Dienstag, 6. März 2012

[Rezension] Moritz Netenjakob - Der Boss

Klappentext:
Daniel wurde von seinen 68er-Eltern zu extremer Toleranz gegenüber fremden Kulturen erzogen. Aber was tun, wenn einen die türkische Großfamilie seiner Traumfrau in den Wahnsinn treibt?

Verlag: Kiepenheuer&Witsch | Format: Gebundene Ausgabe | Preis: 14,99€ | Seiten: 304 | ISBN: 978-3462043877 

 

Worum geht es:
Daniel hat in Aylin seine absolute Traumfrau gefunden und bald steht der Tag der Tage an: Ihre Hochzeit. Während Daniel sich vorstellt im engsten Freundes- und Familienkreis auf einer Hallig zu heiraten plant Aylins Familie ein Aufgebot an Gästen, Dekoration und Essen, dass einem Fantreffen des 1.FC Köln gleichkommt: 1000 Gäste, selbstverständlich nur die nahen Verwandten, kilometerweise Tüll und jede Menge "vallahs". Dumm nur, dass eben auch Daniels Eltern eingeladen sind, die darin zwar einen interessanten kulturellen Austausch sehen, sich dann aber doch eher für Wolfgang Biermann und abstrakte Kunst interessieren.

Meine Meinung:
Mit dem ersten Band kann dieser hier zwar nicht mithalten, dennoch hat das Buch Potential dazu wieder ein unglaublicher Bestseller zu werden. Moritz Netenjakob versteht es einfach sooo stark mit Klischees zu spielen um sich zu werfen, dass man gar nicht anders kann als mit Daniel mitzuleiden, mir Aylins Familie gemeinsam in Sorge um Tante Emine fast zu vergehen und mit seinen Eltern zusammen in Schockstarre zu verfallen. Dabei finde ich nicht, dass seine Komik irgendwie angreifend ist, sondern einfach erfrischend verrückt und auch ein klein bisschen verstörend :D 
Allerdings finde ich auch, dass viele "Witze" aus dem ersten Buch übernommen wurden bzw. mir zu sehr ausgeschlachtet wurden. Ich finde es zwar super super witzig mitzuerleben wie sich gefühlt 200 Türken in ein Krankenzimmer quetschen um der Tante ihre Liebesschwüre zu sagen, aber dann auch nicht über 10 Seiten. 

Fazit: Ein herrlich witziger Kulturschock, mit wunderbar vielen Klischees und Katastrophen.


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