Mittwoch, 4. September 2013

[Rezension] Kai Meyer - Die Sturmkönige, Dschinnland (Bd. 1)

Klappentext:
Am Tag seiner Geburt trug sein Vater ihn auf einem fliegenden Teppich hinauf in den Himmel über Samarkand - Tarik al-Jamal, der beste Schmuggler auf den Himmelsrouten des Orients. Keiner reitet einen Teppich wie er - bis er draußen im Dschinnland, den tödlichen Wüsten zwischen Samarkand und Bagdad, seine große Liebe Maryam verliert. Gebrochen und einsam verdingt sich Tarik bei illegalen Teppichrennen. Doch dann will sein jüngerer Bruder Junis die mysteriöse Sabatea durchs Dschinnland nach Bagdad bringen. Tarik fürchtet um das Leben der beiden - und stellt sich einmal mehr den Geistern seiner Vergangenheit. Eine mörderische Jagd durch die Wüste beginnt, eine Odyssee auf fliegenden Teppichen, mitten in den Krieg zwischen Dschinnen und Sturmkönigen ...

Verlag: Bastei Lübbe | Seiten: 428 | Preis: 9,99€ (neu nur noch als TB erhältlich) | Genre: Fantasy | Spielt in: Usbekistan, Samarkand | Erscheinungsdatum: September 2008 | ISBN: 978-3785723364

Erster Satz:
"Er lenkte den fliegenden Teppich durch die nächtlichen Gassen von Samarkand."



Worum geht es:
Tarik ist der beste Teppichreiter, den es in Samarkand gibt. Jedes der illegalen Rennen entlang der Palastmauern kann er für sich entscheiden. Das Geld verhurt und vertrinkt er, um sich sein Leben so "leicht" wie möglich zu machen und um zu vergessen was einst geschah. Doch schon bald taucht sein jüngerer Brunder Junis auf, sein Bruder zu dem er seit dem Tod Maryams - Tariks Freundin - keinen Kontakt mehr hat, und deren Umgang, so selten er auch sein mag, eisig und verbittert ist. 
Junis ist ebenfalls ein Teppichreiter, wenn auch bei weitem nicht so gut, wie sein großer Bruder, und geht nur kurze Zeit nach dem letzten nicht friedlichen Zusammentreffen mit Tarik einen Handel ein, der eben so waghalsig wie dumm ist: Er verspricht einer jungen Frau aus dem Palast, sie von Samarkand nach Bagdad zu bringen. Zu Fuß wäre diese Strecke tödlich, doch auch in der Luft ist sie gefährlich. Denn die Strecke führt einmal quer durchs Dschinnland, die mit dem "Dschinis á la Aladdin" nichts zu tun haben, sondern grobschlächtige, brutale und blutrünstige Monster sind, die Menschen auch zum Spaß töten...

Meine Meinung:
Fantasygeschichten sind eigentlich nichts, was mich anspricht. Mit fremden und fantastischen Wesen kann ich in den seltensten Fällen etwas anfangen, und mit Urban-Fantasy kann man mich quasi jagen. Doch sobald den Geschichten etwas märchenhaftes anhaftet, bin ich für sie zu haben. Dazu zählen auch Geschichten die wie diese hier in den Ländern von Tausend und einer Nacht spielen, zwischen Dschinns und fliegenden Teppichen. Zunächst war ich zwar etwas skeptisch, doch schnell konnte mich der Zauber der Geschichte umhüllen und mich gefangen nehmen. 
Man taucht wahnsinnig schnell ein in diese Wüstenszenerie Samarkands und Bagdads, in der es auf Todesstrafe verboten ist fliegende Teppiche zu benutzen, und in der die Stadtmauern den einzigen Schutz gegen die Todbringenden Dschinns und andere Zauberwesen bieten - jedoch auch den Menschen jegliches Gefühl von Freiheit nimmt. Denn nicht jeder kann damit leben zu wissen, dass diese Mauern nicht nur das Böse aussperren, sondern auch die Menschen einsperren. Zu ihnen zählen Tarik und Junis, sowie Maryam und auch Sabatea - das Mädchen aus dem Palast.  Alles unglaublich toll ausgearbeitete Charaktere, mit authentischen Wesenszügen und Zwischenmenschlichen Konflikten. Ich kann mich nach Band 1 auf jeden Fall noch nicht entscheiden, aus wessen Seite ich stehe, auf Tariks oder aus Junis.
Das Buch ist wahnsinnig toll geschrieben, zeichnet eine Welt die wunderschön und ebenso grausam ist, und lässt Bilder im Kopf entstehen als wäre man selbst vor Ort. Dabei verliert das Buch nicht einmal an Spannung sondern steigert sich kontinuirlich. Es ist jedoch vielleicht nicht unbedingt ein Buch für ganz junge Jugendliche. Die Gewaltszenen sind teilweise sehr explizit und schaurig und auch an erotischen Elementen wurde nicht gesparrt.

Fazit: Ein tolles Buch, das auf einen eben so guten 2. Teil hoffen lässt.



1 Kommentar:

  1. Freut mich, dass es dir gefallen hat! Ich hab es im Januar gelesen (alle drei) und mochte sie auch. Hatte ich dir das nicht sogar geschrieben? Vielleicht auch per Facebook, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob du mich da richtig assoziieren kannst weil ich da mit nem anderen (realen) Namen bin :D

    AntwortenLöschen