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Dienstag, 3. September 2013

[Rezension] Mathias Malzieu - Metamorphose am Rande des Himmels

Klappentext:
Ein phantastisches Märchen über die Überwindung des Todes durch die Verwandlungskraft der Liebe.
Tom Cloudman, Hobby - Stuntman mit Leidenschaft fürs Fliegen, ist unheilbar erkrankt. Doch den Traum vom Fliegen gibt er nicht auf. Nachts schleicht er sich aufs Krankenhausdach und begegnet dort Endorphina, einer geheimnisvollen Frau, die Federn trägt und fliegen kann. Sie macht Tom einen einzigartigen Vorschlag um ihn von seiner tödlichen Krankheit zu befreien...

Verlag: carl's books | Seiten: 142 | Preis: 12,99€ | Genre: Fantasy, Liebe, Schicksal | Spielt in: nicht genau gesagt | Originaltitel: Metamorphose en bord du ciel | Erscheinungsdatum: August 2013 | ISBN: 978-3570585207

Erster Satz:
"Vögel werden im Himmel beerdigt."



Worum geht es: 
Viel mehr als der Klappentext bereits verät möchte auch ich nicht sagen, da jedes Wort dieser nur 140 Seiten langen Geschichte zu viel vorne weg nehmen könnte, aber nur so viel: Tom Cloudman liebt es im Rampenlicht zu stehen und braucht den Applaus der Menschen wie die Luft zum Atmen. So stürzt er sich von hohen Dächern, fährt auf Rollen unfahrbare Strecken und zieht sich einen Knochenbruch nach dem nächsten zu. Schon bald darauf erwacht er im Krankenhaus. Doch nicht etwa wegen einer gebrochenen Rippe, sondern wegen einer tödlichen Krankeheit: Krebs. Doch im Gegensatz zu seinen Mitpatienten - ausgenommen der kleine Victor - findet sich Tom damit nicht ab.

Meine Meinung:
Dieses kleine Buch gibt einem so viel: Nicht nur eine kleine unterhaltsame Geschichte, die vom Leben und übers Leben erzählt, sondern auch eine Geschichte die davon erzählt wie wichtig es ist eine Träume nicht aufzugeben, wie wiedrig die Umstände auch sein möchten, die betont wie wichtig es ist zu hoffen, zu leben und sich nicht aufzugeben. Alles spricht eigentlich gegen Tom, und doch schafft er es durch Fantasie, durch Lebensfreude und die Kraft der Hoffnung sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. 
Was dabei wie immer besonders positiv heraussticht ist die Sprache dieser Geschichte. Schon bei "Die Mechanik des Herzens" zeigt Mathias Malzieu das und wie er mit Worten umgehen kann, und auch hier vermisst man diesen poetischen, kraftvoll und bildererzeugenden Schreibstil nicht. Allein der Sprache wegen lohnt es sich schon diese Geschichte zu lesen, die natürlich nicht ganz realitätsnah ist, sonder gesprenkelt mit einem Hauch Fantasie und Träumen. 

Freitag, 8. Juni 2012

[Rezension] Mathias Malzieu - Die Mechanik des Herzens

Klappentext:
Ein Märchen für Erwachsene – über die Liebe
Am 16. April 1874 hat eine unnatürliche Kälte Edinburgh fest im Griff. Es ist der Tag, an dem ich auf die Welt komme. Das Erste, was ich sehe, ist Doktor Madeleine – eine Hebamme mit einer besonderen Leidenschaft: Sie repariert Leute. Sie tastet meine winzige Brust ab und wirkt beunruhigt: »Sein Herz ist hart, ich fürchte, es ist gefroren.« Sie stöbert auf einem Regal herum und nimmt verschiedene Uhren zur Hand. Mit einem Ohr lauscht sie meinem defekten Herzen, mit dem anderen dem Ticken der Uhren. »Diese hier!«, ruft sie plötzlich freudig und streicht zärtlich über eine alte Kuckucksuhr. Madeleine setzt mir die Uhr vorsichtig ein und zieht sie auf. »Tick, tack«, macht die Uhr. »Bubumm«, antwortet mein Herz. Ticktack. Bubumm. Ticktack. Bubumm. Jeden Morgen muss jetzt meine Uhr aufgezogen werden, sonst hat endgültig mein letztes Stündlein geschlagen. Und noch etwas muss ich bedenken: ich darf mich niemals verlieben, sonst könnte mein Uhrwerk verrückt spielen. 

Verlag: carl's books | Format: Broschur | Preis: 12,99€ | Seiten: 192 | ISBN: 978-3570585085
Ihr könnt das Buch z.B. *hier* bei Amazon kaufen

 

Worum geht es:
Jack wird in der kältesten Nacht des Jahres geboren. So kalt, dass die Alten sterben, so kalt dass man auf der Stelle erfriert, so kalt, dass man noch lange davon sprechen wird. Seine Mutter wird Jack nie wieder sehen, denn als sie sah, dass sein Herz nicht schlägt, als ihm die alte Madelaine eine Kuckucksuhr als Herzen einsetzt und als sie hört dass sein Herzschlag "Tick Tack Bubumm" macht, verlässt sie ihn.
Sein Herz aus einer Uhr macht ihm zu etwas besonderen und erschwert doch sein Leben jeden Tag. Denn wenn er sich verliebt, wird sein Herz nicht mehr mithalten können. Jede Nacht flüstert ihm die alte Madelaine dieses Mantra ins Ohr, doch als er die kleine Sängerin, zerbrechlich wie ein Vögelchen, sieht beschließt er, seine Uhr aufs Spiel zu setzen.

Meine Meinung:
Das Buch ist ein absoluter Schatz, und kaum zu vergleichen mit anderen Büchern meines Regales. Es hat was von Tim Burton, von Kunst, von Magie, aber vor allem sprüht es vor literarischer Höchstleistung. Der Ausdruck, die Sprache, die Metaphern, alles in diesem Buch hat mich umgehauen, beeindruckt, gefesselt. Es liest sich weg. Es ist wunderschön. Eine Hommage an die Liebe, das Streben nach Glück und an den festen Glauben, dass alles gut werden kann.

Ich finde der eigentliche Inhalt sollte nicht so tief betrachtet werden, als dass man sich z.B. am Alter der beiden Kinder aufhängt, auch nicht an deren Handlung, sondern sich fallen lassen, in dieses Meisterwerk der Literatur!