Welt nicht mehr, und die letzten Worte seiner Freundin vor dem Verlassen der Wohnung deuten darauf hin, dass er selbst seiner Frau diese Qualen zugefügt hat- ohne das er sich auch nur bruchstückenhaft daran erinnern könnte.
Schnell drängt sich ihm eine Frage auf: Hat er tatsächlich wieder angefangen zu schlafwandeln? Und ist er in dieser Zwischenphase zwischen wach und schlafen zu einer brutalen Bestie geworden? Leons einzige Chance ist sich nachts selbst zu überwachen. Und war er da zu sehen bekommt sprengt die Grenzen seiner Vorstellungskraft.

Meine Meinung: 

Ich bin ein bekennender Fitzek-Fan der ersten Stunde. Bisher habe ich alle seine Bücher gelesen und bis auf eine Ausnahme, waren es für mich auch immer absolute Highlights mit denen mich Sebastian Fitzek faszinieren und fesseln konnte.  Umso gespannter war ich nun auf seinen neusten Roman, der eine Krankheit thematisiert, die ich in Thrillern immer wieder spannend finde.

Damit möchte ich gleich zu einem Kritikpunkt kommen, der sich nicht an das Buch richtet, sondern an all die anderen Rezensenten, deren teilweise vernichtende Rezensionen ich schon gelesen habe: Ganz ehrlich? Wie kann man denn kritisieren, dass das Thema "Schlafwandeln" nur kopiert sei und somit ein Abklatsch von Büchern wie Stigma o.Ä. Das wäre doch genau das gleiche, als würde man alle Bücher über einen Kamm scheren und sagen: "Da verlieben sich 2 Männer in eine Frau, und sie muss sich entscheiden. Alles nur kopiert und schon einmal da gewesen.". Lächerlich. Das Rad lässt sich nunmal nicht komplett neu erfinden, und ich habe viele der beispielhaft angeführten Bücher gelesen, und sehe keine Kopien bereits vorhandener Romane und Thriller in "Der Nachtwandler".

 Mir persönlich hat das Buch unglaublich gut gefallen, und war meiner Meinung nach auch ein ganz typischer Fitzek Roman. Man weiß von Anfang an, dass es nicht so sein kann, wie es scheint, dass es irgendwelche unerwarteten Endungen geben wird, und dennoch war das Ende natürlich trotzdem überraschend. Die ganze Zeit während des Lesens baute sich eine unterschwellige Spannung auf, die mir teilweise echte Schauer über die Rücken gejagt hat. Man konnte sich einfach nicht mehr sicher sein, wem man trauen und was man glauben darf. Leon Nader selbst weiß die Situation ja nicht mehr einzuschätzen, und verwirrt einen als Leser damit noch zusätzlich.
Das Buch lebt einfach viel mehr von der Vorstellungskraft und von dem Verwirrspiel als von Brutalität und Blutvergießen, wird dadurch aber nicht weniger grausam.

Dennoch vergebe ich keine 5 Sterne. Denn was mir das Buch ein klein wenig verdorben hat, war der - in meinen Augen- komplett an den Haaren herbei gezogene Schluss. Hätte man nur das letzte Kapitel vor dem Epilog weggelassen, hätte ich 5 Sterne gegeben. Doch die Aufklärung des Falles durch eine der handelnde Personen (wer das Buch gelesen hat, weiß wen ich meine), fand ich einfach nur unglaubwürdig. Schade, da hätte man durchaus ein besseren Abschluss finden können und schlichtweg ein Kapitel eher aufhören können, mit einem offenen Ende. 







4 Kommentare:

  1. Ich fand das Ende auch etwas unpassend. Thematik und Story fand ich allerdings mal wieder genial, ich bin inzwischen süchtig nach Fitzek und du hast mich angefixt. :D

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    1. hihihih, das freut mich :)

      jaaa, das Ende.. Also was da passiert ist bei ihm :D

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  2. Schön, dass du dich kritisch zu dem "kopiert" Thema äußerst. Ich hasse sowas ja immer...so what, in nem Buch gehts um Zaubern und in nem andern auch? Das ist mir ganz gleich :D
    Nachwandler möchte ich sooo gern lesen, aber find die Fitzekromane auch immer sooo gruselig :O

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    1. hihihi, ach bist du süß :) ich find die gar nicht sooo gruselig. Eher spannend-schaurig :D

      Jaa, mich nervt dieses Vergleichen immer so extrem. Wenn die Handlung gleich verläuft, okay. Wenns extreme Parallen zu anderen Büchern gibt (wie bei "Plötzlich Fee" damals total o.O) versteh ich das, aber es gibt soo so viele Rezensionen, die das Buch zerreißen, nur wegen des Themas "Nachtwandeln", dass ichs einfach echt schon völlig aus der Luft gegriffen und wahllos finde..

      Tse tse tse :D

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