Klappentext:
Eine amerikanische Stadt, neun Jahre, nachdem die Bomben fielen.
Majestätisch thront die Kuppel des Kapitols über den Trümmern - in ihr
leben die Reinen, die Makellosen. Sie wurden auserwählt, eine neue,
bessere Menschheit zu begründen. Unten in der Stadt kämpfen alle
Übrigen ums Überleben. Auch die 16-jährige Pressia hat es schwer, sich
und ihren Großvater durchzubringen. Und dann soll sie auch noch
eingezogen werden, um für das grausame Militärregime zu arbeiten, das
Angst und Schrecken in der Stadt verbreitet. Als sie den
Verschwörungstheoretiker Bradwell kennenlernt, scheint das zunächst ihre
Rettung zu sein. Er kennt den Untergrund und hilft ihr, unterzutauchen.
Doch dann wird sie erwischt ...
Verlag: Baumhaus / Bastei Lübbe | Preis: 16,99€ | Format: Hardcover | Seiten: 464 | Genre: Dystopie, Jugendbuch | empfohlenes Alter: 14-17 | ISBN: 978-3833901133
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Worum geht es:
Pressia ist 16, das gefährlichste Alter in dieser Zeit. Denn ab ihrem 16. Geburtstag wird wie vom OSR, einer fanatischen Militärorganisation, gejagt um entweder an der Waffe ausgebildet zu werden oder als Kanonenfutter zu dienen. Doch so einfach gibt sie sich nicht geschlagen und flüchtet.
Zur gleichen Zeit im Kapitol, dem geschützten Gebiet in dieser ausgebombten Welt, beschließt Partridge den Tod seiner Mutter aufzuklären. Die für seinen Vater so wichtige Codierung schlägt bei ihm nicht an, und der Verdacht erhärtet sich, dass seine Mutter den Bombenangriff vor 9 Jahren damals überlebt haben könnte. Und so beschließt auch Partridge zu fliehen- doch wer einmal das Kapitol verlässt, kann nie wieder zurückkehren.
Meine Meinung:
Ich habe meine Rezenesion jetzt bereits schon vier Mal geschrieben, und vier Mal wieder gelöscht. Es fällt mir einfach sehr schwer, mich auf eine einzige Bewertung festzulegen, da ich das Buch gerne gesplittet betrachten möchte.
Ich beginne mal mit den positiven Seiten des Buches. Das Thema was in diesem Buch vorherrschend ist, ist natürlich ein ganz brisantes. Es geht um Atombomben, um deren Auswirkungen, um Macht, um das Streben nach einer neuen Superspezies. Und die Idee, die hinter dieser Geschichte steckt fasziniert mich ungemein. Auch hat es die Autorin geschafft, mich mit ihrem Schreibstil zu fesseln, so dass ich immer das Bedürfnis hatte so bald wie möglich weiter zu lesen, um zu erfahren was als nächstes geschieht. Dabei hat mir der eigentliche Stil an sich gar nicht so sehr gefallen, für ein Jugendbuch ist er auch relativ kompliziert. Manchmal erschloss sich mir der Sinn beim ersten Lesen einfach nicht, so dass ich ganze Passagen mehrfach lesen musste (zum Beispiel die Stelle mit der Melodie des Weihnachtsliedes), und teilweise nur schleppend voran kam. Dennoch war der Spannungsbogen so geschickt gespannt, dass man nicht mehr aufhören konnte.
Aber. Alles in allem hat mir das Buch nicht gefallen. Es ist unfassbar brutal, grausam, kalt, unvorstellbar und schwer nachvollziehbar. Ich kenne mich nicht tiefgehend mit Atom- und Nanotechnik aus, und auch nicht mit dadurch hervorgerufenen Prozessen, aber die Szenerie die die Autorin hier herstellt ist für mich so abstrus dass es das Lesevergnügen mindert. Ich denke ich greife nicht zu weit vor, wenn ich beschreibe wie die Menschen außerhalb des Kapitols leben: Jede Person die nach dem Bombenangriff noch lebt, ist verschmolzen. Manche sind mit Gegenständen, wie Puppenköpfen, Metallsplittert und Glasscherben verschmolzen, andere mit Lebewesen, ihren Kindern oder Tieren - die selbstverständlich auch noch leben, wie die am Schnabel in Bradwells Rücken eingeschmolzenen Vögel, oder gar - und da hat für mich dann einfach das Buch aufgehört in irgendeiner Weise real dystopisch zu sein - mit Staub und Asche. Diese Menschen, "Dusts", sind nur noch Kreaturen, halb Erdboden halb Lebewesen, die andere Lebewesen unter die Erde ziehen und auffressen. Alles klar.
Auch der Handlungsverlauf war wenig innovativ. Von Anfang an war eigentlich klar, wer zu wem da wie in Beziehung steht, und die "überaschenden Wendungen" ließen sich weit vorraussehen. Generell haben aber für mich einige Handlungspunkte im Buch wenig Sinn gemacht, da sie anschließend quasi ignoriert wurden. Ein weiterer Punkt der mich auch noch irritiert hat war das Verhältnis von Pressia zu ihrer Mutter. Ich habe bis zu letzt nicht verstanden (oder überlesen), wieso sich Pressia nicht an ihre 7 Lebensjahre vor der Explosion erinnern konnte, an nichts, und alles nur aus Erzählungen kannte.
Kommen wir noch zum letzten Punkt, der mich gestört hat, und zwar erheblich. Das Buch war durchzogen von Logikfehlern in einer Masse, die ich so vergleichbar noch nie in einem Buch erlebt habe. Um mal einige Beispiele zu nennen: Es ist tiefe Nacht, sie befinden sich in einem Raum unter der Erde, können kaum was erkennen, doch als er etwas hervorholt, fällt das Licht darauf und sie können es super erkennen; Welches Licht? Es gibt weder Strom, noch Kerzen, noch Tageslicht? Oder ein anderes Beispiel: Ihm waren die Hände auf dem Rücken gefesselt, ungefähr so stark, dass sich seine Ellenbogen berührten. Und eine Seite weiter, beginnt er langsam sein Hemd aufzuknöpfen; Mit den Zähnen? Durch reine Willenskraft?
Fazit: Alles in allem steckt hinter dem Buch eine gute Idee, die für mich nicht gut umgesetzt wurde, bzw. mit der es einfach zu gut gemeint war. Die Charaktere sind sehr eindimensional, die Handlung und Nebenschauplätze zu extrem, Ereignisse vorhersehbar und meinem Empfinden nach, ist dies auch kein Buch für 14 Jährige. Das Ende habe ich auch nicht wirklich verstanden, bzw. den Epilog, aber wahrscheinlich klärt sich das in den folgeden zwei Bänden.

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