Sonntag, 11. Dezember 2011

John Boyne - Der Junge im gestreiften Pyjama

Klappentext:
Der neunjährige Bruno weiß nichts von der Endlösung oder dem Holocaust. Er
ist unberührt von den entsetzlichen Grausamkeiten, die sein Land dem europäischen Volk
zufügt. Er weiß nur, dass man ihn von seinem gemütlichen Zuhause in Berlin in ein Haus
verpflanzt hat, das in einer öden Gegend liegt, in der er nichts unternehmen kann und keiner mit
ihm spielt. Bis er Schmuel kennenlernt, einen Jungen, der ein seltsam ähnliches Dasein auf der
anderen Seite des angrenzenden Drahtzauns fristet und der, wie alle Menschen dort, einen
gestreiften Pyjama trägt. Durch die Freundschaft mit Schmuel werden Bruno, dem unschuldigen
Jungen, mit der Zeit die Augen geöffnet. Und während er erforscht, wovon er unwissentlich ein
Teil ist, gerät er unvermeidlich in die Fänge des schrecklichen Geschehens.

Das Buch ist im Fischer Verlag erschienen, hat 272 Seiten und kostet 7,95€.
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Worum geht es:
Der Klappentext verrät eigentlich schon ziemlich viel über das Buch: Bruno, 9 Jahre alt, muss 1943 mit seiner Familie, gegen seinen Willen, aus ihrem schönen Haus umziehen. Vater hat das so bestimmt, und was Vater bestimmt wird auch gemacht. Der Ort aber an dem sie landen gefällt Bruno überhaupt nicht. Weder das Haus, noch die Tatsache dass es keine Freunde zum spielen gibt. Außerdem sind da noch die Menschen die hinter dem Stacheldrahtzaun leben, alle gestreifte Pyjamas tragen dürfen, während Bruno ihnen nur von seinem Fenster aus zusehen kann. Dann aber lernt er einen Jungen kennen, Schmuel, der auf der anderen Seite des Zauns lebt, und von nun an sein bester Freund wird.

Meine Meinung:
So ganz überzeugen konnte mich das Buch nicht. Es ist eben aus der Sicht eines neunjährigen Jungen geschrieben, der aber so naiv ist, dass man ihn durchaus auch für einen fünf- oder sechsjährigen halten könnte. Diese Perspektive wird aber knallhart durchgezogen, so dass einem Bruno nicht nur als recht naiv sondern zeitweise auch ziemlich dumm vorkommt. Da wäre zum einen die Tatsache, dass sein Vater irgendeinen wichtigen Posten im NS Regime inne hat, Bruno das aber nicht weiß, und auch keine Ahnung hat wer überhaupt der "Furor" (ich hab übrigens erst recht spät mitbekommen, dass Furor= Führer ist. Mir ist allerdings neu, dass Berliner mit österreichischem Akzent sprechen) ist, und denkt der Ort an dem er nun wohnt heißt Aus-Wisch. Klar. 
Trotzdem aber zeigt die Geschichte auch, wie tief die Bindung zwischen zwei Jungen sein kann, die sich eigentlich nicht mögen dürften, die eine große Gefahr damit eingehen sich zu treffen, und die ein Schicksal teilen ohne zu wissen, dass sie es tun. 
Ein Punkt ist aber noch, den ich wirklich nicht besonders toll fand. Ich kenne mich wirklich gut aus mit der Thematik der Konzentrationslager, habe unglaublich viel darüber gelesen, geschaut und selbst besichtigt, aber dieses Buch hat einige Fehler, bzw. schlecht recherchierte Fakten. 

Ein Satz aus dem Nachwort des Autors ist mir dabei ganz besonders in Erinnerung geblieben ist: 
Denn sie stehen für alle, die nicht weiterleben durften, um ihre Geschichte selbst zu erzählen.


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