Mittwoch, 14. März 2012

[Rezension] Andrea Schacht - Kyria & Reb, Bis ans Ende der Welt

Klappentext:
Das Vereinigte Europa im Jahr 2125 ist eine Welt der kompletten Überwachung. Das geschieht nur zum Besten der Bürger, sagt Kyrias Mutter, eine hochrangige Politikerin des perfekt gesteuerten Systems New Europe . Doch die 17-jährige Kyria möchte endlich erfahren, wie es ist, sich frei zu fühlen. Als sie in Reb, einem jungen Rebell aus dem Untergrund, einen Verbündeten findet, fliehen die beiden auf abenteuerliche Weise aus New Europe und gelangen in ein fernes Reservat. Dort haben sich die Menschen ein bäuerliches Leben wie in längst vergangenen Zeiten bewahrt. Doch schon bald sind die Verfolger Kyria und Reb auf der Spur. Und das ist nicht die einzige Gefahr, denn alle, die sich der Macht von New Europe entziehen, werden von künstlich ausgelösten Seuchen bedroht. Auch Kyria gerät in den Verdacht, die friedliebenden Menschen des Reservats mit einer Masernepidemie zu vernichten. Zum Glück hat Kyria Freunde an ihrer Seite und einen jungen Rebellen, der ihr Herz berührt ... 

Verlag: Egmont Ink | Seiten: 381 | Genre: Jugendbuch | Empfohlenes Alter: 12-15 | Preis: 17,95€ | Format: Hardcover | ISBN: 978-3863960162
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Worum geht es: 
In Kyrias Leben ist alles durchorganisiert und bestens behütet. Kein Wunder, denn sie ist eine Gendefekte, deren Vater bereits an eben diesem Gendefekt verstarb, schon immer Krankheitanfällig gewesen und zu dem auch noch die Tochter einer wichtigen Ministerin von La Capital. Nach einem erneuten Anfall landet sie mal wieder im Krankenhaus und erfährt dort, dass sie wohl nur noch maximal drei Wochen zu leben hat. Schockiert darüber entscheidet sie sich etwas zu tun, was sie noch nie tun konnte: Frei sein. Kyria flieht mit Reb, einem Rebellen den sie im Krankenhaus kennenlernt, und der erschreckend ungehobelt ist, in die Subcultura um zu ihrer Freundin Hazel zu gelangen um wenigsten die letzten Tage ihres viel zu kurzen Lebens zu genießen.

Meine Meinung:
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber ich liebe Dystopien einfach. Ich finde es wahnsinnig spannend sich vorzustellen was in einigen Jahren aus unserer Welt werden könnte, wenn wir so weiter leben. Die meisten Dystopien spielen dann aber entweder in einer fiktionalen Umgebung oder in Amerika. Kyria und Reb hingegen leben in New Europe in La Capitale, ehemals Frankfurt/Main und bewegen sich auch sonst in mir bekannten Gebieten. Das gibt der ganzen Geschichte nochmal einen ganz anderen interessanten Aspekt.

Leider aber hat die Dystopie auch Hänger, teilweise sogar unlogisch, die ich so nicht nachvollziehen konnte. Ich hätte es zum Beispiel wesentlich besser gefunden, würde das Buch nicht schon in 100 Jahren spielen und wäre die große Pandemie, die die Welt so veränderte, nicht schon 1975 gewesen. Denn so ist klar, dass es eben nicht real sein kann. Die Entwicklung die sich seitdem abgespielt hat ist manchmal auch nicht richtig durchdacht. So hat sich das Weltbild der Menschen innerhalb von nur einem Jahrhundert komplett gewandelt, Männer sind jetzt für Haushalt und niedere Arbeiten zuständig, Gewalt gibt es nicht mehr, und die Menschen kennen die Geschichte von vor der Pandemie kaum noch. So eine Entwicklung findet einfach in einem so kurzen historischen Zeitraum nicht statt (haha, da spricht die Historikerin aus mir :D) Andererseits aber hat sich die Technik kaum weiterentwickelt, für diese Zeitspanne. Die Id's überwachen die Menschen zwar, haben auch nicht wesentlich andere Funktionen als zum Beispiel die neuen Personalausweise, und KomLinks sind auch nicht wirklich anders als Smartphones. Mhpf, ne da wurde eine Welt erschaffen die nicht ganz durchdacht wurde.

Die Altersempfehlung kann ich nicht ganz so nachvollziehen. 12 ist glaube ich etwas tief gegriffen, teilweise wirft sie mit Fremdwörtern um sich, die nicht jede zwölfjährige kennen dürfte und setzt Wissen vorraus, dass jemand in dem Alter eventuell auch noch nicht hat. Nach oben ist es aber offen. Wohl eher ein All-Age- Roman :)
Die Handlung der Geschichte an sich finde ich aber wieder sehr toll. Kyria ist mir vom Beginn an sympathisch. Allerdings nicht weil sie so nett ist, sondern einfach weil sie authentisch ist. Mit Reb hatte ich da schon eher meine Probleme. Ich bin dann sehr schnell tief in die Geschichte eingetaucht und hab mich mit den beiden mitreißen lassen, in diesen Strudel aus Verrat, Freundschaft und Hoffnung, und es gab keine einzige Seite die mich gelangweilt hätte. Besonders schön und erfrischend finde ich auch, dass es dieses Mal nur einen Hauch von Romantik gab, und nicht dieses "gesehen: unsterblich verliebt". Man weiß es wird sich anbahnen, aber es kommt eben langsam, verwirrend, real. 

Fazit: Ein klasse Debut, nach dessen lesen ich gespannt auf den 2. Teil bin. Die Charaktere sind toll, die Geschichte wahnsinnig gut. Lediglich die Umsetzung und Schaffung der Welt in der die beiden Leben befriedigt mich nicht.



Vielen Dank an den Egmont Verlag
für dieses Rezensionsexemplar :)

2 Kommentare:

  1. Oh, deine Rezension ist aber schön :D :)
    Das Buch möchte ich auch noch lesen :)

    Liebe Grüße :)

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    1. Hihi danke dir :)
      Jaa, lies es- es ist schon wirklich schön :)

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