Mittwoch, 27. Juni 2012

[Rezension] Cody McFadyen - Ausgelöscht

Klappentext:
Ich hatte einmal ein Leben. Doch ich erinnere mich nicht mehr daran. Ich hatte eine Familie. Doch ich kenne sie nicht mehr. Ich hatte viele Erinnerungen. Doch jemand war in meinem Gehirn. Er hat alles ausgelöscht.
Und ich wünschte, er hätte mich nicht am Leben gelassen.

Verlag: Bastei Lübbe | Seiten: 480 | Format: Taschenbuch | Preis: 9,99€ | Genre: Thriller | ISBN: 978-3404165810
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Worum geht es:
Die Trauung ist noch keine halbe Stunde vorbei, als ein Wagen reifenquietschend vor der Kirche hält und eine kahlgeschorene Frau auf das Pflaster wirft. Schnell klärt sich, dass es sich bei der völlig apathischen Frau um Heather Hollister handelt, die vor mehr als 7 Jahren entführt und seitdem in völliger Dunkelheit in einem Verlies gehalten wurden. Doch auch ihre "Nachfolgerin", die neue Ehefrau ihres Mannes Dana Hollister bleibt nicht unbehelligt. Nur trifft es sie noch schlimmer, denn während Dana zumindest ihr Ich blieb, wurde Dana lobotomiert und vegetiert als lebendige Hülle vor sich hin. 

Meine Meinung:
Ich habe bisher alle Bände der Smoky Barret - Reihe gelesen und war restlos begeistert. Und auch dieser, bisher letzte, Roman konnte mich wieder packen und dem Autor nur erneut bescheinigen, ein wahrer Meister seines Faches zu sein. Dennoch empfinde ich diesen 4. Band als schwächer als seine Vorgänger. 
Die Geschichte ist mal wieder sehr gut aus- und durchdacht und lässt einen gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören. Die Spannung was als nächstes passieren wird ist quasi greifbar und der Wunsch endlich zu erfahren wer da warum so handelt wird von Seite zu Seite größer. 

Besonders die Thematik des Buches ist suuuper spannend wie grausam. Klar, Morde und oft auch Folter sind meistens Teil von Thrillern dieser Art, aber das die Opfer hier vom Täter lobotomiert werden, ist noch mal eine Spur irrer. Mich hat es richtig gegruselt bei der Vorstellung, was da eigentlich geschieht.

Was mich allerdings so ein bisschen gestört hat bei dem Buch, ohne jetzt zu viel spoilern zu wollen, ist die Person Smoky an sich. Es ist eine wahnsinnig starke Frau, toll gezeichnet und unbedingt notwendig für die Reihe, aber so langsam wird es mir eine Spur zu unglaubwürdig, dass sie immer und immer wieder in die Fälle involviert wird. Wie realistisch ist es denn, dass jeder Serientäter es auch immer auf die Teamleiterin des Ermittlungscorps abgesehen hat? Und auch die Nebenhandlung, die ich ebenfalls wegen Spoielergefahr, nicht näher benennen will, hat mich irgendwie genervt.

Alles in allem war es aber wieder ein hochspannender Thriller, der mich absolut fesseln konnte und wegen der Thematik der Lobotomie, die an Grausamkeit kaum noch zu übertreffen ist, richtig Gänsehaut verursacht. 


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