Donnerstag, 6. Dezember 2012

[Rezension] Jack Ketchum - Evil

Klappentext:
Die USA in den 50er-Jahren. Nach außen hin eine heile Welt, doch inmitten der amerikanischen Vorstadtidylle wird ein Junge mit unvorstellbaren Grausamkeiten konfrontiert. Jack Ketchum zeigt in seinem beunruhigenden, grenzüberschreitenden Horrorthriller die Abgründe der menschlichen Seele auf. 

Verlag: Heyne Hardcore | Preis: 8,95€ | Seiten: 336 | Genre: Thriller, Hardcore, Horror | Erscheinungsdatum: Januar 2006 (Erstausgabe 1989) | Spielt in: USA | Originaltitel: The Girl Next Door | ISBN: 978-3453675025
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Erster Satz:
Ihr glaubt, ihr wisst, was Schmerz ist?



Worum geht es:

Als die Eltern von Meg und Susan bei einem Autounfall ums Leben kommen, werden die beiden Mädchen zu ihrer Tante Ruth und deren 3 Söhnen geschickt. Sie sollen ein besseres Leben haben, und nicht im Waisenhaus enden müssen. Doch was die Mädchen erfahren, ist unter keinen Umständen in einem Atemzug mit "einem besserem Leben" nennbar- das was die beiden, vor allem Meg, erleben, ist ein Albtraum sondergleichen. Meg wird misshandelt, gequält, gedemütigt und schwer verletzt, und das "nicht nur" von Ruth sondern auch von ihren Söhnen und den Kindern der Nachbarschaft. Es ist eine Spirale der Gewalt die sich unermüdlich weiter dreht, und niemand hilft Meg aus ihrer Lage- bis zum Schluss.


Meine Meinung:

Ich habe lange mit mir gehadert dieses Buch zu rezensieren, weil ich einfach nicht weiß, wie ich das dort Geschriebene in meine eigenen Worte fassen soll. Denn dieses Buch ist ein wahrer Albtraum, etwas das mich nicht mehr loslässt und mich so tief erschüttert hat, dass ich manchmal einfach das Buch weinend weglegen musste, nur um die Grausamkeiten für den Moment nicht weiter ertragen zu müssen.

Die Geschichte ist eine fiktive Aufarbeitung von Jack Ketchum über den Mordfall Sylvia Likens, die 1965 von ihrer Ziehmutter und mit Hilfe der Nachbarskinder zu Tode gefoltert wurde. Viele Elemente dieses tatsächlichen Verbrechens finden sich in dem Buch wieder, und machen es damit nur noch schlimmer, denn man weiß dass das tatsächlich einem jungen, hilflosen Mädchen passiert ist. 

Meg wird gefoltert, und für jeden der schon keine durchschnittlichen Thriller ertragen kann, ist dieses Buch absolut ungeeignet. Ich habe kein Problem mit blutigen Szenen in Thrillern, aber selbst für mich als "erprobte" Leserin waren Seiten teilweise so unerträglich dass ich sie einfach überflogen habe, um den Schrecken nicht ganz so nah an mich heran zu lassen. Es ist einfach unvorstellbar schrecklich, gerade auch wenn man bedenkt dass viele der Täter noch keine 14 Jahre alt sind, und aus reinem Spaß an der Qual Anderer sich an dem Verbrechen beteiligen. 
 Besonders berührt hat mich übrigens Susan, die kleine Schwester von Meg. Wenn sie im Buch auftauchte, habe ich immer den Atem angehalten angesichts dieser namenlosen Angst eines kleinen Mädchens, die schlicht unfähig war etwas zu tun und zum Zusehen und gelegentlichen "Gastauftritten" in der perversen Welt von Ruth war. Ganz im Gegensatz zu David, dem Jungen aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Denn er ist ebenfalls Teil der Qualen. Zwar quält er nicht eigenhändig, aber er verpasst auch keine Details ihrer Folter, ist dabei, schaut zu, und greift nicht ein. Fühlt sich sogar mächtig und stark angesichts dessen was Meg angetan wird. Ich kann nur sagen, ich war wirklich angewiedert von diesem Jungen.

Was ich noch sagen möchte ist, wer wirklich überlegt das Buch zu lesen, sollte auf das Vorwort von Steven King verzichten. Lest es nicht. Ich habe es getan, und auf ca. 8 Seiten fasst er zusammen, was allen in dem Buch passiert, inklusive dem Ende. Ich wusste also von Anfang an, was ihr alles passieren wird  und wie es ausgeht, und war total verärgert darüber, dass so ein Vorwort abgedruckt wird. Außerdem zweifel ich stark an dem Urteilsvermögen von Herrn King. In seinem Vorwort schreibt er "Der Erzähler David ist die einzige menschliche anständige Figur des Romans [...].". Wenn so etwas in Kings Meinung anständig ist, möchte ich nicht erfahren, was für ihn einen schlechten Menschen ausmacht. Zuzusehen, sich daran "aufzugeilen" und nicht zu handeln, nicht einmal als die Schmerzen lebensbedrohlich werden, ist für mich einfach nur verabscheuungswert.

Fazit: Ich gebe dem Buch 5 Sterne. Nicht weil der Inhalt so toll ist, nicht weil es so spannend war, sondern einfach weil es ein Buch ist, das einen packt trotzdessen dass einen der Inhalt abstößt und verstört. 

          

5 Kommentare:

  1. Das Buch hört sich schrecklich an. Aber irgendwie bin ich doch hin und her gerissen, ob ich es trotzdem lesen möchte.

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  2. also wenn du nicht so zart beseitet bist, und mal was ertragen kannst, würde ich sagen "Lies es!", aber es ist wirklich sehr sehr erschütternd :/
    Du kannst die ja mal den Trailr zur Verfilmung anschauen auf Youtube. Der Film heißt genau so.

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  3. Der Trailer ist schon ziemlich furchtbar und die Kritiken erst. Naja, vielleicht lese ich mal rein, falls ich das Buch irgendwo im Laden sehe. Danke für den Trailer-Tipp :)

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  4. Das Buch war wirklich total krass und eben weil es auf wahren Begebenheiten beruht auch total schrecklich. Tolle Rezi!

    Liebste Grüße
    Elli

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  5. Ich glaube, ich werde mir demnächst mal ein neues Buch zulegen... Hab ja noch nicht genug... ;) Den Film werd ich mir dann wohl auch noch zulegen, wenns den auf DVD gibt. Danke für die Rezi, hat wirklich neugierig gemacht!

    Liebe Grüße

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