Klappentext:
Lilly Lindner ist sechs, als der Nachbar beginnt, sie regelmäßig zu missbrauchen. Mit 13 Jahren fängt sie an zu hungern – damit von ihrem geschundenen Körper möglichst wenig übrig bleibt. Doch die Schande macht sie damit nicht ungeschehen. Und so beschließt Lilly als junge Frau, ihren Körper, der ihr längst nicht mehr gehört, in einem Edel-Bordell zu verkaufen...
Das Buch ist im Droemer Verlag erschienen, hat 400 Seiten und kostet 16,99€
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Worum geht es:
Von ihrem Nachbarn bekommt sie Schokolade. Sie hält sie in der Hand, und weiß dass sie sein Geruch, sein Gesicht und seine Wohnung niemals wird vergessen können. Denn die Schokolade hat sie bekommen im Tausch gegen ihre Seele. Nachdem ihr Nachbar sie im Alter von 6 Jahren vergewaltigt hat.
Seitdem ist Lilly nicht mehr allein, denn außer ihr sind immer noch die kleine Lilly, Ana (Anorexie) und Mia (Bulemie) bei ihr. Und weil ihr Körper ihr ja schon längst nicht mehr alleine gehört, beschließt sie sich, ihren Körper und ihre Seele im Bordell zu verkaufen.
Meine Meinung:
Bei solchen Biographien, bei denen die Autoren ein so furchtbares Schicksal erleiden mussten finde ich es immer sehr sehr schwierig zwischen ehrlicher Rezension und Mitgefühl zu unterscheiden. Und eben nicht abzurutschen in "und dann macht sie das und das wieder, und das ist langweilig oder wiederholt sich", denn genau das was da geschildert wird, ist diesem Mädchen nun einmal wiederfahren. Andererseits sind das dann Teile des Buches, rein "analytisch" gesehen, die mich beim Lesen gestört haben. Aber ich denke ich trenne es einfach:
Man kann sich nicht vorstellen wie schlimm es Lilly gehen muss. Gegangen ist, und wahrscheinlich noch gehen wird, denn das was ihr zugefügt wurde lässt sich kaum greifen. Ich empfinde unendliches Mitleid mit ihr, und möchte sie aber gleichzeitig auch schütteln und ihr sagen, dass sie aufhören muss. Aber das will sie ja, sie kann nur nicht. Teilweise sind ihre Erlebnisse so erschreckend, dass ich sie als übertrieben oder unrealistisch abstempeln würde - wüsste ich es nicht besser.
Ich hoffe wirklich, dass Lilly es irgendwann schaffen kann, ihrem Teufelskreis zu entkommen.
Andererseits ist da das rein geschriebene, was mich veranlasst hat trotzdem einen Stern abzuziehen. Denn so richtig warm bin ich mit dem Schreibstil nicht geworden. Es ist teilweise sehr nüchtern geschrieben, fast schon steril, so dass ich alte Heulsuse nicht mal feuchte Augen hatte. Ich war mehr erschreckt.
Weiterhin geht es ab Seite 200 in etwa ( 400 Seiten hat das Buch) fast ausschließlich nur noch um ihr Leben im Bordell und ihre schizophrenen Gespräche mit ihrer Magersucht/ Bulemie. Es wiederholen sich die Vorstellungen den Mädchen im Bordell regelmäßig und eben auch dass sie immer und immer wieder zusammenbricht wird immer und immer wieder beschrieben.
Vielleicht ist es taktlos das zu sagen, aber da war das Buch zeitweise echt dröge.
Vielen Dank an den Knaur Droemer
Verlag für dieses Buch.

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