Sonntag, 11. Dezember 2011

Waris Dirie - Wüstenblume

Klappentext:
Vom Nomadenleben in der somalischen Wüste auf die teuersten Designer-Laufstege der Welt – ein Traum. Und ein Alptraum, denn Waris Dirie wurde im Alter von fünf Jahren Opfer eines grausamen Rituals: Sie wurde beschnitten. In »Wüstenblume« bricht sie ihr jahrelanges Schweigen und erzählt ihre Geschichte. Heute kämpft sie als UNO-Sonderbotschafterin gegen die Genitalverstümmelung, die täglich 6000 Mädchen weltweit erleiden müssen. »Ich weiß, dass ›Wüstenblume‹ eine wichtige Botschaft hat, die von allen Menschen geteilt wird: die Achtung vor der menschlichen Würde.« Waris Dirie

Erschienen ist es im Knaur Verlag, kostet 8,99€ und hat 356 Seiten.
Das Buch könnt ihr z.B. *hier* bei Amazon kaufen

  

Dieses Buch hat mich zwiegespalten wie schon lange kein anderes mehr. Der Grund dafür war, dass ich es einfach toll finden wollte, es aber überhaupt kein bisschen toll fand. Ich fand das Buch sogar eher schlecht, und war dann doch froh als ich es fertig gelesen hatte.
Dabei muss man, oder muss ich, die Geschichte an sich, vom Schreibstil und selbst von der Person Waris an sich trennen:


Die Geschichte ist natürlich eine ganz furchtbar traurige, die dann in einem modernen Aschenputtel-Happy End endet. Waris soll verheiratet werden, und flieht daraufhin aus ihrer Nomadenfamilie in die Hauptstadt, kommt nach London, und schafft es das zu erreichen was sie sich erträumt hat: Mehr vom Leben zu haben. Teil dieser ganzen Geschichte, und womit das Buch ja auch angepriesen wird, ist die Thematik "Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen." Klar hat man vorher auch schon was davon gewusst, aber es tun sich hier dann doch noch einige Abgründe auf.

Das wars allerdings auch schon, was mich an dem Buch fesseln konnte. Ansonsten hatte ich nicht wirklich Freude am Lesen. Waris ist mir einfach auch unglaublich unsympathisch. Es ist furchtbar was ihr geschieht, aber so ihre wesentlichen Grundzüge finde ich unfreundlich und egoistisch. Dann gefällt mir der Schreibstil des Buches gar kein bisschen. Er ist, sagen wir mal.. schlicht.. 
Ich bin mir unsicher ob Waris das Buch selbst geschrieben hat, einen Ghostwriter finde ich vorstellbarer, aber die Szenen sind teilweise sooo emotionslos hingeschrieben, dass man beinahe gähnen muss an Stellen die hochdramatisch sind. Das geht schon am Anfang los, als die gerade einmal 13jährige mutterseelenallein tagelang durch die Wüste irrt, fast vergewaltigt wird, von Löwen angegriffen wird, und beinahe verdurstet... Das wird quasi auf 3 Seiten hingeklatscht, war halt so, fertig. Aha. Ist ja auch ganz alltäglich..


Mir persönlich hat das Buch nicht gefallen. Der Schreibstil ist sehr einfach, die Handlung wird flach dargestellt, und die Schrecklichkeit dessen was dieser armen Frau zugestoßen ist wird schon fast lapidar erzählt.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen