Freitag, 30. März 2012

[Rezension] Alan Bradley - Flavia de Luce, Mord im Gurkenbeet

Klappentext:
Die junge Flavia de Luce staunt nicht schlecht, als sie im ersten Morgenlicht das Opfer eines Giftmordes in ihrem Gurkenbeet entdeckt! Da jeder ihren Vater, den sanftmütigen Colonel de Luce, für den Mörder zu halten scheint, nimmt die naseweise Flavia persönlich die Ermittlungen auf. Hartnäckig folgt sie jeder noch so abwegigen Spur – bis sie einsehen muss, dass ihr Vater tatsächlich ein dunkles Geheimnis hütet. Und so befürchtet Flavia schließlich, dass sie vielleicht eine zu gute Detektivin ist ...
  
Verlag: Blanvalet | Seiten: 400 | Preis: 8,99€ | Format: Taschenbuch | ISBN: 978-3442376247 
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Worum geht es:
Als elfjähriges Mädchen hat man es definitiv nicht leicht- furchtbare, große Schwestern die einen geknebelt und gefesselt in den Schrank sperren, einen Vater der seine Briefmarken mehr liebt als seine Kinder, und eine Haushälterin, die immer nur den ekelhaften Schmandkuchen backt anstatt eines ordentlichen Stachelbeerkuchens. Aber, Gott sei Dank, hat Flavia ja ihr Chemielabor, dass ein Vorfahre der Familie de Luce hinterlassen hat. Dort kann sie ihrem liebsten Hobby, dem Gift mischen, frönen.
Ungünstig nur, dass eines morgens in ihrem Gurkenbeet ein Toter liegt, und ihr Vater kurz darauf festgenommen wird. So ganz sicher ist Flavia sich zwar nicht, das ihr Vater unschuldig ist, dennoch beginnt sie zu ermitteln. Wäre doch gelacht, wenn man das nicht herausfinden könnte!

Meine Meinung:
Dieses Kind ist einfach herrlich! Flavia erinnert mich irgendwie an eine Mini- Version von Miss Marple, Sherlock Holmes und ein Mitglied der Fünf Freunde zusammen. Dabei ist sie längst kein Sonnenschein, den alle lieben. Viel mehr ist es ihre Hartnäckigkeit, die sie bei den Menschen beliebt macht, gewürzt mit einer Prise britischem Humor und kindlicher Detektivarbeit. 
Da radelt sie dann auf Gladys, ihrem Fahrrad, durch die Gegend, befragt Bibliothekarinnen, und versucht die Polizei an der Nase herumzuführen. Oftmals ist sie mit ihrer Spürnase den Ordnungshütern auch einen Schritt voraus- was sie ihnen dann natürlich auf die Nase bindet.
Das ganze wirkt irgendwie nicht gestellt, sondern total erfrischend und einfach nur witzig. 

Trotzdem wurde die Spannung nicht vernachlässigt, immerhin ist es ja ein Krimi. Mir war am Anfang völlig schleierhaft, wer der Mörder war, und ich hatte jedem im Verdacht. Aber dank ihrer Kombinationsgabe, löst Flavia den Fall nach und nach, und gibt auch mir als Leser immerwieder einen Hinweis, wer es gewesen sein könnte. Im Endeffekt bin ich aber doch völlig im Dunklen getappt, und bin dann erst durch den Wink mit dem Zaunpfahl auf die Lösung gekommen.

Der Schreibstil, die allgemeine Wortwahl und der Gebrauch von Stilmitteln hat mir so unglaublich gut gefallen, und das es mir aufgefallen ist, spricht ja schon für sich: Schließlich analysiere ich die Bücher nicht beim Lesen.
Der 2. Band steht schon auf meinem Wunschzettel! 


Donnerstag, 29. März 2012

[Rezension] Petra van Laak - 1 Frau, 4 Kinder, 0 Euro (fast)

Klappentext:
 Würden Sie einen Telefonjob im Drücker-Milieu annehmen, um Ihre vier Kinder durchzubringen? Fänden Sie es lustig, im Garten zu zelten, um den Kleinen Urlaub vorzugaukeln? Was wäre wichtiger: Ihr Cello oder Winterjacken für die Kinder? - Eben noch Managergattin mit Villa am See - und im nächsten Moment bricht für Petra van Laak die Existenz zusammen. Nach Firmeninsolvenz und Trennung von ihrem Mann muss sie sich mit vier kleinen Kindern alleine durchschlagen. Mit Schlagfertigkeit und einem großen Sinn für Komik meistert Petra van Laak abenteuerliche Jobangebote, die hürdenreiche Wohnungssuche und absurde Begegnungen in Behörden. 

Verlag: Droemer | Seiten: 272 | Format: Broschiert | Preis: 14,99€ | ISBN: 978-3426226193
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Worum geht es:
Eigentlich hatte Frau van Laak immer ein schönes Leben: Nach dem Studium kam das erste Kind, dann das nächste, und plötzlich waren 4 Kinder, und Petra van Laak raus aus dem Arbeitsleben und nun Hausfrau und Mutter. Aller kein Problem, immerhin verdiente ihr Mann das Geld und ermöglichte ein Sorgenfreien Leben. Doch als die Insolvenz nicht mehr aufzuhalten ist, und auch die Ehe zerrüttet, beschließt Petra van Laak mit ihren 4 Kindern auszuziehen. Weil sie aber zu stolz ist Arbeitslosengeld zu beantragen, und nur vom Unterhalt und Kindergeld lebt, wird es zunehmen schwieriger sich durchzuschlagen. Deshalb nimmt die unmöglichsten Jobs an, rennt von Vorstellungsgespräch zu Vorstellungsgespräch und erträgt Situationen die sie sich nie hätte vorstellen können.

Meine Meinung:
Viele werden über dieses Buch sagen, es wäre Jammern auf hohem Niveau. Immerhin könnte sie ja Unterstützung vom Staat bekommen, und bekommt schließlich Unterhalt und Kindergeld- da haben es die Kinder in Afrika viel schlimmer. Aber ich glaube, wer so über das Buch urteilt, hat es vielleicht einfach nicht verstanden. Ich denke nicht, dass es Frau van Laak darum geht, Mitleid zu schinden. Sie hätte vieles einfacher haben können; Wollte sie aber nicht. Sie wollte sich und ihren Kindern ein Leben schaffen, in dem es ihnen gut geht, und dafür muss man nun einmal was tun. 

Petra van Laak ist mir auch wirklich sehr sympathisch in diesem Buch geworden. Sie ist keine plötzlich verlassene Millionärsgattin, die in Selbstmitleid versinkt, sondern eine Macherin. Und ganz besonders die Kinder, vor allem die kleine Millie, sind so liebevoll beschrieben. Am Ende von jedem Kapitel ist ein Zitat der Kinder, die unglaublich niedlich, berührend oder traurig sind, aber immer eines: authentisch. 

Übrigens, und damit verrate ich nicht zu viel, denn dies steht im Autorenportrait des Buches, schafft Petra van Laak es sich aus der Misere heraus zu arbeiten, und wurde vom Land Brandenburg später zur Unternehmerin des Jahres gekürt. 

Manches Mal zieht sich die Handlung natürlich, ist weniger spannend oder wiederholt sich im Kern. Andere Szenen aber fand ich so schräg, dass sie fast schon lustig waren. Klar, nicht für die Autorin, aber für mich als Leser schon :)


Mittwoch, 21. März 2012

[Rezension] Tony Black - Gelyncht

 Klappentext:
Edinburgh, mitten in der Nacht: Gus Dury (der immer noch wild und gefährlich lebt) stolpert buchstäblich über die Leiche eines Buchmachers. Sein Pitbull hatte ein dreijähriges Mädchen zerfleischt. Gus alarmiert die Polizei - ein Fehler, denn er bekommt es mit der ganzen Härte der korrupten Ordnungshüter zu tun. Anstatt den Mord aufzuklären, will Obercop Jonny Johnstone ihm die Schuld dafür in die Schuhe schieben - und nebenbei auch noch Gus' Ex heiraten. Also muss er selbst ran und taucht ein in die Unterwelt Edinburghs, wo illegale Hundewettkämpfe stattfinden und die Polizei mit Kriminellen unter einer Decke steckt.

Verlag: Zsolnay / Hanser | Seiten: 384 | Format: Hardcover | Preis: 19,90€ | ISBN: 978-3552055605
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Worum geht es:
Als Gus Dury, geschiedener Trinker ohne Perspektive, in einem Waldstück in der Nähe von Edinburgh eine Leiche findet, besser gesagt in sie hinein fällt, glaubt er noch an einem Wendepunkt in seinem Leben. Mit dieser Geschichte könnte er, als ehemaliger Mitarbeiter einer großen Zeitung, wieder Fuß fassen. Doch anstatt der erhofften positiven Wendung, fällt ihm die Entdeckung auf die Füße. Die diensthabenden Polizisten glauben ihm nicht, dass er eine Prügelei mit Jugendlichen hatte, die direkt neben dem Tatort einen Hund gequält hatten. Als aber klar wird, dass der neue Mann an der Seite seiner Exfrau Debs, der leitende Beamte ist, der es auf ihn abgesehen hat und ihm den Mord anhängen will, schwinden auch seine letzten Hoffnungen, und er beginnt zu ermitteln.

Meine Meinung:
Der Klappentext klingt unglaublich spannend. Einerseits hört es sich nach einem wirklich guten Krimi oder auch Thriller an, andererseits gibt es einen Antihelden. So was mag ich wirklich gerne, wenn die Hauptpersonen keine geschniegelten Lackaffen sind, die im Vorbeigehen Morde aufklären. 

Allerdings hab ich schon nach wenigen Seiten gemerkt, dass das Buch wohl alles andere als super werden würde. Es beginnt schon mit der Schreibweise des Autors. Da werden gerne in gefühlt jedem zweiten Satz die Personalpronomen wegelassen, und Sätze ewig ineinander geschachtelt. Alles noch okay, aber was mich wirklich über die Maßen genervt hat, war der Jargon: Ich habe noch nie ein Buch gelesen, dass SO vulgär und mit Fäkalsprache geschrieben wurde, wie dieses. Da gibts dann Pisse-Bier oder er rammt dem gottverdammten Hurensohn seine dreckige Faust in den Arsch, und reißt ihn bis zu seiner durchgef***ten Fresse auf. Im Ernst, ich bin nicht pingelig, aber das fand sogar ich zu viel. Womit wir auch gleich beim zweiten Punkt wären, der mich gestört hat: Die Gewalt und die gewalttätigen Szenen, die nicht nur unrealistisch waren, sondern auch einfach nur unnötig. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Alkoholiker und Kettenraucher mittleren Alters in ein Stadtviertel mitten in Edinburgh (wo Leute auf offener Straße ermordet werden, Nutten, Junkies und Obdachlose die Straße bevölkern und die Wege von brennenden Matratzen gesäumt sind) mal eben so ne Gruppe Jugendliche zusammenfaltet, ohne größeren Schaden zu nehmen.

Ich hätte das Buch sogar am liebsten schon nach 70 Seiten abgebrochen, aber da ich für meine Zugfahrt kein anderes hatte, hab ich weiter gelesen. Die Geschichte zog sich am Anfang wie Kaugummi und was absolut undurchsichtig. Nach so ca. 250 Seiten allerdings, wird es dann doch nochmal spannend, und sogar irgendwie interessant. Es sind gute Wendungen drinnen, endlich auch mal ein bisschen Inhalt, und nur deshalb vergebe ich noch 2 Sterne. Wäre das Buch insgesamt so gewesen wie auf den letzten 130 Seiten, hätte ich wahrscheinlich sogar fast 4 Sterne gegeben.


Freitag, 16. März 2012

[Rezension] Kimberly Derting - Ruf der verlorenen Seelen

Klappentext:
Als Violet die Leiche eines ermordeten Jungen entdeckt, zieht sie unweigerlich die Aufmerksamkeit des FBI auf sich. Nur widerstrebend bietet sie ihre Unterstützung bei den Ermittlungen an. Sie weiß, dass sie mit äußerster Vorsicht vorgehen muss, um ihre Gabe, die Aura der Toten wahrzunehmen, geheim zu halten. Doch schon bald geht es um sehr viel mehr: Ihre Beziehung zu Jay ist in Gefahr ... und ihr Leben.  

Verlag: Coppenrath | Genre: Jugendbuch | empfohlenes Alter: ab 14 | Seiten: 352 | Format. Hardcover | Preis: 16,95€ | ISBN: 978-3649601494

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Worum geht es:
Violet und Jay sind nach wie vor zusammen, und noch immer ist Violet hin und weg von ihm. Bei jeder Berührung explodiert ein Vulkan voller Schmetterlinge in ihrem Bauch, aber da ist auch noch ein anderes Gefühl in ihr: Die langsam nagende Eifersucht. Denn plötzlich ist sie für Jay nicht mehr die einzige Person, mit der er Zeit verbringen will, sondern auch mit seinem neuen Freund Mike. 
Eine Sache hat sich aber nicht geändert: Jay sorgt sich um Violet 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Deshalb verschweigt sie ihm das Echo des kleinen Jungen den sie tot in einem Container getroffen hat, und die Anrufe des FBI die daraufhin folgen. Solange, bis es sie kaputt macht.

Meine Meinung: 
Ich habe schon soo viele Bücher gelesen, aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich mich so "integriert" in eine Geschichte fühlte. Die Personen, die Umgebung, die Geräusche, Düfte, Situationen, alles ist so echt, so lebendig irgendwie. Ganz besonders Jay hat es mir angetan, und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich auch sofort und unsterblich in ihn verliebt hätte, wäre ich dem Alter.
Nach dem ersten Band, den ich in kürzester Zeit verschlungen habe, war ich super gespannt auf den zweiten Teil, und er hat mich nicht enttäuscht, auch wenn er nicht so gut war wie der erste Band. 

Die Entwicklung die alle Charaktere seit den Geschehnissen des ersten Bandes durchgemacht haben finde ich echt ziemlich interessant. Es beginnt keine separate neue Geschichte, ohne Bezug auf die vorherige, sondern eine Weiterentwicklung. Es ist also schon ratsam, den ersten Teil vorher zu lesen. 

Dennoch erinnert die Handlung schon irgendwie an Bodyfinder. Doch dieses Mal geht es nicht nur um den Mord an sich und die daraufhin ausgestrahlten Echos, auch wird Violet nicht ganz so extrem zur Marionette der Polizei wie im Teil eins, sondern viel mehr ist sie dieses Mal mit ihren privaten Problemen beschäftigt und schlittert unbeabsichtigt in diesen Mordfall um den kleinen Jungen. Ihr Zwiespalt anschließend, als sie vom FBI bedrängt wird, macht sie furchtbar sympathisch- Einerseits will sie helfen, andererseits wäre es ihr lieber, die hätte diese Gabe erst gar nicht.

Fazit: Ein toller zweiter Teil, der zwar an den ersten erinnert, aber ihn nicht kopiert. Ich freu mich schon sehr auf hoffentlich folgende Bände!





Vielen Dank an BloggdeinBuch  

Mittwoch, 14. März 2012

[Rezension] Andrea Schacht - Kyria & Reb, Bis ans Ende der Welt

Klappentext:
Das Vereinigte Europa im Jahr 2125 ist eine Welt der kompletten Überwachung. Das geschieht nur zum Besten der Bürger, sagt Kyrias Mutter, eine hochrangige Politikerin des perfekt gesteuerten Systems New Europe . Doch die 17-jährige Kyria möchte endlich erfahren, wie es ist, sich frei zu fühlen. Als sie in Reb, einem jungen Rebell aus dem Untergrund, einen Verbündeten findet, fliehen die beiden auf abenteuerliche Weise aus New Europe und gelangen in ein fernes Reservat. Dort haben sich die Menschen ein bäuerliches Leben wie in längst vergangenen Zeiten bewahrt. Doch schon bald sind die Verfolger Kyria und Reb auf der Spur. Und das ist nicht die einzige Gefahr, denn alle, die sich der Macht von New Europe entziehen, werden von künstlich ausgelösten Seuchen bedroht. Auch Kyria gerät in den Verdacht, die friedliebenden Menschen des Reservats mit einer Masernepidemie zu vernichten. Zum Glück hat Kyria Freunde an ihrer Seite und einen jungen Rebellen, der ihr Herz berührt ... 

Verlag: Egmont Ink | Seiten: 381 | Genre: Jugendbuch | Empfohlenes Alter: 12-15 | Preis: 17,95€ | Format: Hardcover | ISBN: 978-3863960162
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Worum geht es: 
In Kyrias Leben ist alles durchorganisiert und bestens behütet. Kein Wunder, denn sie ist eine Gendefekte, deren Vater bereits an eben diesem Gendefekt verstarb, schon immer Krankheitanfällig gewesen und zu dem auch noch die Tochter einer wichtigen Ministerin von La Capital. Nach einem erneuten Anfall landet sie mal wieder im Krankenhaus und erfährt dort, dass sie wohl nur noch maximal drei Wochen zu leben hat. Schockiert darüber entscheidet sie sich etwas zu tun, was sie noch nie tun konnte: Frei sein. Kyria flieht mit Reb, einem Rebellen den sie im Krankenhaus kennenlernt, und der erschreckend ungehobelt ist, in die Subcultura um zu ihrer Freundin Hazel zu gelangen um wenigsten die letzten Tage ihres viel zu kurzen Lebens zu genießen.

Meine Meinung:
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber ich liebe Dystopien einfach. Ich finde es wahnsinnig spannend sich vorzustellen was in einigen Jahren aus unserer Welt werden könnte, wenn wir so weiter leben. Die meisten Dystopien spielen dann aber entweder in einer fiktionalen Umgebung oder in Amerika. Kyria und Reb hingegen leben in New Europe in La Capitale, ehemals Frankfurt/Main und bewegen sich auch sonst in mir bekannten Gebieten. Das gibt der ganzen Geschichte nochmal einen ganz anderen interessanten Aspekt.

Leider aber hat die Dystopie auch Hänger, teilweise sogar unlogisch, die ich so nicht nachvollziehen konnte. Ich hätte es zum Beispiel wesentlich besser gefunden, würde das Buch nicht schon in 100 Jahren spielen und wäre die große Pandemie, die die Welt so veränderte, nicht schon 1975 gewesen. Denn so ist klar, dass es eben nicht real sein kann. Die Entwicklung die sich seitdem abgespielt hat ist manchmal auch nicht richtig durchdacht. So hat sich das Weltbild der Menschen innerhalb von nur einem Jahrhundert komplett gewandelt, Männer sind jetzt für Haushalt und niedere Arbeiten zuständig, Gewalt gibt es nicht mehr, und die Menschen kennen die Geschichte von vor der Pandemie kaum noch. So eine Entwicklung findet einfach in einem so kurzen historischen Zeitraum nicht statt (haha, da spricht die Historikerin aus mir :D) Andererseits aber hat sich die Technik kaum weiterentwickelt, für diese Zeitspanne. Die Id's überwachen die Menschen zwar, haben auch nicht wesentlich andere Funktionen als zum Beispiel die neuen Personalausweise, und KomLinks sind auch nicht wirklich anders als Smartphones. Mhpf, ne da wurde eine Welt erschaffen die nicht ganz durchdacht wurde.

Die Altersempfehlung kann ich nicht ganz so nachvollziehen. 12 ist glaube ich etwas tief gegriffen, teilweise wirft sie mit Fremdwörtern um sich, die nicht jede zwölfjährige kennen dürfte und setzt Wissen vorraus, dass jemand in dem Alter eventuell auch noch nicht hat. Nach oben ist es aber offen. Wohl eher ein All-Age- Roman :)
Die Handlung der Geschichte an sich finde ich aber wieder sehr toll. Kyria ist mir vom Beginn an sympathisch. Allerdings nicht weil sie so nett ist, sondern einfach weil sie authentisch ist. Mit Reb hatte ich da schon eher meine Probleme. Ich bin dann sehr schnell tief in die Geschichte eingetaucht und hab mich mit den beiden mitreißen lassen, in diesen Strudel aus Verrat, Freundschaft und Hoffnung, und es gab keine einzige Seite die mich gelangweilt hätte. Besonders schön und erfrischend finde ich auch, dass es dieses Mal nur einen Hauch von Romantik gab, und nicht dieses "gesehen: unsterblich verliebt". Man weiß es wird sich anbahnen, aber es kommt eben langsam, verwirrend, real. 

Fazit: Ein klasse Debut, nach dessen lesen ich gespannt auf den 2. Teil bin. Die Charaktere sind toll, die Geschichte wahnsinnig gut. Lediglich die Umsetzung und Schaffung der Welt in der die beiden Leben befriedigt mich nicht.



Vielen Dank an den Egmont Verlag
für dieses Rezensionsexemplar :)

Sonntag, 11. März 2012

[Rezension] Daniel Glattauer - Gut gegen Nordwind

Klappentext:
Emmi Rothner möchte per E-Mail ihr Abo der Zeitschrift „Like“ kündigen, doch durch einen Tippfehler landen ihre Nachrichten bei Leo Leike. Als Emmi wieder und wieder E-Mails an die falsche Adresse schickt, klärt Leo sie über den Fehler auf. Es beginnt ein außergewöhnlicher Briefwechsel, wie man ihn nur mit einem Unbekannten führen kann. Auf einem schmalen Grat zwischen totaler Fremdheit und unverbindlicher Intimität kommen sich die beiden immer näher – bis sie sich der unausweichlichen Frage stellen müssen: Werden die gesendeten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten? Und was, wenn ja?

Verlag: Goldmann | Genre: Briefroman | Seiten: 224 | Preis: 7,95€ | Format: Taschenbuch | ISBN: 978-3442465866
Das Buch könnt ihr zum Beispiel *hier* bei Amazon kaufen.


Worum geht es: 
Der Klappentext sagt eigentlich schon alles über das Buch aus, was man wissen sollte: Es macht neugierig, es klingt interessant, es wird genau so viel verraten wie man wissen sollte. 
Emmi und Leo fangen durch einen Zufall an miteinander via e-Mail zu schreiben. Und obwohl keiner von beiden gepkant hat, eine Internetbekanntschaft zu haben, können sie nicht aufhören zu fragen wie es dem anderen geht. Doch offen bleibt: Wie ist der andere eigentlich wirklich?

Meine Meinung:
Wir alle, und besonders ja auch die diese Rezension hier gerade lesen, bewegen uns in der virtuellen Welt, und wie leicht man Sympathien -auch für Fremde- aufbauen kann. Deshalb hat mich das Buch sehr angesprochen und ich wollte es unbedingt lesen. Beeindruckt von den massig vielen positiven Bewertungen auf Amazon war ich auch irgendwie eingewickelt und bin mit falschen Vorstellungen heran gegangen.
Das Buch hat mir zwar durchaus gut gefallen, aber lange nicht so gut wie so so viele es fanden. Meiner Meinung nach hat die Spannung und Qualität des Romans, mein Interesse und meine Sympathien für Emmi und Leo und generell der Spaß beim Lesen kontinuirlich abgenommen. Zum Schluss wurde es immer langatmiger, surrealer und Emmi wurde mir auch teilweise recht unangenehm. Vielleicht fehlt mir das Verständnis, wie man für eine Internetbekanntschaft so ignorant seine Beziehung aufs Spiel setzten kann, wie man sich in etwas derart irreales hinein steigern kann und wie man sooo beleidigt wegen ein paar Buchstaben sein kann.

Dennoch hatten die kurzen, oder auch teilweise längeren, Nachrichten der beiden viel Tiefgang, waren intelligent, traurig, schön, böse, lieb und fühlten sich nicht konstruiert an.

Samstag, 10. März 2012

[Rezension] Kimberly Derting - Bodyfinder

Klappentext:
Seit Violet ein kleines Mädchen ist, nimmt sie die Aura der Toten wahr. Wie magisch wird sie von ihnen angezogen, spürt ihre pulsierenden Echos unter der Haut vibrieren. Für sie ist diese Gabe jedoch alles andere als ein Geschenk - und nur widerwillig findet sie sich damit ab, dass sie die Einzige ist, die den Serienmörder aufhalten kann, der die kleine Stadt heimsucht, in der sie mit ihrer Familie lebt. Mithilfe ihres besten Freundes Jay macht sie sich auf die Suche. Aber dann passiert etwas, womit Violet nie gerechnet hätte: Sie verliebt sich in Jay. Und merkt dabei gar nicht, wie nahe sie dem Mörder bereits gekommen ist. Bis sie selbst zu seiner Beute wird.

Verlag: Coppenrath | Genre: Jugendbuch | empfohlen für: 12- 17 Jahre | Seiten: 343 | Preis: 16,99€ | Format: Hardcover  ISBN: 978-3815798737
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Worum geht es:
Manchmal wird Violet noch nachts wach von ihren Alpträumen, die sie nicht loslassen seit sie 8 Jahre alt war. Damals fand sie im Wald ein totes ermordetes Mädchen, und spätestens seit diesem Zeitpunkt war klar, dass sie die Gabe ihre Oma geerbt hat: Violet kann das Echo von toten Lebewesen spüren. 
Bei einer Sommerparty allerdings wird sie jedoch wieder aus ihrer beinahe heilen Welt -wären da nicht die aufkeimenden Gefühle für ihren besten Freund Jay- gerissen, als sie erneut ein totes Mädchen findet. Ihr Echo ist unglaublich schillernd und stark, doch nichts im Vergleich zu dem Echo des nächsten Mädchens das gefunden wird...

Meine Meinung:
Prinzipiell sind Bücher in denen Menschen übersinnliche Kräfte haben nicht gerade ganz oben auf meiner Liste von Lieblingsbüchern. Trotzdem hat mich der Klappentext so sehr angesprochen, dass ich ewig darum herum geschlichen bin und mir das Buch nun doch gekauft habe. Dabei ist es auch gar nicht so abwegig und spirituell wie es zunächst den Anschein macht, sondern es erscheint irgendwie völlig natürlich dass Violet das Echo der Toten sehen, hören, riechen oder schmecken kann. 

Als dann die Morde anfangen immer mehr ihr Umfeld zu tangieren, kann Violet sich der Sache nicht mehr entziehen. Zu sehr wird sie gebraucht für die Ermittlungen, und wie das dann umgesetzt wurde finde ich klasse. Alle handelnden Personen des Buches sind so erfrischend echt und normal, dass man sie einfach mögen muss. Es gibt keine kitischige "Liebe-auf-den-ersten-Blick"- Geschichte, sondern die Liebe in Violet entwickelt sich aus Freundschaft. Sie selbst ist auch keine starke Superheldin, die zack zack zack die Toten sucht und findet, sondern ein verletzliches Mädchen, das Angst vor dem hat was sie sieht. Und schlussendlich spielt sich das ganze in einer so durchschnittlichen Kulisse ab, dass es fast schon nicht mehr denkbar ist, dass es die Gabe nicht geben könnte.

Spannungstechnisch ist es jetzt natürlich nicht ganz so der Reißer. Es ist klar, dass die Mädchen sterben. Es ist ebenso klar, das Violet sie finden wird, und natürlich weiß man von Anfang an dass alles gut ausgehen wird, aber es nun mal auch ein Jugendroman, in dem zu viel Brutalität und Psychothriller einfach unangebracht wären. Trotzdem, oder gerade deshalb, ist es zu keinem Zeitpunkt langweilig.