Ich werde spoilern, also wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat, sollte diese Rezi auslassen.
Klappentext:
Die junge Gaia hat alles verloren: ihr Zuhause, ihre Eltern und ihre große Liebe. Allein gelassen mit ihrer kleinen Schwester macht sich Gaia auf die Suche nach einer neuen Heimat. Doch als man ihr auch noch die Freiheit nimmt, fängt Gaia an zu kämpfen. Für sich, für ihre Zukunft und für das Schicksal der neugeborenen Kinder …
Verlag: Heyne | Format: Hardcover | Seiten: 464 | Preis: 16,99€ | ISBN: 978-3453267282
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Worum geht es:
Nachdem Leon sich für Gaia und Maya aufgeopfert hat, gelingt ihnen den letzten Wunsch ihrer Mutter umzusetzen: Sie fliehen in den toten Wald, mitten durch das Ödland. Doch die Reise ist weitaus beschwerlicher als angenommen, und Maya, Gaias neugeborene Schwester wird vielleicht nicht überleben, vielleicht nicht einmal nachdem sie von Peter gerettet wurden. Peter, einer der übermäßig vielen heiratsfähigen jungen Männer von Sylum, bringt Gaia zur Matriarch.
Nur wenig später begeht Gaia in den Augen der Einwohner Sylums und besonders nach Ansicht von Fräulein Olivia einen folgeschweren Fehler, und wird zur Strafe ins Mutterhaus gesperrt. Da muss sie nun so lange verharren, ehe sie bereit ist sich den Gesetzen der Stadt zu beugen. Sie hält eisern ihren Wiederstand, bis sie herausfindet, wer noch in Sylum gelandet ist...
Meine Meinung:
Seit dem Lesen der letzen Seite sind schon einige Tage vergangen. Eigentlich Zeit genug, um sich über eine Bewertung klar zu werden, aber das gestaltet sich schwieriger als gedacht. Das einzige was ich mit Sicherheit weiß, ist dass dieser zweite Band mir nicht ganz so gut gefallen hat, wie "Die Stadt der verschwundenen Kinder." Der Version einer Dystopie aus dem ersten Band, ist nun nämlich einer ganz anderen dystopischen Gesellschaft gewichen, und irgendwie tat ich mich schwer damit quasi zwei im Prinzip völlig verschiedene Geschichten mit den gleichen Charakteren zu lesen.
Zum einen ist mir Gaia ziemlich suspekt geworden. War sie im ersten Band noch eine junge Frau, die für ihre Prinzipien einsteht, ist sie nun zu einer Person geworden, die die Regeln einer anderen Gesellschaft mehr oder weniger akzeptiert und sich von diesen brechen ließ. Aber dadurch hatte sie offensichtlich sehr viel Zeit, JEDEM Mann der auch nur zwei, drei nette Worte für sie übrig hatte, sofort zu verfallen. Es reichte schon, dass man sie höflich behandelte, und schon war Gaia sich ihrer Gefühle unsicher. So entwickelt sich aus der Liebesgeschichte im ersten Band hier jetzt eine Vierecks-Beziehung, ohne das sie richtig weiß wer nun warum der richtige für sie ist.
Außerdem sind meiner Meinung nach einige Handlungen nicht richtig zu Ende gedacht, und werden im Laufe des Buches nicht richtig weiter verfolgt. Ich könnte jetzt nicht einmal konkret sagen, was, aber es blieb nach dem Lesen irgendwie das Gefühl zurück "wie? Und das wars jetzt? Nanu?!". Es war halt eben so ganz anders als der erste Band.
Trotzdem fand ich die Geschichte sehr spannend. Ich liebe Dystopien, und das Problem mit dem die Einwohner von Sylum zu kämpfen haben, ist eben sehr real: Die Menschen sterben aus, weil immer weniger Mädchen geboren werden, ohne das die Menschen wissen wieso. Die Entwicklung in dieser Stadt seit Gaia dort ist, ist wirklich rasant und sehr spannend. Und generell finde ich es unglaublich faszinierend, dieses ganze System zu beobachten, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass es mehr geklärt wird, warum nun die Frauen in diesem Ort die Herrschenden sind, wieso keiner dafür sorgt, dass es genug ärztliche Versorgung gibt, und wieso jeder Gaias Großmutter für verrückt hielt, anstatt sie zu unterstützen.
Ich bin mir aber fast sicher, dass sich das alles noch in einem unfassbar spannenden Finale klären wird, und ich bin jetzt schon extrem heiß auf den dritten Band!

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