Montag, 8. Juli 2013

[Rezension] Dela Kienle - Ein Jahr in Rom

Klappentext:
Rom und die Römer zu verstehen ist keine leichte Aufgabe: Dela Kienle erzählt von Metro-Nahkampf und dem Wahnsinn der Bürokratie, italienischen Männern und römischen Hochzeiten, heißen Sommern und den Strandritualen der Römer in »Ostia Lido«. Zwölf Monate zwischen Kolosseum und Petersdom, haarsträubendem Verkehr und magischen Sommerabenden, charmant und selbstironisch geschrieben.

Verlag: Herder | Seiten: 192 | Preis: 12,95€ | Genre: Reisen, Sachbuch, Biographie | Spielt in: Italien, Rom | Erscheinungsdatum: Oktober 2009 | ISBN: 978-3451059940

Erster Satz:
"Es gibt nichts unerfreulicheres, als den Morgen in einer Zugtoilette zu beginnen - in einer dieser klaustrophobisch kleinen Kabinen der 'Ferrovie Italiane'."


Worum geht es:

Um ihre Magisterarbeit zu schreiben, beschließt Dela Kienle für 1 Jahr nach Rom zu ziehen, um sich auch vor Ort mit ihren Studien beschäftigen zu können. Allerdings ist es für sie kein Aufbruch in ein komplett fremdes Leben, denn dort warten bereits ihr Freund und einige Bekannte auf sie, die ihr den Start erleichtern und bei Anfangsprobleme zur Seite stehen. 
Gemeinsam mit ihnen entdeckt sie die ewige Stadt, stürzt sich in den Immobilienmarkt in dem nichts ohne Beziehungen geht, lernt die Stadt aus sämtliches Perspektiven kennen, schlägt sich durch den täglichen Metro-Dschungel und erfährt vor allem viel, viel italienisches Alltagsleben, das manchmal tatsächlich so klischeehaft ist, wie man sich das vorstellt. Vor allem aber ist ihr Leben von einer Sache geprägt: Essen.

Meine Meinung:

Ich liebe Rom! Von der ersten Minute an, als ich das erste Mal diese Stadt gesehen habe, war ich zutiefst beeindruckt und habe mich direkt mit der Stadt verbunden gefühlt. Sie hat ihr ganz eigenes, besonderes Ambiente das ich so noch nirgendwo erlebt habe. Seitdem plagt mich eigentlich das Fernweh und ich wollte mir durch dieses Buch Abhilfe schaffen: Und das hat es getan. Auf diesen 192 Seiten bin ich wieder so richtig tief in meine Urlaubserinnerungen an Rom eingetaucht, wurde mitgenommen an Plätze die ich mit eigenen Augen gesehen habe, habe mich in Situationen wiedergefunden die ich auch so erleben konnte und war einfach wieder mitten drin. Es ist irgendwie etwas ganz besonderes von einem Ort zu lesen, dessen Plätze mir noch so präsent sind.
Dennoch ist es schon ein eher außergewöhnliches Buch der Reihe - denn wer hier tolle Insidertipps erwartet oder sich erhofft dass die Autorin viel viel von der Stadt erzählt und uns ihr eigenes Bild davon präsentiert, wird enttäuscht werden. Zwar finden der Vatikan, Ostia, der Trevibrunnen oder die Villa Borghese hier und dort Einzug in das Buch, es geht aber - leider - vor allem um sie. Um ihre Erfahrungen mit ihrem Freund, mit der Katze ihrer Mitbewohner oder ihren "Schwiegereltern in spé". Sie erzählt viel privates, was mich persönlich nicht sonderlich interessiert hat, aber dennoch interessant geschrieben war und auch voller Anekdoten über das italienische Alltagsleben steckte. Man bekommt dafür viele Tipps was man kulinarisch ausprobieren sollte, und in welchen Restaurants man besonders italienisch speist.

Ich gebe dem Buch dennoch 5 Sterne, auch wenn ich der Meinung bin dass es einfach viel zu viel um ihr Studentenleben und ihren Alltag ging (der so wohl auch in jeder anderen Stadt hätte statt finden können). Trotzdem aber war es ein toller Ausflug nach Rom, der ewigen Stadt, der in mir das Fernweh noch stärker entfacht hat, und der mich hat dahinschwelgen lassen in Erinnerungen und Wünschen neues zu entdecken.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen